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Was sind Beta-Blocker (Beta-Rezeptorenblocker)?

Beta-Blocker hemmen die Wirkung von Stresshormonen, indem deren Rezeptoren (β-Adrenozeptoren) im Organismus besetzen und blockieren. Hierdurch verlangsamen sie den Pulsschlag und wirken blutdrucksenkend. Sie werden vor allem zur Behandlung von Bluthochdruck (Hypertonie) und koronarer Herzkrankheit eingesetzt.

Entwickelt wurden Beta-Blocker bereits in den 1960er Jahren durch den britischen Pharmakologen und Nobelpreisträger Sir James Whyte Black. Für lange Zeit waren sie die einzigen Medikamente mit diesen Eigenschaften.

Definition

Beta-Blocker oder Beta-Rezeptorenblocker sind Kurzbezeichnungen für Beta-Adrenorezeptor-Antagonisten, die sich unter anderem in den Zellen des Herzens, der Blutgefäße und der Nieren befinden.

Grundsätzlich dienen Rezeptoren der neurobiologischen Steuerung von organischen Prozessen, indem sie als Andockstellen für neuronale Botenstoffe dienen. Die Beta-Adrenorezeptoren werden insbesondere durch die Hormone Adrenalin, Noradrenalin sowie einige weitere Stresshormone aktiviert, die unter Stress in großen Mengen ausgeschüttet werden.

Stress als Erkrankungsrisiko

Aus der Wirkung der Stresshormone resultieren verschiedene körperliche Veränderungen: Blutgefäße sowie Bronchien verengen sich, der Herzschlag wird schneller und der Blutdruck steigt. Solche Stressreaktionen wurden durch die Evolution bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt "programmiert".

Ursprünglich dienten sie dazu, den Körper für Kampf oder Flucht - also für intensive Bewegungsabläufe - zu aktivieren. In der darauffolgenden Entspannungsphase wurden die Stresshormone wieder abgebaut.

Unter dem heute vorherrschenden Dauerstress bleibt ihr Einfluss dagegen permanent bestehen. Hinzu kommen in der Regel weitere Faktoren wie Bewegungsmangel, Übergewicht und Fehlernährung. Vor allem Herz und Blutkreislauf werden durch die Kombination von Stress und ungesunder Lebensweise stark belastet.

Beta-Blocker reduzieren den Einfluss der Stresshormone

Beta-Blocker sind in der Lage, die langfristigen Folgen dieser Einflüsse zu verhindern oder abzuschwächen, indem sie die Beta-Adrenorezeptoren blockieren.

Das Andocken der Stresshormone, Stressreaktionen und damit die ständige Überaktivierung der Organe werden durch Beta-Blocker reduziert oder ausgeschaltet. Optimal ist, wenn eine solche medikamentöse Therapie mit Änderungen der Lebensweise kombiniert wird.

Wirkungsweise von Beta-Blockern

Beta-Blocker beeinflussen das vegetative Nervensystem - also jene Körperfunktionen, die nicht bewusst gesteuert werden können. Das vegetative Nervensystem wird über den Sympathikus und den Parasympathikus reguliert, deren Nervenbahnen im gesamten Körper verteilt sind und als Gegenspieler wirken.

Während der Nahrungsaufnahme und in Ruhephasen übernimmt der Parasympathikus die Steuerung der Körperfunktionen. Der Sympathikus aktiviert im wachen Zustand sowie bei körperlicher oder geistiger Beanspruchung die körperlichen Energieressourcen.

Ebenso wie bei expliziten Stressreaktionen sind damit eine höhere Herz- und Atemfrequenz, der Anstieg des Blutdrucks sowie Gefäßverengungen verbunden. Die Erregung des Sympathikus wird immer durch die Stresshormone ausgelöst, die sich an verschiedene Rezeptoren des Sympathikus binden und hierdurch jeweils spezifische Reaktionen bewirken.

Beta-1- und Beta-2-Rezeptoren

In der Medizin werden diese Rezeptoren in Alpha- und Beta-Rezeptoren unterteilt, die durch unterschiedliche Arzneimittel beeinflusst werden können. Neben Beta-Blockern kommen zur Behandlung von Bluthochdruck (Hypertonie), beispielsweise auch Alpha-Blocker zum Einsatz. Sowohl Alpha- als auch Beta-Rezeptoren weisen außerdem eine reaktive "Feinjustierung" durch jeweils zwei Subtypen auf.

Wirkung von Beta-Blockern

Die Beta-1-Subtypen des Adrenorezeptors befinden sich vor allem am Herzen, unter anderem beeinflussen sie Frequenz und Intensität des Herzschlags. Die Beta-1-Rezeptoren an der Niere steuern die Ausschüttung des Hormons Retin, das Gefäßverengungen und Blutdrucksteigerungen bewirkt. Beta-2-Rezeptoren befinden sich vor allem an und in der Lunge.

Nicht selektive und selektive Beta-Blocker

Beta-Blocker wirken ausschließlich auf die die Subtypen Beta-1 und Beta-2 des Beta-Adrenorezeptors. Sie unterscheiden sich in ihrer Affinität für diese Rezeptoren: Nicht selektive Beta-Blocker beeinflussen beide Beta-Subtypen in gleichem Ausmaß, selektive Varianten wirken entweder vorranging auf den Beta-1- oder den Beta-2-Subtyp.

Ihre Entwicklung zielte darauf ab, den Beta-1-Rezeptor zu blockieren, um Herztätigkeit und Blutdruck medikamentös zu regulieren. Selektive Beta-Blocker mit den Wirkstoffen Bisoprolol oder Metoprolol wirken stärker auf den Beta-1-Subtyp des Beta-Adrenorezeptors.

Medikamente, die ausschließlich eine Blockade des Beta-2-Rezeptors bewirken, sind bisher nicht verfügbar. Für die Therapie mit nicht selektiven oder selektiven Beta-Blockern steht heute eine Vielzahl entsprechender Wirkstoffe zur Verfügung.

Beta-Blocker mit speziellen Eigenschaften

Insgesamt ist die Selektivität von Beta-Blockern allerdings nur unscharf, bei höheren Dosierungen geht sie verloren. Beispielsweise haben fast alle Beta-Blocker auch eine Verengung der Bronchien zur Folge.

Einige Beta-Blocker verfügen über spezielle Wirkungsmechanismen. Beispielsweise entfalten sie zusätzlich eine gefäßerweiternde Wirkung oder blockieren den Sympathikus nur zum Teil und haben dann eine weniger nachdrückliche verlangsamende Wirkung auf den Herzschlag.

Indikationen für die Verordnung von Beta-Blockern

Beta-Blocker sind grundsätzlich verschreibungspflichtig. Ihre Hauptanwendungsgebiete sind:

  • Bluthochdruck.
  • Herzinsuffizienz/Herzmuskelschwäche.
  • Durchblutungsstörungen des Herzens: Herzrhythmusstörungen, Koronare Herzkrankheit/Angina pectoris.
  • Medikamentöse Therapien nach einem Herzinfarkt.

Weitere Indikationen für die Verordnung von Beta-Blockern sind:

  • Eine Überfunktion der Schilddrüse, die auch eine erhöhte Herzfrequenz zur Folge haben kann.
  • Angststörungen.
  • Nicht organisch bedingtes Zittern.
  • Prophylaxe des einzelnen Anfalls bei bestehender Migräne.

Verbesserung der Lebenserwartung - auch bei schweren Krankheitsbildern

Für die Wirksamkeit von Beta-Blockern ist eine möglichst hohe Einnahmetreue (Compliance) wichtig. Bei regelmäßiger Anwendung - definiert als die Einnahme von mindestens 80 Prozent der verordneten Medikamentendosis - bewirken sie auch bei schweren Krankheitsbildern oder nach einem akuten Herzinfarkt eine maßgebliche Verbesserung der Lebenserwartung und der Lebensqualität.

Verschiedene Studien weisen darauf hin, das insbesondere stärker gewebegängige (fettlösliche) Beta-Blocker wie Metoprolol, Bisoprolol oder Carvedilol hier eine vergleichsweise hohe Wirksamkeit entfalten.

Die Deutsche Herzstiftung weist in einer zusammenfassenden Analyse aus, dass diese drei Präparate:

  • Die Prognose von Patienten mit Herzinsuffizienz um 35 Prozent verbessern.
  • Die Sterblichkeit nach einem Herzinfarkt um etwa 50 Prozent verringern.
  • Das Schlaganfallrisiko um bis zu 20 Prozent reduzieren.

Generell wird dieses Wirkungsniveau derzeit von keiner anderen Substanzklasse gegen Herz- und Gefäßerkrankungen, sondern ausschließlich von Beta-Blockern erreicht.

Neben- und Wechselwirkungen von Beta-Blockern

Beta-Blocker sind auch bei längerer oder dauerhafter Anwendung in der Regel gut verträglich. Zu den bekannten Nebenwirkungen aller Beta-Blocker zählen:

  • Schwindel
  • Durchfall
  • Gewichtszunahme
  • Bradykardie (übermäßige Pulsverlangsamung)
  • Herzschwäche.
  • Herzrhythmusstörungen.
  • Asthmaanfälle.
  • Veränderungen des Blutzuckerspiegels (Über- oder Unterzuckerung)
  • Müdigkeit, depressive Verstimmungen.
  • Nachlassen der Libido.
  • Erektionsstörungen bei Männern.
  • Reduktion des Tränenflusses bei Kontaktlinsen-Trägern.
  • Auslösen oder Verstärkung einer Psoriasis (Schuppenflechte).

Durch Dosisanpassungen oder einen Wirkstoffwechsel lassen sich die Nebenwirkungen von Beta-Blockern normalerweise gut beherrschen.

Wenn das Absetzen der Medikamente geplant ist, sollten sie durch Dosisreduzierungen allmählich ausgeschlichen werden.

Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen

Beta-Blocker können die Wirkung von anderen Blutdrucksenkern, Medikamenten gegen Herzrhythmusstörungen, bestimmten Narkosemitteln sowie oral eingenommenen Antidiabetika verstärken. Eine parallele Verwendung sollte daher nur nach ärztlicher Verordnung und einer entsprechenden Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen) von Beta-Blockern

Kontraindikationen gegen die Verordnung von Beta-Blockern sind:

  • Asthma bronchiale,
  • Bestehende Bradykardie,
  • Bestehende Reizleitungen des Herzens/Herzrhythmusstörungen,
  • Akute Herzinsuffizienz,
  • Bestehende Schuppenflechte.

Über lange Zeit waren auch eine COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) sowie eine periphere arterielle Verschlusskrankheit ("Schaufensterkrankheit", "Raucherbein") absolute Kontraindikationen gegen eine Verordnung von Beta-Blockern.

Heute dürfen sie im Rahmen der entsprechenden Leitlinientherapien bei beiden Vorerkrankungen nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung verwendet werden.


Quellen:

  1. Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), Diagnostik, Therapie und Nachsorge. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) e.V. URL: awmf.org
  2. Beta-Blocker – wie gut sind sie? Deutsche Herzstiftung e. V. URL: herzstiftung.de
  3. Beta-Blocker bei Asthma und COPD ± ein therapeutisches Dilemma? Georg Thieme Verlag. URL: pneumologie.de
  4. Vareniclin verhilft zur Abstinenz Govi-Verlag Pharmazeutischer Verlag GmbH. URL: pharmazeutische-zeitung.de
  5. Therapie von Hypertonie, KHK, Arrhythmien, Herzinsuffizienz; Beta-Blocker und mehr, Krause & Pachernegg GmbH. URL: kup.at
  6. MERIT-Studie: Betablocker in jedem Herzinsuffizienz-Stadium. Bundesärztekammer (Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern) und Kassenärztliche Bundesvereinigung. URL: aerzteblatt.de
  7. Was ist COPD?, Deutsche Atemwegsliga. URL: atemwegsliga.de

Veröffentlicht am: 07.04.2016

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