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Begünstigt das weitverbreitete Schmerzmittel Ibuprofen Herzinfarkte?

Veröffentlicht in News & Forschung 19 Jun, 2014

Nachdem im letzten Jahr bereits Diclofenac am Pranger der Zulassungsbehörden stand, trifft es nun das weit verbreitete Schmerzmittel Ibuprofen, das genau wie Diclofenac zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika gehört. Aufgrund ihrer entzündungshemmenden (antiphlogistischen) Wirkung werden diese Medikamente auch als nichtsteroidale Antiphlogistika bezeichnet.

Nutzung von Diclofenac eingeschränkt

Schon im letzten Jahr hatte sich die britische Zulassungsbehörde MHRA mit diesen Schmerzmitteln befasst, nachdem eine Studie der Universität Oxford ein erhöhtes Herzinfarktrisiko festgestellt haben wollte. Diclofenac, das vor allem bei rheumatischen und arthritischen Beschwerden, aber auch bei akuten Prellungen und Zerrungen eingesetzt wurde, darf seitdem nur noch eingeschränkt verordnet werden.

Patienten, die an einer manifesten Herzinsuffizienz (Klasse II-IV der New York Heart Association) leiden, dürfen das Mittel gar nicht mehr nehmen, während Patienten mit einem signifikanten Risikofaktor (dazu zählen u.a. das Rauchen, Diabetes mellitus und Bluthochdruck) nur noch nach sorgfältiger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhaltens mit Diclofenac behandelt werden sollten.

Ibuprofen nur in niedrigen Dosen nehmen

Ähnliche Einschränkungen könnten in Zukunft möglicherweise auch für Ibuprofen gelten, das anders als Diclofenac derzeit auch freiverkäuflich in der Apotheke erhältlich ist und nicht der Rezeptpflicht unterliegt. Allerdings gilt für beide Medikamente, dass sie nur in hoher Dosierung gefährlich werden können. Wer also Ibuprofen nur ein-zwei Mal pro Monat nimmt um Kopf- oder Rückenschmerzen zu bekämpfen, braucht sich generell keine Sorgen zu machen.

Gefährlich wird es nur bei einem regelmäßigen Überschreiten der zulässigen Tagesdosis von 2.400mg. Die in der Apotheke frei erhältlichen Ibuprofentabletten enthalten gewöhnlich 200 oder 400mg des Wirkstoffes. Dies bedeutet, dass eine erwachsene Person über den Tag verteilt dreimal zwei Tabletten mit 400mg Ibuprofen nehmen darf, ohne dass es zu Beschwerden kommt. Ein Überschreiten der Höchstdosis ist jedoch ohnehin nicht empfehlenswert, da Ibuprofen bei vielen Menschen zu Magenbeschwerden, Übelkeit oder Durchfall führen kann.

Wechselwirkungen mit ASS sollen untersucht werden

Riskant ist die Einnahme von Ibuprofen auch, wenn Acetylsalicylsäure (ASS) als Gerinnungshemmer zur Vorbeugung von Herzinfarkten und Schlaganfällen eingenommen wird: Ibuprofen verringert dann die Wirkung der ASS, so das in diesem Fall meist Diclofenac vorgezogen wird. Wenn sich der Ausschuss für Arzneimittelsicherheit (PRAC) nun mit der Wirkung von Ibuprofen auseinandersetzt, soll auch dieses Thema noch einmal näher untersucht werden.


Von Nicole Freialdenhoven


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