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Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) - Ursachen und Behandlung

Schwangerschaftsdiabetes, auch Gestationsdiabetes (GDM) genannt, stellt eine der häufigsten Begleiterkrankungen einer Schwangerschaft dar. Sie wird erstmals während der Schwangerschaft diagnostiziert und verschwindet meist nach der Geburt des Kindes. Ein unerkannter Schwangerschaftsdiabetes kann Folgen für Mutter und Kind haben.

Schwangerschaftsdiabetes: Definition & Häufigkeit

Schwangerschaftsdiabetes wird als eine Kohlenhydrat-Stoffwechselstörung (bzw. Glucose-Toleranzstörung) definiert, die erstmals in der Schwangerschaft auftritt und einen erhöhten Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) der Mutter während der Schwangerschaft bezeichnet. Dabei wird jedoch nicht ausgeschlossen, dass es sich um einen Diabetes mellitus handelt, der schon vor der Schwangerschaft bestand und bis dahin unerkannt blieb.

Schwangerschaftsdiabetes ist eine Sonderform von Diabetes und wird in der Medizin auch als GDM (Gestationsdiabetes mellitus) oder Typ-4-Diabetes bezeichnet. In den meisten Fällen reguliert sich der Zuckerstoffwechsel nach der Schwangerschaft wieder, selten kann es sich allerdings auch um das erstmalige auftreten von Diabetes Typ 1 oder Diabetes Typ 2 handeln.

Die Häufigkeit der Schwangerschaftsdiabetes schwankt international von < 1 bis 20 %. Dabei ergeben sich aufgrund des methodischen Vorgehens, der unterschiedlichen Bewertungskriterien für den Gestationsdiabetes mellitus und der Häufigkeit des Typ-2-Diabetes-mellitus in der untersuchten Bevölkerung sehr große Unterschiede. Etwa 4 % aller Schwangeren in Deutschland entwickeln einen Schwangerschaftsdiabetes.

Diabetes während der Schwangerschaft in Deutschland nach Art des Diabetes von 2002 bis 2012

Schwangerschaftsdiabetes in Deutschland

Quelle: statista.com

Diabetes in der Schwangerschaft: Risikofaktoren, Ursachen & Symptome

Risikofaktoren für Schwangerschaftsdiabetes

Bei Frauen, die folgende Merkmale aufweisen besteht ein erhöhtes Risiko, an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken:

  • bei wiederholten Fehlgeburten
  • bei familiärer Vorbelastung mit Diabetes
  • bereits ein Kind mit 4000 g Geburtsgewicht geboren
  • in einer früheren Schwangerschaft schon Schwangerschaftsdiabetes aufgetreten
  • bei Übergewicht mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 27
  • Fehlbildungen des Kindes während einer früheren Schwangerschaft

Merkmale für ein erhöhtes Risiko während einer bestehenden Schwangerschaft:

  • übermäßige Gewichtszunahme
  • Lebensalter über 35 Jahre
  • Nachweis von Glukose im Urin
  • vermehrte Fruchtwassermenge (Polyhydramnie)
  • Vorliegen von bestimmten Erkrankungen wie beispielsweise polyzystisches Ovarsyndrom
  • Medikamente, die eine negative Auswirkung auf den Insulinhaushalt haben

Ursachen für Schwangerschaftsdiabetes

Echter Insulinmangel

Der weibliche Hormonhaushalt, welcher einen großen Einfluss auf den Zuckerstoffwechsel hat, verändert sich während einer Schwangerschaft enorm. Zum Beispiel werden mehr Hormone wie Prolactin, Cortisol, Östrogen und Progesteron produziert, die normalerweise als Gegengewicht zum Insulin im Körper wirken. Während einer Schwangerschaft ist es dementsprechend normal, dass die Hormone Progesteron und humanes Plazentalaktogen den Blutzuckerspiegel der Mutter erhöhen.

Damit möchte der Körper sicherstellen, dass auch dem ungeborenen Kind ausreichend Nährstoffe zur Verfügung stehen. Aufgrund des erhöhten Blutzuckers versucht die Bauchspeicheldrüse der Mutter gegenzusteuern und bildet nun vermehrt Insulin, um den Blutzuckerspiegel wieder zu senken.

Bei einem Schwangerschaftsdiabetes ist die Bauchspeicheldrüse jedoch nicht in der Lage, ausreichend Insulin zu bilden, um den Blutzuckerspiegel wieder zu senken. Damit bleibt der Zuckerspiegel im Blut erhöht. Es besteht ein echter Insulinmangel.

Die umgestellte und häufig nicht optimale Ernährung während der Schwangerschaft sorgt zusätzlich für eine Beeinflussung des Blutzuckerspiegels. Vor allem nach dem Essen können sich erhöhte Zuckerwerte zeigen. Dabei tritt die Insulinausschüttung etwa 15 Minuten verspätet ein und ist zu Beginn der Schwangerschaft eher gering.

Relativer Insulinmangel

Meist übergewichtige und ältere Schwangere sind jedoch in der Lage, die Insulinproduktion zu erhöhen. Da die Körperzellen jedoch nicht mehr richtig auf diesen Insulinreiz reagieren, kommt es ebenso zur Erhöhung des Blutzuckerspiegels. In Fachkreisen wird dieser Insulinmangel auch als relativer Insulinmangel bezeichnet.

Eine große Rolle spielt häufig eine falsche Ernährungsweise. Zu viele Kohlenhydrate während der Schwangerschaft fördern die Entstehung eines Schwangerschaftsdiabetes. Dabei führen gerade schnell verfügbare Zucker zu einem steilen Blutzuckeranstieg. Somit sollte vor allem in der Schwangerschaft darauf geachtet werden, eher langkettige bzw. komplexe Kohlenhydrate (Vollkornprodukte, Haferflocken, dunkler Reis und Vollkornnudeln etc.) zu sich zu nehmen.

Typische Symptome von Schwangerschaftsdiabetes

In den meisten Fällen verläuft ein Schwangerschaftsdiabetes ohne Symptome. Da sich der Körper der Frau in dieser Zeit ohnehin stark verändert, bleibt Schwangerschaftsdiabetes oftmals vollkommen unbemerkt. Das heißt, dass die Betroffenen keine typischen Anzeichen einer Diabeteserkrankung verspüren, wie beispielsweise häufiges Wasserlassen oder starker Durst.

Schwangerschaftsdiabetes kann sich jedoch hinter Bluthochdruck oder häufigen Scheidenpilz- und Harnwegsinfektionen verbergen. Häufig tritt auch eine große Zunahme der Fruchtwassermenge auf und das heranwachsende Kind bekommt einen abnormen Wachstumsschub, wobei die Entwicklung der Lunge häufig beeinträchtigt ist.

Krankheitsverlauf und Folgen einer unbehandelten Schwangerschaftsdiabetes

Obwohl Schwangerschaftsdiabetes oftmals nicht zu deutlich spürbaren Symptomen führt, kann die Erkrankung ernsthafte Risiken für Mutter und Kind mit sich bringen.

Folgen für das Kind

Mögliche Folgen für das Neugeborene:

  • Fehlbildungen an Nieren, Herz und Wirbelsäule
  • hohes Geburtsgewicht (über 4000 g)
  • Organe wie Leber und Lunge sind bei der Geburt noch nicht ausgereift (Entwicklungsstörungen)
  • Gelbsucht (Ikterus)
  • Atemnot
  • Unterzuckerung

Mögliche Langzeitfolgen für das Neugeborene:

  • Adipositas
  • Diabetes mellitus
  • metabolisches Syndrom

Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt, dann kann das Risiko möglicher Komplikationen durch eine geeignete Behandlung allerdings sehr gut gesenkt werden.

Folgen für die schwangere Mutter

Mögliche akute Folgen für Schwangere:

  • Totgeburt
  • Fehlgeburt
  • vorzeitiges Einsetzen der Wehen
  • Komplikationen während der Geburt
  • Kaiserschnitt
  • Zangengeburt

Langzeitfolgen für die Schwangere:

  • Diabetes mellitus
  • erneute Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes Diagnostik

Zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche wird bei allen schwangeren Frauen ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) als Screening-50g oGTT durchgeführt. Sollten Auffälligkeiten wie Zuckernachweis im Urin, Risikofaktoren, im Ultraschall ein auffällig großes Kind oder typische Anzeichen eines klassischen Diabetes mellitus auftreten, erfolgt dieser Test unabhängig der Schwangerschaftswoche.

Suchtest (Screening 50g-oGTT):

Der Suchtest wird unabhängig von der vorherigen Nahrungsaufnahme und von der Tageszeit vorgenommen. Dabei erfolgt die Messung aus venösem Plasma. Die Schwangere trinkt für die Messung eine Lösung aus 50 g wasserfreier Glukose und 200 ml Wasser. 60 min später erfolgt der Blutzuckertest. Ist der Blutglukosegehalt größer oder gleich 135 mg/dl, so gilt dies als ein positives Screening, das einen anschließenden diagnostischen 75g-oGTT erfordert.

Diagnostischer Glukosetoleranztest (75g-oGTT):

Messzeitpunkt Messwert
nüchtern: 92 mg/dl
nach 60 min: 180 mg/dl
ach 120 min: 153 mg/dl

Der 75g-oGTT umfasst drei Blutzuckermessungen aus kapillarem Blut und wird auf nüchternem Magen am frühen Morgen durchgeführt. Zuerst wird der Blutzuckerspiegel in nüchternem Zustand untersucht. Danach trinkt die zu Untersuchende eine Lösung aus 75 g Glukose und 300 ml Wasser.

60 min später erfolgt die zweite und 120 min später nach dem Trinken die dritte Blutzuckerspielmessung.

Liegt der Blutzuckergehalt über den folgenden, definierten Grenzwerten, so liegt Schwangerschaftsdiabetes vor:

Wann sollten Frauen sich testen lassen?

Zu einer Untersuchung auf Schwangerschaftsdiabetes wird vor allem Frauen über 30 sowie Patientinnen, die zu einer Risikogruppe gehören, geraten. Als Risikogruppe versteht man Frauen die übergewichtig sind, Fälle von Diabetes in der Familie haben, früher einmal Schwangerschaftsdiabetes hatten, oder in der Vergangenheit Fehlgeburten erlebt haben.

Normalerweise wird das Screening auf Schwangerschaftsdiabetes zwischen der 24-28. Schwangerschaftswoche durchgeführt, bei Risikogruppen kann es allerdings sinnvoll sein, dies zwischen der 12.-14. Schwangerschaftswoche zu planen und dann einen erneuten Test zwischen der 30. und 32. Schwangerschaftswoche durchzuführen.

Therapie, Behandlung & Vorbeugung

Das Ziel der Behandlung von Schwangerschaftsdiabetes besteht darin, den hohen Blutzuckerspiegel zu senken und wieder in den normalen Bereich zu bringen. Meist gelingt dies durch eine Ernährungsumstellung auf kohlenhydratärmere Kost sowie mehr sportliche Betätigung. Bei ca. 30 % der Fälle muss jedoch von vornherein eine Insulintherapie erfolgen.

Gerade wenn Schwangerschaftsdiabetes frühzeitig erkannt wird, gibt es heute sehr gute Möglichkeiten den Zuckerstoffwechsel zu unterstützen und das Risiko für Mutter und Kind so zu verringern. In der Regel ist es im ersten Schritt vollkommen ausreichend, die Ernährung umzustellen und auf regelmäßige Bewegung zu achten. Süßspeisen, Säfte und fettes Fleisch sollten möglichst vermieden werden. Stattdessen bieten sich viel frisches Obst und Gemüse, Salate, Wasser und fettarme Milchprodukte an. Zudem besteht erst ab der zweiten Schwangerschaftshälfte ein erhöhter Energiebedarf. Die meisten Frauen machen die Erfahrung, dass sich ihre Blutzuckerwerte wieder regulieren, wenn sie diese Hinweise beachten. Auf diese Weise lassen sich bis zu 85% der Fälle von Schwangerschaftsdiabetes auch ohne Insulintherapie bekämpfen.

pregnancy nutrition

Schwangere benötigen im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel täglich etwa 30 kcal pro Kilogramm Körpergewicht. Bei einem Body-Mass-Index von 27 werden allerdings nur 25 kcal pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen. Nur 40 bis 50 % der notwendigen Kalorien sollten die Schwangeren über Kohlenhydrate zu sich nehmen, während schnell verfügbare Zucker wie zum Beispiel in Schokolade zu vermeiden sind. Denn diese führen zu einem schnellen Anstieg des Blutzuckers, den es zu verhindern gilt. Hinzu kommt ein adäquater Ausdauersport, da auch Sport den Blutzuckergehalt senken kann.

Die Schwangeren lernen während der Therapie, den Erfolg ihrer Ernährungsumstellung zu kontrollieren. Dazu ermitteln sie den Blutzucker mithilfe eines Handmessgerätes. Wird durch Ernährungsumstellung und Ausdauersport keine ausreichende Senkung des Blutzuckers erzielt, so wird eine zusätzliche Therapie mit Insulin begonnen.

Um ein erhöhtes Diabetesrisiko in der Zeit nach der Schwangerschaft auszuschließen, finden nach der Geburt regelmäßige Kontrollen statt.

Reicht eine Umstellung des Lebensstils im Einzelfall nicht aus, dann kann es nach Absprache mit dem Arzt sinnvoll sein, eine sanfte Insulintherapie in den Alltag einzubauen. Dies ist dank moderner Medikamente heute sehr gut möglich ohne das Kind zu gefährden. In jedem Fall muss die Behandlung allerdings von einem Arzt begleitet werden.


Quellen:

  1. Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ): Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes), http://www.diabetes-heute.uni-duesseldorf.de
  2. Alexandra Kautzky-Willer et al. (2012): Gestationsdiabetes (GDM), in: Leitlinien für die Praxis, Wiener klinische Wochenschrift December 2012, Volume 124, Issue 2, pp 58-65
  3. H.Kleinwechter et al. (2011): Gestationsdiabetes mellitus (GDM): Evidenzbasierte Leitlinie zu Diagnostik, Therapie u. Nachsorge der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

Letzte Aktualisierung: 20.11.2015

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