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Magen-OP gegen Übergewicht - Methoden der Adipositas-Chirurgie

Schwer übergewichtige Menschen, denen das Abnehmen durch Ernährungsumstellung und Sport schwer fällt, und die aufgrund gesundheitlicher Risiken schnelle Hilfe benötigen, können auf die Möglichkeiten verschiedener Magen-Operationen zurückgreifen. Wir stellen Ihnen die verschiedenen OPs genauer vor.

Magenband

Ein Magenband ist ein weiches Silikonband, das operativ am oberen Teil des Magens eingesetzt wird. Mit dem Magenband soll die Menge an Nahrung, die ein Patient während einer Mahlzeit zu sich nehmen kann, beschränkt werden. Man spricht daher von einer restriktiven Technik. Auf diese Weise wird die Kalorienzufuhr herabgesenkt und die Gewichtsreduktion unterstützt. Heutzutage ist das Magenband größenverstellbar und enthält einen Ballon mit Kochsalzlösung, über welchen der Radius angepasst werden kann. Das Auffüllen des Ballons erfolgt über eine Nadel durch einen Arzt.

Operation

Bei der Magenbandoperation handelt es sich um eine sogenannte minimalinvasive Operationstechnik, es sind also nur wenige Einschnitte notwendig. Für die Operation wird die Schlüssellochmethode angewandt, bei der vier Einschnitte vorgenommen werden, über welche das Band eingesetzt wird. Am Obermagen wird es um den Magen herumgelegt, sodass der Magen zweigeteilt wird. Der Vormagen, der dabei entsteht, ist etwa so groß wie ein Tischtennisball. Die Operation wird durch eine Bauchspiegelung unter Vollnarkose durchgeführt. Nach nur wenigen Tagen können Patienten das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Nach etwa einem Monat erfolgt meist eine Größenanpassung des Bandes.



Funktionsweise

Durch das Magenband wird sozusagen ein Vormagen geschaffen. Der Vormagen ist dabei deutlich kleiner als der gewöhnliche Magen, entsprechend kann er nur wenig Nahrung aufnehmen. Versucht ein Patient viel feste Nahrung auf einmal zu essen so entsteht ein unangenehmes Druckgefühl im Oberbauch und Hals, welches auch bis hin zum Erbrechen führen kann. Dieser Effekt funktioniert jedoch nur auf feste Nahrung, weiche Nahrung oder kalorienhaltige Getränke stauen sich nicht im Vormagen an. Auch das generelle Hungergefühl bleibt vom Magenband unberührt. Es kann lediglich zu einem schnelleren Sättigungsgefühl, aufgrund des Dehnungsreizes des Vormagens, kommen.

Man spricht von einer erfolgreichen Therapie wenn die Reduktion des überschüssigen Gewichts einen Wert von 50% erreicht. Werden lediglich 25% des Übergewichts verloren, so gilt die Methode als gescheitert. Für gewöhnlich führt das Magenband zu einem Gewichtsverlust von 0.5kg pro Woche, sodass Patienten bereits nach einem Jahr etwa 25 Kilo verloren haben. Unterstützt wird dies durch eine ausgewogene Ernährung und Sport.

Risiken

Ein Magenband kommt nur für Patienten in Frage, die bereits einen BMI von über 40 oder über 35 und mit schweren gesundheitlichen Beschwerden aufweisen. Gerade aufgrund der gesundheitlichen Voraussetzungen besteht auch ein gewisses Grundrisiko bei der Operation. So erhöht das Übergewicht das Risiko für Komplikationen während der Narkose. Mit einem Wert von 0.1% liegt dies jedoch in einem gut vertretbaren Bereich. Um das Magenband können sich zudem Entzündungen bilden. Wird trotz des Magenbands vermehrt Nahrung oder besonders große Nahrungsstücken aufgenommen, so besteht das Risiko eines Magendurchgangsverschlusses oder einer Vergrößerung des Vormagens. In diesem Fall ist besonders auf ein verstärktes Sodbrennen zu achten, welches anzeigt, dass dem Körper zu viel Nahrung zugeführt und somit der Vormagen überreizt wird. Wird häufiger Erbrochen werden zudem Speiseröhre und Zöhne angegriffen.

Magenballon

Der Magenballon ist eine ovale mit Luft, Gas oder Kochsalzlösung gefüllte Kapsel, die im Magen platziert wird, um ein schnelleres Sättigungsgefühl zu erzielen. Der Magenballon ist lediglich als unterstützende Maßnahme anzusehen, die durch eine Ernährungsumstellung ergänz werden muss.

Operation

Der Magenballon kann ambulant quasi-operativ eingesetzt oder einfach geschluckt werden. Ballons, die zunächst an einem Schlauch befestigt sind, werden geschluckt und dann durch den Arzt über den Schlauch mit Luft oder Gas gefüllt. Der Schlauch wird im Anschluss entfernt.

Häufig wird der Ballon jedoch über eine Gastroskopie (Magenspiegelung) ambulant eingesetzt. Hierbei wird der Patient nur betäubt und nicht narkotisiert. Mit dem Gastroskop wird der Ballon über die Speiseröhre in den Magen geführt und mit einer Kochsalzlösung befüllt. Der Eingriff Dauer etwa 30 Minuten, wobei der Patient meist noch am selben Tag die Station verlassen kann.



Funktionsweise

Der Magenballon füllt den Magen, sodass weniger Nahrung aufgenommen werden kann. Den Magensensoren wird somit schneller signalisiert, dass der Magen gefüllt und somit eine Sättigung erreicht ist. Es handelt sich hierbei ebenfalls um eine restriktive Technik. Da der Ballon auf dem Nahrungsinhalt schwimmt, wird auch verschließen des Magenausgangs verhindert.

Der Ballon ist ausschließlich eine Begleit-Therapie, es ist also eine Ernährungsumstellung notwendig. Der Ballon kann während der Therapiezeit jedoch zu einer Gewichtsreduktion von 15 bis 30 Kilo führen. Wichtig ist dabei immer die Motivation der Patienten.

Risiken

Da mit andauernden Verbleib des Ballons im Magen die Gefahr besteht, dass dieser reißt oder platzt, muss der Flüssigkeits-Ballon nach sechs und der Gas-Ballon nach drei Monaten entfernt werden. Auf diese Weise sollen auch mögliche Reizungen der Magenschleimhaut verhindert werden. Zudem leiden einige Patienten unter Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen. Das Risiko an einem Magengeschwür zu erkranken, ist ebenfalls erhöht. Nach Entfernen des Ballons kann es bei Nicht-Einhaltung des Ernährungsplans wieder zur Gewichtszunahme kommen.

Magenverkleinerung

Eine Magenverkleinerung ist eine restriktive Operationstechnik, bei etwa 80 des entfernt werden, um das Fassungsvermögen für Nahrung zu vermindern. Auch hier ist eine unterstützende Ernährungsumstellung sinnvoll.

Operation

Die Magenverkleinerung, auch Schlauchmagen genannt, ist eine minimal-invasive Operation, die unter Vollnarkose durchgeführt wird. Auch hier handelt es sich um eine Bauchspiegelung per Schlüssellochmethodik. In der Bauchdecke werden kleine Einschnitte durchgeführt, über die der Arzt in den Magenraum gelangt. Dort werden etwa 80% des Magens entfernt und der verbleibende Rest wird zu einem Schlauch geformt. Der neue Magen hat ein Fasssungsvermögen von etwa 100 bis 150 ml. Ein gewöhnlicher Magen kommt in der Regel auf zwei bis drei Liter.



Funktionsweise

Da der Magen weniger Fassungsvermögen aufweist, kann während einer Mahlzeit nur wenig Nahrung aufgenommen werden. Auf diese Weise ist der Magen schneller gefüllt und so das Sättigungsgefühl erreicht. Durch die Operation wurde zusätzlich der Teil des Magens entfernt, der das Hormon Ghrelin produziert, welches für das Hungergefühl sorgt. So erhalten Patienten auch ein geringeres Hungergefühl.

Der Erfolg der Therapie ist abhängig von der Motivation und Unterstützung des Patienten. Wie beim Magenband kann auch hier der Magen durch weiche, kalorienhaltige Nahrung überlistet werden. Mit einer ergänzenden Ernährungsumstellung ist allerdings eine Gewichtsreduktion von bis zu 70% innerhalb von zwei Jahren möglich.

Risiken

Wie bei jeder Operation von übergewichtigen Personen, können auch hier Komplikationen während der Narkose entstehen. Daher müssen Patienten mindestens einen BMI von 40 oder 35 mit gesundheitlichen Schäden aufweisen, damit einer Operation zugestimmt wird. Nach der Operation besteht ein erhöhtes Risiko für Blutungen oder Entzündungen. Es ist besonders darauf zu achten, dass die Nähte korrekt verschlossen wurden. Zudem wird durch die Verkleinerung des Magens nicht mehr genügend Vitamin B12 produziert, wodurch eine zusätzliche Einnahme durch Ersatzpräparate nötig ist.

Magenbypass

Der Magenbypass ist eine besondere Magenoperation, bei der es nicht allein um die Reduktion des Fassungsvermögens des Magens geht, sondern auch um eine verminderte Nährstoffaufnahme. Auf diese Weise soll eine Gewichtsreduktion auf zweifache Weise unterstützt werden.

Operation

Der Magenbypass ist die komplizierteste Magenoperation, bei dem der Patient zur Kontrolle auf der Intensivstation untergebracht wird. Zu Beginn wird der Magen auf ein Fassungsvermögen von etwa 15 bis 20 ml verkleinert. Der verkleinerte Magenrest wird mit einer Dünndarmschlinge verbunden. Der angenähte Dünndarm wird Bypass genannt.

Die sogenannte Biliopankreatische Diversion (BPD) ist ebenfalls ein Bypass-Verfahren. Hierbei wird ein Vormagen in der Größe von 200 bis 300 ml gebildet. An dem Magen wird eine Dünndarmschlinge angenäht, die den Zwölffingerdarm umgeht und am unteren Teil des Dünndarm angesetzt wird.



Funktionsweise

Durch die Verkleinerung des Magens, sorgen beide Bypass-Verfahren dafür, dass weniger Nahrung aufgenommen werden kann und ein Sättigungsgefühl schneller eintritt. Beim klassischen ist zudem der Darm verkürzt, sodass weniger Kohlenhydrate aufgenommen werden. Bei der BPD findet ebenfalls eine Verkürzung des Darms statt, durch die weniger Kohlenhydrate aber auch Fette aufgenommen werden. Zudem werden die Verdauungssäfte umgeleitet, wodurch wiederum weniger Nährstoffe aufgenommen werden.

Auch beim Magenbypass gilt, dass die Erfolgsquote der Therapie durch eine Ernährungsumstellung unterstützt werden kann. Man geht hier ebenfalls von einer möglichen Gewichtsreduktion um bis zu 70% innerhalb von zwei Jahren aus.

Risiken

Da es sich bei einem Magenbypass um eine größere Operation handelt, können hierbei Komplikationen auftreten, gerade bei übergewichtigen Personen, ist dies im Allgemeinen erhöht. Durch die Verkürzung des Darms und die reduzierte Nährstoffaufnahme, fehlen dem Körper auch wichtige Nährstoffe, wie Vitamin B12, Mineralstoffe, Eisen oder Spurenelemente. Im Zuge dessen müssen diese Stoffe zusätzlich eingenommen werden. Einige Patienten können nach der OP auch unter Blähungen oder Durchfall leiden. Es kann außerdem zum sogenannten "Dumping-Syndrom" kommen. Hierbei erleidet der Patient eine augenblickliche Darmentleerung und den Abfall des Kreislaufes nach dem Verzehr von stark zuckerhaltiger Nahrung.

Kosten der Operationen

Magenoperationen für die Adipositas-Therapie werden nur unter bestimmten Voraussetzungen durchgeführt und von der Krankenkasse übernommen. Für alle Operationsmöglichkeiten gilt, dass die Kosten nur übernommen werden, wenn der Eingriff medizinisch notwendig ist und bereits andere ärztlich kontrollierte Abnehm-Methoden gescheitert sind. Außerdem dürfen keine hormonellen oder psychischen Ursachen für die Fettleibigkeit vorliegen, da diese auf andere Weise behandelt werden müssen. Die Chancen stehen bei einem Magenband am höchsten, dass dies von der Krankenkasse bezahlt wird. In privaten Kliniken kann der Eingriff bis zu 5.000€ kosten. Der Magenballon, die Magenverkleinerung oder der Magenbypass werden nur in seltenen Fällen von der Krankenkasse bezahlt. Hierfür muss ein Sonderantrag gestellt werden. Ein Magenballon kostet etwa 2.500€ bis 3.000€. Bei einer Magenverkleinerung muss zudem ein multimodales Therapiekonzept zusätzlich zur OP erfolgen, bevor Kosten übernommen werden.

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