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Studie zur Familienplanung - die fünf wichtigsten Ergebnisse des Zwischenberichtes

Veröffentlicht in Sex & Liebe 17 Dez, 2013

Das Sozialwissenschaftliche FrauenForschungsInstitut (SoFFI F.) der Evangelischen Hochschule Freiburg hat nun einen ersten Zwischenbericht seiner großen Studie "frauen leben 3" veröffentlicht, die sich mit der Familienplanung der deutschen Frauen zwischen 20 und 44 Jahren beschäftigt. Die Studie unter Leitung von Professor Cornelia Helfferich wurde im Juli 2011 lanciert und soll noch bis Ende des Jahres andauern. Ein vollständiger Bericht wird im kommenden Jahr erwartet.

Die Studie befasst sich insbesondere mit ungewollten Schwangerschaften und den Gründen, diese abzubrechen oder auszutragen. Bislang gibt es in Deutschland noch keine klaren Zahlen und Hintergrunderklärungen dazu, wie viele Frauen sich für oder gegen das Kind entscheiden und aus welchen Gründen. Die fünf wichtigsten Punkte des nun veröffentlichten Zwischenberichtes wollen wir hier kurz vorstellen:

1. Die Häufigkeit von ungewollten Schwangerschaften

Der Studie zufolge waren 17% der Frauen zwischen 20 und 44 Jahren schon einmal ungewollt schwanger. Von diesen Frauen hat mehr als die Hälfte (57%) das ungewollte Kind ausgetragen, während sich nur 43% für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden. Vielfach handelte es sich jedoch um Schwangerschaften, die insgesamt gesehen jedoch durchaus gewollt war - nur eigentlich erst für einen späteren Zeitpunkt geplant gewesen war. Statistisch gesehen kam auf 12 ausgetragene Kinder in Deutschland ein Abbruch.

2. Hauptgründe für den Abbruch der Schwangerschaft

Insgesamt 845 Schwangerschaften wurden bei der Umfrage mit"explizit ungewollt" angegeben, Hälfte davon wurde abgebrochen. Aie Als Hauptgründe für den Abbruch der Schwangerschaft wurden bei den jüngeren Frauen (bis 35 Jahren) vor allem berufliche und finanzielle Unsicherheit (20,3%) und vor allem schwierige oder gar keine Partnerschaft (34%) erwählt. Rund 30% der Frauen unter 25 Jahren gaben an, sich zu unreif für die Mutterrolle zu fühlen, während 33% der über 35-jährigen gesundheitliche Bedenken nannte.

3. Einfluss der Lebenssituation

Ungewollte Schwangerschaften traten vor allem bei Teenagern auf - diese Gruppe hatte mit 50,5% den weitaus größten Anteil, gefolgt von 22,7% zwischen 20 und 24 Jahren und 19,5% bei den über 35-jährigen. In den dazwischenliegenden Jahren wurden die wenigsten Schwangerschaften als ungewollt betrachtet. Selbst wenn das Kind ungewollt war, wurde es doch weitaus häufiger ausgetragen als bei den sehr jungen und bei den älteren Frauen. Bei älteren Frauen wurde ein ungewolltes Kind vor allem dann ausgetragen, wenn es sich um ein überraschendes drittes Kind handelt, obwohl die Familienplanung eigentlich schon abgeschlossen war.

4. Bildungsstand der Frauen

Wenig überraschend: Am häufigsten traten ungewollte Schwangerschaften bei Frauen mit geringer Bildung auf - hier war mehr als jede vierte Schwangerschaft ungewollt (26%). Bei Frauen mit hohem Bildungsstand waren lediglich 15,2% der Schwangerschaften ungewollt, allerdings wurden diese dann auch häufiger abgebrochen (53% gegenüber 38% bei Frauen mit niedriger Bildung.

5. Die Rolle der Verhütung

Selbst bei Frauen, die angaben, explizit ungewollt schwanger geworden zu sein, gaben 57% an, dass sie nicht verhütet hatten. Bei den Frauen, die zwar aktuell nicht schwanger werden wollten, aber generell durchaus ein Kind haben wollten, lag dieser Anteil bei 64%. Verhütung bietet jedoch auch - allen Pearl-Indexen zum Trotz - keine echte Absicherung: So gaben 52% der Frauen an, sie seien trotz Pille ungewollt schwanger geworden. Als Gründe vermuteten sie einen Anwendungsfehler, eine zu niedrige Dosierung oder einen Pillenwechsel.

Natürlich darf bei diesen Zahlen nicht außer Acht gelassen werden, dass für die Studie lediglich 4002 Frauen in den vier Bundesländern Baden-Württemberg, Sachsen, Niederachsen und Berlin telefonisch befragt wurden. Dadurch kann zwar durchaus von einer repräsentativen Studie gesprochen werden, doch die Zahlen unterscheiden sich von den jährlichen Statistiken.

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