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Ethinylestradiol & Norethisteron zur Empfängnisverhütung

Ethinylestradiol und Norethisteron sind Hormone, die als Wirkstoffkombination zur Verhütung von Schwangerschaften eingesetzt werden. Sie sind als Antibabypille oder Pille bekannt. In der medizinischen Fachsprache werden sie als orale Kontrazeptiva bezeichnet.

Ethinylestradiol: Definition

Ethinylestradiol ist ein Derivat des natürlich vorkommenden Östrogens Estradiol. Es besitzt jedoch eine verstärkte Wirkung. Als synthetisches Östrogen ist das Hormon sehr weit verbreitet und gilt als eines der wirksamsten sowie ältesten künstlichen Östrogene. Es ist in fast allen östrogenhaltigen oralen Kontrazeptiva enthalten.

Entwickelt wurde das Hormon Ethinylestradiol 1937 von Walter Hohlweg und Hans Herloff Inhoffen, die damals als wissenschaftliche Mitarbeiter der Schering AG tätig waren. Heute ist das Unternehmen als Bayer HealthCare Pharmaceuticals bekannt.

Zusammen mit Norethisteron wird Ethinylestradiol in vielen verschiedenen Kombinationspillen, Hormonpflastern oder Hormonspritzen eingesetzt. Weiterhin findet das künstliche Hormon Ethinylestradiol bei der palliativen Behandlung von Prostatakrebs, bei Menstruationsbeschwerden und in der Hormonersatztherapie Verwendung.

Norethisteron: Definition

Norethisteron ist ein synthetisch hergestelltes Gelbkörperhormon der 1. Generation. In der Fachsprache wird das künstliche Gelbkörperhormon Gestagen genannt. Die Gelbkörperhormone gelten neben den Östrogenen als die zweitwichtigsten weiblichen Geschlechtshormone.

Das natürliche Gelbkörperhormon Progesteron wird in der zweiten Hälfte des weiblichen Zyklus vom Corpus Luteum (Gelbkörper) in der Gebärmutter gebildet. Das Hormon bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf das befruchtete Ei vor, sodass es sich dort einnisten kann. Ebenso wird es während der Schwangerschaft produziert. Die Produktion wird dann vom Mutterkuchen (Plazenta) übernommen.

Darüber hinaus werden auch kleinere Mengen Progesteron in den Nebennieren hergestellt. Ebenso produzieren Männer das Hormon in der Nebennierenrinde sowie in den Hoden. In den Wechseljahren nehmen die Progesteronwerte ab und können zu Beschwerden führen.

Fast alle ihre Wirkungen des künstlich hergestellten Norethisteron werden im Zusammenwirken mit Östrogenen ausgelöst. Deshalb ist das Verhältnis zwischen Gestagenen und Östrogenen wirkungsentscheidend.

Das Hormon Norethisteron ist in Antibabypillen sowie in Medikamenten zur Behandlung klimakterischer Beschwerden enthalten. In Kombination mit Ethinylestradiol ist Norethisteron weit verbreitet.

Wirkungsweise der Ethinylestradiol-Norethisteron-Hormonkombination

Sobald die Konzentration der Ethinylestradiol-Norethisteron-Hormonkombination im weiblichen Körper steigt, entwickelt sich eine vorgetäuschte Schwangerschaft. Daraufhin wird der nächste Eisprung verhindert. Gleichzeitig wird der Aufbau der Schleimhaut in der Gebärmutter verändert, sodass sich hier kein neues Ei einlagern kann.

ethinylestradiol-norethisteron

Abb.: 1 Strukturformel (oben: Ethinylestradiol, unten: Norethisteron)

Zusätzlich verdickt sich aufgrund des Norethisterons der Schleim am Gebärmutterhals. Damit wird das Eindringen von Spermien verhindert. Selbst wenn sich gegebenenfalls ein Ei in der Gebärmutter einnisten konnte, so kann es damit dennoch nicht befruchtet werden.

Weiterhin wird die Beförderung der Eizelle im Eileiter beeinträchtigt. Das bedeutet, der weibliche Körper verfügt aufgrund der Ethinylestradiol-Norethisteron-Hormonkombination über einen mehrfachen Schwangerschaftsschutz. Damit wirkt die Kombination von Ethinylestradiol und Norethisteron zur Empfängnisverhütung sehr effizient.

Ethinylestradiol sorgt unabhängig von seiner weiteren Wirkung für eine regelmäßige Menstruation.

Welche Präparate enthalten die Ethinylestradiol-Norethisteron-Hormonkombination?

Folgende Antibabypillen enthalten die Hormonkombination Ethinylestradiol-Norethistern:

  • Trinovum (triphasisch mit Ethinylestradiol -35mcg und Norethisteron - 500mcg/750mcg/1mg)
  • Binovum (biphasisch mit Ethinylestradiol - 35mcg und Norethisteron - 500mcg/1mg)
  • Synphasec (triphasisch mit Ethinylestradiol -35mcg und Norethisteron - 500mcg/1mg/500mcg)
  • Brevinor (monophasisch mit Ethinylestradiol - 35mcg und Norethisteron - 500mcg)
  • Loestrin (monophasisch mit Ethinylestradiol - 20mcg oder 30mcg und Norethisteron - 1000mcg)

Nebenwirkungen von Ethinylestradiol und Norethisteron

Nebenwirkungen können bei der Gabe von Kombinationspräparaten, die Ethinylestradiol und Norethisteron enthalten, nicht ausgeschlossen werden. Da jeder Mensch anders auf Medikamente reagiert, treten die Nebenwirkungen nicht bei jeder Frau auf. Dennoch ist es sehr wichtig, auf alle möglichen Nebenwirkungen hinzuweisen.

Sehr häufige Nebenwirkungen bei Einnahme von Ethinylestradiol und Norethisteron können Erbrechen, Kopfschmerzen, prämenstruelles Syndrom (PMS) und schmerzhafte Monatsblutungen sein. Ebenso können Blutungen außerhalb der Menstruationsperiode zu unregelmäßigen Zeitpunkten auftreten.

Zu häufig auftretenden Nebenwirkungen zählen Depressionen, Schwindel, Bluthochdruck, Nervosität, Durchfall und Bauchschmerzen. Auch von Akne, Muskelkrämpfen, Gewichtsveränderungen, Schmerzen in den Brüsen und Unterleibsschmerzen wird bei der Einnahme der Hormonkombination berichtet.

Gelegentlich treten Candida-Pilzinfektionen, Ödeme an Händen, Knöcheln udn Füßen, Stimmungsschwankungen, Appetitmangel, Angstzustände, abgeschwächte Libido, Übelkeit, Migräne und Pigmentierungsstörungen auf.

Selten können Gallensteine, Kontaktlinsenunverträglichkeit, übermäßige Behaarung, Entzündung der Leber, Abnahme des Körpergewichts und Veränderungen der Gebärmutterhalszellen auftreten.

Sehr selten treten die folgenden Nebenwirkungen auf: Geschwülste in der Brust, Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Eierstockzysten und milchige Absonderungen der Brüste.

Sehr häufige Nebenwirkungen Häufige Nebenwirkungen Gelegentliche Nebenwirkungen Seltene Nebenwirkungen
Kopfschmerzen Depressionen Blutdruckanstieg Veränderungen der Blutzuckerwerte
prämenstruelles Syndrom (PMS) Akne vermehrte Behaarung (Hirsutismus) Problemen beim Tragen von Kontaktlinsen
schmerzhafte Monatsblutungen Schwindel Candida-Pilzinfektionen Bildung schmerzhafter Knoten in der Haut
Zwischenblutungen Gewichtsveränderungen Pigmentierungsstörungen Veränderungen der Gebärmutterhalszellen

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind allergische Reaktionen, ein zu hoher Blutzuckerspiegel, Schlaganfall, Herzinfarkt, Blutgerinnsel (Thrombose), Lungenembolie, Lichtempfindlichkeit und verschobene oder unregelmäßige Monatsblutungen.

Bei Einnahme eines Kombinationspräparates mit den Wirkstoffen Ethinylestradiol und Norethisteron kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich Thrombosen entwickeln. Als Thrombose wird die Bildung eines Blutgerinnsels bezeichnet, das eine Vene oder eine Arterie verstopfen kann.

Deshalb sollten erste Anzeichen wie Druckschmerzen am Bein, starke Schwellungen oder Schmerzen im Bein mit gleichzeitiger Erwärmung oder Farbveränderung der Haut ernst genommen werden. Liegen diese Anzeichen vor, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden.

Wechselwirkungen von Ethinylestradiol und Norethisteron

Die Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder bestimmten Lebensmitteln kann je nach Darreichungsform des Kombinationspräparates unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Die Zuverlässigkeit der Antibabypille mit Ethinylestradiol und Norethisteron kann durch folgende Medikamente und Wirkstoffe abgeschwächt werden:

  • Arzneimittel gegen Tuberkulose, die Rifampicin und Rifabutin enthalten
  • Schlafmittel aus der Gruppe der Barbiturate
  • Medikament Modafinil gegen Narkolepsie
  • Antibiotikas wie beispielsweise Ampicillin, Griseofulvin, Rifampicin und Tetracycline
  • Phenylbutazon (Mittel gegen Gicht)
  • Medikamente gegen Epilepsie, zum Beispiel Primidon, Carbamazepin, Hydantoin, Barbexaclon und Phenytoin
  • Arzneimittel mit Colesevelam (bei hohem Cholesterinspiegel)
  • Medikamente oder Arzneitees mit Johanniskraut
  • Aktivkohle

Folgende Medikamente können bei gleichzeitigem Genuss von Grapefruitsaft und gleichzeitiger Einnahme der Kombinationspille, die Menge an Ethinylestradiol im Körper erhöhen:

  • Vitamin C
  • Grapefruitsaft
  • Schmerzmittel Paracetamol und Etoricoxib
  • Medikamente, die bei HIV und AIDS eingesetzt werden, wie beispielsweise Etravirin, Indinavir und Atazanavir
  • Rosuvastatin und Atorvastatin (bei erhöhten Cholesterinwerten)

Je nach Präparat können Ethinylestradiol und Norethisteron eine Erhöhung der Wirkstoffdosis mancher Medikamente im Körper erhöhen.

Bei gleichzeitiger Einnahme der Kombinationspille und anderen Medikamenten muss immer ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen) von Ethinylestradiol und Norethisteron

Kombinationspräparate zur Empfängnisverhütung, die Ethinylestradiol und Norethisteron enthalten, dürfen bei folgenden Erkrankungen oder Situationen nicht angewendet:

  • während der Schwangerschaft
  • bei Überempfindlichkeit einer der Bestandteile des Präparats
  • bei Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut
  • bei Lungenembolie
  • bei schweren Venenerkrankungen
  • bei Leberentzündungen
  • bei akuten Lebertumoren oder früher aufgetretenen Lebertumoren
  • bei kürzlich erlittenem Schlaganfall
  • bei Herzklappenfehler oder Herzinfarkt
  • bei schwer behandelbarem Bluthochdruck

Ebenso dürfen Frauen, deren Menopause abgeschlossen ist, diese Hormonpräparate nicht anwenden.

Bei folgenden Krankheiten ist große Vorsicht angezeigt:

  • Epilepsie
  • Venenentzündungen und Neigung zu Krampfadern
  • bei eigenem Brustkrebs und Brustkrebs in der Familie ersten Grades
  • Depressionen
  • Übergewicht
  • ehemalige Gallenblasen- oder Lebererkrankungen
  • Asthma
  • Brustdrüsenerkrankungen
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Hypertonie (Bluthochdruck)
  • multiple Sklerose (MS)

Quellen:

  1. Klinische Endokrinologie für Frauenärzte, Springer Verlag. URL: google.books.co.uk
  2. Thrombose durch Pille? Bayerischer Rundfunk. URL: br.de
  3. Verfütung: Die Pille Wort und Bild Verlag. URL: apotheken-umschau.de
  4. Ethinyl estradiol and 17β-estradiol in combined oral contraceptives: pharmacokinetics, pharmacodynamics and risk assessment., Stanczyk FZ et al. URL: ncbi.nlm.nih.gov

Veröffentlicht am: 14.04.2016

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