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Oseltamivir zur Grippe-Behandlung

Bei Oseltamivir ist ein Wirkstoff, welcher der Gruppe der Neuraminidase-Hemmer angehört. Die Hauptaufgabe von Oseltamivir besteht darin, Grippe-Viren in ihrer fortlaufenden Vermehrung zu hemmen, indem es ein dafür verantwortliches Enzym des Virus blockiert.

Auf diese Weise können schwerwiegende Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Lungenentzündungen, verhindert, Symptome abgeschwächt und die Erkrankungsdauer verkürzt werden. Oseltamivir ist der aktive Wirkstoff in dem Arzneimittel Tamiflu. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und sollte nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.

Anwendungsgebiete von Oseltamivir

Der Wirkstoff Oseltamivir findet gegen eine Grippe (Influenza) Anwendung, die durch Influenza A- und B-Viren ausgelöst wird. Der Arzneistoff wird eingesetzt, wenn typische Grippe-Symptome auftreten, wie unter anderem:

  • Kopf- sowie Gliederschmerzen
  • Fieber
  • Schnupfen
  • Abgeschlagenheit
  • allgemeines Unwohlsein

Oseltamivir kann bereits vor einer Symptomentstehung angewendet werden, wenn der Verdacht besteht, dass eine Grippe-Virus-Ansteckung erfolgte. Hier agiert der Wirkstoff als sogenannte Postexpositionsprophylaxe. Dies bedeutet, dass es zur Vorbeugung eines Grippe-Infekts eingenommen werden kann, wenn beispielsweise ein Kontakt mit infizierten Personen bestand.

Wirkungsweise von Oseltamivir

Der Arzneistoff Oseltamivir wirkt in Form einer Hemmung der sogenannten Neuraminidase. Dabei handelt es sich um ein Enzym, welches für den Stoffwechsel, die Vermehrung und die Ausbreitung der Viren verantwortlich ist. Durch das Wirken auf das Enzym wird dieses durch Oseltamivir blockiert und der Fortlauf der Grippe eingedämmt beziehungsweise abgeschwächt. Eine weitere Ausbreitung der Viren wird verhindert, Symptome in ihrem möglichen Schweregrad reduziert sowie der Krankheitsverlauf in seiner Dauer minimiert.

Replikationszyklus des Influenza-Virus & der Eingriff durch Oseltamivir

Die Wirkung des Enzym-Hemmers erfolgt über die Zersetzung im Magen-Darm-Trakt, von wo aus der Wirkstoff Oseltamivir in die Blutbahn gelangt. Durch hepatische Esterasen, welche spezielle Leberenzyme darstellen, erfolgt eine Umwandlung in (Metabolit) Oseltamivircarboxylat als aktives Produkt des Stoffwechsels. Im Anschluss an diesen Prozess wirkt der Arzneistoff auf die Neuraminidasen. Dabei handelt es sich um Glykoproteine, welche sich auf der Oberfläche von den sogenannten Virionen befinden.

Unter Virionen sind Viren zu verstehen, die sich nicht innerhalb einer Zelle befinden. Dabei kann es sich um junge Viren handeln, bei denen der Zelleintritt noch nicht erfolgte oder um sogenannte Tochtervirionen, welche aufgrund einer Replikation von bereits in eine Zelle eingedrungene Viren entstehen.

Die Tochtervirionen verlassen nach ihrer Entstehung das Zellinnere und dienen zur Auflösung von Sialinsäure. Auf diese Weise kommt es zu keiner Bedeckung der Wirtszellen und diese können sich ungehemmt weiter vermehren. Oseltamivir blockiert das Austreten von Tochtervirionen aus einer infizierten Zelle und unterbindet die Möglichkeit der Sialinsäurenauflösung. Als Folge minimiert sich das Ausbreitungsrisiko, Grippesymptome sowie eventuelle Folgeerkrankungen.

Anwendung von Oseltamivir

Zugelassen ist das Medikament mit dem Wirkstoff Oseltamivir für Erwachsene und Kinder ab einem Jahr. Es wird empfohlen, mit der Medikamententherapie so früh wie möglich zu beginnen, idealerweise bereits als Prophylaxemaßnahme, wenn ein Kontakt mit infizierten Personen bestand. Der späteste Einnahmebeginn sollte nicht später als zwei Tage nach Auftreten typischer Grippe-Symptome erfolgen, um eine bestmögliche Wirksamkeit von Oseltamivir zu gewährleisten.

Für Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren beziehungsweise mit einem Körpergewicht von über 40 Kilogramm, wird eine tägliche Dosis von zweimal 75 Milligramm empfohlen. Die Einnahmedauer erstreckt sich über circa fünf Tage.

Für Kinder bis zwölf Jahren und einem Gewicht von unter 40 Kilogramm, hängt die Dosierung von dem Körpergewicht ab. Präparate mit schwächeren Wirkstoffanteilen sind mit 30 Milligramm und 45 Milligramm speziell für Kinder erhältlich. Die Behandlungsdauer erstreckt sich über circa fünf Tage und kann bei Bedarf und nach ärztlicher Verordnung verlängert werden.

Zur Grippevorbeugung nehmen Kinder ab 13 Jahren und einem Körpergewicht von 40 Kilogramm sowie Erwachsene einmal täglich eine Kapsel Oseltamivir mit 75 Milligramm ein. Die Einnahme sollte sich über einen Zeitraum von circa 10 Tage erstrecken. Bei Kindern unter 40 Kilogramm gilt dieselbe empfohlene Dosis, wie bei einer akuten Influenza. Hier wird lediglich die Behandlungsdauer auf zehn Tage erhöht.

Besteht ein Grund zur Annahme einer umfangreichen Virusverbreitung in der Bevölkerung, können Erwachsene und Kinder ab einem Körpergewicht von 40 Kilogramm täglich eine 75 Milligramm Oseltamivir-Kapsel über einen Zeitraum von bis zu sechs Wochen prophylaktisch einnehmen. Als prophylaktische Therapiemaßnahme für Kinder bis zwölf Jahren beziehungsweise unter 40 Kilogramm Körpergewicht bestehen derzeit keine wissenschaftlichen Beweise für eine ausreichende Wirksamkeit.

Nebenwirkungen von Oseltamivir

Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Oseltamivir wie bei jedem anderen Wirkstoff auftreten. Als bekannte Nebenwirkungen, die in ihrer Häufigkeit und ihrem Schweregrad unterschiedlich auftreten können, sind zum Beispiel:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Verdauungsstörungen sowie Schmerzen im Bauch-/Oberbauchbereich
  • allergische Reaktionen auf den Wirkstoff Oseltamivir einschließlich anaphylaktischer/anaphylaktoider Reaktionen
  • eingeschränktes Bewusstsein
  • Krampfanfälle
  • Herzrhythmusstörungen
  • erhöhte Leberwerte
  • Hautausschlag, Ekzeme sowie Hautentzündungen und Nesselsucht
  • Reduzierung von Blutplättchen

Wechselwirkungen mit anderen Substanzen

Es kommt zu einer Ausscheidung von Oseltamivir sowie die aus der Umwandlung entstehenden Produkte des Stoffwechsels über die Nieren. Aus diesem Grund kann eine Wechselwirkung bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten kommen, die zur Beeinflussung der Nierenfunktion angewendet werden. Eine eventuelle Wechselwirkung mit Oseltamivir könnte sich in einer Änderung der Wirksamkeit bemerkbar machen. Folgende Wirkstoffe zählen dazu:

  • Chlorpropamid
  • Methotrexat
  • Phenylbutazon
  • Probenecid

Als Wechselwirkungen mit Medikamenten, die oftmals zur Schmerzlinderung begleitend bei einer Grippe eingenommen werden, wie Paracetamol, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure als Hauptbestandteil von Aspirin, ist maximal mit einer Wirkungsänderung von Oseltamivir zu rechnen. Hier ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis zu ermitteln und gegebenenfalls auf andere Schmerzmittel zurückzugreifen. In diesem Fall sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen) von Oseltamivir

Bei der Einnahme von kann es zu Gegenanzeigen bei einer Lactose-Unverträglichkeit kommen, weshalb Oseltamivir bereits bei dem Verdacht auf eine Milchzucker-Unverträglichkeit nicht eingenommen werden sollte.

Da keine wissenschaftlichen Daten über die Gewährleistung einer unbedenklichen sowie wirkungsvollen Verabreichung von Oseltamivir bei Kindern oder älteren Patienten vorliegen, sollte der Arzneistoff nur auf Verordnung des behandelnden Arztes eingenommen werden. In der Schwangerschaft sowie der Stillzeit ist von einer Einnahme abzusehen oder darf nur unter ärztlicher Anweisung erfolgen.

Bei chronischen Erkrankung, bei Störungen und Schwächung des Immunsystems und chronischen kardialen sowie respiratorischen Erkrankungen kann die Wirkung von Oseltamivir eingeschränkt sein. Bei einer vorliegenden Niereninsuffizienz ist Oseltamivir nur unter Weisung des behandelnden Arztes anzuwenden, da die Dosis in Anlehnung an die Erkrankung beziehungsweise anderen Medikamenteneinnahmen angepasst werden muss. Patienten mit schweren Nierenleiden sollten mit Oseltamivir nicht behandelt werden.


Quellen:

  1. Tamiflu: Umstritten, aber es wirkt ORF. URL: orf.at
  2. Grippe (Influenza). Wort & Bild Verlag. URL: apotheken-umschau.de
  3. Influenza-Therapie mit Oseltamivir. Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V. URL: p-e-g.org
  4. Tamiflu wirkt nur bei Influenza. Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH. URL: pharmazeutische-zeitung.de
  5. Regulatory information on trials of oseltamivir (Tamiflu) and zanamivir (Relenza) for influenza in adults and children. Jefferson T. et al. URL: ncbi.nlm.nih.gov

Veröffentlicht am: 23.08.2016

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