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Zyklusstörungen: Symptome, Arten und Behandlung

Kleine Abweichungen des Monatszyklus erlebt fast jede Frau im Laufe ihres Lebens. Grundsätzlich ist das bei einmaligem Vorkommen kein Grund zur Besorgnis. Wiederkehrende Zyklusstörungen können jedoch ein Hinweis auf eine Erkrankung sein und sollten vom Arzt abgeklärt werden.

Wie funktioniert der weibliche Zyklus?

Der weibliche Monatszyklus dauert normalerweise 25 bis 31 Tage und variiert hauptsächlich in der Länge der ersten Zyklushälfte, während der die Reifung des Follikels stattfindet. Die zweite Hälfte dauert regelmäßig 14 bis 15 Tage. Per Definition beginnt der Zyklus mit der Menstruation, die zwischen drei bis sieben Tage dauern kann und mit einem Blutverlust von 60 bis 120 ml Blut einhergeht. Nach zwölf bis 15 Tagen beginnt mit der Ovulation, dem Eisprung, die zweite Zyklushälfte. Dieser Ablauf wird durch verschiedene Hormone gesteuert und kontrolliert.

Der weibliche Zyklus

GnRH regt Hormondrüsen an

Zum Zeitpunkt der Pubertät beginnt sowohl beim Mann als auch bei der Frau die pulsatile Ausschüttung des Gonadotropin-Releasing-Hormons (GnRH). Der Bildungsort des GnRHs ist der Hypothalamus, eine Region im Gehirn. Die Frequenz der Ausschüttung steigt bis zum Eisprung an und verringert sich danach wieder, sodass es im Mittel alle 60 bis 120 Minuten zur Freisetzung von GnRH kommt.

GnRH sorgt für die Ausschüttung von Luteinisierendem-Hormon (LH) und Follikel-stimulierendem-Hormon (FSH). Die Sekretion von GnRH wird in positiver Rückkopplung durch Östrogen gesteigert - daher die höchste Frequenz zum Zeitpunkt der Ovulation, wenn die Östrogenkonzentration am höchsten ist.

LH und FSH steuern die Funktion der Eierstöcke

LH und FSH werden in einem Teil der Hirnanhangsdrüse, der Adenohypophyse, gebildet und analog zu GnRH pulsatil freigesetzt. Bei Mann und Frau haben sie verschiedene Zielzellen und entsprechend unterschiedliche Wirkung. LH stimuliert bei der Frau die sogenannten Thekazellen, die den heranreifenden Follikel im Eierstock umgeben und Androgene (Testosteron) als Vorstufe des Östrogens synthetisieren.

Der LH-Peak, die höchste Konzentration von LH im Zyklus, löst den Eisprung aus. Nach dem Eisprung bildet sich durch LH aus der Follikelhöhle der Gelbkörper (Corpus luteum). Im Anschluss nimmt die LH-Freisetzung ab.

FSH wirkt auf Granulosazellen, die ebenfalls den Follikel im Eierstock umgeben und diesen bei der Reifung unterstützen. Granulosazellen produzieren allerdings keine Androgene, sondern Östrogene. Unter FSH-Stimulation reifen zehn bis 20 Follikel heran, von denen einer zum dominanten Follikel wird und später derjenige sein wird, der "springt". Durch Abnahme der FSH-Konzentration verkümmern die nicht-dominanten Follikel im Eierstock. Der FSH-Peak löst die erste Reifeteilung der Eizelle aus.

Östrogene steuern den Zyklus

Östrogene fördern die Reifung des Follikels, unter anderem indem sie die Rezeptordichte für FSH auf den Follikeln steigern. Etwa am sechsten Tag des Menstruationszyklus entscheidet sich, welcher Follikel zum dominanten Follikel wird. Auf den nicht-dominanten Follikeln erhöht sich durch Östrogene die Rezeptordichte für LH, wodurch die Follikel verkümmern. Die Wirkung von Östrogen auf die anderen Hormone ist konzentrationsabhängig.

Hohe Konzentrationen, wie sie beim Eisprung vorliegen, verstärken die Ausschüttung von GnRH, LH und FSH. Danach sinkt die Östrogen-Konzentration ab. Bei niedrigen Östrogenspiegeln wird die Ausschüttung von GnRH, LH und FSH gehemmt.

Gestagene spielen erst nach dem Eisprung eine wichtige Rolle im Monatszyklus. Nach dem Eisprung steigt die Konzentration von Gestagenen an, was die Freisetzung von LH hemmt. Außerdem wird die Basaltemperatur durch Gestagene um 0,5 °C erhöht, worauf sich eine Form der natürlichen Verhütung stützt.

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Wodurch wird der weibliche Zyklus beeinflusst?

Körperlicher und seelischer Stress können sich stark auf den Zyklus auswirken. Darüber hinaus sind auch Abweichungen im Tagesablauf (zum Beispiel Schichtarbeit, Nachtarbeit) wichtige Einflussgrößen. Ebenso können längere Reisen, insbesondere solche mit Änderung der Zeitzone, den Zyklus beeinflussen. Starke und anhaltende Veränderung des Monatszyklus können Hinweise auf körperliche oder seelische Erkrankungen geben.

Medikamente können den weibliche Zyklus ebenfalls beeinflussen und Ursache einer Zyklusstörung sein. Opiode Schmerzmittel, Chemotherapeutika, Psychopharmaka sowie steroidale Entzündungshemmer können für eine Veränderung der Menstruation verantwortlich sein. Nach der Einnahme der Pille danach kann es zu vorübergehenden Zyklusstörungen kommen, da der Eisprung verzögert wird. Nach Absetzen der Medikamente sollte sich der Zyklus jedoch nach einiger Zeit wieder einpendeln.

Welche Arten von Zyklusstörungen gibt es?

Die verschiedenen Formen von Zyklusstörungen können unterteilt werden nach der Menge des Blutes, das bei der Periode verloren wird, nach Schmerzen, die auftreten können und nach zeitlichen Komponenten wie der Dauer der Blutung und dem Abstand zwischen den Blutungen. Blutungsstörungen, die bei regelrechtem Zyklus auftreten, werden oftmals als Menstruationsstörung in Abgrenzung zur Zyklusstörung bezeichnet. Es ist zu beachten, dass natürliche Verhütungsmethoden bei Zyklusstörungen nicht sicher sind.

Zyklusstörung Merkmale Normabweichung
Amenorrhoe Ausbleiben der Regelblutung
Oligomenorrhoe Verlängerung des Regelintervalls Abstände von mehr als 35 Tage
Polymenorrhoe Verkürzung des Regelintervalls Abstände von weniger als 25 Tage
Hypomenorrhoe abgeschwächte Regelblutung weniger als 10 ml Blutverlust
Hypermenorrhoe verstärkte Regelblutungen mehr als 80 ml Blutverlust
Menorrhagie anhaltende Regelblutung länger als 6 Tage
Metrorrhagie zusätzliche Blutungen
Dysmenorrhoe schmerzhafte Blutungen

Spotting und Schmierblutungen

Als "Spotting" bezeichnet man eine Schmierblutung, die kurz vor oder kurz nach der Menstruation auftritt. Gelegentlich wird der Begriff Spotting als Sammelbegriff für diverse Schmierblutungen benutzt, die etwa ein bis zwei Tage andauern und entweder keinen Krankheitswert haben oder Begleitsymptom bei zahlreichen Störungen sein können. Wenn regelmäßig und vor allem zyklusabhängig Zusatzblutungen auftreten, muss die Blutung nicht behandelt werden. Neben der Zusatzblutung post- oder prämenstruell ist ein häufiger Zeitpunkt einer Schmierblutung in der Zyklusmitte zum Zeitpunkt der Ovulation, die darum auch als Mittelblutung oder mittelzyklische Blutung bezeichnet wird.

Zwischenblutungen (Metrorrhagie, azyklische Dauerblutung)

Zwischenblutungen dauern üblicherweise länger als sieben Tage und treten so unregelmäßig auf, dass kein Zyklus mehr erkennbar ist. Bei einer Menometrorrhagie handelt es sich um verstärkte, verlängerte und möglicherweise azyklische Blutungen. Ursachen können eine Funktionsstörung und unzureichende Leistung der Eierstöcke (Ovarialinsuffizienz), Einnahme oraler Kontrazeptiva (Antibabypille), eine Follikelpersistenz (Zyklus ohne Eisprung bei regelrechter Reifung des Follikels) und Tumore der Gebärmutter (Myome, Endometriumkarzinom, Zervixkarzinom) sein. Selten werden Metrorrhagien bei Benutzung der Spirale beschrieben.

Schmerzhafte Monatsblutungen (Dysmenorrhoe)

Bei einer Dysmenorrhoe handelt es sich um eine sehr schmerzhafte Monatsblutung. Meistens setzen die Schmerzen bereits ein paar Tage vor der Periode ein und sind am ersten und zweiten Tag der Blutung am schlimmsten. Die Schmerzen haben krampfartigen Charakter und werden im Unterbauch wahrgenommen. Weitere Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Kreislaufstörungen können vorkommen.

Primäre Dysmenorrhoe

Die Dysmenorrhoe kann ähnlich wie die Amenorrhoe in eine primäre und sekundäre Form unterteilt werden. Eine primäre Dysmenorrhoe besteht von der ersten Regelblutung an, wohingegen die sekundäre Dysmenorrhoe erst später nach normalen Monatsblutungen einsetzt. Der primären Dysmenorrhoe liegt zumeist ein Überangebot an Prostaglandinen zu Grunde. Prostaglandine sorgen dafür, dass sich die Muskeln der Gebärmutter zusammenziehen und sich Gefäße verengen. Zu hohe Prostaglandin-Konzentrationen führen zu Schmerzen und eventuell Fieber bei Auslösen einer Entzündungsreaktion.

Außerdem können Fehlbildungen zu einer primären Dysmenorrhoe führen. Dazu gehören unter anderem eine falsche Lage der Gebärmutter im kleinen Becken (zum Beispiel Retroflexio) sowie Gynatresien, worunter angeborene Verschlüsse innerhalb des weiblichen Genitaltraktes zu verstehen sind. Darüber hinaus können psychische Faktoren eine Rolle für eine primäre und sekundäre Dysmenorrhoe spielen. Mit einer primären Dysmenorrhoe sind eher Rollenkonflikte mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft, Schwierigkeiten mit dem Erwachsenwerden und dem Selbsterleben als Frau verbunden.

Sekundäre Dysmenorrhoe

Die sekundäre Dysmenorrhoe ist das Leitsymptom der Endometriose, bei der Gewebe der Gebärmutterschleimhaut am "falschen Ort" vorhanden ist. So lässt sich bei einer Form der Endometriose namens "Adenomyosis uteri" Schleimhaut mit Drüsen zwischen der Muskulatur der Gebärmutter finden. Genau wie normales Gebärmuttergewebe reagieren Endometrioseherde auf Hormone und folgen dem Zyklus. Darum kommt es beispielsweise zum Anschwellen des Drüsengewebes in der Muskulatur, weil Wasser eingelagert wird.

Dies verursacht Schmerzen, die mit dem Fortschreiten der Blutung nachlassen. Des Weiteren können eine Verengung des Gebärmutterhalses (Zervixstenose) und eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis) und eine Varikosis pelvis (sackartige Erweiterungen der Venen im kleinen Becken) Schmerzen bei der Periode auslösen. Eine sekundäre Dysmenorrhoe kann außerdem bei unerfülltem Kinderwunsch, Stress in der Partnerschaft und Sexualstörungen auftreten.

Prämenstruelles Syndrom (PMS)

Das Prämenstruelle Syndrom tritt bei etwa 25 bis 50 % aller gebärfähigen Frauen auf. Dabei bestehen neben den Schmerzen (Dysmenorrhoe) zusätzliche Symptome wie ein Spannen der Brust, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Heißhungerattacken oder Appetitlosigkeit, Migräne und psychische Symptome wie Stimmungsschwankungen, Ermüdung, depressive Verstimmung, Angst, Unruhe und Aggressivität.

Das Prämenstruelle Syndrom tritt wenige Tage vor Einsetzen der Blutung auf und verschwindet nach der Periode wieder vollständig. Bei einigen Frauen können "Trigger"-Substanzen wie Alkohol, Nikotin und Koffein das Prämenstruelle Syndrom verschlimmern. Diese Substanzen sollten während der Symptome gemieden werden.

Ausbleiben der Periode (Amenorrhoe)

Die Amenorrhoe beschreibt das Fehlen der Monatsblutung über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten, obwohl keine Schwangerschaft besteht. Natürlicherweise besteht vor der Menarche, nach den Wechseljahren, bei Schwangerschaft und in der Stillzeit eine physiologische Amenorrhoe.

Primäre Amenorrhoe

Die Amenorrhoe kann in eine primäre und eine sekundäre Form unterteilt werden. Bei der primären Form tritt die Menarche, die erste Regelblutung nicht ein, obwohl das 16. Lebensjahr vollendet worden ist. Dies kann verschiedene Ursachen haben. Verlief die Pubertät normal, also mit Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale, kommen als Ursache einer primären Amenorrhoe insbesondere Fehlanlagen der weiblichen Geschlechtsorgane wie die Hymenalatresie, Vaginalsepten und das Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom (gleichzeitige fehlende Entwicklung der Scheide sowie der Gebärmutter in der Embryonalzeit) sowie Leistungssport in Frage.

Andere Ursachen einer primären Amenorrhoe verlaufen mit einer gestörten Entwicklung in der Pubertät. Dazu zählt die Ovarialinsuffizienz beim Turner-Syndrom (auch Ullrich-Turner-Syndrom), in dessen Folge ein Mangel an Östrogenen und Gestagenen besteht. Störungen der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) durch Mukoviszidose (Zystische Fibrose) oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen sowie Essstörungen und Tumore können in der Pubertät eine Wachstums- und Entwicklungsverzögerung auslösen, in deren Rahmen auch eine primäre Amenorrhoe möglich ist.

Das Adrenogenitale Syndrom (AGS) und das Polyzystische Ovarial-Syndrom (PCOS) verursachen eine Virilisierung ("Vermännlichung" mit typisch männlichem Behaarungsmuster, Vergrößerung der Klitoris, maskulinem Körperbau und Stimme), bei der es auch zur primären Amenorrhoe kommen kann.

Sekundäre Amenorrhoe

Die Ursachen einer sekundären Amenorrhoe ähneln denen der primären. Mukoviszidose, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Essstörungen und Tumore sind mögliche Ursachen, wenn sie nach stattgefundener Menarche auftreten. Darüber hinaus können einer sekundären Amenorrhoe auch eine Hyperprolaktinämie (erhöhter Spiegel von Prolaktin im Blut), das Sheehan-Syndrom nach einer Entbindung, die mit hohem Blutverlust einherging, und eine Endometriose zu Grunde liegen. Zudem können psychische Belastungen wie Krisen, Konflikte, Depression und Stress eine sekundäre Amenorrhoe auslösen oder eine entsprechende Veranlagung verstärken.

Zu kurze Monatsblutungen (Oligomenorrhoe)

Eine Oligomenorrhoe beschreibt eine Störung der Zykluslänge. "Oligo" bedeutet übersetzt "wenig, wenige, gering". Es treten also weniger Monatsblutungen auf als normal. Dies ergibt sich durch eine Zykluslänge von über 35 Tagen. Die Stärke und die Dauer der Monatsblutung ist allerdings normal. Häufig tritt eine Oligomenorrhoe nach dem Absetzen der Anti-Baby-Pille auf.

Allerdings können auch das Polyzystische Ovarial-Syndrom (PCOS), Essstörungen und eine Persistenz des Gelbkörpers den Zyklus verlängern. Essstörungen, insbesondere die Anorexia nervosa (Magersucht) sowie die Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht), können die Hirnanhangsdrüse in ihrer Funktion beeinträchtigen, was als "hypophysäre Störung" bezeichnet wird.

Wenn die Hirnanhangsdrüse selbst eine Fehlfunktion aufweist, kann dies ebenfalls in einer Oligomenorrhoe resultieren. Ein Beispiel ist die Hyperprolaktinämie (eine erhöhte Konzentration des Hormons Prolaktin im Blut), die beim Prolaktinom, einem Tumor der Hirnanhangsdrüse, auftreten kann. Das Polyzystische Ovarial-Syndrom beschreibt hingegen eine Funktionsstörung der Eierstöcke.

Zu lange Monatsblutungen (Polymenorrhoe)

"Poly" bedeutet "viel, viele, mehrere". Folglich bezeichnet die Polymenorrhoe ein häufigeres Auftreten einer Monatsblutung als normal. Die Zykluslänge ist hierbei auf weniger als 25 Tage verkürzt, wobei sowohl die Stärke als auch die Dauer der Periode normal sind. Eine Polymenorrhoe tritt häufiger bei Frauen auf, die älter als 35 Jahre sind, und bei Mädchen, die gerade erst ihre erste Periode gehabt haben.

Zu den häufigen Ursachen zählen Entzündungen oder Myome (gutartige Wucherungen in der Muskulatur der Gebärmutter). Aber auch Stress und das Herannahen der Wechseljahre können den Zyklus verkürzen.

Zu hoher Blutverlust während der Periode (Hypermenorrhoe und Menorrhagie)

Bei einer Hypermenorrhoe beträgt der Blutverlust bei der Periode mehr als 150 ml. Das entspricht in etwa einem Bedarf von mehr als fünf Vorlagen oder Tampons täglich über mehrere Tage. Eine Menorrhagie ist die Bezeichnung für eine verlängerte Regelblutung auf mehr als sieben Tage. Sie ist typischerweise mit einer Hypermenorrhoe vergesellschaftet.

Die Ursachen für beide Störungen können Myome (gutartige Wucherungen in der Muskulatur der Gebärmutter), Endometriumkarzinom (Krebs der Gebärmutterschleimhaut), Endometriose und eine sich übermäßig vermehrende Gebärmutterschleimhaut (hyperproliferatives Endometrium) bei einem Überangebot an Östrogen sein. Zudem sind beide Störungen im Rahmen von Systemerkrankungen wie Nieren- oder Leberfunktionsstörungen sowie Störungen der Blutgerinnung möglich.

Stark verminderter Blutverlust während der Periode (Hypomenorrhoe)

Der Blutverlust pro Monatsblutung ist bei einer Hypomenorrhoe auf unter 25 ml vermindert. Das entspricht einem Verbrauch von weniger als zwei Vorlagen oder Tampons am Tag. Bei der reinen Hypomenorrhoe ist die Dauer der Periode normal. Oft tritt sie aber gemeinsam mit einer Brachymenorrhoe auf, die eine Verkürzung der Periode auf unter drei Tage beschreibt.

Die Ursachen beider Störungen können chronische Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis), Einnahme der Antibaby-Pille und Essstörungen sein. Zudem können Hypo- und Brachymenorrhoe nach Ausschabung der Gebärmutter auftreten. Vor den Wechseljahren, wenn die Funktion der Eierstöcke nachlässt, ist das Auftreten von Hypo- und/oder Brachymenorrhoe normal und muss nicht behandelt werden.

Diagnostik von Zyklusstörungen

Um zu bestimmen, ob die Zyklusstörung krankhaft sind und behandelt werden müssen, kann ein Gynäkologe aufgesucht werden. In der Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und der Erfragung der Symptome lassen sich oftmals wichtige Hinweise finden, die zum Beispiel auf Stress oder Essstörungen hindeuten können. Wichtig ist auch, ob in der Familie möglicherweise genetische Störungen bekannt sind. Zur besseren Beurteilung des Zyklus hat sich das Kaltenbach-Schema bewährt, bei der über mehrere Monate eine Art "Menstruations-Tagebuch" geführt wird.

Im Rahmen der körperlichen Untersuchung beurteilt der Arzt die Entwicklung der Geschlechtsorgane und den Behaarungstyp. Ein Ultraschall kann durch die Scheide oder durch die Bauchdecke durchgeführt werden. Dabei kann geklärt werden, ob die Patientin möglicherweise schwanger ist. Zudem können die Gebärmutter und die Eierstöcke im Ultraschall beurteilt werden. Eine genauere Beurteilung gelingt per Spiegelung der Gebärmutter (Hysteroskopie). Bei der Spiegelung kann gegebenenfalls zusätzlich eine Entnahme von auffälligem Gewebe (zum Beispiel Polypen) stattfinden.

Im Blut können wichtige Parameter bestimmt werden. Dazu zählen die Hormone Östradiol, Progesteron, LH, FSH, Androgene, Prolaktin und HCG. Eine Bestimmung der Schilddrüsenwerte kann angezeigt sein, wenn ein Verdacht auf eine Über- oder Unterfunktion besteht.

Zyklusstörungen können auf Erkrankungen hindeuten

Häufig sind Zyklusstörungen zwar unangenehm, aber harmlos. In manchen Fällen kann eine Veränderung des Menstruationszyklus auf einer ernstzunehmende Krankheit hindeuten. Dauern Zyklusstörungen über einen längeren Zeitraum an, sollte ein Arzt aufgesucht werden und die Ursache geklärt werden.

Endometriose

Die Endometriose beschreibt das Vorkommen von Zellen des Endometriums außerhalb der normalen Gebärmutterschleimhaut. Diese Schleimhautinseln können im gesamten Körper liegen und reagieren genau wie die normale Gebärmutterschleimhaut auf die Hormone des weiblichen Zyklus. Zumeist tritt die Erkrankung zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr in Erscheinung und soll etwa zwei bis zehn Prozent aller Frauen betreffen. Eine familiäre Häufung wurde beobachtet, was auf eine genetische Komponente hindeutet. Die genaue Ursache der Endometriose ist nicht bekannt und es werden derzeit unterschiedliche Hypothesen diskutiert. Als Risikofaktoren gelten das Auftreten einer Endometriose in der Familie, frühe erste Regelblutung, späte Wechseljahre, kurze Zyklen und eine späte erste Schwangerschaft.

Die Symptome richten sich danach, wo sich die Schleimhautinseln befinden. Am häufigsten befinden sie sich am Halteapparat der Gebärmutter im kleinen Becken und den Eierstöcken. Schneidet man einen solchen befallenen Eierstock auf, zeigen sich durch Einblutung braune Zysten, die aufgrund ihrer Farbe auch als Schokoladenzysten bezeichnet werden. Problematisch können solche Schokoladenzysten werden, wenn sie den Eisprung verhindern. Dann ergibt sich eine Unfruchtbarkeit der Frau, die auch bei Befall der Eileiter auftreten kann. Befinden sich die Schleimhautinseln im Darm, kann sich zeitgleich mit der Regelblutung auch Blut im Stuhl feststellen lassen.

Endometriose

Bei Blasenbefall kommt es zu einer zyklusabhängigen Hämaturie (Blut im Urin) und bei Befall der Lungen kann Bluthusten (Hämoptysen) auftreten. Allerdings muss eine Endometriose überhaupt keine Beschwerden machen und ist häufig ein Zufallsbefund bei Frauen, die aus einem völlig anderen Grund operiert werden mussten. Eine Entartung der Schleimhautinseln zum Krebs ist zwar möglich, aber extrem selten. Die Therapie hängt vom Patienten und den Beschwerden ab.

Sie kann rein medikamentös geführt werden und die Symptome, beispielsweise die Schmerzen, bekämpfen. Es ist aber auch eine operative oder interventionelle Behandlung möglich, die in der Entfernung aller erreichbaren Schleimhautinseln besteht. Wenn die Familienplanung abgeschlossen ist und ein ausgedehnter Befall der Strukturen im kleinen Becken besteht, können Gebärmutter und Eierstöcke komplett entfernt werden. Problematisch in der Behandlung ist, dass es häufig zu einem Wiederauftreten der Schleimhautinseln kommt. Allerdings wird eine Frau spätestens nach den Wechseljahren beschwerdefrei sein.

Polyzystisches Ovarial-Syndrom (PCOS)

Trotz des Namens "Polyzystisches Ovarial-Syndrom" spielt der Nachweis von Zysten (flüssigkeitsgefüllte Hohlräume) in den Eierstöcken eine untergeordnete Rolle. Definiert ist das Polyzystische Ovarial-Syndrom in den Rotterdam-Kriterien durch Oligo- und/oder Anovulation (wenige oder keine Eisprünge), Virilisierung durch Hyperandrogenismus (Vermännlichung des Erscheinungsbildes durch einen Überschuss an männlichen Sexualhormonen) und Polyzystische Ovarien (viele Zysten in den Eierstöcken).

Von den drei Kriterien müssen mindestens zwei zutreffen. Das PCOS tritt zumeist im Alter zwischen 20 und 30 bei vier bis zwölf Prozent aller geschlechtsreifen Frauen auf. Häufig treten noch weitere Symptome auf wie Akne und ein metabolisches Syndrom, das sich aus stammbetonter Adipositas, Insulinresistenz oder Diabetes mellitus, ein ungünstiges Blutfettprofil und Bluthochdruck zusammensetzt.

Die Therapie von PCOS besteht in der Gabe von Antiandrogenen (zum Beispiel Cyproteronacetat), wenn kein Kinderwunsch besteht, sowie in der Behandlung des metabolischen Syndroms. Wenn Kinderwunsch besteht, kann zum Beispiel mit Clomifen versucht werden, die Funktion der Eierstöcke zu normalisieren, sodass eine Follikelreifung stimuliert werden kann. Junge Frauen, die sich vorstellen können, Kinder zu bekommen, können statt Cyproteronacetat das Progesteron Dienogest einnehmen, das über eine gute antiandrogene Wirkung verfügt.

Hyperprolaktinämie

Bei einer Hyperprolaktinämie finden sich erhöhte Spiegel des Hormons Prolaktin im Blut. Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein. Einerseits kann die Produktion des Prolaktins autonom erhöht sein, beispielsweise wenn ein hormonproduzierender Tumor (Prolaktinom) vorliegt. Andererseits erhöht sich der Prolaktin-Spiegel, wenn die Hemmung durch das Katecholamin Dopamin wegfällt. Manche Medikamente wirken gegen Dopamin (Dopamin-Antagonisten) und können so eine Hyperprolaktinämie auslösen. Zu diesen Medikamenten zählen zum Beispiel Metoclopramid (gegen Übelkeit und Erbrechen) und Haloperidol (stark wirksames, atypisches Antipsychotikum).

Bei einer schweren Unterfunktion der Schilddrüse bewirken hohe Spiegel des Schilddrüsensteuerungshormons TRH, dass vermehrt Prolaktin ausgeschüttet wird. Außerdem kann sich nach einem epileptischen Anfall kurzfristig der Prolaktinspiegel im Blut erhöhen.

Bei Frauen mit Prolaktinom treten als typische Symptome Milchfluss aus der Brust, sekundäre Amenorrhoe aufgrund eines fehlenden Eisprungs, Libidoverlust und erniedrigte Östrogenspiegel auf. Die Therapie kann medikamentös mit Dopamin-D2-Agonisten (zum Beispiel Bromocriptin oder Cabergolin), operativ oder mit Bestrahlung durchgeführt werden. Häufig sprechen Prolaktinome gut auf Dopamin-D2-Agonisten an und schrumpfen schnell, wodurch auch die Gesichtsfeldausfälle behoben werden.

Behandlung von Zyklusstörungen

Nicht alle Zyklusstörungen müssen behandelt werden. Wenn allerdings eine Behandlung erforderlich ist, wird oft die Anti-Baby-Pille eingesetzt. Alternativ können auch ein Hormonimplantat, eine Hormonspirale, ein Vaginalring oder ein Verhütungspflaster verwendet werden. Durch die Einnahme wird dem Körper ein regelmäßiger Zyklus aufgezwungen.

Es existieren verschiedene Präparate: Die "klassische" kombinierte Antibabypille enthält Östrogene und Gestagene, die entweder in gleicher oder in wechselnder Dosis während des Zyklus kombiniert werden. Die Minipille hingegen ist ein reines Gestagen-Präparat und muss ohne Pause eingenommen werden. Die Einnahme der Pille kann mit Nebenwirkungen verbunden sein.

Östrogene können typischerweise Kopfschmerzen, Übelkeit, Brustwachstum, vaginalen Fluor, Thrombosen, Wassereinlagerung (und damit verbunden eine Gewichtszunahme) sowie umschriebene verstärkte Pigmentierung der Gesichtshaut (Chloasma oder Melasma) verursachen. Außerdem werden manche Tumore wie beispielsweise Myome durch Östrogene in ihrem Wachstum begünstigt. Das Risiko für Gebärmutterhalskrebs wird durch Östrogen-Einnahme erhöht, während das Risiko für Endometrium-Karzinome (Krebs der Gebärmutterschleimhaut) und Ovarialkarzinome (Krebs der Eierstöcke) gesenkt wird.

Gestagene können über eine Steigerung des Appetits eine Gewichtszunahme auslösen und zu Verlust der Libido, Depressionen, Müdigkeit, Trockenheit der Scheide und Haarausfall führen. Wenn eine Zyklusstörung Symptom einer Grunderkrankung ist, muss die Ursache behandelt werden.

Selbsthilfe bei leichten Störungen des Menstruationszyklus

Die wichtigste Hilfe bei der Normalisierung des Zyklus ist ein regelmäßiger Tagesablauf. Dies kann aber in der heutigen Zeit mit Nacht- und Schichtarbeit oft Probleme bereiten. Wenn es möglich ist, empfiehlt es sich, jeden Tag zur selben Zeit aufzustehen und sich schlafen zu legen und die Mahlzeiten zu festen, geregelten Zeiten einzunehmen. Gegen den Alltagsstress können Entspannungsverfahren helfen.

Bewährt haben sich unter anderem die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Autogenes Training und Yoga. Bei der Progressiven Muskelrelaxation (PMR) werden im Wechsel bestimmte Körperpartien angespannt und wieder entspannt. Autogenes Training arbeitet mit Autosuggestion. Der Anwender sagt sich beispielsweise: "Mein rechter Arm ist ganz schwer" und stellt sich vor, wie sich sein Arm schwer anfühlt. Dieses Gefühl wird in der Folge auf den ganzen Körper ausgebreitet. Mit zunehmender Übung können andere Empfindungen wie Wärme, Beeinflussung des Herzschlags und der Atmung sowie Kühlung der Stirn ausgelöst werden. Die einzelnen Übungen dauern meistens zwischen drei Minuten und einer Viertelstunde.

Yoga existiert in verschiedenen Formen, von denen das Hatha Yoga die eher körperbetonte Variante darstellt. In diversen Studien konnte ein positiver Effekt auf die Psyche und den Körper durch regelmäßiges Anwenden von Yoga-Praktiken beobachtet werden. Yoga soll zu mehr Ausgeglichenheit, einer Stimmungsverbesserung sowie einer Verminderung von Rücken- und Kopfschmerzen beitragen.

Komplementärmedizin kann Zyklusunregelmäßigkeiten lindern

Bei leichten Zyklusstörungen, die nicht zwangsläufig ärztlich behandelt werden müssen, können Methoden der Komplementärmedizin wie Heilpflanzen, Homöopathie und Akupunktur eingesetzt werden. Bei einer sekundären Amenorrhoe oder Gelbkörperschwäche soll Mönchspfefferextrakt (Vitex agnus-castus) helfen.

Bei einem unregelmäßigen Zyklus kann ein Tee aus Taubnessel (Lamium album) ausprobiert werden. Johanniskraut (Hypericum perforatum) hat nicht nur stimmungsaufhellende Wirkung, sondern soll auch bei Hypo- und Brachymenorrhoe die Blutung wieder verstärken können. Dem Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) wird eine ähnliche Wirkung auf abgeschwächte Blutungen nachgesagt. Wohingegen Schafgarbe (Achillea millefolia) gegen verstärkte oder verlängerte Blutungen wirksam sein soll.


Quellen:

  1. Zyklusstörungen, Hyperprolaktinämie (erhöhte Werte des milchbildenden Hormons Prolaktin im Blut), Klinikum Stuttgart. URL: klinikum-stuttgart.de
  2. Zyklusstörungen: praktische Vorgehensweise Universitätsspital Basel. URL: ivf-basel.ch
  3. Die "Pille danach" Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. URL: familienplanung.de
  4. Zyklus aus dem Takt. Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH. URL: pharmazeutische-zeitung.de
  5. Menstrual Disorders. University of Maryland Medical Center (UMMC). URL: umm.edu
  6. Menstruation Disorders in Adolescents Treatment & Management. Kirsten J Sasaki, MD. URL: emedicine.medscape.com
  7. Gynäkologie und Geburtshilfe. Gätje R, Eberle C et al. (2015): aktualisierte Auflage; 2011, 2015 Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart; S. 60 - 65

Veröffentlicht am: 02.11.2016

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