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Ursachen von Impotenz (erektiler Dysfunktion) im Überblick

Die Ursachen von Impotenz lassen sich generell in körperliche (organische) und psychische (psychogene) Ursachen unterteilen. Auslöser von Erektionsstörungen im Sinne von sexueller Impotenz treten in großer Vielfalt auf und sollten vor einer Behandlung eindeutig klassifiziert werden. Folgende Übersicht führt die gängigsten Ursachen von erektiler Dysfunktion auf und beleuchtet die beiden Kategorien näher.

Die allgemeine Einteilung der Ursachen von Impotenz erfolgt in der klinischen Literatur normalerweise in zwei übergeordnete Bereiche. Bei der Mehrzahl der Betroffenen resultiert die Erektionsstörung aus einer Kombination von mehreren Ursachen und Faktoren. Selten ist für die Auslösung und Aufrechterhaltung der Störung allein eine organische oder allein eine psychische Ursache feststellbar.

Bei länger anhaltenden Erektionsproblemen sind selbst bei primär organischen Ursachen fast immer weitere sekundäre Komponenten - am häufigsten Versagensangst - in Betracht zu ziehen.

Auslöser von erektiler Dysfunktion

Körperliche Ursachen von erektiler Dysfunktion

Die körperlichen Ursachen der Impotenz können normale Alterserscheinungen sein, aber auch durch Erkrankungen oder Unfälle bedingt werden. Häufig sind im Lebensstil betroffener Männer Hinweise auf die Ursache zu finden: Rauchen, Alkohol, Übergewicht, ungesunde Ernährung und wenig Bewegung gelten als Risikofaktoren. Seltener liegt die Ursache in schweren Verletzungen der Wirbelsäule oder des Beckens.

Der Hauptrisikofaktor: das Alter

Der wichtigste Risikofaktor für die Entwicklung einer Impotenz ist das Alter. In der Gruppe der 30-Jährigen sind weniger als drei Prozent von einer Erektionsschwäche betroffen. Ab einem Alter von 60 Jahren leidet bereits mehr als jeder zweite darunter. Darüber hinaus liegen bei Jüngeren eher psychisch betonte Ursachen vor, während bei Älteren körperliche Ursachen überwiegen. Dies hängt damit zusammen, dass ältere Menschen grundsätzlich häufiger an Krankheiten - und oft sogar an mehreren Krankheiten - leiden.

Gefäßerkrankungen und Stoffwechselstörungen wirken sich besonders stark auf die Fähigkeit zur Erektion aus. Mitunter ist die Erektionsschwäche aber auch Nebenwirkung der Medikation. Je älter der Mensch wird, desto höher ist die durchschnittliche tägliche Medikamenteneinnahme.

Physische Auslöser von Potenzstörungen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen im direkten Zusammenhang mit Potenzproblemen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen können nicht nur Ursache von einer Erektionsschwäche sein, sondern auch in zeitlichem Zusammenhang mit der Impotenz auftreten. Der Grund dafür ist, dass für kardiovaskuläre Erkrankungen und erektile Dysfunktion dieselben Risikofaktoren gelten. Dazu gehören vor allem das Zigarettenrauchen, Übergewicht, fettreiche Ernährung und mangelnde Bewegung. Deshalb kann eine Erektionsschwäche durchaus auch als Warnzeichen begriffen werden! Die Überprüfung von Herzfunktion und Gefäßstatus sollte zusätzlich zur gegebenenfalls medikamentösen Behandlung der erektilen Dysfunktion durchgeführt werden. So können Auffälligkeiten wie Bluthochdruck, Gefäßverengungen und Gefäßverkalkung erkannt und behandelt werden, bevor Symptome wie schlimmstenfalls Schlaganfall und Herzinfarkt auftreten.

Arteriosklerose schädigt die Gefäße

Arteriosklerose beschreibt eine Gefäßverhärtung und zumeist handelt es sich dabei um die im Volksmund als Gefäßverkalkung bezeichnete Atherosklerose. Von dieser Zustandsveränderung können alle Gefäße im Körper betroffen sein und so natürlich auch der arterielle Schenkel der Gefäße um das männliche Glied.

Damit es zu einer stabilen Erektion kommt, muss Blut über die Arterien des Penis (Arteria dorsalis penis und Arteria penis profunda) in die Venengeflechte der beiden Schwellkörper fließen. Dort staut sich das Blut, sodass der Penis sich aufrichtet und verhärtet. Wenn die arteriellen Gefäßwände atherosklerotisch geschädigt sind, treten Engpässe (Stenosen) auf, die eine verminderte Durchblutung pro Zeit nach sich ziehen und sich negativ auf die Erektionsbildung auswirken können.

Diabetes mellitus greift die Gefäßwände an

Diabetes mellitus ("Zuckerkrankheit") bezeichnet eine Erkrankung, bei der anhaltend zu hohe Blutzuckerspiegel vorliegen. Der Zucker im Blut weist eine Aldehyd-Gruppe auf, die sehr reaktionsfreudig ist und mit den Gefäßwänden interagiert. So entstehen über die Zeit immer mehr kleine Gefäßschäden. Zusätzlich zu den Gefäßen, nehmen auch die Nerven Schäden.

So kann zum Beispiel das Gefühl der Haut, auch im Genitalbereich, abnehmen und somit weniger empfänglich für Stimulation werden. Die genauen Mechanismen, wie Diabetes mellitus zur erektilen Dysfunktion führt, sind derzeit noch Gegenstand der Forschung. Gut belegt ist unter anderem die Rolle reaktiver Sauerstoffspezies, die beispielsweise von den Mitochondrien ("Kraftwerke" der Zellen) bei zu hohen Blutzuckerspiegeln gebildet werden. Reaktive Sauerstoffspezies hemmen das Enzym Glyceraldehyd-3-Phosphat-Dehydrogenase (GAPDH), sodass sogenannte advanced glycation end products (AGEs) gebildet werden und die Proteinkinase-C-Signalkaskade aktiviert wird.

In der Folge wird die Möglichkeit der Gefäßweitstellung eingeschränkt, wodurch die Schwellkörper des Penis weniger Blut aufnehmen können. Die Venen bleiben verengt. Ebenso lassen sich die anfangs beschriebenen Veränderungen der Nerven beobachten. Unabhängig davon scheinen Diabetiker häufiger als Gesunde von Hypogonadismus, also einer Unterfunktion der Keimdrüsen, betroffen zu sein.

Dadurch ergeben sich niedrigere Testosteronspiegel, die die Fähigkeit zur Erektionsbildung einschränken. Störungen der Sexualfunktion werden außerdem häufiger bei Männern mit Diabetes mellitus Typ 2 als bei Männern mit Diabetes mellitus Typ 1 beobachtet. Um Folgeschäden wie Erektionsstörungen zu vermeiden, ist es wichtig, den Blutzuckerspiegel therapiegerecht zu kontrollieren und einzustellen.

Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) als Auslöser von Impotenz

Bluthochdruck kann nicht nur eine Folge von Gefäßschäden sein, sondern selbst solche verursachen und ist darum mit der erektilen Dysfunktion assoziiert. Problematisch ist, dass die medikamentöse Therapie des Bluthochdrucks die erektile Dysfunktion sogar verschlechtern kann. Insbesondere Beta-Blocker, aber auch bestimmte Diuretika können Sexualstörungen auslösen oder verstärken.

Allerdings bestehen medikamentöse Ausweichmöglichkeiten, wobei die niedrigste Rate an Fällen erektiler Dysfunktion unter einer Therapie mit alpha-Blockern zu beobachten war. Außerdem kann in manchen Fällen ein Lebenswandel dafür sorgen, dass sich der Blutdruck normalisiert. Dazu gehört eine gesunde, kochsalzarme und fettarme Ernährung, körperliche Aktivität und die Normalisierung des Körpergewichts. Sind diese Maßnahmen erfolgreich, sind eventuell keine Medikamente gegen Bluthochdruck mehr notwendig, sodass keine Nebenwirkungen mehr in Kauf genommen werden müssen.

Hyperlipidämie und hohes LDL-Cholesterin beeinflusst das Gefäßsystem

Unter einer Hyperlipidämie versteht man eine zu hohe Konzentration von Fetten im Blut. Es sind allerdings nicht alle hohen Blutfettwerte negativ zu beurteilen: Das HDL-Cholesterin wird im Volksmund als "gutes Cholesterin" bezeichnet und hohe Spiegel sind wünschenswert. Sport und mäßiger Alkoholkonsum haben sich als förderlich erwiesen und erhöhen den HDL-Cholesterin-Wert. Fettleibigkeit, Zigarettenrauchen und ein erhöhter Wert an Dreifachfetten senken den HDL-Cholesterin-Wert.

Das "schlechte Cholesterin" ist das LDL-Cholesterin, bei dem ein hoher Spiegel als ungünstig zu bewerten ist, da das Risiko für Gefäßschäden und -verkalkung steigt. Fettreiche und cholesterinreiche Ernährung tragen zur Erhöhung des LDL-Cholesterins bei. Ein Anstieg wird auch im Rahmen anderer Grunderkrankungen wie Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) oder Diabetes mellitus beschrieben. Als dritter wichtiger Parameter bezüglich der Blutfette sind die Triglyzeride (Dreifachfette) zu nennen.

Ein sehr hoher Wert begünstigt das Auftreten von Bauchspeicheldrüsenentzündungen. Eine negative Auswirkung auf das Gefäßsystem wird vermutet, ist aber noch nicht abschließend geklärt. Allerdings geht ein hoher Triglyzerid-Spiegel mit einem niedrigen HDL-Cholesterin einher, wodurch wiederum ein Risiko für atherosklerotische Gefäßschäden entsteht. Da die Gefäßverkalkung den gesamten Körper betrifft, leiden auch die für die Erektion benötigten Gefäße unter ungünstigen Blutfettwerten.

Impotenz aufgrund eines ungesunden Lebensstils

Schlechte Verhaltensweisen und Angewohnheiten wirken sich nicht nur akut, sondern auch chronisch auf Körper und Geist aus. Im akuten Alkoholrausch ist das Auftreten einer Erektionsschwäche keine Seltenheit. Durch jahrelangen über das Maß betriebenen Alkoholkonsum nehmen nicht nur Leber und Gehirn Schaden, sondern auch die Nerven, sodass eine erektile Dysfunktion entstehen kann. Zigarettenrauchen führt dazu, dass Gefäße sich verengen und verstopfen. Nicht umsonst warnen die Schreckbilder auf Zigarettenpackungen mit dem Spruch "Rauchen gefährdet Ihre Potenz".

Zigaretten verursachen Erektionsstörungen

Außerdem fördern die Giftstoffe im Tabakrauch das Fortschreiten einer Gefäßverkalkung (Atherosklerose). Bereits 1 bis 10 gerauchte Zigaretten pro Tag erhöhen das Impotenzrisiko um 27%. Mehr als 20 Zigaretten täglich führen zu einer 65%igen Erhöhung des Impotenzrisikos.

Illegale Drogen können (wie auch manche Medikamente in nicht-therapeutischer Dosis) eine schmerzhafte Dauererektion (Priapismus) verursachen. Dieser Zustand geht auch unbehandelt nach einiger Zeit vorüber, die Erektionsfähigkeit kann aber dauerhaft geschädigt sein.

Adipositas (Fettleibigkeit) ist ein Risikofaktor für Impotenz

Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) sind für sich allein genommen bereits ein Risikofaktor für erektile Dysfunktion, gehen zudem aber häufig mit anderen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, ungünstigem Blutfettprofil und einem ungesunden Lebensstil einher. Diese zusätzlichen Faktoren wirken sich ebenfalls negativ auf die Potenz aus.

Im Fettgewebe befindet sich das Enzym Aromatase, das das männliche Sexualhormon Testosteron in das weibliche Sexualhormon Östrogen umwandelt. Je mehr Fettgewebe ein Mensch also besitzt, desto mehr Östrogen wird produziert. Die Folge hoher Östrogenspiegel bei Männern können Sexualstörungen wie die erektile Dysfunktion sein. Die Gewichtsreduktion kann die Potenz-Probleme deutlich verbessern. Zusätzlich sollten vorliegende Risikofaktoren behandelt werden.

Prostataerkrankungen können die Nerven schädigen

Die Prostata (Vorsteherdrüse) produziert einen Anteil des Samensekrets. Sie befindet sich, die männliche Harnröhre umfassend, im kleinen Becken. Durch die Prostata verlaufen Nervenfasern aus dem Rückenmark, die für die Steuerung der Erektion notwendig sind. Darum können Erkrankungen der Prostata diese Nerven irritieren oder schädigen, sodass Erektionsstörungen auftreten.

Die Prostatitis bezeichnet eine Entzündung der Prostata, die meistens durch das Darmbakterium Escherichia coli (E. coli) verursacht wird. Rund zehn Prozent der Männer erkranken in ihrem Leben mindestens einmal an einer Prostatitis. Eine erektile Dysfunktion ist primär kein Symptom einer Prostatitis. Allerdings können während einer Prostatitis während und nach dem Samenerguss (Ejakulation) starke Schmerzen auftreten. Dies kann in der Folge die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen. Insbesondere bei einer chronischen Prostatitis kann sich auf diese Weise eine erektile Dysfunktion entwickeln.

Die benigne Prostatahyperplasie ("gutartige Vergrößerung der Prostata") tritt oft gemeinsam mit einer erektilen Dysfunktion auf, verursacht diese allerdings nicht. Der Zusammenhang ergibt sich durch ähnliche Entstehungsmechanismen. Die benigne Prostatahyperplasie und die erektile Dysfunktion entstehen als Folge von Veränderungen der Stickoxid-Konzentrationen in der Prostata und der glatten Muskulatur des Penis, vermehrter Aktivität der Rho-Kinase und damit gesteigerter Endothelin-Aktivität, ein Botenstoff, der die Gefäße verengt, sowie durch verminderte Durchblutung von Prostata und Penis.

Prostatakrebs führt bei sehr großen Tumoren zu Erektionsstörungen. Die Therapie kann operativ, strahlentherapeutisch, durch hochintensiven fokussierten Ultraschall (HIFU), mit Immuntherapie oder medikamentös erfolgen. Durch die Therapie kann eine vollständige oder teilweise Impotenz entstehen, weil möglicherweise Anteile der Prostata entfernt werden müssen, durch die wichtige Nervenfasern verlaufen.

Endokrinologische Erkrankungen wirken sich auf die Sexualfunktion aus

Endokrinologische Erkrankungen betreffen das Hormonsystem des Körpers. Wichtig für die Sexualfunktion sind unter anderem ein entsprechendes Level an Geschlechtshormonen. Zu beachten ist, dass der Spiegel an männlichen Sexualhormonen (Androgenen) mit steigendem Alter des Mannes stetig sinkt. Es handelt sich meistens nicht um einen krankhaften Zustand. Es existiert jedoch eine Erkrankung namens late-onset hypogonadism (LOH, "spät manifestierende Keimdrüsenunterfunktion"), die ebenfalls zu abfallenden Androgen-Spiegeln führt.

Neben der Unterfunktion der Keimdrüsen (Hypogonadismus) können auch Erkrankungen der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) wie ein Prolaktinom (ein Tumor, der das Hormon Prolaktin produziert) und der Schilddrüse zu Störungen der Sexualfunktion führen. Sowohl die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) als auch die -unterfunktion (Hypothyreose) können sich so auswirken.

Erektionsstörungen aufgrund von Unfällen und Verletzungen

Unfälle, die zu Verletzungen des Rückenmarks im Bereich der Segmente T6 bis L2 können zu Sexualstörungen führen. In dieser Höhe des Rückenmarks lassen sie sich aber gut mit PDE-5-Hemmern (zum Beispiel Viagra) behandeln. Betrifft die Schädigung jedoch direkt das Erektionszentrum in den Segmenten S2 bis S5 (Sakralmark), ist eine ähnlich erfolgreiche Behandlung mit Potenzmitteln unwahrscheinlich. Brüche des Beckengürtels gehen oft mit Verletzungen der Harnröhre und benachbarter Strukturen einher. Wenn nicht bereits dadurch eine Verletzung von Nerven zu den Penisschwellkörpern besteht, ist das Risiko groß, dass die Nerven während der operativen Rekonstruktion der Harnröhre gereizt, geschädigt oder durchtrennt werden.

Andere Erkrankungen, die Impotenz verursachen können

Neben den aufgeführten Ursachen existieren noch weitere Erkrankungen, die eine erektile Dysfunktion verursachen oder gemeinsam mit ihr auftreten. Zu den neurologischen Erkrankungen, die mit Erektionsstörungen assoziiert sind, zählen unter anderem die multiple Sklerose (MS), der Morbus Parkinson und die Multisystematrophie (MSA). Bei letzterer ist insbesondere das Shy-Drager-Syndrom in Hinblick auf Erektionsstörungen zu nennen, da hier das vegetative (auch: autonome) Nervensystem vorwiegend betroffen ist.

Nicht immer ist der Zusammenhang offensichtlich. So werden Erektionsstörungen beispielsweise auch bei Leber- und Nierenerkrankungen oder dem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) gehäuft beobachtet.

Operationen und Bestrahlung im kleinen Becken

Im kleinen Becken befinden sich unter anderem Prostata, Blase und Darm. Wie in anderen Organen auch können hier Zellen entarten und bösartige Neubildungen, Krebs im weitesten Sinne, entstehen. Das kleine Becken ist relativ eng und wichtige Strukturen wie Arterien, Venen, Nerven, Harnleiter und Harnröhre liegen dicht beieinander.

Dadurch sind Operationen im kleinen Becken mit einem hohen Risiko für Nervenverletzungen vergesellschaftet. Bis auf verhältnismäßig wenige Ausnahmen sind Nerven sehr feine Fasern, die sich farblich kaum vom umgebenden Gewebe unterscheiden. Darum kann es passieren, dass sie bei operativen Eingriffen verletzt oder sogar durchtrennt werden.

Ähnliches gilt für Bestrahlungen im kleinen Becken. Nicht nur das Krebsgewebe nimmt durch die Bestrahlung Schaden, sondern auch gesundes Gewebe. Sollte im Rahmen einer medizinischen Therapie das Risiko für Impotenz bestehen, wird der Patient vor der Behandlung darüber aufgeklärt und es obliegt seinem Ermessen, sich für oder gegen die Behandlung zu entscheiden.

Medikamente als Ursache für Impotenz

Etliche Medikamente können sich auf die Sexualfunktionen auswirken. Sowohl das sexuelle Verlangen (Libido) als auch die körperliche Möglichkeit zum Geschlechtsverkehr kann beeinflusst werden. Hinweise lassen sich im "Beipackzettel" unter dem Stichpunkt Nebenwirkungen nachlesen. Falls solche Nebenwirkungen auftreten, sollte das Medikament dennoch keinesfalls eigenmächtig abgesetzt werden.

Stattdessen sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werde, welche Alternativen es gibt, die sich möglicherweise weniger oder gar nicht auf das Sexualleben auswirken. Außerdem verursacht nicht jedes Medikament, das potentiell eine Erektionsstörung verursachen kann, diese dann auch bei jedem Patienten. Manchmal lohnt bereits der Wechsel auf ein anderes Präparat mit einem ähnlichen, aber nicht identischen Wirkstoff.

Wirkstoff Gruppe Wirkstoff Anwendung
Amilorid Hydrochlorothiazid Entwässerung (Diuretika)
ACE-Hemmer Ramipril, Captopril, Enalapril, Fosinopril, Lisinopril Blutdrucksenker
Beta-Blocker Atenolol, Bisoprolol, Carvedilol, Nebivolol, Pindolol, Propranolol, Metoprolol Blutdrucksenker
Calcium-Antagonisten Amlodipin, Verapamil, Diltiazem Blutdrucksenker
Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) Amitriptylin, Amitriptylinoxid, Clomipramin, Desipramin, Doxepin, Imipramin, Nortriptylin Depressionen
Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) Venlafaxin, Duloxetin Depressionen
CSE-Hemmer Simvastatin, Fluvastatin, Cerivastatin, Atorvastatin, Pravastatin, Rosuvastatin Cholesterinsenker

Antiandrogene vermindert Dihydrotestosteron

Dutasterid und Finasterid sind die am häufigsten verschriebenen 5-alpha-Reduktase-Hemmer, die zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (BPH, "gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse") eingesetzt werden. Sie verhindern die Umwandlung von Testosteron zu dem stärker wirksamen Dihydrotestosteron.

Diese Reaktion wird von der 5-alpha-Reduktase vorgenommen. Folglich vermindert sich die Menge an wirksamerem Dihydrotestosteron, wodurch Erektionsstörungen, Libidoverlust, Gynäkomastie (Brustvergrößerung beim Mann) und Ejakulationsstörungen auftreten können. Insbesondere Erektionsstörungen und Libidoverlust können auch nach Absetzen des Medikaments anhaltend bestehen.

Impotenz als Nebenwirkunge von Antihypertensiva

Antihypertensiva ("Blutdrucksenker") sind die Medikamente, die am häufigsten Sexualstörungen verursachen. Insbesondere Beta-Blocker zeigen oft diese unerwünschte Arzneimittelwirkung auf. Aus diesem Grund sind Beta-Blocker in den Vereinigten Staaten von Amerika bereits keine Medikamente der ersten Wahl zur Behandlung von Bluthochdruck mehr. In Deutschland gehören sie noch zur ersten Wahl, es werden allerdings bevorzugt ACE-Hemmer oder Sartane eingesetzt, die wesentlich seltener zu Erektionsstörungen führen. Im entsprechenden Beipackzettel wird diese Nebenwirkung als "sehr selten" beschrieben, betrifft folglich weniger als einen Patienten von 10.000.

Antidepressiva können Sexualstörungen verursachen

Nicht nur die Depression kann Erektionsstörungen verursachen, sondern auch die meisten Medikamente, mit denen sie behandelt wird. Vor allem selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) wie Citalopram, Sertralin, Fluoxetin und Paroxetin können Sexualstörungen verursachen. Nur wenig seltener werden die Störungen durch selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSNRI, beispielsweise Venlafaxin, Duloxetin) und selektive Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI, zum Beispiel Reboxetin) verursacht.

Auch Trizyklische Antidepressiva (TZA) können Sexualstörungen hervorrufen. Am häufigsten verursacht hier der Amitriptylin-Typ der TZA (Amitriptylin, Trimipramin, Doxepin) diese Nebenwirkung. In geringerem Ausmaß können auch nach Einnahme von TZA vom Desipramin-Typ (Desipramin, Nortriptylin) und Imipramin-Typ (Imipramin, Clomipramin) Störungen der Sexualfunktion auftreten.

Metoclopramid (MCP) beeinflussen den Dopamin-Rezeptor

Metoclopramid wirkt gegen Übelkeit und Erbrechen. Es handelt sich um einen Dopamin-Rezeptor-Antagonisten, der einige Nebenwirkungen aufweist und darum nicht länger als fünf Tage in Folge eingenommen werden sollte. Wird Metoclopramid von Männern eingenommen, kann es zum Auftreten von Erektionsstörungen kommen. Dies liegt darin begründet, dass Dopamin ein Gegenspieler des Prolaktins ist. Wird Dopamin gehemmt, überwiegt die Wirkung des Prolaktins. Prolaktin löst bei Frauen beispielsweise den Milchfluss aus. Bei Männern ist mit Störungen der Sexualfunktion zu rechnen.

Lipidsenker (Fettsenker) beeinflussen die Potenz

In einem Bericht aus dem Deutschen Ärzteblatt (2002) entfielen 14 Prozent aller Fälle von durch Medikamente verursachten Sexualstörungen auf Fettsenker. Zu den Fettsenkern gehören Fibrate und Statine (zum Beispiel Simvastatin, Atorvastatin). Der Mechanismus, wie Lipidsenker die Potenz beeinflussen, ist noch nicht abschließend geklärt. Ungünstig ist allerdings, dass hohe Blutfette und ein ungünstiges Verteilungsmuster selbiger ebenfalls unter anderem zu Erektionsstörungen führen können.

Psychische Gründe als Auslöser von Erektionsstörungen

In der Gesellschaft wird männliche Potenz häufig mit Männlichkeit gleichgesetzt. So überrascht es nicht, dass psychische und körperliche Ursachen der Impotenz eng miteinander verbunden sind. Es ist denkbar, dass eine einmalige Erektionsschwäche körperlich bedingt war, in der Folge aber den Betroffenen so sehr verunsichert, dass sich das Ereignis wiederholt. So ist nicht immer eindeutig festzustellen, ob psychische Probleme Ursache oder Folge von Impotenz sind. Des Weiteren können Erektionsstörungen im Rahmen von psychischen Erkrankungen auftreten. Prominentes Beispiel hierfür ist die Depression.

mentale Auslöser von Erektionsstörungen

Konflikte und Probleme in der Partnerschaft

Beziehungsprobleme bedeuten Stress und wirken sich negativ auf das Sexualleben aus. Die Konflikte sind vielseitig und umfassen unterschiedliche Zukunftsvorstellungen (zum Beispiel Eheschließung und Familiengründung), Eifersucht und Untreue, Krankheit eines Partners sowie eine gestörte Kommunikation, durch die beide Partner sich vom jeweils anderen unverstanden oder nicht ernst genommen fühlen.

Wenn es allerdings zu Beginn der eigenen sexuellen Aktivität oder am Anfang einer neuen Beziehung häufiger zu Störungen der Sexualfunktion kommt, muss dies keinen Krankheitswert haben. Meist verschwinden die Probleme, sobald Vertrauen in den Partner und in den eigenen Körper besteht. Allerdings kann das Vertrauen in den eigenen Körper durch unrealistische Erwartungen erschwert werden.

Durch die Pornoindustrie können sich Männer unter Druck gesetzt fühlen, mit diesen künstlichen Szenen "mithalten" zu müssen. Dabei wird übersehen, dass es sich um einen Zusammenschnitt einer gestellten Situation handelt, die nur wenig mit der Wirklichkeit zu tun hat.

Während früher die Rollen für Mann und Frau eindeutig und unumstößlich waren, sind heutzutage unzählige Varianten der Partnerschaft möglich. Eine Frau kann der Hauptverdiener in der Familie sein. Ein Mann kann zu Hause bleiben und die Kinder hüten. Solche Konstellationen können allerdings auch einen Boden für Konflikte bieten, die womöglich gar nicht direkt angesprochen werden, sich aber im gestörten Sexualleben widerspiegeln können. Des Weiteren können Sexualstörungen bei einer ungeklärten sexuellen Orientierung oder nach einer traumatischen sexuellen Erfahrung auftreten.

Das wichtigste Element für Beziehungsprobleme ist die ehrliche und offene Kommunikation, die eventuell zunächst von einem Experten, zum Beispiel einem Sexual- oder Paartherapeuten, angeleitet werden sollte. Richtig miteinander zu kommunizieren, ist eine Fähigkeit, die erst erlernt werden muss.

Stress beeinflusst die Libido

Dass Stress die Libido beeinflusst, hat vermutlich jeder bereits erfahren. Natürlich gibt es Persönlichkeiten, die unter Stress erst so richtig aufblühen, viel häufiger schlägt allerdings stetiger Stress aufs Gemüt. Dabei ist es unwichtig, woher der Stress kommt. Einen möglichen Stressfaktor kann die Arbeit darstellen, die über- oder unterfordernd sein kann oder durch Mobbing zu einer deutlichen Belastung wird.

Aber auch die Angst um den Job oder die Arbeitslosigkeit verursachen negativen Stress, insbesondere wenn dadurch das Finanzielle und die eigene Existenz bedroht werden. Treten unter diesen Bedingungen Erektionsstörungen auf, kann ein Teufelskreis entstehen: Die Erektionsschwäche kann vom Betroffenen als "Versagen" interpretiert werden und der Geschlechtsakt schließlich als weiterer, mit Angst besetzter Stressfaktor wahrgenommen werden.

Depression und Erektionsstörungen stehen in direktem Zusammenhang

In der Massachusetts Male Aging Study (MMAS) konnte ein multidisziplinäres Team einen Zusammenhang zwischen Depression und erektiler Dysfunktion nachweisen, der unabhängig vom Lebensstil, Gesundheitszustand, Medikamenteneinnahme sowie demographischen, anthropometrischen und hormonellen Gründen war. "Verlust der Libido" gehört darüber hinaus auch zu den Kriterien des "somatischen Syndroms", unter dem die durch eine Depression ausgelösten körperlichen Symptome zusammengefasst werden.

Nach heutigem Verständnis liegen der Depression Veränderungen des biochemischen Botenstoffsystems des Gehirns zugrunde. Eine besonders wichtige Rolle scheinen dabei die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin zu spielen. Um die Erektionsstörung zu behandeln, sollte die Depression als vorliegende Grunderkrankung therapiert und gegebenenfalls die Behandlung durch Potenzmittel wie Viagra ergänzt werden.


Quellen:

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  3. Erectile Dysfunction and Lower Urinary Tract Symptoms Secondary to BPH. McVary KT (2005); European Urology. Volume 47, Issue 6, June 2005. URL: sciencedirect.com
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  7. Endocrine causes of impotence (nondiabetes). Jeremy PW Heathen et al; Volume 30, Issue 1, February 2003, Pages 73–81. URL: sciencedirect.com
  8. A systematic review of the association between erectile dysfunction and cardiovascular disease. Gandaglia G. et al; Eur Urol. 2014 May;65(5):968-78. doi: 10.1016/j.eururo.2013.08.023. Epub 2013 Aug 23.. URL: ncbi.nlm.nih.gov

Aktualisiert am: 22.12.2016

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