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Diabetiker auf Reisen

Veröffentlicht in News & Forschung 14 Jul, 2014

Sommerzeit ist Urlaubszeit - auch für zahllose Senioren, die es in der warmen Jahreszeit ans Meer oder in die Berge zieht. Menschen mit Diabetes sind beim Reisen heute kaum noch eingeschränkt, sollten jedoch einige wichtige Dinge beachten, die wir in diesem Artikel ausführlicher beleuchten wollen.

Reisen gut vorbereiten

Schon bei der Wahl des Reiseziels sollten Diabetiker acht geben, denn in vielen fernen Ländern ist die medizinische Versorgung nicht so gut wie in Deutschland und nicht überall sind deutschsprachige Ärzte zu finden. Entscheiden Sie sich entweder direkt für "sichere" Reiseziele innerhalb Europas (zum Beispiel am sonnigen Mittelmeer) oder halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt. Ist es Ihr Herzenswunsch, einmal im Leben die chinesische Mauer entlang zu spazieren oder in der Karibik am Palmenstrand zu entspannen, lässt sich dieser Wunsch mit Sicherheit auch erfüllen.

Achten Sie darauf, dass Ihr Gesundheitspass aktuell ist und je nach Reiseziel auch in englischer oder anderer fremdsprachlicher Übersetzung vorliegt. Informieren Sie sich ausführlich, wie Sie bei typischen Reisekrankheiten wie Durchfall den Stoffwechsel unter Kontrolle behalten und nehmen Sie ausreichend Insulin und kleine Hilfen wie Traubenzucker mit. Informieren Sie sich außerdem über Apotheken und deutschsprachige (oder zumindest englischsprachige) Ärzte am Urlaubsort, die Sie im Notfall aufsuchen können. Bringen Sie in Erfahrung ob "Ihr" Insulin im Urlaubsland überhaupt erhältlich ist und wenn nicht, welche Alternativen Sie nutzen können.

Auslandskrankenversicherung abschließen

Wenn Sie Urlaub innerhalb der EU machen (z.B. in Spanien oder Italien), werden Behandlungskosten am Urlaubsort von der deutschen Krankenkasse erstattet. In Nicht-EU-Ländern ist dies jedoch nicht der Fall - Urlauber müssen ihre Rechnungen hier zumeist direkt bar oder per Kreditkarte begleichen und können nur hoffen, dass die Krankenkasse zumindest einen Teil der Kosten erstattet.

Daher sollten Diabetiker vor einer Fernreise ins Nicht-EU-Ausland eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abschließen, die diese Kosten deckt und im Notfall auch einen Rücktransport nach Deutschland zahlt. Achten Sie allerdings darauf, dass die gewählte Versicherung auch wirklich alle Folgen von Diabetes abdeckt, denn chronische Erkrankungen sind manchmal von den Leistungen ausgeschlossen.

Die Reiseapotheke für Diabetiker

Nehmen Sie auf größeren Reisen stets ein Blutzucker-Messgerät mit - es gibt heute auch praktische Apps für das Smartphone, die mit einem kleinen Ergänzungsgerät den Blutzucker messen und kaum Platz wegnehmen. Wichtig für den Transport der Teststreifen ist, dass sie vor Hitze, Kälte und Feuchtigkeit geschützt werden müssen - also in einer speziellen Dose aufbewahren und nicht in der prallen Sonne liegen lassen! Insulin muss gut gekühlt sein und sollte am besten in einer Kühlbox transportiert werden. Apotheken bieten spezielle Reisetaschen für Diabetiker, in denen alle benötigten Gegenstände ordnungsgemäß und sicher aufbewahrt werden können und die griffbereit im Auto verstaut werden sollten.

Wer sich mit Diabetes ans Steuer setzt und zu einer langen Autofahrt ans Urlaubsziel aufbricht, sollte etwa alle zwei Stunden eine Pause einplanen um den Blutzuckerspiegel zu messen. Hier ist es sinnvoll, schon vorab die Route zu studieren und die besten Parkplätze oder Raststätten für die Pausen festzulegen, so dass es nicht zu einer Notsituation mit Unterzuckerung kommt, ohne dass eine Möglichkeit zum Anhalten auf der Autobahn besteht. Im Zweifelsfall ist es jedoch immer besser, auf dem Standstreifen mit Warnblinklicht anzuhalten als mit Unterzuckerung weiterzufahren!

Als Diabetiker im Flugzeug

Ratgeber empfehlen zumeist, Insulin bei Flugreisen ins Handgepäck zu legen, da es in den Frachträumen der Flugzeuge oft so kalt ist, dass das Insulin Schaden nimmt. Allerdings vergessen sie dabei die heutigen Sicherheitsregeln für Handgepäck und die Vorschriften zu Flüssigkeiten. Oft kommt es auch zu Problemen an der Sicherheitskontrolle der Flughäfen, wenn Diabetiker ein Insulinbesteck für den Notfall mit ins Flugzeug nehmen wollen, das vom Personal als "scharfe Waffe" betrachtet und konfisziert wird. Daher sollten sich Diabetiker vor Flugreisen ein spezielles Attest vom Arzt besorgen, dass konkret auflistet, welche Gegenstände im Insulinbesteck vorhanden sind und während des Fluges benötigt werden können. Dieses Attest muss mindestens zweisprachig sein (Deutsch und Englisch), sollte aber idealerweise auch in der Landessprache des Urlaubslandes verfasst sein. Und ganz wichtig: Der Arzt muss das Attest mit Stempel und Unterschrift beglaubigen!

Das Attest gibt es hier zum Download.

Weiterhin sollten Diabetiker gerade auf Langstreckenflügen immer einen Notvorrat an Traubenzucker und Kohlenhydratlieferanten wie Trockenobst und Müsliriegel im Handgepäck haben um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Dies ist vor allem bei Langstreckenflügen in Richtung Westen (also USA, Karibik oder Südamerika) wichtig, wenn sich der Tag um mehrere Stunden verlängert und mehr Insulin benötigt wird.

Vorsichtsmaßnahmen am Urlaubsort

Im Urlaub gerät die tägliche Routine schnell durcheinander: Am Hotelbüffet und in Restaurants locken exotische Köstlichkeiten und abends wird der ein oder andere Cocktail genossen. Informieren Sie sich rechtzeitig über die Wechselwirkung z.B. von Alkohol mit Ihren Diabetes-Tabletten oder von anderen Reise-Medikamenten z.B. gegen Reiseübelkeit, Durchfall und Schmerzen, mit Ihren regulären Medikamenten.

Nicht immer wird im Hotel oder gar in Geschäften Deutsch oder Englisch gesprochen. Lernen Sie einige wichtige Ausdrücke wie "Ich habe Diabetes" und "Ich brauche Traubenzucker" in der Landessprache. Bei Ländern mit einer anderen Schrift lassen Sie sich diese Sätze am besten auch in der Landesschrift aufschreiben, so dass Sie sie dem Hotelkoch oder der Apothekerin zeigen können, falls Sie im entscheidenden Moment die Worte vergessen haben.

Beim Strandurlaub sollten Sie eine wasserdichte Plastiktasche nutzen, in der Sie nicht nur Bargeld und das Smartphone aufbewahren können, sondern auch Traubenzucker - am besten in schnellwirkender Gelform. Diese Taschen oder Beutel gibt es unter Namen wie Schwimmbox oder Strandsafe für nur wenige Euro und sie werden sich als wertvolle Begleiter am Strand erweisen.


Von Nicole Freialdenhoven


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