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Immer mehr Antibiotika Resistenzen: Drohen neue Epidemien?

Veröffentlicht in News & Forschung 04 Dez, 2013

In den Krankenhäusern der Welt werden immer mehr multiresistente Keime entdeckt, gegen die die herkömmlichen Antibiotika machtlos sind. In Deutschland sorgte 2010 ein Fall für landesweite Aufregung, bei der ein Patient den multiresistenten Erreger Klebsiella pneumoniae aus Griechenland eingeschleppt hatte, der im Universitätsklinikum Leipzig weitere Menschen ansteckte. In drei Jahren wurden insgesamt 100 Patienten - nicht nur in Leipzig - mit diesem Erreger diagnostiziert.

Dabei handelt es sich bei Klebsielle pneumoniae nicht um einen Einzelfall: Immer mehr früher harmlose Darmkeime sind heute multiresistente Keime geworden, gegen die die herkömmlichen Antibiotika nichts mehr ausrichten können. Das Bakterium Staphylococcus aureus wurde in den letzten Jahren als MRSA Virus weltweit bekannt. Auch dieses hat eine Antibiotikaresistenz entwickelt, die die Behandlung schwierig macht.

Multiresistente Keime erklärt

Multiresistente Keime oder Multiresistente Erreger (MRE) werden Bakterien und Viren genannt, die gegen unterschiedliche Antibiotika resistent sind. Dies bedeutet, dass die heute gebräuchlichen Antibiotika gegen diese Keime nichts ausrichten können. Neben dem MRSA Virus haben sich beispielsweise auch mehrere Bakterien der Gattung Salmonella zu multiresistenten Keimen entwickelt und auch die Erreger der Malaria, Parasiten der Plasmodium-Gattung, zeigen sich zunehmend multiresistent, so dass die Malaria-Prophylaxe in vielen Ländern der Erde wirkungslos wird.

Häufig in Deutschland auftretende Multiresistente Keime sind neben Klebsiella und MRSA auch E.Coli-Bakterien, Enterokokken und der sogenannte Krankenhauskeim Clostridium difficile.

Wie kommt es zur Antibiotikaresistenz?

Für die zunehmende Antibiotikaresistenz sind mehrere Gründe ausschlaggebend: So wurden in den letzten Jahrzehnten häufig Antibiotika verschrieben, obwohl sie in diesen Fällen gar nicht sinnvoll waren - zum Beispiel bei viralen Infekten. Dabei wurden nur einige Bakterien abgetötet, während die stärksten Bakterien, die sich resistent gegen die Antibiotika zeigten, überlebten. Dies kann auch durch eine spontane Mutation im Erbgut der Bakterien geschehen. Problematisch ist dabei, dass sich diese resistenten Bakterien dann weiter vermehren.

Ärzte kritisieren auch immer wieder den Umgang der Patienten mit Antibiotika: Wenn erkrankte Menschen ihre verschriebenen Antibiotika zu schnell absetzen, wird nur ein Teil der Erreger im Körper abgetötet. Ausgerechnet die "stärksten" Bakterien überleben, so dass nachfolgende Generationen ebenfalls stärker sind - bis das Antibiotikum irgendwann nicht mehr wirkt.

Ein weiterer Grund ist die Beigabe von Antibiotika im Tierfutter der industriellen Lebensmittelproduktion, mit dem die Erträge gesteigert werden sollen. Durch den Konsum des Fleisches kommen die Antibiotika dann auch im menschlichen Stoffwechsel an und können neue Resistenzen verursachen.

Das MRSA Virus

Der wohl bekannteste multiresistente Keim ist der sogenannte MRSA Virus. MRSA steht dabei für Methicillin Resistenter Staphylococcus Aureus, der aus dem normalen Staphylococcus Aureus hervorgegangen ist. Dabei handelt es sich um eine weit verbreitete Bakterienart, die beim Menschen Teil der natürlichen Bakterienflora auf der Haut und den Schleimhäuten ausmacht. Bis zu 50 Prozent aller Menschen tragen dieses Bakterium mit sich ohne dass es zu Problemen kommt. Zu einer Infektion kann es kommen, wenn das Immunsystem geschwächt ist oder wenn die natürliche Barriere der Haut durch eine Verletzung beschädigt wurde. Auch Diabetes und chronische Hautprobleme wie Neurodermitis können eine Infektion begünstigen. Häufig kommt es im Krankenhaus zu einer Infektion, wenn das Bakterium von Krankenpflegern oder Ärzten von Patient zu Patient getragen wird.

Während reguläre Staphyloccus aureus-Stämme mit Antibiotika gut behandelt werden könnne, ist mit dem MRSA-Stamm ein erster multiresistenter Keim aufgetreten, gegen den die herkömmlichen Antibiotika wirkungslos sind.

Anstieg der multiresistenten Keime gebremst?

Im Jahr 2000 trat bei weniger als einem Prozent der Darmkeime eine Antibiotikaresistenz auf, heute sind schon bis zu 20 Prozent multiresistente Keime. Trotzdem hat die Wissenschaft auch gute Nachrichten: So wurde aus einigen Ländern wie Frankreich und Großbritannien bereits eine Trendwende und ein Rückgang des MRSA Virus in Krankenhäusern berichtet. Auch in Deutschland zeigen konsequentere Hygiene-Maßnahmen in Kliniken eine erste Wirkung.

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