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Nagelpilz - Ursachen, Symptome und Behandlung

Bei Nagelpilz oder Onychomykose handelt es sich um eine Pilzinfektion der Nägel. Dabei sind Zehennägel häufiger betroffen als Fingernägel. Nagelpilz entsteht meist als Folgeerkrankung einer Fußpilz Infektion, die nicht sofort oder nicht ausreichend behandelt wurde.

Nagelpilz Definition, Häufigkeit & Formen

Definition

Unter Nagelpilz (Onychomykose), auch häufig als Nagelmykose oder Tinea unguium bezeichnet, wird eine Infektion der Nägel durch pathogene Pilze verstanden. An den Zehennägeln tritt er häufiger als an den Fingernägeln auf. Meist geht der Nagelpilz aus einer Infektion mit Fußpilz hervor, die nicht ausreichend oder nicht sofort behandelt wurde.

Eine Nagelpilzerkrankung kann ziemlich hartnäckig und unter Umständen auch schmerzhaft sein. Jeder Mensch kann sich theoretisch mit dem Pilz infizieren, welcher den Nagel angreift. Sobald ein Verdacht auf Nagelpilz besteht, sollte der Nagel untersucht und therapiert werden, damit der Pilz nicht weiter in den Körper vordringen kann.

Häufigkeit

In der deutschen Gesamtbevölkerung liegt die Häufigkeit von Nagelpilz bei über 20 %. Männer sind mit einem Verhältnis von 1,41 : 1 häufiger betroffen als Frauen. Dabei gibt es eine positive Korrelation mit dem Alter. Auch bei Kindern stellt eine Nagelmykose heute keine Seltenheit mehr dar. Laut dem europäischen Achilles-Projekt beträgt die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) für eine Onychomykose ca. 23 %.

Formen von Nagelpilz

Die unterschiedlichen Nagelpilztypen werden in der Regel in folgende Kategorien eingeteilt:

  • distale subunguale Onychomykose (DSO)
  • proximale subunguale Onychomykose (PSO)
  • superfizielle weiße Onychomykose (SWO)
  • totale distrophische Onychomykose (TDO)

Die distale subunguale Onychomykose (DSO) tritt am häufigsten auf.

So erkennen Sie Nagelpilz: Verschiedene Nagelpilzformen in Bildern

Erreger & Symptome

Wichtigste Erreger

Eine Nagelpilzinfektion kann durch Hefepilze, Dermatophyten sowie Schimmelpilze hervorgerufen werden. Als primäre Erreger werden nach neuesten Erkenntnissen allerdings die Dermatophyten genannt, vor allem Trichophyton rubrum (ca. 90 %) und Trichophyton mentagrophytes, selten Epidermophyton floccosum. Schimmelpilze (ca. 6 %) und Hefen (ca. 10 bis 15 %) spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Orte, an denen eine Nagelpilzinfektion häufig ausgelöst werden kann:

  • Umkleidekabinen
  • Duschen
  • Schwimmbäder
  • Sportanlagen

Symptome & Anzeichen

Während sich der Pilz vom vorderen Rand des Nagels bis über die gesamte Nagelplatte ausbreitet, sind Strukturveränderungen des Nagelmaterials sichtbar. Der Glanz des Nagels ist vermindert und er wird durchsichtiger. Aufgrund der Auflösung des Keratins, das die Nagelsubstanz darstellt, bilden sich mit Luft gefüllte Hohlräume im Nagel. Sie werden als weiße Streifen und Flecken sichtbar, bis sich der befallene Bereich weiter verdickt und eine weißliche bis gelbbraune Farbe annimmt.

Ansonsten erkennen Sie Nagelpilz anhand der folgenden sichtbaren Anzeichen:

  • weiße oder gelbe Streifen am Nagel (laterale Onychomykose)
  • bröckelnde Ecken oder Spitzen des Nagels (distale Onychomykose)
  • Abgeplatzte weiße Flächen auf den Nageloberflächen, die Vertiefungen im Nagel umfassen können
  • Auftreten gelber Flecken an der Unterseite des Nagels (proximale Onychomykose)
  • Kompletter Verlust eines Nagels

Beim Befall mit Dermatophyten beginnen die Nagelveränderungen am freien Nagelrand. Sollte ein Befall mit Hefepilzen vorliegen, findet eine Verfärbung und Veränderung am Nagelwall statt.

Mit dem weiteren Fortschreiten der Pilzerkrankung werden die Nägel brüchig oder krümelig. Da sich die Nagelplatte lockert, kann sich der Nagel teilweise vom Nagelbett abheben, das entzündet ist. Sofern die Nagelmatrix betroffen ist, wird der neu gebildete Nagel sofort mit dem Erreger infiziert.

Auch wenn eine Erkrankung mit einem Nagelpilz nicht lebensbedrohlich ist, so sollte er dennoch immer behandelt werden. Denn die Erkrankung kann von Schmerzen begleitet sein und die Funktion der betroffenen Zehen sowie des gesamten Fußes einschränken. Ein unbehandelter Nagelpilz kann zur vollständigen Zerstörung des betroffenen Nagels führen. Außerdem können sich die Pilzerreger auch auf weitere Bereiche des Körpers ausdehnen.

Ursachen & Risikofaktoren für Nagelpilz

Zu Beginn ist meist nur ein einzelner Nagel betroffen. Danach wächst der Pilz im Normalfall vom vorderen Rand des Nagels aus unter die Nageplatte weiter in den Nagel hinein.

Hat erst einmal ein Kontakt mit dem Nagelpilzerreger stattgefunden, wird sein Wachstum anschließend durch folgende Faktoren begünstigt:

  • zu enges Schuhwerk, das Druckstellen hinterlässt
  • luftundurchlässige Schuhe
  • feucht-warmes Milieu
  • Mikroverletzungen im Bereich des Nagels
  • starke Schweißbildung (Hyperhidrose)
  • Autoimmunkrankheiten wie Nagelpsoriasis
  • Verletzungen während der Fußpflege
  • Diabetes mellitus
  • Durchblutungsstörungen
  • genetische Faktoren
  • Störungen des Immunsystems
  • chronische Entzündungen der Beinvenen (Varikosis)
  • periphere artierielle Verschlusskrankheit
  • Leistungssport
  • Rauchen
  • Ekzeme

Die Nagelpilz Infektion ist sehr häufig Folge einer Fußpilzerkrankung, die sich ausgebreitet hat. Der Nagel kann allerdings auch durch indirekten oder direkten Kontakt mit dem Erreger infiziert werden.

Mit fortschreitendem Alter steigt die Gefahr für eine Infektion mit Nagelpilz, da ältere oder auch an Diabetes erkrankte Personen mehr Risikofaktoren besitzen.

Durch Sensibilitätsstörungen am Fuß werden kleine Verletzungen eventuell nicht sofort bemerkt bzw. entsprechend behandelt und dienen so als offene Eintrittspforten für den Fuß- und Nagelpilz. Auch bei Sportlern besteht ein erhöhtes Risiko für eine Nagelpilzinfektion, da sie häufig mit Risikobereichen (wie Umkleidekabinen oder Gemeinschaftsduschen) in Kontakt kommen und die erhöhte Schweißbildung in Sportschuhen die Nagelpilzinfektion begünstigt.

Bei Verdacht auf Nagelpilz sollte immer der Nachweis des Pilzerregers mittels Pilzkultur erfolgen, damit eine auf den Erreger angepasste Therapie vorgenommen werden kann. Denn je genauer die Diagnose ausfällt, desto zielgerichteter kann der Nagelpilz bekämpft werden. Die Diagnose wird durch die Entnahme von Nägelspänen verifiziert. Anschließend werden diese mittels einer Lauge von Hornmaterial befreit, präpariert und unter dem Mikroskop auf Pilze untersucht. Liegt ein Pilz vor, wird er zur genaueren Differenzierung mikrobiologisch angezüchtet.

Therapie & Behandlung von Nagelpilz

Eine Nagelpilzinfektion benötigt grundsätzlich eine ärztliche Behandlung. Wenn der infizierte Nagel nicht sorgfältig behandelt wird, besteht die Gefahr, dass der Pilz den Nagel zerstört oder sich auf andere Nägel ausbreitet. Dabei kann es zu erheblichen Schmerzen beim Laufen kommen.

Ist der Nagel weniger als die Hälfte und nur in seinen oberflächlichen Nagelschichten befallen, so kann er äußerlich mit bestimmten Mitteln, die Antimykotika enthalten, behandelt werden.

Dabei handelt es sich um Nagellacke, Cremes oder Tinkturen. Ist der Pilz jedoch schon weiter bis in das Nagelbett vorgedrungen, reicht eine äußerliche Behandlung nicht mehr aus. Dann müssen bestimmte Kapseln oder Tabletten mit einem pilztötenden Wirkstoff eingenommen werden.

Der Wirkstoff erreicht den Nagel über die zuführende Blutbahn, um sich im Nagel einzulagern und zur Wirkung zu kommen. Gleichfalls werden Salben mit Harnstoff oder mit einer Kombination aus Harnstoff und Bifonazol wie beispielsweise in Canesten®Salbe auf dem befallenen Nagel aufgetragen, um diesen aufzuweichen und gleichfalls die oberen Nagelschichten aufzulösen. Somit kann der Wirkstoff besser in die tiefer liegenden Nagelschichten eindringen.

Medizinischer Nagellack:

Gegenüber Salben und Cremes haben medizinische Nagellacke deutliche Vorteile, da sie schnell trocknen und ein Wirkstoffreservoir bilden. Außerdem dringt der Wirkstoff gleichmäßig in alle Nagelschichten vor. Es gibt allerdings Unterschiede im Bezug der Anwendung und des Wirkspektrums.

Häufig zum Einsatz kommen zum Beispiel die Wirkstoffe:

  • Ciclopirox
  • Bifonazol
  • Amorolfin

Für den Wirkstoff Amorolfin, der sich im Loceryl Nagellack befindet, wurde in einer Studie nachgewiesen, dass die klinische Verbesserung und vollständige Heilungsrate mit Amorolfin gegenüber einer topischen Harnstoffbehandlung 50% beträgt.

Eine weitere Studie ergab, dass auch eine spezielle Mischung aus ätherischen Ölen, die hauptsächlich Terpene mit niedrigem Molekulargewicht enthalten, zum Einsatz kommen könnte. Diese würden durch die dicken Nagelschichten bis zum Pilzerreger durchdringen. Außerdem würden sich nur selten Resistenzen gegenüber ätherischer Öle ergeben, sodass damit große Heilungschancen ohne Nebenwirkungen gegeben sind. Die Studie muss allerdings noch in vivo getestet werden.

Vorbeugung gegen Nagelpilz

Da eine Nagelpilz Behandlung langwierig und schmerzhaft ist, kann auch versucht werden eine Nagelpilz-Infektion zu vermeiden. Dafür sind folgende Regeln hilfreich:

  • nicht in öffentlichen Einrichtungen wie Hotels, Saunen oder
  • Schwimmbädern barfuß laufen
  • alle Textilien, die heiß gewaschen werden können am besten bei 60 °C oder besser 90 °C waschen
  • regelmäßige Nagelpflege
  • Diabetes mellitus behandeln lassen, um Komplikationen vorzubeugen
  • bequeme Schuhe mit atmungsaktivem Obermaterial

Wenn eine Ansteckung schon erfolgt ist:

  • eigenes Handtuch für die Füße benutzen
  • Handtuch täglich wechseln
  • Nagelschere und andere Fußflegegerätschaften sorgfältig reinigen und desinfizieren
  • Socken bei 60 °C waschen
  • Rücksicht auf andere Menschen nehmen: Nirgends barfuß laufen, auch zu Hause nicht

Weitere Möglichkeiten um Pilzinfektionen der Fußnägel zu verhindern und zukünftigen Fußpilzerkrankungen vorzubeugen:

  • Regelmäßige Verwendung von Sprays oder Pulvern mit Antimykotika
  • Waschen Sie Ihre Hände nach dem Berühren von infizierten Nägeln
  • Trocknen Sie Ihre Füße auch nach dem Duschen ab , vor allem zwischen den Zehen
  • Falls Sie Ihre Pediküre in dafür spezialisierten Salons machen lassen vergewissern Sie sich, dass die dort verwendeten Gerätschaften desinfiziert werden
  • Verwenden Sie nur Ihre eigenen Scheren, Feilen oder Nagelknipser für die Fußpflege
  • Tragen Sie Socken, welche die Feuchtigkeit reduzieren
  • Tragen Sie so oft wie möglich luftdurchlässiges Schuhwerk
  • Vermeiden Sie das Barfußlaufen in öffentlichen Räumen
  • Reduzieren Sie die Verwendung von künstlichen Nägeln und Nagellack

Quellen:

  1. American Academy of Dermatology: Nail care, URL: aad.org, Zugriff am 08.12.2015
  2. Ghannoum M., Isham N. (2014) Fungal Nail Infections (Onychomycosis): A Never-Ending Story?, in: PLoS Pathog 10(6), journals.plos.org

Letzte Aktualisierung: 08.12.2015

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