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Reisekrankheit durch selbstfahrende Autos?

Veröffentlicht in News & Forschung 10 Jun, 2015

Ingenieure forschen schon seit langer Zeit an selbstfahrenden Autos und wollen damit eine Revolution starten. Doch könnte diese Zukunftsvision durch ein Detail getrübt werden – die Autos sollen für Reisekrankheit sorgen. Was ist dran an der Übelkeit im Auto?

Wie entsteht die Reisekrankheit?


Reisekrankheit, auch Motion Sickness oder Kinetose genannt, entsteht auf längeren Reisen - ob im Auto, Bus, Zug, Flugzeug oder auf dem Schiff. Schuld daran sind widersprüchliche Signale, die dem Gehirn von den Sehnerven und dem Innenohr gesendet werden. Die Augen nehmen die Bewegung des Fahrzeugs wahr und senden dieses Signal über den Sehnerv an das Gehirn. Das Gehirn will dies über das Innenohr, dem Gleichgewichtsorgan unseres Körpers, bestätigen. Doch das Innenohr die Bewegung des Fahrzeugs nicht wahrnehmen, es stellt lediglich eine Ruhe des Körpers fest. Daher wird vom Innenohr ein widersprüchliches Signal übertragen. Dieser Widerspruch überfordert das Gehirn und sorgt für Symptome wie Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen.



Wieso sorgen selbstfahrende Autos für Übelkeit?


Dass einigen Menschen auf einer langen Autofahrt übel wird ist bekannt. Doch wieso sollen ausgerechnet selbstfahrende Autos die Reisekrankheit hervorrufen oder verstärken? Denkt man einmal an die eigenen Erfahrungen mit der Reiseübelkeit zurück, kommt man wahrscheinlich sogar allein darauf. Denn wird uns im Auto übel, so sind wir fast immer Beifahrer.

Als Beifahrer haben wir keine Kontrolle über die Bewegungen des Fahrzeugs und können diese nicht vorausahnen. Die widersprüchliche Signalübertragung wird dadurch noch verstärkt. Als Fahrer können wir Geschwindigkeit und Richtung der Bewegung selbst beeinflussen, sodass man seltener unter Reisekrankheit leidet. In einem selbstfahrenden Auto wären wir jedoch ständig Beifahrer. Da in einem selbstfahrenden Auto mehr Zeit für Tätigkeiten, wie Lesen, Filme schauen oder Videospiele spielen ist, soll der Effekt sogar noch potenziert werden.

Was sagen Wissenschaftler?


Dass die selbstfahrenden Autos eine Reisekrankheit auslösen können, ist nicht nur eine haltlose Hypothese. Wissenschaftler des UMTRI (University of Michigan Transportation Research Institute) haben die Auswirkungen von autonom fahrenden Autos an 3.200 Testpersonen untersucht. Demnach würden mit Einführung der modernen Gefährte etwa sechs bis zwölf Prozent mehr Personen unter Reiseübelkeit leiden. Die Mehrheit der Studienteilnehmer bestätigte die Hypothese, dass die Zeit während der Fahrt mit Büchern, Tablets, Smartphone und Co. verbracht werden würde – alles Ablenkungstätigkeiten, die die Symptome noch verstärken. Demnach könnte sich bei 37% der Menschen der Effekt noch intensivieren. Gleichermaßen verhält es sich mit Modellen, in denen man entgegen der Fahrtrichtung sitzen kann.

Experten raten zur Vermeidung der Reisekrankheit sich mit den weiteren Insassen zu unterhalten oder bei einer Fahrt allein, die Zeit zum Schlafen zu nutzen. Zudem soll es helfen, wenn das Sichtfeld erweitert wird. Hersteller sollten demnach auf große Frontscheiben setzen – doch inwieweit die Ingenieure Rücksicht auf die Ergebnisse der Studie nehmen bleibt abzuwarten. Für die Fahrer bleibt nur eins – gemütlich im Auto schlafen oder mit Reisemedikamenten vorbeugen.

Bildquelle Teaser: Steve Lagreca / Shutterstock.com

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