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Milchtrinker sterben früher

Veröffentlicht in News & Forschung 04 Dez, 2014

Seit Generationen füllen besorgte Eltern ihren Nachwuchs täglich mit frischer Milch ab, die für ein gesundes Wachstum und einen stärkeren Knochenbau sorgen soll. Womöglich bleibt ihnen bei dieser neuesten Studie aus Schweden das nächste Glas Milch im Hals stecken: Forscher der Universität Uppsala wollen festgestellt haben, dass passionierte Milchtrinker möglicherweise ein höheres Risiko für Knochenbrüche haben und früher ableben als gelegentliche Milchtrinker. Männer waren dabei etwas weniger betroffen als Frauen.

Frauen leiden häufiger unter Knochenbrüchen

Die Beobachtungen stammen aus einer Langzeitstudie, für die die Forscher 60.000 Frauen und 45.000 Männer zwischen 39 und 79 Jahren über 20 bzw. 11 Jahre lang beobachteten. Die Studienteilnehmer mussten regelmäßig Auskunft über ihre Essgewohnheiten geben. Zugleich überprüften Mediziner immer wieder ihre Knochengesundheit. Bei den Frauen kam es über 20 Jahre hinweg zu 17.000 Knochenbrüchen und 15.500 Todesfällen, bei den Männern in 11 Jahren hingegen zwar auch zu 10.000 Todesfällen, aber nur zu 5000 Knochenbrüchen. Ob die Männer insgesamt vorsichtiger lebten, konnte nicht entschlüsselt werden.

Deutlich wurde hingegen ein anderer Zusammenhang: Die Frauen, die täglich mindestens drei Gläser Milch tranken (im Durchschnitt 680 Milliliter pro Tag) erlitten häufiger Knochenbrüche als die Frauen, die weniger als ein Glas (60 Milliliter) tranken. Das Risiko für einen Hüftbruch war ihnen 60 Prozent höher als bei den Milchverschmähern, während das allgemeine Bruchrisiko immerhin noch 15 Prozent höher war. Besonders auffällig jedoch war die Tatsache, dass die Milchtrinkerinnen ein um 90 Prozent erhöhtes Todesrisiko gegenüber den Nichttrinkerinnen hatten. Bei den Männern gab es hingegen keine Zusammenhänge zwischen Milch und Knochenbrüchen und nur ein geringfügig erhöhtes Todesrisiko.

Die Frage nach dem Warum konnten die Forscher natürlich noch nicht beantworten. Sie verwiesen auf frühere Studien, wonach die in Milch enthaltene Galactose (Schleimzucker) bei Tierexperimenten oxidativen Stress und Entzündungsreaktionen ausgelöst hatte. Möglicherweise könnte dies auch Einfluss auf die erhöhte Zahl der Knochenbrüche bei Frauen haben und sogar auf ein erhöhtes Sterberisiko hindeuten.

Entwarnung für Käse- und Joghurtfans

Gefährlich scheint nach den Erkenntnissen aus Schweden auch nur der reine Milchkonsum zu sein, wobei es keinen Unterschied machte, ob Vollmilch oder Halbfettmilch getrunken wird. Bei Menschen, die gerne Joghurts oder Käse aßen, zeigte sich dagegen kein erhöhtes Risiko, Knochenbrüche oder gar einen vorzeitigen Tod zu erleiden. Dies passt zur Galactose-Theorie der Forscher, denn in verarbeiteten Milchprodukten steckt weniger Schleimzucker als in Milch.

Abschließen gaben die Mediziner jedoch auch zu, dass noch viele Fragezeichen hinter ihrer Studie stehen. Bei den Knochenbrüchen könnte es möglicherweise auch eine ganz andere Erklärung geben: So greifen Menschen mit hohem Osteoporose-Risiko womöglich öfter zu Milch, die ihre empfindlichen Knochen stärken soll und erleiden dennoch später häufiger Knochenbrüche als der Durchschnitt.

Dass Milch bei Osteoporose hilfreich ist, wurde übrigens schon 2009 widerlegt: Damals hatte ein Vergleich zwischen normal essenden Frauen und Frauen, die streng vegan lebten, gezeigt, dass es keinerlei Unterschiede in der Knochendichte zwischen beiden Gruppen gab.

Letztendlich gilt aber für Milch wahrscheinlich wie für fast alles: In Maßen genossen ist noch immer am besten. Die tägliche Milch zu den Cornflakes oder das erfrischende Glas Milch nach dem Sport dürfte noch niemanden vorzeitig ins Grab gebracht haben.

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