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Thromboserisiko durch die Antibabypille

Im Mai 1960 kam die erste Antibabypille auf den Markt. Heute ist das am häufigsten verwendete hormonelle Verhütungsmittel. Wie mit jedem anderen Medikament können mit der Einnahme der Antibabypille jedoch auch Risiken und Nebenwirkungen verbunden sein. Durch Kombinationspräparate mit synthetischen Östrogenen und Gestagenen ist unter Umständen das Thromboserisiko erhöht.

Die erste Antibabypille - kurz: "die Pille" - wurde als eine medizinische Revolution gefeiert. Sie versetzte Frauen erstmals in die Lage, eine unerwünschte Schwangerschaft weitgehend sicher zu verhindern. Der sogenannte Pearl-Index moderner Antibabypillen liegt bei 0,3. Dieser Wert bedeutet, dass bei fehlerfreier Einnahme nur drei Verwenderinnen schwanger werden.

Die meisten Frauen vertragen die Antibabypille gut, bei einigen kann es jedoch zu unangenehmen oder gefährlichen Nebenwirkungen kommen. In welchem Ausmaß sich durch orale Kontrazeptiva das Thromboserisiko erhöht, hängt von ihrer hormonellen Zusammensetzung und von weiteren Risikofaktoren - beispielsweise Rauchen, bestimmten Vorerkrankungen oder familiären Dispositionen - ab.

Was ist eine Thrombose?

Eine Thrombose entsteht, wenn sich in einem Blutgefäß ein Thrombus - ein Blutgerinnsel - bildet und das Gefäß teilweise oder komplett verstopft. Ein solcher Blutpfropf besteht aus Thrombozyten (Blutplättchen), weiteren Blutzellen und Gerinnungsstoffen.

Thrombosen-Entstehung

Arterielle und venöse Thrombosen

Thrombosen können sich sowohl in den Arterien als auch in den Venen bilden. Eine arterielle Thrombose kann zum Auslöser von Herzinfarkten, Schlaganfällen oder einem Verschluss der Beinarterien werden. Thrombosen der Venen treten in zwei unterschiedlichen Formen auf:

  1. Oberflächliche Venenthrombosen sind Venenentzündungen. Sie entstehen oft aufgrund von Krampfadern, können sich jedoch auch eigenständig bilden.
  2. Eine Thrombose der tiefen Beinvenen (TVT, Phlebothrombose) ist ein Gefäßverschluss im Inneren des Beines. Zu ihren Symptomen zählen Anschwellen, Überwärmung, bläulich-rote Verfärbung des betreffenden Beines sowie Schmerzen. Möglich sind auch das zeitverzögerte Auftreten oder fast symptomlose Verläufe. Neben den Beinvenen können auch andere Venen im Körperinneren von einer TVT betroffen sein.

Thrombosen können lebensgefährlich werden

Dringend behandlungsbedürftig sind alle Arten von Thrombosen. Vor allem TVTs, aber auch oberflächliche Venenthrombosen können zu lebensbedrohliche Lungenembolien führen. Nicht nur Herzinfarkte und Schlaganfälle, sondern auch Thrombosen der tiefen Beinvenen sind ein medizinischer Notfall.

Lokal kann eine unbehandelte TVT den Funktionsverlust des tiefen Venennetzes bewirken. Hieraus resultieren eine permanente Neigung zu Thrombosen und Gewebeschädigungen des Beines.

Ursachen und Auslöser von Thrombosen

Die übergreifenden Ursachen für Thrombosen liegen in drei Faktoren:

  • Schädigungen der Gefäßinnenwände.
  • Mangelhafte Blutzirkulation, verminderte Strömungsgeschwindigkeit des Blutes
  • Erhöhte Blutgerinnungsneigung.

Innerhalb dieser Kategorien bestehen weitere Risikofaktoren, deren Gründe in Erkrankungen, aber auch in der individuellen Lebensweise liegen können. In der Vergangenheit aufgetretene Thrombosen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sich dieses Ereignis wiederholt.

Zu den individuell beeinflussbaren Ursachen für Thrombosen gehören beispielsweise Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel. Zu den wesentlichen Risikofaktoren für das Entstehen von Thrombosen zählt außerdem eine genetisch bedingte Thromboseneigung, die bei bis zu 60 Prozent aller Thrombosepatienten vorliegt.

Der Zusammenhang von hormonellen Verhütungsmethoden und Thrombose

Den weitaus meisten Verwenderinnen der Antibabypille verordnet ihr Frauenarzt ein Kombinationspräparat, dessen hormonelle Wirkstoffe aus synthetischen Östrogenen (weibliche Geschlechtshormone) und Gestagenen (Gelbkörperhormone, "Schwangerschaftshormone") bestehen. Reine Gestagen-Präparate - die sogenannte Minipillen - spielen demgegenüber nur eine untergeordnete Rolle.

Kombinierte Antibabypillen beeinflussen Kreislauf, Herzfunktion und Blutdruck, den Fett- und Kohlehydratstoffwechsel, die Blutgerinnung (Hämostase) sowie die Gewebestrukturen der Gefäße. Bei der Entstehung von Thrombosen kommt dem Einfluss von kombinierten Pillen auf die Blutgerinnung eine besondere Bedeutung zu.

Die Hämostase wird durch im Blut enthaltene Gerinnungsfaktoren gesteuert, bei denen es sich um verschiedene Proteine sowie um Kalzium-Ionen handelt. Normalerweise befinden sich gerinnungsfördernde und gerinnungshemmende Substanzen im Gleichgewicht, so dass die Blutgerinnung erst bei äußeren oder inneren Verletzungen aktiviert wird.

Seit der ersten Antibabypille wurden die Kombinationspräparate kontinuierlich weiterentwickelt - heute ist die vierte Generation von ihnen auf den Markt. Die meisten Kombinationspillen enthalten das synthetische Östrogen Ethynilestradiol. Seit einigen Jahren sind außerdem einige Pillensorten mit dem Wirkstoff Estradiolvalerat erhältlich, der die Verbesserung der Resorption des Östrogens verbessern soll. Die verwendeten Gestagene variieren je nach Pillengeneration und Präparat, was unter anderem das Thromboserisiko beeinflusst.

Kombinationspillen als besondere Gefahr

Die erste Generation der Antibabypille enthielt hohe Dosen Östrogen sowie das Gestagen Norethisteron. Ein hoher Östrogenanteil erhöht das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und tiefe Venenthrombosen. Bereits in der zweiten Generation wurde der Östrogengehalt der Pille daher deutlich abgesenkt.

Antibabypillen der zweiten Generation enthalten das synthetische Gestagen Levonorgestrel. Die Thrombose- und Emboliegefahr ist bei diesen Präparaten trotz der niedrigeren Östrogen-Dosierung etwa doppelt so hoch wie bei der ersten Generation der Pille. In der dritten und vierten Generation finden neben Levonorgestrel weitere neu entwickelte synthetische Gestagene - unter anderem Gestoden, Desogestrel und Drospirenon - Verwendung. Im Vergleich zur zweiten Generation ist das Thromboserisiko bei diesen Pillen um eineinhalb- bis zwei Mal höher.

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) gibt für die Inzidenz (Häufigkeit) tiefer Venenthrombosen unter jeweils 100.000 Frauen im gebärfähigen Alter folgende Werte an:

  • 5 bis 10 bei nicht schwangeren Frauen, die nicht mit oralen Kontrazeptiva verhüten
  • 20 bei Frauen, die eine Kombinationspille mit Levonorgestrel verwenden
  • 40 bei Frauen, die eine Kombinationspille der dritten und vierten Generation mit den Gestagenen Gestoden, Desogestrel und Drospirenon
  • 60 während einer Schwangerschaft.

Insgesamt sind TVTs während der Pilleneinnahme ein seltenes Ereignis. Das geringste Risiko für tiefe Venenthrombosen besteht bei Kombinationspillen, die 30 Mikrogramm Östrogen und das synthetische Gestagen Levonorgestrel enthalten. Empfehlenswert ist, die Einnahme mit einer solchen Pille zu beginnen, um das Thromboserisiko zu minimieren. Falls sie nicht vertragen wird, ist bei gesunden Frauen ein späterer Wechsel zu einem Präparat der dritten oder vierten Pillengeneration möglich.

Thrombosegefahr durch die Pille - im ersten Jahr am größten

Im ersten Jahr der Pilleneinnahme ist das Risiko für eine tiefe Venenthrombose durch die Pille am höchsten und nimmt dann allmählich ab. Nach längeren Pillenpausen ist das Thromboserisiko ebenfalls im ersten Jahr erhöht.

Kontraindikationen gegen kombinierte Antibabypillen

Einige Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer tiefen Venenthrombose, eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls während der Pilleneinnahme so stark, dass auf die Verhütung mit oralen Kontrazeptiva verzichtet werden sollte. Hierzu gehören:

  • Eine familiäre Disposition für Thrombosen, Gefäßkrankheiten und Herz-Kreislauf-Leiden
  • Diabetes mellitus
  • Bestimmte Migräne-Formen
  • Genetisch bedingte Gerinnungsstörungen mit erhöhter Gerinnungsneigung des Blutes
  • Frühere TVTs, Herzinfarkte oder Schlaganfälle
  • Allergisch bedingte Venenentzündungen (Vaskulitis)
  • Starkes Übergewicht
  • Fortgeschrittenes Lebensalter
  • Rauchen: Spätestens ab dem 35. Lebensjahr sollten Raucherinnen eine andere Verhütungsmethode wählen.

Vier bis sechs Wochen vor größeren Operationen ist es sinnvoll, kombinierte Antibabypillen abzusetzen, damit sich das Gerinnungssystem des Blutes normalisieren kann.

Verhütungsalternativen minimieren das Thromboserisiko

Falls eine Verhütung mit kombinierten Antibabypillen wegen eines zu hohen Thromboserisikos nicht in Frage kommt, kommen als Alternativen ein Intrauterinpessar (Spirale) oder Gestagen-Monopräparate (Minipille, Gestagen-Spirale) in Frage. Nach heutigem Wissensstand haben Gestagen-Monopräparate keinen Einfluss auf das Thromboserisiko.

Verhütungspflaster oder Verhütungsringe mit Östrogen-Gestagen-Kombinationen dürfen von Frauen mit erhöhtem Thromboserisiko nicht verwendet werden, da ihr Einfluss auf Blutkreislauf und Gefäße höher ist als bei den kombinierten Pillen.


Quellen:

  1. Thrombose, Wort & Bild Verlag. URL: apotheken-umschau.de
  2. Thrombosegefahr druch die Pille DAK Gesundheit. URL: dak.de
  3. Bei Einnahme der Antibabypille: Thromboserisiken nicht vergessenBundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen. URL: bmgf.gv.at
  4. Combined oral contraceptives: the risk of myocardial infarction and ischemic stroke. Roach RE et al. URL: ncbi.nlm.nih.gov
  5. Risk of venous thrombosis varies with different types of combined oral contraceptives. Dr. Maria T DeSancho; 2013. URL: ebm.bmj.com

Veröffentlicht am: 17.08.2016

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