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Warum es völlig in Ordnung ist ins Meer zu pinkeln

Veröffentlicht in News & Forschung 10 Sep, 2014

Niemand mag es so recht zugeben, dabei hat fast jeder es schonmal gemacht – sich im Meer zu erleichtern ist nicht weiter schlimm und schadet weder der Gesundheit noch der Umwelt. Im Schwimmbad sieht die Sache natürlich anders aus, hier sollte man aus hygienischen Gründen lieber den Weg zur Toilette auf sich nehmen. Eine neue Studie erläutert, warum menschlicher Urin im Ozean allerdings kaum einen Unterschied macht und bringt dabei ein paar interessante Fakten ans Licht.

Ein Wal pinkelt die sechshundertfache Menge eines Menschen

Der Mensch ist es irgendwie gewohnt im Mittelpunkt zu stehen, dabei sind wir im Meer natürlich unbedeutend klein. Scheiden wir 1,5-2 Liter beim Urinieren aus, dann fällt dies bei einer Wassermasse der Weltmeere von 350 Trillionen Liter natürlich nicht ins Gewicht. Vergessen sollten wir außerdem nicht, dass sich auch etliche Tiere regelmäßig im Meer erleichtern – Wale zum Beispiel scheiden die sechshundertfache Menge unseres Urins aus.

97,5% der Wassermassen weltweit gehören zu den salzhaltigen Weltmeeren. Urin ist hier sogar hilfreich, da sich der enthaltene Harnstoff mit Wasser verbindet, um Ammonium zu produzieren, welches wiederum nützlich für Wasserpflanzen und Algen ist. Da unser Urin ohnehin aus 90% Wasser besteht und Chloride und Natrium enthält, ist es gar nicht so schlecht für das Meer.

Im Schwimmbad und Swimmingpool sieht die Situation ganz anders aus

Forscher haben sich interessanterweise auch mit dem Pinkeln im Swimmingpool beschäftigt und raten davon dringend ab. Kommt gechlortes Wasser mit unserem Urin in Kontakt, dann können nämlich die ungewollten Abfallprodukte Chlorcyan und Stickstofftrichlorid entstehen. Beide Stoffe können bei einer höheren Konzentration von mehr als 18% schädlich für den menschlichen Körper sein. Dies ist in einem normalen Schwimmbad allerdings extrem unwahrscheinlich – pieselnde Mitschwimmer sind also kein Grund den Lieblingssport von jetzt an zu meiden.

Leider kann man im Schwimmbad mit einer ganzen Reihe von Bakterien und Keimen in Berührung kommen, die über die Ohren, den Mund, die Harnöffnung, die Nase oder die Scheide in den Körper gelangen können. Noroviren beispielsweise können Durchfall verursachen und daher für ältere Menschen und Kinder ein echtes Problem darstellen. Gesunde Menschen mit einem stabilen Immunsystem werden damit normalerweise sehr gut fertig, zu kleineren Infektionen, die teilweise sogar unbemerkt bleiben, kann es dabei allerdings trotzdem immer mal kommen. Laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) gab es in den vergangenen Jahren nur extrem wenige Fälle ernsthafter Erkrankungen. Das Urinieren im Schwimmbad ist also unhygienisch und unnötig, sollte Badebegeisterte aber nicht vom Besuch des Swimmingpools abhalten.

Manche Schwimmer argumentieren, dass der Gang zur Toilette noch unhygienischer wäre, als das Pinkeln im Wasser da die öffentliche Toilette eine richtige Bakterien-Gruft sein kann. Experten bestätigen allerdings, dass die meisten öffentlichen Toiletten völlig unbedenklich sind, man sollte sich allerdings unbedingt die Hände gründlich mit Seife waschen – etwa ein Drittel der Befragten einer aktuellen Studie tun dies nicht und riskieren dadurch bakterielle Infektionen.

Ozean und Swimmingpool – ein kleiner Vergleich

Wer sich trotzdem noch Sorgen um das Pinkeln im Meer macht, kann einen kleinen Größenvergleich anstellen. Urinieren wir, dann scheiden wir durchschnittlich 1,75 Liter Flüssigkeit aus. In einen normalen Swimmingpool passen etwa 45.000 Liter Wasser – der Anteil wäre also etwa 0,00388%, entsprechend mehr wenn mehrere Schwimmer zu faul sind zur Toilette zu gehen. Im Ozean ist das Verhältnis bei einer Wassermasse von 35 Trillionen Litern natürlich noch viel, viel kleiner.

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