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Beschneidung (Zirkumzision) beim Mann zur besseren Sexualgesundheit

Veröffentlicht in Sex & Liebe 10 Dez, 2015

Etwa 15% Prozent der deutschen Männer sind beschnitten. Dabei spielen vor allem religiöse oder kosmetische Gründe eine Rolle. Der Trend zur Beschneidung ist rückläufig, da viele Männer damit ein überholtes Ritual sehen. Wir klären auf, was eine Beschneidung dem Mann wirklich bringen kann.

Wie funktioniert die Beschneidung?


Bei der Beschneidung, auch Zirkumzision genannt, wird die Vorhaut des Penis entfernt. Dabei kann die Vorhaut entweder komplett oder nur teilweise entfernt werden. Die Zirkumzision gilt als kleiner operativer Eingriff, der für gewöhnlich unter einer lokalen Betäubung durchgeführt wird. Sowohl Kinder als auch erwachsene Männer können beschnitten werden.

partielle Zirkumzision

Für eine Teilbeschneidung wird die sogenannte Plastic-Bell-Methode angewandt. Hierbei wird die Vorhaut, die die Eichel umgibt, teilweise eingeschnitten und eine Plastikglocke über der Eichel platziert. Mit dem Glockenrand wird die Vorhaut abgebunden und der Blutfluss unterbrochen. Auf diese Weise stirbt das Vorhautgewebe von allein ab. Nach ein paar Tagen wird es schwarz und fällt von allein ab. Diese Methode wird besonders bei Kindern eingesetzt.

Erfolgt eine partielle Zirkumzision aufgrund einer leichten Vorhautverengung, so wird der vernarbte Teil der Vorhaut, der für die Verengung sorgt, abgetragen. Im Anschluss werden die Wundränder vernäht. So ist weiterhin die Vorhaut vorhanden, sie ist aber deutlich geweitet.

vollständige Zirkumzision

Bei einer vollständigen Beschneidung wird zunächst die Vorhaut von der Eichel gelöst und diese mit einigen Schnitten schichtweise entfernt. Die Wundränder werden mit einem selbstauflösenden Faden vernäht und mit einer Wundsalbe behandelt.


Nach etwa zehn bis 14 Tagen sind die Wundränder der Beschneidung abgeheilt und die Schwellungen gehen zurück. Bei manchen Männern kann es auch zwei bis drei Monate dauern, bis alle Wunden vollständig verheilt. Nach der Operation sollte auf Sex verzichtet werden, um Entzündungen zu vermeiden.

Welche gesundheitlichen Vorteile gibt es?


Gerade amerikanische Forschungen sprechen sich für die gesundheitliche und hygienische Notwendigkeit einer Beschneidung aus. Amerikanische und australische Studien belegen, dass das Entfernen der Vorhaut tatsächlich medizinische Vorteile bringen kann. Das Risiko an einer der folgenden Erkrankungen zu leiden, soll nach einer Beschneidung sinken:

  • HIV
  • Peniskrebs
  • Harnwegs- und Blaseninfektion
  • Nierenerkrankung
  • Genitalherpes
  • HP-Virus

Nach einer australischen Studie senkt eine Beschneidung das Infektionsrisiko bei HIV um etwa 60 Prozent. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO bestätigt diese Erkenntnisse. Auch das Risiko sich mit den Geschlechtskrankheiten Genitalherpes oder dem HP-Virus zu infizieren sinkt um stolze 30 Prozent.

Grund für das geringe Infektionsrisiko sei die Hygiene. Unter der Vorhaut können sich Bakterien und Viren sammeln. Eine Beschneidung behindert dies und erleichtert Männern zudem die gründliche Penishygiene. Weniger Bakterien bedeuten gleichzeitig weniger Infektionen. Gerade vermehrte Harnwegsinfektionen können zu Nierenleiden und letztendlich zu Peniskrebs führen.

Gegenstimmen

Experten weisen jedoch auch daraufhin, dass unbeschnittene Männer mit einer regelmäßigen Hygiene des Penis, insbesondere im Bereich der Eichel und Vorhaut, auf ähnlichem Niveau das Infektionsrisiko senken können. Andere Forscher meinen zudem, dass die Ergebnisse der Studien nicht grundsätzlich zu verallgemeinern seien, da sich beim Vergleich zwischen Kulturen mit viel- oder wenig-beschnittenen Männern keine aussagekräftigen Unterschiede in der Anzahl der Erkrankungen zeigte. Besteht jedoch eine Vorhautverengung, sehen Ärzte eine Beschneidung in jedem Fall als notwendig an. Aufgrund der Verengung kann es zu Entzündungen und Durchblutungsstörungen kommen.

Welche gesundheitlichen Risiken gibt es?


Da es sich bei der Beschneidung um einen operativen Eingriff handelt, können gewisse Komplikationen auftreten. In der Regel sind die Risiken gering und führen nur zu leichten Beschwerden. Es kann z.B. zu Nachblutungen kommen, die jedoch mit einem Druckverband unter Kontrolle gehalten werden können. Bei schlechter Nachsorge können Infektionen entstehen. In seltenen Fällen kann es bei einer partiellen Beschneidung zu einer neuen Vorhautverengung kommen. Lediglich in Einzelfällen sind auch Verletzungen der Harnröhre oder Eichel möglich.

Wie wirkt sich eine Beschneidung auf die Sexualität aus?


Grundsätzlich wirkt sich eine Beschneidung weder auf die Potenz noch auf die Libido aus. Jedoch wirkt sich das Entfernen der Vorhaut auf die Empfindlichkeit der Eichel aus. Die Vorhaut ist einer der empfindlichsten Körperstellen des Mannes, ähnlich wie die Klitoris bei der Frau, mit einer Beschneidung wird diese entfernt. Zudem ist die Eichel ohne den Schutz der Vorhaut einer ständigen Reibung ausgesetzt. Das kann die Nervenenden überreizen und auf lange Sicht die Empfindlichkeit senken. Aufgrund der verminderten Empfindlichkeit berichten einige Männer von einer längeren Ausdauer und verzögertem Samenerguss. Auch von intensiveren Orgasmen ist die Rede.

Die "schlafenden" Nervenenden in der Eichel können allerdings auch dazu führen, dass der Geschlechtsverkehr für den Partner schmerzhaft ausfallen kann, weil das natürlich Gleitsekret der Schleimhaut fehlt. Entsprechend muss öfter auf Gleitmittel zurückgegriffen werden. Im hohen Alter kann eine Beschneidung unter Umständen zu einer Verhornung der Eichel und noch weiter gesenkten Empfindlichkeit führen. Dies geschieht, da die fehlende Schleimhaut allmählich durch eine Keratinschicht ersetzt wird, um die Eichel zu schützen.

Gründe für eine Beschneidung


Bereits die alten Ägypter griffen auf die Beschneidung zurück und in den 1970er Jahren gehörte sie in den USA sogar zur medizinischen Erstversorgung von Säuglingen. Früher wurden Beschneidungen vor allem aus kulturellen bzw. religiösen und hygienischen Gründen durchgeführt.

Religionen wie das Judentum und der Islam führen die Beschneidung noch heute durch. Im Judentum bereits nach der Geburt und im Islam bei Kindern bis zum 13. Lebensjahr.

Gesundheitliche Gründe spielen seit dem 19. Jahrhundert eine Rolle. Heutzutage greifen Ärzte jedoch meist nur bei einer Vorhautverengung auf eine Beschneidung zurück. Zur vorbeugenden Hygiene wird die Operation eher auf Wunsch des Patienten als auf Raten des Arztes durchgeführt.

Auch kosmetische Gründe können bei Männern eine Rolle spielen. Männern, aber vor allem deren Partnerinnen, finden einen beschnittenen Penis weitaus ästhetischer. Teilweise soll aufgrund des verbesserten Aussehens des Geschlechtsorgans, sogar die Bereitschaft des Partners zu Oralsex gesteigert werden. Obwohl diese Behauptung nicht wissenschaftlich nachgewiesen ist.

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