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Pearl-Index: Entscheidungshilfe zur Verhütung

Aktuell stehen verschiedene Kontrazeptiva zur Verhütung unerwünschter Schwangerschaften zur Verfügung. Die einzelnen Verhütungsmittel unterscheiden sich nicht nur in puncto Anwendung, sondern auch bezüglich ihrer Sicherheit. Mithilfe des Pearl-Index wird dieses Merkmal beschrieben.

Der Pearl-Index beschreibt die Zuverlässigkeit und Sicherheit eines Verhütungsmittels. Mithilfe dieses Maßes wird berechnet, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine Frau unter fachgerechter Anwendung des jeweiligen Kontrazeptivums schwanger wird. Tatsächlich gibt der Pearl-Index an, wie oft eine Methode zur Empfängnisverhütung versagt.

Geschichte des Pearl-Index

Bereits im Altertum beschäftigten sich die Menschen mit dem Thema Verhütung. Die Herstellung von Kondomen, so wie wir sie heute kennen, begann jedoch viel später im Jahr 1930. Dreißig Jahre später folgt die erste Antibabypille . Ab den 1960er Jahren war die weitere Entwicklung von Verhütungsmitteln nicht mehr aufzuhalten. Gleichzeitig begannen Wissenschaftler geeignete Methoden zu entwickeln, um verfügbare Kontrazeptiva miteinander vergleichen zu können.

Als geeigneter Maßstab hat sich bis heute der Pearl-Index durchgesetzt. Der US-amerikanische Biologe Raymond Pearl (Professor an der John Hopkins Universität in Baltimore) entwickelte dieses Beurteilungsmaß in den 1930er Jahren. Bereits seit den 1920ern versuchte der Wissenschaftler, die Fruchtbarkeit des Menschen statistisch als auch wissenschaftlich klar zu erfassen.

Im Rahmen seiner Untersuchungen definierte Pearl fünf wesentliche Faktoren für die statistische Erfassung dieser. Hierbei spielen die Häufigkeit von sexuellen Kontakten als auch die der auftretenden Schwangerschaften eine Rolle. Dies geschieht unter Betrachtung aller möglichen Häufigkeiten in Abhängigkeit vom weiblichen Zyklus.

Darüber hinaus erfasste Pearl die Anzahl aller fehlgeschlagenen Schwangerschaften und des Nachwuchses selbst. Nicht zuletzt spielte die Menge der lebend geborenen Säuglinge eine wichtige Rolle.

Aufgrund der Komplexität erfolgte eine Vereinfachung des heute genutzten Pearl-Index. Wissenschaftler betonen, dass dadurch eine geringe Ungenauigkeit entsteht, welche jedoch nicht signifikant sei.

Wie wird der Pearl-Index errechnet?

Wenden 100 Frauen eine Verhütungsmethode über einen Zeitraum von 12 Monaten an, so wird erfasst, wie viele von ihnen schwanger werden. Das Ergebnis wird mithilfe des Pearl-Index angegeben.

Pearl-Index = (Schwangerschaften x 12 Monate x 100) / (Anwendungsmonate x Teilnehmerinnen einer Studie)

Damit der jeweilige Pearl-Index einfacher zu vergleichen ist, wird die Berechnung für jeweils 12 Anwendungsmonate und 100 Studienteilnehmerinnen durchgeführt.

Pearl-Index als Entscheidungshilfe für Kontrazeptiva

Bei der Wahl der passenden Verhütungsmethode eignet sich beispielsweise der Pearl-Index als Orientierungshilfe in puncto Zuverlässigkeit. Dennoch gibt es auch hier Varianten. Wird beispielsweise der Pearl-Index eines Kontrazeptivums in zwei voneinander unabhängigen Studien untersucht, stehen schlussendlich meist verschiedene Werte zur Verfügung, beispielsweise ein Pearl-Index von 0,3 bis 0,9. Dies bedeutet, in einem Jahr werden zwischen drei und neun Frauen von 1.000 Studienteilnehmerinnen bei Anwendung des Kontrazeptivums schwanger.

Des Weiteren ist zu beachten, dass hormonelle Verhütungsmittel wie die Antibabypille nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen. Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern nutzen diesbezüglich gern Kondome. Der Pearl-Index beträgt 2-12. Zusätzlich kombinieren Frauen dieses Kontrazeptiva oft mit der Antibabypille (Pearl-Index 0,1 - 0,9).

Im Gegensatz dazu empfinden Paare, die bereits über viele Jahre zusammen sind, das Kondom eher als unangenehm. Gern nutzen sie andere, hormonelle Verhütungsmethoden. Folglich kann der Pearl-Index während der individuellen Entscheidungsphase mit herangezogen werden, gilt jedoch nicht als alleiniges Kriterium.

Wie sicher sind diverse Verhütungsmethoden?

Hormonelle Kontrazeptiva zeichnen sich durch einen sehr niedrigen Pearl-Index aus. Je nachdem, ob sie lokal oder ganzheitlich wirken, gibt es in puncto Zuverlässigkeit diverse Unterschiede. Diese entstehen beispielsweise durch Einnahmefehler. In Bezug auf den Pearl-Index bei Geschlechtsverkehr ohne Verhütung (Pearl-Index von 60 bis 80) relativieren sich jedoch die jeweils geringen Unterschiede.

Verhütungsmethode Pearl-Index
Kondom 2,0 - 12
Kombinierte Antibabypille 0,1 - 0,9
Minipille 0,5
Vaginalring 0,65
Drei-Monats-Spritze 0,3 - 1,4
Hormonimplantat 0 - 0,08
Verhütungspflaster 0,9
Hormonspirale 0,16
Kupferspirale 0,9 - 3
Kupferkette 0,1 - 0,3
Sterilisation der Frau 0,2 - 0,5
Sterilisation des Mannes 0,1 - 0,2
Diaphragma (+Spermien-abtötende Creme) 4,0-10
Temperaturmethode 3,8 - 20
Kalendermethode 12 - 15
Symptothermale Methode (Rötzer-Methode) 1,8 - 2,7
Coitus Interruptus 27

Kritik am Pearl-Index

Einerseits implizieren die Angaben des Pearl-Index je nach Hersteller unterschiedliche Zusammenhänge. Es gibt jene, welche mithilfe des Pearl-Index beschreiben, wie sicher das Verhütungsmittel bei 100 Prozent korrekter Anwendung ist. Andere wiederum beziehen in ihre Berechnungen mögliche Anwendungsfehler direkt mit ein. Folglich ist empfehlenswert, das gewählte Kontrazeptivum stets streng nach Vorschrift einzunehmen.

Dennoch kann beispielsweise die Wirkung eines hormonellen Kontrazeptivums durch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten stark verringert werden. Nimmt die Frau beispielsweise die Antibabypille, so kann die Wirksamkeit dieser durch die Antibiotika herabgesetzt werden. Es ist empfehlenswert, während einer medikamentösen Therapie zusätzliche Barrieremethoden zur Empfängnisverhütung (Kondom, Diaphragma) anzuwenden.

Zur Ermittlung des Pearl-Index sind klinische Studien notwendig. Die Ergebnisse dieser sind jedoch statistisch gesehen nicht aussagekräftig, wenn nur kleine Studiengruppen untersucht wurden beziehungsweise Messfehler auftraten. Letztere entstehen beispielsweise durch Anwendungsfehler der Probanden. Entsprechend ist sicherzustellen, dass alle Anwender die Verhütungsmethode sowohl einheitlich als auch vollständig erklärt bekommen.

Hinzu kommt, dass im gesamten Studienverlauf eine kontinuierliche Fehlerrate, messbar anhand der Schwangerschaften, als Annahme zu Grund liegt. Dies ist jedoch wissenschaftlich nicht korrekt. Einerseits scheiden Frauen, schwanger werden, frühzeitig aus der Studiengruppe aus. Zudem korreliert der Nutzen einer Verhütungsmethode entscheidend mit der Erfahrung der teilnehmenden Paare. Umso länger diese teilnehmen, desto einfacher wird die Anwendung. Folglich steigt hier die Sicherheit.

Entsprechend kann es später bei der Anwendung eines Verhütungsmittel sein, dass die zuverlässige Sicherheit während der ersten Zeit nicht gegeben ist. Unabhängig vom gewählten Kontrazeptivum und dem Pearl-Index sollten sich Paare dessen bewusst sein.

Eine Kombination verschiedener Methoden aus dem Bereich hormoneller und mechanischer Verhütungsmittel ist auch hier empfehlenswert. Paare sollten sich diesbezüglich austauschen und vor allem auch mit möglichen Fehlerquellen in der Anwendung auseinandersetzen.


Quellen:

  1. Methodological pitfalls in the analysis of contraceptive failure, James Trussell. URL: onlinelibrary.wiley.com
  2. Pearl-Index – Ein Maß für die Sicherheit Hexal AG. URL: gynaekologie.hexal.de
  3. Pearl-Index. pro familia Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung e.V. Bundesverband. URL: profamilia.de

Veröffentlicht am: 21.07.2016

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