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Deutsche sind mit Gesundheitssystem überfordert

Veröffentlicht in News & Forschung 24 Jul, 2014

Kaum ein Tag vergeht, ohne das Meldungen zum Gesundheitssystem in Deutschland durch den Nachrichtenwald gehen. Doch trotz der ständigen Berichterstattung, trotz Bestsellern wie "Darm mit Charme" und trotz der Tatsache, dass kaum ein anderes Volk so häufig den Arzt aufsucht wie die Deutschen, ist die Mehrheit der Bevölkerung mit Fragen rund um das Thema Gesundheit überfordert. Dies will zumindest eine Studie des Wissenschaftlichen Institutes der Krankenkasse AOK in Erfahrung gebracht haben. Demnach sind europaweit lediglich die Bulgaren noch schlechter über Gesundheitsfragen informiert.

Jeder Vierte versteht nur Bahnhof

Gut ein Viertel der Befragten gab an, bei der Umsetzung der vom Arzt erhaltenen Informationen Schwierigkeiten zu haben. Dies führt dazu, dass diese Menschen die ihnen verordnete Therapie nicht richtig oder auch gar nicht durchziehen. Jeder Zehnte hat sogar Probleme damit, Medikamente genauso einzunehmen, wie der Arzt es empfohlen hat.

Insgesamt wurde bei rund 60 Prozent der Patienten, die Fähigkeit sich selbst um die eigene Gesundheit zu kümmern und individuell Krankheiten zu bewältigen, als "problematisch" oder gar "unzureichend" bezeichnet. Über ein Viertel (27 Prozent) weiß nicht einmal, wo sie im Krankheitsfalle professionelle Hilfe erhalten.

Gesundheitliche Bildung in der Schule

Die Profis zeigten sich von diesen Ergebnissen überrascht. So forderte der Chef des AOK-Bundesverbandes Jürgen Graalmann dann auch prompt, dass gesundheitliche Bildung in der Schule auf dem Stundenplan stehen sollte. Der Geschäftsführer der Unabhängigen Patientenberatung, Sebastian Schmidt-Kähler, sieht dagegen die Mediziner in der Pflicht - sie sollten mit ihren Patienten besser kommunizieren und sich vor allem mehr Zeit für sie nehmen.

Tatsächlich hatte 2010 eine Studie ergeben, dass sich die deutschen Ärzte europaweit am wenigsten Zeit für ihre Patienten nehmen - im Schnitt nur acht Minuten. Dass sich viele Patienten dann schlecht informiert fühlen, ist eigentlich nur die logische Konsequenz.

Das Internet liefert Informationen

Diese Ergebnisse sind umso überraschender in der heutigen Zeit: Über 90% der Bevölkerung besitzt schließlich einen Zugang zum Internet und hat daher Zugang zu unendlich vielen medizinischen Informationen und Ratgebern. Zwar wird immer wieder gewitzelt, dass es kontraproduktiv ist, "Doktor Google" zu befragen, doch letztendlich bietet das Internet zahllose Tipps zur Gesundheit, zur Vorbeugung von Krankheiten, zur gesunden Ernährung und mehr.

Schon 2009 hatte eine Studie ergeben, dass sich viele Menschen im Internet über Hausmittel schlau machen, die früher meist von der Mutter an die Tochter weitergegeben wurden. Gerade bei leichten Erkrankungen sind Tipps wie "Wadenwickel zum Fiebersenken" meist sinnvoller als der Gang zum Arzt.

Allerdings prägte die Beschäftigung mit Krankheiten im Internet auch den Begriff des "Cyberchonder", des Hypochonders, der im Internet seine Symptome googelt und anschließend gleich das Schlimmste befürchtet. Dann wird aus der Magenverstimmung ganz schnell Darmkrebs und aus der leichten Erkältung eine Lungenentzündung.

Letztendlich ist ein gesunder Mittelweg wohl die sinnvollste Lösung: Sich selbst im Internet informieren schafft eine bessere Grundlage für das nach wie vor notwendige Gespräch mit dem Arzt, wenn es um Krankheiten und Prävention geht.


Von Nicole Freialdenhoven


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