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Die Geschichte der Antibabypille

Unzählige Frauen greifen heutzutage auf hormonelle Verhütungsmittel in Form der Antibabypille zurück. Doch was den Frauen von heute so selbstverständlich erscheint, hat vor knapp 55 Jahren für große gesellschaftliche Veränderungen gesorgt.

Die Antibabypille gab Frauen die Möglichkeit, die Verhütung in die eigenen Hände zu nehmen. Doch über die Jahrzehnte hinweg entwickelten die Pharmakonzerne immer neue Generationen dieses besonderen Verhütungsmittels, um unerwünschte und teils gefährliche Nebenwirkungen zu reduzieren. Die Geschichte der Pille ist nicht nur ein Siegeszug der Wissenschaft, sondern ebenfalls eng mit der sexuellen Revolution der Frau verknüpft.

Die ersten Forschungen zur Entwicklung der Antibabypille

Ein Teil der Menschheit hat schon seit jeher nach Möglichkeiten gesucht, eine zuverlässige Verhütungsmethode zu entwickeln. Ein anderer Teil wollte nicht in den natürlichen Fortpflanzungsprozess von Mann und Frau eingreifen und lehnte derartige Forschungen ab.

Im Laufe der Jahrtausende wurden dennoch viele Heilpflanzen und Hausmittelchen zur Empfängnisverhütung verwendet, mit allerdings nur mäßigem Erfolg. Bereits im Jahr 1920 hatte der Physiologe Ludwig Haberlandt die Idee, eine Schwangerschaft von Frauen durch genau die Hormone zu verhindern, welche während einer Schwangerschaft ausgeschüttet werden. Diese hätten nämlich den Zweck, eine erneute Empfängnis zu verhindern.

Der wissenschaftliche Durchbruch: die ersten künstlich hergestellten Hormone

An einer praktischen Umsetzungsidee dieses Gedankens mangelte es zu dieser Zeit jedoch noch. Im Jahr 1951 dann, erreichte die Verhütungsforschung einen ersten Höhepunkt, als der in Österreich geborene Chemiker Carl Djerassi einen Abkömmling des weiblichen Hormons Progesteron, das Norethisteron, als Verhütungsmittel zum Patent anmeldete.

Die Geschichte der Antibabypille

Der Wissenschaftler schaffte es, dass das oral eingenommene Hormon Präparat im Körper der Frau nicht an Wirkung verlor und sich deshalb zur Empfängnisverhütung eignete. Gemeinsam mit dem Physiologen Gregory Pincus, der ebenfalls an einer oralen hormonellen Verhütungsmethode gearbeitet hatte, ging Djerassi daher als Vater der Pille in die Geschichte ein.

Erste Zulassung der Antibabypille in den USA

Im Jahr 1960 war es dann endlich soweit und die Pille wurde als erstes hormonelles Verhütungsmittel unter dem Namen Inovid in den USA zugelassen und entwickelt sich zum echten Hit. Innerhalb der nächsten zwei Jahre nahmen rund 1,2 Millionen amerikanische Frauen regelmäßig die Pille.

Die Hormonkonzentration in dem Medikament war damals noch deutlich höher als es heute in den Pillen üblich ist. 1961 wurde in Deutschland die erste deutsche Pille unter dem Namen Anvolar von der Firma Schering auf den Markt gebracht.

Allerdings wurde das Präparat offiziell als Medikament zur Behandlung von Menstruationsstörungen verkauft, weil die politische und gesellschaftliche Stimmung im Nachkriegsdeutschland noch nicht bereit für ein Verhütungsmittel für junge Frauen war.

Die Pille wird stetig weiter entwickelt

Die ersten Pillen, die Anfang der 60er Jahre auf den Markt gekommen sind, waren Kombinationspillen. Sie enthielten Gestagene und Östrogene und das in einer relativ hohen Konzentration. Die Pillen der ersten Generation verursachten starke Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, sexuelle Unlust, Thrombosen und fettige Haut.

Daher experimentierten die Wissenschaftler an den Östrogen und Gestagen Konzentrationen in dem Verhütungsmittel herum und brachten die Pillen der zweiten Generation auf den Markt. Diese enthielten eine deutlich reduzierte Östrogenkonzentration und das bekannte Gestagen Levonogestrel. Allerdings waren für diese Pillengeneration ebenfalls Nebenwirkungen wie fettige Haut und verstärkte Körperbehaarung bekannt.

Furore machte dann die dritte Pillengeneration, die als Mikropille bekannt wurde. Die Pillen dieser Generation erhielten nur noch einen Östrogenanteil von 0,05 Milligramm und sollten durch ihre gute Verträglichkeit glänzen. Allerdings brachte diese Pillengeneration ein weiteres Problem mit sich.

Das Risiko an einer Thrombose zu erkranken, erhöhte sich um rund 50 Prozent. Daher sind diese Pille nicht für Raucherinnen oder Frauen mit einem erhöhten Thromboserisiko geeignet. Die jüngste Generation der Pille enthält neu entwickelte Gestagene wie Drospirenon, dafür kein Östrogen mehr. Die neuste Pillengeneration wurde Minipille genannt und wies ebenfalls ein hohes Risiko auf, eine Thrombose zu entwickeln.

Die gesellschaftlichen Auswirkungen der Antibabypille

Die Frauen enthielten durch die Entwicklung der Pille mehr sexuelle Freiheiten und die Emanzipation der Frau machte einen riesigen Schritt nach vorn. Frauen konnten jetzt selber darüber entscheiden, ob und wann sie ein Baby bekommen wollten. Das eröffnete ihnen ganz neue Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt und brachte tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen mit sich.

Die Emanzipation der Frau wurde durch die Einführung der Antibabypille extrem voran getrieben, sei es im beruflichen oder im privaten Bereich. Die Männer mussten sich allerdings erst an den Gedanken gewöhnen, dass Frauen jetzt schon vor der Ehe sexuell aktiv sein konnten und diese Freiheit für sich einforderten.

Von Seiten der katholischen Kirche und der von Männern dominierten Politik gab es zunächst heftige Widerstände gegen die Möglichkeiten, welche die Einnahme der Pille Frauen eröffnete. Lust und Fortpflanzung waren dank der Pille jetzt losgelöst voneinander möglich.

Die sexuelle Revolution der 68er hätte wohl ohne die Entwicklung der Pille nie so stattgefunden. Eine weitere Folge der Einführung der Antibabypille war, dass die Geburtenrate in vielen Industriestaaten stark abfiel.

Heute hat sich die Antibabypille zum bevorzugten Verhütungsmittel für Frauen entwickelt und gehört wie selbstverständlich zum Leben junger Frauen dazu.


Quellen:

  1. Geschichte aktuell: Die sexuelle Revolution aus der Retorte, Deutschlandradio. URL: deutschlandfunk.de
  2. Welche Pillen gibt es Techniker Krankenkasse. URL: tk.de
  3. A brief history of the birth control Wort & Bild Verlag. URL: pbs.org
  4. Oral contraceptive Pill Case Western Reserve University. URL: case.edu

Veröffentlicht am: 20.06.2016

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