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Weltdrogentag 2014: Von neuen und alten Süchten

Veröffentlicht in News & Forschung 02 Jul, 2014

Zum Weltdrogentag am 26.Juni 2014 wurden wieder zahlreiche neue Studien rund um das Thema Sucht veröffentlicht. Studien, die teilweise betroffen machen, aber teilweise auch eher zum Schmunzeln anregen - oder zum Ärgern über die Zeit- und Geldverschwendung der Forscher.

Alkohol die tödlichste Droge in Deutschland

Wenig verwunderlich ist die traurigste Statistik: Die Zahl der Alkoholsüchtigen steigt in allen Altersgruppen unvermindert weiter. Nicht nur bei den Jugendlichen zwischen 10 und 20 Jahren hat sich die Zahl der Opfer, die mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus landeten, von 9500 Fällen im Jahr 2000 auf 26.400 Fälle 2009 mehr als verdoppelt, auch in der Altersgruppe der 40- bis 50-jährigen sah es nicht besser aus: Hier stieg die Zahl von 13.000 auf 25.000 Behandlungsbedürftige.

Insgesamt trinken rund 9,5 Millionen erwachsene Deutsche Alkohol in gefährlichen Mengen, davon gelten 1,3 Millionen als alkoholsüchtig. Jeden Tag fordert der Alkoholmissbrauch in Deutschland etwa 200 Todesopfer. Dazu kommen die unzähligen Folgen des Alkoholismus - leidende und zerbrochene Familien, Arbeitsplatzverluste und schwere Verkehrsunfälle. Doch noch immer suchen viel zu wenige Alkoholiker professionelle Hilfe - und wenn sie es überhaupt tun, sind oft schon 10 bis 15 Jahre ins Land gegangen. Das traurige Paradox dabei: Obwohl Alkohol und auch das Betrunken sein gesellschaftlich weit akzeptiert sind, wird Alkoholismus weiterhin stark stigmatisiert: In einer Umfrage gaben 60 Prozent der Teilnehmer an, einen Alkoholiker nicht zum Freund haben zu wollen. Immer noch 30 Prozent lehnten Alkoholiker als Arbeitskollegen oder Nachbarn ab.

Synthetische Drogen auf dem Vormarsch

Besorgnis erregend ist auch der Anstieg der "Legal Highs" genannten psychoaktiven Drogen, die in den letzten Jahren den europäischen Markt regelrecht überschwemmt haben. Dabei werden die Substanzen oft als scheinbar harmlose Produkte wie Badesalz vermarktet. Insbesondere junge Menschen konsumieren diese Designerdrogen, die spielend leicht über das Internet besorgt werden können. Zwar wurden mittlerweile 55 Substanzen verboten, während für 20 weitere bereits entsprechende Anträge vorliegen, doch durch die ständigen Abänderungen der Zusammensetzung ist es fast unmöglich, den Designerdrogen beizukommen.

Spitzenreiter unter den illegalen Drogen bleibt nach wie vor jedoch Cannabis: Etwa jeder dritte Jugendliche hat schon mindestens einmal gekifft und gut sieben Prozent der 14- bis 17-jährigen wird ein "problematischer Cannabis-Konsum" unterstellt. In der Allgemeinheit ist Cannabis mittlerweile weitgehend akzeptiert und in immer mehr Ländern werden Hanfprodukte legalisiert - zuletzt in den US-Bundesstaaten Colorado und Washington, sowie im südamerikanischen Uruguay. Kritiker werden jedoch nicht müde, die schädlichen Langzeitfolgen des Kiffens - vor allem beim Konsum in jungen Jahren - zu betonen.

Internet- und Fernsehsucht?

Neben den ernst zu nehmenden Drogenberichten rund um Alkohol, Cannabis und andere gefährliche Substanzen, fördert der Weltdrogentag jedoch auch Skurriles zutage. So wird rund einer halben Million Menschen in Deutschland mittlerweile bescheinigt internetsüchtig zu sein, während 2,5 Millionen als "problematische Internetnutzer" gelten. Besonders betroffen sind demnach die Mädchen, die viel Zeit in sozialen Netzwerken verbringen (rund 77% der Abhängigen), während sich die Jungen eher in Online-Rollenspielen (33,6 Prozent) tummeln. So werden auch wieder einmal die üblichen Rufe nach höheren Altersbewertungen für Computerspiele laut. Während nicht von der Hand zu weisen ist, dass es tatsächlich den ein oder anderen Süchtigen gibt, der über das Internet Körperpflege, gesunde Nahrung und das schulische Lernen vergisst, darf getrost davon ausgegangen werden, dass ein langer Abend bei Facebook oder World of Warcraft auch nicht schlimmer ist, als ein Abend vor der Flimmerkiste.

Womit wir beim letzten Punkt angekommen sind: Psychologen der Neuromarketing Labs in Stuttgart verplemperten tatsächlich ihre Zeit damit herauszufinden, was in Körper und Geist von Serienliebhabern vor sich geht, wenn sie ihre Lieblingsserie ansehen und ob von einer Sucht die Rede sein könne. Ihr bahnbrechendes Ergebnis: Fans werden sauer, wenn sie ihre Lieblingsserie nicht zu Ende schauen dürfen. Interessanter wäre gewesen, welche Werte der Blutdruck eines Serienfans erreicht, wenn er im Internet wieder einmal unverhofft über einen "Game of Thrones"-spoiler stolpert.


Von Nicole Freialdenhoven


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