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Sandmücken in Deutschland gesichtet: Droht jetzt eine Leishmaniose-Welle?

Veröffentlicht in News & Forschung 07 Aug, 2014

Die Infektionskrankheit Leishmaniose ist in Deutschland vor allem unter Hundebesitzern ein Begriff: Wer mit dem eigenen Vierbeiner einen Urlaub am Mittelmeer plant, riskiert dabei schnell eine Infektion, denn die Sandmücke, die den Erreger überträgt, ist im Süden weit verbreitet und sticht bevorzugt Hunde. Doch auch Menschen sind vor der Sandmücke nicht sicher und können sich über einen Mückenstich mit der gefährlichen Krankheit infizieren.

Umso brisanter war in der vergangenen Woche die Entdeckung, dass Sandmücken der Art Phelobotomus mascittii nun auch in Hessen heimisch geworden sind. Die Tiere wurden nur 500 Meter entfernt von der nächsten Wohnsiedlung bei Gießen gefunden. Ob diese Mücken die gefürchtete Leishmaniose übertragen können, ist noch nicht klar - doch fest steht, dass die Klimaerwärmung es wieder einmal einer gefährlichen Mücke aus dem Süden leichter macht, nach Mitteleuropa vorzudringen.

Was ist Leishmaniose?

Die Infektionskrankheit Leishmaniose wird durch einzellige Parasiten der Gattung Leishmania hervorgerufen, die nach ihrem Entdecker William Boog Leishman benannt wurden. Die Parasiten werden durch die Sandmücke übertragen, die eigentlich in den Tropen und im südlichen Mittelmeerraum beheimatet ist und dank der Klimaerwärmung immer weiter nach Norden vordringt.

Sticht die Sandmücke einen Menschen, überträgt sie mit ihrem Speichel die sogenannte geißeltragende Form der Leishmanien, die sich im Menschen in eine unbegeißelte Form wandelt und sich in den Fresszellen vermehrt. Geißeln sind in diesem Fall fadenförmige Fortbewegungshilfen, die es den Leishmanien möglich macht, in die Zellen zu gelangen.

Beim Menschen kann sich die Leishmaniose in drei verschiedenen Formen manifesterien, die vom jeweiligen Erreger abhängig sind.

Die kutane Leishmaniose und die vizserale Leishmaniose

Die leichtere Form der Erkrankung ist die sogenannte kutane Leishmaniose, bei der lediglich die Haut betroffen ist. Es kommt nach der Infektion zu hässlichen Beulen, die jedoch recht gut behandelt werden können. Sie heilen nach einigen Monaten wieder ab und hinterlassen dabei eine Narbe.

Schwerwiegender ist die viszerale Leishmaniose, die auch als "Dum Dum Fieber" bekannt ist. Dabei werden auch die inneren Organe befallen, vor allem die Leber und die Milz. Wird die Krankheit nicht schnell medikamentös behandelt, können die Organe irreparable Schäden erleiden. In rund 3% der Fälle verläuft die Krankheit tödlich.

Eine dritte Form, die mukokutane Leishmaniose, befällt die Schleimhäute. Diese Form der Leishmaniose wird jedoch nur von dem in Südamerika heimischen Parasiten Leishmania brasiliensis übertragen und stellt für Deutsche nur bei Südamerikareisen eine Gefahr dar.

Schutz vor Leishmaniose

Während für Hunde seit 2011 ein Impfstoff zur Prophylaxe zugelassen ist, gibt es für Menschen derzeit noch keinen vergleichbaren Schutz. Im April 2014 meldeten Forscher der Berliner Charité die ersten erfolgreichen Tests mit einem neuen Impfstoff - allerdings nur an Mäusen. Als nächstes sind klinische Studien zur Wirksamkeit und Verträglichkeit des Impfstoffes geplant. Die Entdeckung von Sandmücken in Hessen könnte diese Studien nun möglicherweise noch beschleunigen. Bis dahin besteht der einzige Schutz darin, sich vor Mückenstichen im Allgemeinen zu schützen - mit Anti-Mücken-Spray und körperbedeckender Kleidung.


Von Nicole Freialdenhoven


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