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Geschlechtsumwandlung Mann-zu-Frau

Wenn Männer sich im eigenen Körper unwohl und sich zum anderen Geschlecht zugehörig fühlen, dann kommt der Gedanke einer Geschlechtsumwandlung auf. Wir haben für Sie zusammengefasst, welchen Hürden sich Transgender bei einer Geschlechtsumwandlung vom Mann zur Frau stellen müssen und was es bei einer Hormontherapie zu beachten gibt.

Ablauf & Voruntersuchungen der Geschlechtsumwandlung Mann zu Frau

Eine Geschlechtsumwandlung vom Mann zur Frau ist eine Operation die für Männer infrage kommt, die sich mit ihrem Geschlecht nicht identifizieren können, als Frau fühlen und auch als Frau leben möchten. Die Geschlechtsumwandlung kann jedoch erst durchgeführt werden, wenn umfangreiche Voruntersuchungen abgeschlossen sind und ein Gutachten vorliegt. Dieses muss von einem qualifizierten Therapeuten erstellt werden.

Vorbereitungen und Voruntersuchungen einer Geschlechtsumwandlung

Eine Geschlechtsumwandlung basiert auf den beiden Behandlungssäulen "Hormontherapie" und "Operation".

Vor einer Hormontherapie sowie geschlechtsangleichenden Operation sind sowohl körperliche als auch psychologische Untersuchungen erforderlich. Außerdem muss sich der Patient über einen längeren Zeitraum in Therapie begeben.

Bevor eine Behandlung überhaupt begonnen werden kann, sollte neben der Selbstdiagnose auch eine fachmännische psychologische wie medizinische Diagnose erfolgen. Die Faktoren der Klassifikation sind dabei von der WHO (Weltgesundheits-Organisation) festgelegt und erfordern eine biographische Anamnese, eine urologische bzw. gynäkologische Untersuchung und psychiatrisch-psychologische Bewertung. Häufig findet in diesem Zusammenhang auch ein sogenannter Alltagstest statt, in der die neue Geschlechtsidentität im Alltag erprobt wird.

Während dieser Zeit sollen die Motive herausgearbeitet werden, die als Basis für eine fundierte Entscheidung für die Operation dienen können. Dies ist vor allem deshalb sehr wichtig, da eine Operation, die die Identität als Mann wieder herstellen könnte, grundsätzlich nicht möglich ist. Da die Geschlechtsangleichung eine Operation ist, die unter Vollnarkose durchgeführt wird, sind umfassende körperliche Voruntersuchungen erforderlich. Dazu gehört die Messung des Blutdruckes, die Erstellung eines Blutbildes und die Anfertigung eines EKGs (Elektrokardiogramm).

Bestimmte Faktoren können die Zustimmung zu einer Geschlechtsumwandlung erschweren. Hierzu gehören unter anderem:

  • instabile Geschlechtsidentität
  • Alkohol- oder Drogensucht
  • manische Depression
  • tiefgreifende psychische Erkrankungen (z.B. Schizophrenie)
  • organische Hirnerkrankung
  • HIV-Erkrankung

Ablauf der Geschlechtsumwandlung Mann zu Frau

Transgender-Therapie Stufen

Nur wenn die nötigen Voraussetzungen erfüllt sind, empfehlen Ärzte eine Geschlechtsumwandlung, sei es eine Hormontherapie oder eine operative Angleichung. Im Einzelfall kann die Hormontherapie auch ohne psychologische Tiefendiagnose erfolgen, um eine bessere Alltagsprobe zu ermöglichen.

Eine begleitende therapeutische und medizinische Behandlung soll sicherstellen, dass der Wunsch einer Geschlechtsangleichung ernsthaft besteht, sich der Patient über die Änderung des Alltags bewusst ist und keine gesundheitlichen Risiken bestehen.

Hormontherapie während der Mann zu Frau Geschlechtsumwandlung

In den allermeisten Fällen werden bereits im Vorfeld einer geschlechtsangleichenden Operation im Rahmen einer männlichen Geschlechtsumwandlung Hormone verabreicht die das Ziel haben, das äußere Erscheinungsbild des Mannes weiblicher erscheinen zu lassen.

Hierdurch können sich die Brustwarzen vergrößern, die Körperhaare vermindern und ähnliche Erscheinungen eintreten, die den Mann ein Stück auf dem Weg begleiten können, zur Frau zu werden. Oftmals reichen diese Vorbereitungen nicht aus, sodass letzten Endes doch eine Operation gewünscht wird.

Bei einer Hormontherapie werden dem männlichen Körper entsprechend weibliche Hormone zugeführt. Die Zusammensetzung der Hormontherapie und die Konzentration der Östrogene erfolgt dabei durch einen Endokrinologen. Er ermittelt welches Präparat geeignet ist und in welcher Dosierung es angewandt werden sollte.

Unabhängig davon welche Hormone dem Körper zugeführt werden, messen der Hypothalamus und die Hypophyse die Hormonkonzentration. Ist die Konzentration niedrig wird das Hormon Gonadotropin ausgeschüttet, welches die Hoden oder Eierstöcke anregt, welche wiederum die Produktion von Sexualhormonen erhöhen. Ist der Hormonspiegel dahingegen hoch, werden vom entsprechenden Geschlechtsorgan auch weniger männliche oder weibliche Hormone produziert.

Man spricht hierbei auch von hormoneller Kastration. Finden sich weniger Sexualhormone des eigenen Geschlechts im Körper, verändert sich der Körperbau auch entsprechend.

Diese Körperfunktionen macht sich die Hormontherapie zunutze.

Männern werden künstlich weibliche Hormone zugeführt, wodurch dem Körper signalisiert wird, dass kein Testosteron mehr produziert werden muss. Auf diese Weise enthält der Körper mehr weibliche als männliche Sexualhormone. Bei der Mann-zu-Frau-Therapie werden dem Körper Östrogen und teilweise Gestagen zugeführt. Besonders das Östrogen Östradiol bzw. Estradiol spielt dabei eine wichtige Rolle. Es fördert die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale wie Brustwachstum, weibliche Fettverteilung und Hautbeschaffenheit.

Auswirkungen der Hormontherapie auf den männlichen Körper

Wie stark auf die Hormontherapie angesprochen wird, hängt von verschiedenen Faktoren wie z.B. dem Alter ab. So führt eine erhöhte Hormondosierung nicht zu einem stärkeren Brustwachstum. Wie groß die Brüste bspw. werden, ist von der Veranlagung abhängig und kann nur durch eine OP verändert werden.

Zu Beginn wird sich zumeist lediglich auf eine Östrogen-Behandlung konzentriert. Innerhalb der ersten Wochen macht sich vor allem eine größere Empfindlichkeit der Brust und ein leichtes Brustwachstum bemerkbar. Nachdem sich die Brustwarzen vergrößert haben und stärker auf Kälte oder sexuelle Reize reagieren, bildet sich langsam Drüsengewebe. Im nächsten Schritt kommt es zu einer Fettverteilung nach weiblichem Muster, sodass sich der Körperbau immer mehr dem einer Frau annähert. Inwieweit der Körperbau beeinflusst wird hängt dabei aber auch vom Knochenbau ab. Gleichzeitig wird die Haut zarter und die Körperbehaarung nimmt ab. Es folgt zudem ein leichter Muskelschwund.

Eine Angleichung der Stimme erfolgt durch die Hormontherapie nicht, diese muss bei Männern eventuell operativ erfolgen. Zudem führt die Hormonbehandlung zum Schrumpfen der Hoden und schließlich zur Unfruchtbarkeit. Gerade zu Beginn der Behandlung kann Östrogen zudem die Libido senken, dies kann durch Gestagene ausgeglichen werden.

Die Behandlung wird zunächst mit einer niedrigen Dosierung begonnen und kann bei Bedarf und Eignung erhöht werden. Falls nötig kann die Produktion des männlichen Sexualhormons Testosteron durch ein Antiandrogen unterdrückt werden.

Wie stark auf die Hormontherapie angesprochen wird hängt von verschiedenen Faktoren, wie z.B. dem Alter ab. So führt eine erhöhte Hormondosierung nicht zu einem stärkeren Brustwachstum. Wie groß die Brüste werden, ist von der Veranlagung abhängig und kann nur durch eine OP verändert werden.

Bei 121doc können Männer unter bestimmten Voraussetzungen im Rahmen der Mann-Frau-Therapie Hormonpräparate der Hormonersatztherapie bestellen. Es stehen dabei verschiedene Präparate mit Östrogen oder einer Östrogen-Gestagen-Kombination in verschiedenen Dosierungen zur Verfügung.

Bitte beachten Sie dabei, dass wir das Medikament nur verschreiben und versenden können, wenn dies bereits von einem Endokrinologen für die Hormontherapie empfohlen wurde.

Folgende Tabelle fasst die körperlichen Änderungen im Rahmen von Hormontherapien zusammen:

Verlauf der Mann-zu-Frau-Therapie Verlauf der Frau-zu-Mann-Therapie
Wirkung Wirkungsbeginn Wirkung Wirkungsbeginn
Rückgang der Libido 1- 3 Monate Zunahme des Hautfetts und Aknebildung 1-6 Monate
Rückgang spontaner Erektionen 1-3 Monate Rückgang der Menstruation 2-6 Monate
weibliche Körperfettverteilung 3-6 Monate Haarwachstum (Körper und Gesicht) 3-6 Monate
abnehmende Muskelmasse und Kraft 3-6 Monate Wachstum der Klitoris und Schamlippen 3-6 Monate
Reduktion des Hautfetts und sanftere Haut 3-6 Monate männliche Körperfettverteilung 3-6 Monate
einsetzendes Bruchstwachstum 3-6 Monate Vaginaltrockenheit 3-6 Monate
Schrumpfen der Hodensäcke 3-6 Monate tiefere Stimmfarbe 3-12 Monate
Rückgang des Haarwachstums (Körper und Gesicht) 3-12 Monate Zunahme an Muskelmasse und Kraft 6-12 Monate
Impotenz und verminderte Spermienproduktion individuell Haarausfall nach 12 Monaten

Geschlechtsangleichende Operation für Männer (GAOP)

Um die Geschlechtsumwandlung eines Manns zur Frau vollständig zu ermöglichen, sind zwei Operationen notwendig.

Zum Einen erfolgt eine operative Epilation der Barthaare, da das Bartwachstum durch die Hormonbehandlung nicht gestoppt wird. Für eine dauerhafte Haarentfernung wird die Nadelelektro-Epilation angewandt.

Der größte Eingriff ist die Genitaloperation. Dabei werden der Penis und die Hoden amputiert. Im Anschluss werden die Neovulva, Neovagina und Neoklitoris gebildet.

Je nachdem wie stark die Hormonbehandlung anschlägt, entscheiden sich manche Männer zu einer operativen Brustvergrößerung. Da die Stimme durch die Hormonbehandlung nicht beeinflusst wird, kann auch hier im Einzelfall eine OP, in Form einer Stimmbandverkürzung oder Kehlkopfplastik, nötig sein. Zuvor sollte jedoch ein Stimmtraining in Erwägung gezogen werden.

Im Zusammenhang mit einer Geschlechtsumwandlung sprechen die Experten von einer geschlechtsangleichenden Operation (GAOP). Die geschlechtsumwandelnde Operation erfordert mehrere Schritte. Sie wird unter Vollnarkose durchgeführt und soll die Geschlechtsmerkmale und das äußere Erscheinungsbild so verändern, dass die betreffende Person eindeutig als Frau und nicht mehr als Mann wahrgenommen werden kann. Um dies zu erreichen wird der Penis entfernt, eine Scheide gebildet und die Brust aufgebaut.

Ablauf der Vaginoplastie

Die Operation findet unter Vollnarkose statt. Dabei wird die Eichel des Mannes frei präpariert, behält aber ihre Verbindung zu den Blutgefäßen und den Nerven. Das wichtigste Ziel ist es die Hoden, den Penis und den Schwellkörper zu entfernen und eine Vagina sowie eine Klitoris zu bilden. Außerdem müssen die großen Schamlippen angelegt werden.

Bei der Operation wird die Haut des Penis nach innen gestülpt, sie bildet die neue Scheide. Diese Methode ist die am meist erforschte und praktizierte Operationstechnik laut dem Journal of Sexual Medicine.

Im nächsten Schritt werden die neuen Schamlippen aus dem Hodensack gefertigt, die Eichel des Penis wird als Klitoris verwendet. Dies ist der wichtigste Schritt der Operation, der die neue Identität als Frau begründet.

Weitere Schritte sind eine Erweiterungsplastik am Scheideneingang, der Aufbau eines Schamhügels, die Korrektur der großen und kleinen Schamlippen, die Entfernung der Schwellkörperreste und die Entfernung der männlichen Harnröhrenöffnung.

Aufbau der weiblichen Brust bei Männern

Oftmals ist das Ergebnis der vorangegangenen Hormontherapie noch nicht zufriedenstellend, sodass sich die betreffenden Personen für eine operative Vergrößerung der Brust entscheiden. Dieser Schritt wird ebenfalls unter Vollnarkose durchgeführt. Dazu wird die Haut an bestimmten Stellen der Brust eingeschnitten. Nun können Aushöhlungen gebildet werden, in die Silikon-Implantate eingesetzt werden.

Veränderung der Stimmfarbe, des Gesichtes und des Körpers

Oftmals ist es mit einer Veränderung der Geschlechtsorgane und dem Aufbau einer Brust noch nicht getan. Es können weitere Schritte wünschenswert sein die dazu geeignet sind, das Aussehen weiblicher zu gestalten:

  1. Die Stimme kann durch eine Straffung und eine Kürzung der Stimmbänder weiblicher und heller gemacht werden
  2. Im Gesicht bietet sich die Verdichtung der Wangenknochen, die Verkleinerung der Nase und des Kinns sowie des Kehlkopfes an
  3. Bei Bedarf können die Körperformen nachmodelliert werden

Mögliche Komplikationen und Nachbehandlung bei einer Geschlechtsumwandlung

Ähnlich wie jede andere Operation unter Vollnarkose birgt auch die Geschlechtsumwandlung von Mann zur Frau gewisse Risiken, die niemals vollständig ausgeschlossen werden können.

Dazu gehören Blutungen, Nachblutungen, Blutergüsse, Infektionen, Wundheilungsstörungen, Gefühlsstörungen sowie absterbende Gewebeteile. Es obliegt dem behandelnden Arzt, den Patienten über diese Risiken aufzuklären und dabei nicht nur auf allgemeine, sondern auch auf individuelle Faktoren einzugehen. Aus diesem Grunde ist es sehr wichtig den Anweisungen, die der Arzt im Vorfeld der Operation gibt, Folge zu leisten.

Nach der Operation

Ist die Operation erfolgreich überstanden, ist der wichtigste Schritt auf dem Weg vom Mann zur Frau getan. Es wird aber noch eine gewisse Zeit erforderlich sein, Termine zur Nachuntersuchung wahrzunehmen, Medikamente einzunehmen und andere Verhaltensmaßregeln zu beachten, die der Arzt mit der Patientin bespricht.

Hier gilt das Gleiche, was auch für das Verhalten vor der Operation gilt: Den Anweisungen des Arztes sollte unbedingt Folge geleistet werden.

Nach der Operation gilt die betreffende Person offiziell als Frau und kann ihre neue Identität in vollem Umfang leben. Dabei gibt es allerdings eine wichtige Einschränkung. Die inneren Geschlechtsorgane werden nicht angeglichen, aus diesem Grunde ist auch keine Schwangerschaft möglich.


Quellen:

  1. Selvaggi, G. et al (2005): Gender identity disorder: general overview and surgical treatment for vaginoplasty in male-to-female transsexuals, in: in: Plast Reconstr Surg. 2005 Nov;116(6):135e-145e, ncbi.nlm.nih.gov
  2. Horbach, SE. et al. (2015): Outcome of Vaginoplasty in Male-to-Female Transgenders: A Systematic Review of Surgical Techniques, in: Journal of Sexual Medicine 2015 Jun;12(6):1499-512, ncbi.nlm.nih.gov
  3. Fachklinik München Bogenhausen: Transsexualität Mann-zu-Frau Einzelschritte der Operation, URL: chkmb.de, Zugriff am 08.12.2015

Letzte Aktualisierung: 08.12.2015

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