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Sind Tinder und Co. schuld am Comeback der Geschlechtskrankheiten?

Veröffentlicht in Sex & Liebe 12 Jun, 2015

Dating Apps, wie Tinder und Grindr, sind unglaublich beliebt und verändern unser Flirtverhalten. Doch nicht nur das – Gesundheitsexperten geben den Plattformen auch die Schuld am Comeback der Geschlechtskrankheiten.

Was sind Tinder und Grindr?


Mobile Dating Apps sind sozusagen die Singlebörsen für das Smartphone. Sie sollen Alleinstehenden das Kennenlernen von Menschen in Ihrer Umgebung erleichtern und basieren auf sozialen Profilen, die andere Nutzer einsehen können. Zu den beliebtesten Apps zählen Tinder und Grindr.

Tinder


Tinder existiert seit 2012. Die App präsentiert seinen Nutzern Kurzprofile von Personen in der Umgebung, die dem zuvor eingegebenem Suchprofil entsprechen. Dabei entscheidet man per Fingerwisch nur anhand von Bild, Alter und einem kurzen Vorstellungstext ob man die Person interessant findet. Stimmen beide Nutzer für "Ja" so sind sie ein "Match" und erhalten die Möglichkeit Nachrichten auszutauschen. Auf diese Weise sollen nur Personen in Kontakt kommen, die sich gegenseitig attraktiv finden. Häufig wird die App eher mit spontanen Liebschaften als ernsthaft entstehenden Beziehungen in Verbindung gebracht.

Grindr


Grindr ist sozusagen das homo- und bisexuelle Pendant zu Tinder. Es existiert bereits seit 2009 und basiert ebenfalls auf dem Prinzip Singles anzuzeigen, die sich in der Nähe befinden. Öfter wird kritisiert, dass Nutzer durch Grindr den genauen Standort anderer Personen erfahren können.

Führt Tinder zu mehr Geschlechtskrankheiten?


Statistik der Verbreitung von Geschlechtskrankheiten

Das Gesundheitsamt von Rhode Island (USA) schockt Zahlen über einen rasanten Anstieg der Ansteckungen mit Geschlechtskrankheiten und sieht darin nur einen schuldigen – Dating Apps, wie Tinder und Grindr. Tatsächlich sei von 2013 bis 2014 die Zahl der Neuansteckungen drastisch gestiegen wobei die Erkrankungen Tripper (Gonorrhoe), Syphilis und HIV besonders ins Auge stachen. Demnach erhöhte sich der HIV-Erkrankungen um 33%, bei Tripper waren es 30% und für Syphilis konnte sogar ein Anstieg von 79% verzeichnet werden. Das Gesundheitsamt macht deutlich, dass es sich hierbei nicht nur um einen regionalen, sondern nationalen Trend handelt, der die gesamte USA betrifft.

Betroffen seien vor allem junge Menschen, im Alter von 15 bis 24 Jahren. HIV- und Syphilis-Infektionen kommen dabei vor allem bei homo- oder bisexuellen Männern vor. Die Experten geben dem veränderten Flirtverhalten durch Dating Apps die Schuld. Es sei heutzutage leichter spontanen Sex mit einem Fremden zu haben, was häufig zu einer Nachlässigkeit der sicheren Verhütung führt. Der Staat Rhode Island betreut verschiedene Aufklärungs- oder Nadeltauschprogramme, wodurch Faktoren wie Drogenabhängigkeit von den Experten als Ursache ausgeschlossen werden.

Auch eine britische Studie zeigt einen ähnlichen Trend und sieht dabei in Tinder und Co. ebenfalls eine Gefahr. Demnach stieg im Zeitraum von 2012 bis 2013 die Anzahl der Infektionen mit Syphilis um 9% und bei Tripper um 15%. Sicherlich noch nicht die Ausmaße, wie amerikanischen Bundesstaat aber dennoch ein eindeutiger Hinweis auf den gefährlichen Trend. Auch hier handelt es sich bei den Betroffenen in der Altersgruppe 20 bis 30 Jahre um eine eher jüngere Bevölkerungsschicht und genau die Zielgruppe der Dating Apps. Bei beiden Studien fällt zudem auf, dass der Anstieg etwa um die Zeit der Einführung von Tinder begann – ein Zufall?

Ungeschützter Sex mit Tinder?


Den Dating Apps wird vorgeworfen, dass sie ungeschützten Sex begünstigen, da häufig spontane Bekanntschaften mit Fremden entstehen, die meist in Geschlechtsverkehr enden. Dabei kritisieren die Gesundheitsexperten vor allem, dass keines der Programme seine Nutzer auf eine sichere Verhütung hinweist. Gerade bei der neuen, offenen Art des Flirtens, sei es nötig noch einmal mit Nachdruck darauf aufmerksam zu machen.

Auch Zahlen des Statistikportals Statista und des Neon-Magazin zeigen, dass Safer Sex nicht immer zu den Prioritäten beim Dating gehört. Demnach hatten bereits 75% der Deutschen im Alter von 20 bis 35 Jahren schon einmal ungeschützten Sex. Obwohl die Entwicklung der Verwendung von Kondomen seit geraumer Zeit positiv verläuft, ist ein Ausreißer auffällig. Ausgerechnet im Zeitraum von 2011 bis 2012 (2012 wurde Tinder eingeführt) gab es einen Rückgang von 7% unter den 16-44-Jährigen, die bei wechselnden Sexualpartnern immer auf Kondome zurückgreifen. Seitdem verläuft die Entwicklung wieder positiv, dennoch lässt es die Gesundheitsexperten aufmerksam werden.


Statistik: Kondomverwendung von Personen mit mehreren Sexualpartnern in Deutschland in den Jahren 1989 bis 2013 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Tinder, Grindr und Co. sehen den Zusammenhang als haltlos und betonen, dass sie nicht Schuld tragen am verantwortungslosen Verhalten der Nutzer. Sie stellen lediglich eine Plattform zur Verfügung, in welcher Art das Dating abläuft können sie nicht beeinflussen. Damit haben die Dating-Riesen sicher Recht – Geschlechtskrankheiten können nur durch eine sichere Verhütung auf Seiten der Nutzer verhindert werden. Dennoch ist festzuhalten, dass sich das Flirtverhalten durch Dating Apps verändert hat. Der mögliche Zusammenhang zwischen dem Comeback der Geschlechtskrankheiten und Dating Apps sollte daher als Appell an die Nutzer gesehen werden, einen verantwortungsvollen Umgang mit Geschlechtsverkehr zu pflegen.


Bildquellen Logos:

Vdovichenko Denis / Shutterstock.com

tanuha2001 / Shutterstock.com

Kommentare

  • tkcktFreitag, Nov 27, 2015

    bkgibmjjui

  • cbgjmFreitag, Nov 27, 2015

    spqunmjggn

  • mljjkFreitag, Nov 27, 2015

    kmqmotncrm

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