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Antibabypille Vergleich - Welche Pille ist die richtige?

Unser Antibabypillen Vergleich hilft Ihnen dabei, die für Ihre Bedürfnisse optimale Antibabypille zu finden. Erfahren Sie alles über unterschiedliche Wirkstoffe, Varianten und Pearl Indizes der beliebtesten Antibabypillen.

Erst am 23. Juni 1960 erfolgte die erstmalige Zulassung des Medikamentes, das für Frauen die Basis für ein selbstbestimmtes Leben legte. Am 1. Juni 1961 kam die erste Antibabypille unter der Bezeichnung Anoviar in der Bundesrepublik Deutschland auf den Markt.

Antibabypillen im Vergleich: Die Übersicht

Name der Pille Wirkstoff Einnahme Art der Pille Hersteller
Cerazette Progestogen 28 Tage, keine Pause Minipille Organon Niederlande
Cilest Norgestimat + Ethinylestradiol (Östrogen) 21 Tage, 7 Tage Pause Mikropille, Einphasenpräparat Janssen-Cilag Deutschland
Diane 35 (Dianette) Cyproteronacetat + Ethinylestradiol (Östrogen) 21 Tage, 7 Tage Pause Mikropille, Einphasenpräparat Bayer Deutschland
Marvelon Desogestrel + Ethinylestradiol (Östrogen) 21 Tage, 7 Tage Pause Mikropille, Einphasenpräparat Organon Niederlande
Microgynon Levonorgestrel + Ethinylestradiol (Östrogen) 21 Tage, 7 Tage Pause Mikropille, Einphasenpräparat Bayer Deutschland
Nova Step Levonorgestrel + Ethinylestradiol (Östrogen) 21 Tage, 7 Tage Pause Mikropille, Einphasenpräparat Bayer Deutschland
Qlaira Dionogest + Estradiolvalerat 28 Tage, keine Pause Multiphasenpräparat Bayer Deutschland
Yasmin Drospirenon + Ethinylestradiol (Östrogen) 21 Tage, 7 Tage Pause Mikropille, Einphasenpräparat Bayer Deutschland

Folgende Tabelle gibt Ihnen Auskunft über die verschiedenen Pearl-Indizes, die Kosten für übliche Tablettenpackungen sowie den häufigsten Nebenwirkungen der einzelnen Antibabypillen.

Antibabypillen: Kosten, Pearl Index, Nebenwirkungen

Name der Pille Pearl Index Kosten Häufige Nebenwirkungen Hersteller
Cerazette 0,4 ab 54,95€ (84 Tabl.) Kopfschmerzen, Übelkeit, Akne, unregelmäßige Blutung Organon Niederlande
Cilest 0,4 ab 54,95 € (63 Tabl.) Übelkeit, Wassereinlagerungen, Veränderung der Libido Janssen-Cilag Deutschland
Diane 35 (Dianette) 0,1 ab 69,95 € (63 Tabl.) Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Zwischenblutungen Bayer Deutschland
Marvelon 0,05 ab 54,95 € (63 Tabl.) Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Schmerzen in der Brust Organon Niederlande
Microgynon 0,3 - 0,8 ab 54,95 € (63 Tabl.) Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen Bayer Deutschland
Nova Step 0,12 - 0,34 ab 64,95 € (63 Tabl.) Kopfschmerzen, Brustschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen Bayer Deutschland
Qlaira 0,42 ab 79,95 € (84 Tabl.) Bauchschmerzen, Übelkeit & Durchfall, Akne Bayer Deutschland
Yasmin 0,09 ab 64,95 € (63 Tabl.) Zyklusstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit Bayer Deutschland

Die verschiedenen Varianten der Pille

Was ist der Unterschied zwischen Mikropille und Kombinationspille?

Bekannte Beschreibungen der Antibabypille sind unter anderem Mikropille, Minipille und Kombinationspille. Diese Beschreibungen orientieren sich alle an den Hormondosierungen der jeweiligen Pille, die sie beschreiben. Mikropille und Kombinationspille beschreiben in den meisten Fällen das Gleiche, wobei es sich um eine Pille mit 2 hormonellen Wirkstoffen handelt. Einer dieser Wirkstoffe ist Östrogen, der andere meist ein synthetisch hergestelltes Gestagen.

Die Mikropille ist jedoch in der Regel eine niedriger dosierte Alternative zum herkömmlichen Kombinationspräparat. Diese enthält eine maximale Dosis von 35 Mikrogramm Östrogen.

Minipillen wirken auf Gestagenbasis und enthalten kein Östrogen. Sie sind auch generell niedriger dosiert als Mikropillen und sind daher vor allem für Frauen, die auf Hormone empfindlich reagieren, geeignet.

Die orale Verhütung durch die regelmäßige Einnahme der Pille erfolgt demnach entweder durch ein Kombinationspräparat, das sich aus Östrogen und Gestagen zusammensetzt oder ausschließlich durch die Einnahme von Gestagenen in Form der Minipille. Minipillen sind generell niedriger dosiert als Mikropillen und daher vor allem für Frauen geeignet, die empfindlich auf Hormone reagieren.

Einphasen-, Zweiphasen- und Dreiphasenpräparate


  • Einphasenpräparate: Kombination aus Östrogen und Gestagen; jede Tablette enthält die gleich hohe Hormondosis
  • Zweiphasenpräparate: Durch unterschiedlich hohe Hormongaben soll der natürliche Hormonzyklus einer Frau nachgestellt werden. Die ersten sieben Tabletten enthalten entweder ausschließlich Östrogen oder zusätzlich eine sehr niedrige Dosis Gestagen. Die Gestagenkonzentration in den Pillen erhöht sich erst im Laufe des fortschreitenden Zyklus
  • Dreiphasenpräparat: Die Pillen enthalten drei unterschiedlich hohe Hormonkombinationen aus Gestagen und Östrogen, die sich im Verlauf des Zyklus ändern. Diese Präparate eignen sich vor allem für Frauen, die bei der Einnahme von Einphasenpräparaten zu Zwischenblutungen neigen.
  • Zweiphasen- und Dreiphasenpräparate gehören somit zu den Mehrphasenpräparaten, welche sich in der Feinabstimmung und den Dosiermengen der unterschiedlichen Hormone unterscheiden.


Die unterschiedlichen Wirkstoffe der Antibabypille im Vergleich

Schaut man sich die verschiedenen Formen der Antibabypille im Vergleich an, so erkennt man, dass es viele unterschiedliche Wirkstoffe in den verschiedenen Präparaten gibt. Kombinationspillen enthalten zum einen Ethinylestradiol, ein Östrogenderivat. Zum anderen enthalten sie Gestagen – in den meisten Fällen ist dies der Wirkstoff durch den sich eine Mikropille von einer anderen unterscheidet. So enthalten z.B. Microgynon und Nova Step Levonorgestrel, während Diane 35 (Dianette) Cyproteronacetat enthält. Cyproteronacetat kann sich positiv auf das Hautbild auswirken und eignet sich so neben der Empfängnisverhütung unter Umständen auch zur Akne-Behandlung. Andere Wirkstoffe können anderen hormonbedingten Problemen wie Regelschmerzen oder Haarausfall entgegenwirken.

Es empfiehlt sich daher, dass Sie sich vor Beginn der Verhütung oder bei Wechsel Ihrer jetzigen Pille über die verschiedenen Gestagene und deren Wirkungen sowie Nebenwirkungen informieren.

Vor- und Nachteile von verschiedenen Präparaten und Wirkstoffen

Im Folgenden finden Sie einige Besonderheiten bezüglich einzelner Präparate und Pillenvarianten:

  • Kombinationspräparate bieten durch die Verwendung von Östrogen und Gestagen den größtmöglichen Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft. Durch die Kombination der Hormone Östrogen und Gestagen ist das Risiko von Nebenwirkungen für eine bestimmte Personengruppe größer
  • Wirkung von Ethinylestradiol in Kombination mit Levonorgestrel: Eine aktuelle Studie belegt, dass die Kombination von Ethinylestradiol (mit einer Dosierung zwischen 20 und 30 mg) zusammen mit Levonorgestrel das Risiko für eine venöse Thromboembolie verringert, im Gegensatz zu Antibabypillen mit anderen Progestinen (Progestagene). Beispielpräparate sind Microgynon, Nova Step (Logynon) und Ovranette
  • Bei Mehrphasenpräparaten ist es generell zwingend notwendig, die Pillen in der Blisterpackung in der vorgeschriebenen Reihenfolge einzunehmen. Dadurch wird gewährleistet, dass die Hormondosierung in der jeweiligen Pille der momentanen Phase des Monatszyklus entspricht und die Pille optimalen Schutz geben kann
  • Östrogenfrei ist die Minipille mit dem Gestagen Levonorgestrel. Das enthaltene Gestagen ist nicht in der Lage, den Eisprung zu verhindern. Gleichzeitig muss die Pille innerhalb eines sehr engen Zeitfensters eingenommen werden, um die empfängnisverhütende Wirkung auf den Zervikalschleim und den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut aufrechtzuerhalten. Wird sie nicht täglich zur ungefähr gleichen Zeit eingenommen, steigt das Risiko einer ungewollten Empfängnis
  • Höhere Sicherheit bietet die neue Minipille mit dem Gestagen Desogestrel (wie z.B. Cerazette). Im Vergleich zu Levonorgestrel ist Desogestrel in der Lage, den Eisprung zu verhindern. Daraus ergeben sich zahlreiche Vorteile für die neue Minipille. Sie bietet das gleich große Zeitfenster wie Kombinationspräparate für die Einnahme. Durch die Verhinderung des Eisprungs ist die neue Minipille genauso sicher wie östrogenhaltige Antibabypillen
  • Relativ neu auf dem Markt ist Qlaira. Dieses Präparat basiert auf einer neuartigen Nachahmung des Zyklus und enthält als Wirkstoff neben einem synthetischen Gestagen das natürliche Östrogenderivat Estradiolvalerat. Die Hormondosierung teilt sich in vier Phasen auf und ist etwas schonender als die traditionelle Ein- bis Dreiphasendosierung

Welche Pille ist die richtige für mich?

Welche Pille für eine Frau die ideale Verhütungsmethode darstellt, kann immer nur im Einzelfall nach einem ausführlichen Gespräch mit dem Gynäkologen und einer eingehenden Untersuchung entschieden werden.

Besteht eine Kontraindikation oder Unverträglichkeit für die Einnahme von Östrogenen, ist die Minipille als reines Gestagenpräparat das Mittel der ersten Wahl. Nachfolgende Voraussetzungen sprechen für die Minipille:

  • Das Stillen eines Säuglings
  • Die Empfängnisverhütung ab dem 40. Lebensjahr
  • Ein erhöhtes Thromboserisiko aufgrund der familiären Vorgeschichte oder Thrombosen bei der Patientin

Im Normalfall verschreibt der Arzt nach der Anamnese und einer entsprechenden Untersuchung ein niedrig dosiertes Kombinationspräparat, das er bei dieser Patientin als Mittel der ersten Wahl sieht. Trotzdem kann es im Laufe des ersten Jahres zu einem Wechsel aufgrund individueller Nebenwirkungen allgemeiner Natur oder Zyklusstörungen kommen. In diesem Fall erfolgt der Wechsel zu einem anderen Präparat, das für den individuellen Hormonzyklus der Frau geeigneter erscheint.

Darauf sollte bei der Wahl der Pille geachtet werden

Die Wahl der Pille wird von der Patientin nur in äußerst geringem Umfang beeinflusst. Mit Ausnahme ehrlicher Antworten zu Lebensgewohnheiten und dem untersuchenden Arzt nicht bekannten Erkrankungen, die ihm mitgeteilt werden müssen. Den größten Anteil an der Entscheidung trägt der Arzt nach der eingehenden Untersuchung und Anamnese. Trotzdem ist es von Bedeutung, sich über die verschiedenen Präparate entsprechend zu informieren und mögliche Nebenwirkungen zu beachten.

Als Östrogen wird ausschließlich Ethinylestradiol in einer Dosierung von 0,02 bis zu 0,035 Milligramm eingesetzt. Die Dosierung eines Gestagens liegt abhängig vom eingesetzten Gestagen zwischen 0,10 und 0,15 Milligramm. Diese Dosierung gilt für den größten Teil aller auf dem Markt befindlichen Einphasenpräparate. Bei den Mehrphasenpräparaten liegt eine ähnliche Situation vor. Den wichtigsten Ausschlag für die Verordnung und individuelle Verträglichkeit gibt das verwendete Gestagen.

Der Pearl Index als aussagekräftige Information beim Pillenvergleich

Der Pearl Index informiert über die Sicherheit eines Verhütungsmittels. Er gibt die Anzahl sexuell aktiver Frauen an, die trotz Verwendung des entsprechenden Verhütungsmittels schwanger werden.

Je niedriger der Wert ausfällt, umso sicherer ist das Verhütungsmittel oder die eingenommene Pille. Beim Vergleich der verschiedenen Pillenvarianten ergibt sich folgender Pearl Index. Der höhere Zweitwert kommt zustande, da nicht nur die Wirksamkeit des Präparats, sondern auch die Anwendungsfehler der Patientinnen berücksichtigt wurden.

  • Kombinationspräparat Pille 0,1 - 0,9
  • Minipille mit Levonorgestrel 0,4 - 3,9
  • Minipille mit Desogestrel 0,1 - 0,9

Einnahmebeginn der Antibabypille

Bei der Betrachtung der unterschiedlichen Antibabypillenvarianten erkennt man, dass der Einnahmebeginn der Präparate sich meist sehr ähnelt.

Grundsätzlich ist mit der Einnahme der Antibabypille am ersten Tag des Monatszyklus zu beginnen. Geschieht dies, so ist der Empfängnisschutz sofort gegeben. Es ist auch möglich zwischen dem 2. und 5. Tag des Zyklus mit der Einnahme zu beginnen, in diesem Fall muss noch 7 Tage zusätzlich eine Barrieremethode (z.B. Kondom) zur Verhütung verwendet werden.

Bei der Umstellung von einer Pille auf eine andere ist es wichtig, die Packungsbeilage beider Präparate zu beachten. Der Moment des Einnahmebeginns wird durch die Art beider Präparate (Mikropille, Minipille, Phasen des Präparats) mitbestimmt.

Die häufigsten Nebenwirkungen der verschiedenen Präparate

Vor allem in den ersten Wochen oder Monaten können sich Nebenwirkungen der Hormoneinnahme zeigen. Diese verschwinden im Normalfall, sobald sich der Körper an die Zufuhr der Hormone gewöhnt hat. Dies sind die häufigsten Nebenwirkungen.


  • Spannungsgefühl in den Brüsten und Zwischenblutungen
  • psychische Veränderungen wie Nervosität,
  • Stimmungsschwankungen oder leichte Depressionen
  • Scheidenausfluss kann sich durch eine vermehrte oder verringerte Schleimproduktion verändern.
  • Veränderung des Sehvermögens und Beeinflussung der Verträglichkeit von Kontaktlinsen.
  • Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen
  • Thromboserisiko
  • Die Erhöhung des Krebsrisikos wird aktuell in Expertenkreisen diskutiert. Laut bisherigen Ergebnissen deuten diese auf eine Erhöhung des Risikos für Brust-, Gebärmutterhals- und Leberkrebs hin. Gleichzeitig sinkt die Wahrscheinlichkeit, an Eierstock- oder Gebärmutterschleimhautkrebs zu erkranken

Moderne Gestagene wie Drospirenon verringern das Risiko von Wassereinlagerungen während die Kombination des Östrogens Ethinylestradiol mit dem Gestagen Levonorgestrel das Thromboserisiko im Vergleich mit anderen Kombinationspräparaten, die andere Gestagene nutzen, deutlich reduziert.

Präparate mit dem Gestagen Drospirenon:

  • Yasmin
  • Yasminelle
  • Yaz
  • Yira
  • Aida
  • Petibelle
  • Aliane
  • Eloine

Beispiele von Kombinationspräparaten mit dem Gestagen Levonorgestrel:

  • Assumate
  • Evaluna
  • Femigoa
  • Leona Hexal
  • Miranova
  • Trigoa
  • Triquilar
  • Eloine

Die neuesten Erkenntnisse zur Verhütung bei Frauen mittleren Alters

Eine Studie aus dem Jahr 2015 zeigt, dass es insbesondere für Frauen mittleren Alters von großer Bedeutung ist, sich mit dem Thema Schwangerschaft im Allgemeinen und mit dem Thema oraler Verhütung im Speziellen auseinander zu setzen.

Als Mittel der ersten Wahl werden reine Gestagen-Präparate genannt. Doch auch Kombinationspräparate mit Levonorgestrel haben ihre Berechtigung. Dies sind die wichtigsten Fakten zum Thema Verhütung bei Frauen ab dem mittleren Alter, die bei der Entscheidung berücksichtigt werden müssen:


  • Die Verhütung mittels Pille beeinflusst die Symptome der Wechseljahre, den Zyklus und die Knochendichte.
  • Mit zunehmendem Alter steigende Risiken für
  • Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs sollten bei der Entscheidung berücksichtigt werden
  • Orale Kombinationspräparate (kombinierte Antibabypillen) reduzieren das Risiko von Eierstock-, Gebärmutterschleimhaut- und Darmkrebs
  • Reine Gestagen-Präparate wirken sich zwar positiv auf das Risiko einer Erkrankung an Thrombosen aus, beeinflussen jedoch die normale Blutung in Form von Zwischenblutungen
  • Für asiatische Frauen, vor allem aus China, sind Kombinationspräparate problemlos als erste Wahl zu empfehlen, da das Thromboserisiko in dieser Region äußerst gering ist

Quellen:

  1. Xiangyan Ruana; Alfred O. Mueck (2015): Oral contraception for women of middle age, in: Maturitas, Volume 82, Issue 3, November 2015, Pages 266–270, sciencedirect.com
  2. Ginger Evans; Eliza L. Sutton (2015): Oral Contraception, in: Medical Clinics of North America, Volume 99, Issue 3, May 2015, Pages 479–503 Women's Health, sciencedirect.com

Letzte Aktualisierung: 02.12.2015

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