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Neue Bedrohung aus den Tropen: Muskuläre Sarkozystose breitet sich aus

Veröffentlicht in News & Forschung 21 Jun, 2014

Während in der Karibik das Chukungunya-Fieber grassiert, droht Urlaubern in Südostasien neues Ungemach: Mehrere Touristen kehrten von einem Aufenthalt auf der malaysischen Paradiesinsel Tioman mit einer muskulären Sarkozystose heim, die extreme Muskelschmerzen auslöst.

Parasiten im Darm

Die ersten Ausbrüche der Krankheit schreckten im Herbst 2012 deutsche Tropenärzte auf: Insgesamt neun Patienten waren in der Tropenklinik Tübingen vorstellig geworden, nachdem sie sich mit Fieber und starken Schmerzen herumgeplagt hatten. Alle neun Patienten hatten im gleichen Zeitraum Urlaub auf der malaysischen Insel Tioman gemacht. Mittlerweile wurden alleine in Deutschland 26 Erkrankungen gemeldet, weltweit liegt die Zahl bei etwa 100 Fällen - wobei von einer wesentlich höheren Dunkelziffer auszugehen ist, da die Schmerzen sehr unspezifisch sind und so eine konkrete Diagnose erschweren. Bestätigte Fälle wurden u.a. aus Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz gemeldet.

Besteht Verdacht auf muskuläre Sarkozystose, kann der Arzt eine Muskelbiopsie durchführen: Er findet dann Zysten im Körper, die prall mit Parasiten der Gattung Sarcocystis, einzellige Protozoen, die über unzureichend gekochtes Fleisch oder verseuchtes Wasser in den menschlichen Organismus wandern. Weitere Auskünfte können Laborbefunde geben, die spezifische Antikörper im Blut nachweisen.

Sarkozystose in Asien weit verbreitet

Untersuchungen haben ergeben, dass in Malaysia etwa 21% der Bevölkerung und in Thailand sogar 23% der Bevölkerung latent mit dem Erreger infiziert sind, ohne dass es bei ihnen zu Beschwerden kommt. Warum es seit 2012 zu Ausbrüchen der Krankheiten unter westlichen Reisenden kommt, ist derzeit noch unklar. Nicht nur die Insel Tioman an der Ostküste Malaysias ist betroffen: Bei einer Reise auf die Insel Pangkor vor der Westküste infizierten sich 89 von 92 Studenten mit dem Erreger Sarcocystis nesbitti. Insgesamt gibt es rund hundert verschiedene Parasiten der Gattung Sarcocystis.

Die Krankheit ist zwar ausgesprochen schmerzhaft, kann jedoch nach der richtigen Diagnose gut medikamentös behandelt werden. Meist kommt dabei Albendazol zur Bekämpfung der Parasiten selbst zum Einsatz, sowie Kortison zur Linderung der Schmerzen.

Hygiene-Regeln bei Fernreisen beachten

Die aktuelle Welle der Erkrankungen ist noch nicht abgeklungen: Erst im Mai 2014 wurden zehn neue Verdachtsfälle bekannt gegeben, meldete das Epidemiologische Bulletin in der neuesten Ausgabe. Reisende, die die malaysischen Ferieninseln wie Tioman, Redang, Pangkor oder Langkawi besuchen, sollten also verstärkt auf die klassischen Hygiene-Regeln für Fernreisen achten und nur gut durchgegartes Fleisch verzehren, Wasser nur aus versiegelten Flaschen trinken und ansonsten die alte Backpacker-Regel "Cook it, peel it or forget it" im Umgang mit Nahrungsmitteln beherzigen.

Sollten nach einer Malaysia-Reise Muskelschmerzen und Fieber auftreten, sollte der Arzt aufgesucht und expliziert auf die Gefahr einer muskulären Sarkozystose hingewiesen werden. Das als Urlaubsland weit beliebtere Thailand scheint derzeit nicht betroffen sein, doch aufgrund der geografischen Nähe kann auch hier eine Infektion nicht ausgeschlossen werden.


Von Nicole Freialdenhoven


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