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Alzheimer lässt sich verhindern: Gesunde Ernährung und Bewegung sind wichtig

Veröffentlicht in News & Forschung 08 Aug, 2014

Morbus Alzheimer ist das große Schreckgespenst der modernen Zivilgesellschaft: Immer mehr Menschen sind von dieser Form der Demenz betroffen, die sich durch einen unaufhaltsamen Verfall der kognitiven Leistungen auszeichnet. Etwa 60 Prozent der weltweit 24 Millionen Demenzerkrankungen entfallen auf die Alzheimer-Krankheit - Tendenz steigend.

Mediziner und Wissenschaftler forschen seit Jahren nicht nur intensiv nach möglichen Heilungen für die Krankheit, sondern auch nach vorbeugenden Schutzmaßnahmen. Eine neue umfangreiche Studie aus den USA listete nun die wichtigsten Risikofaktoren und die besten Präventionsmaßnahmen für Alzheimer auf: So sind den Forschern zufolge Bewegung und gesunde Ernährung der beste Schutz, während Adipositas, Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen zu den größten Risikofaktoren gehören.

Bildung ist der Schlüssel

Den Forschern zufolge ist ein niedriger Bildungsstand der Hauptgrund für Alzheimer-Erkrankungen. Ihrer Analyse zufolge könnten 19 Prozent der Alzheimerfälle verhindert werden, wenn die gesamte Bevölkerung einen Bildungsstand hätte, der in etwa dem Abiturwissen entspricht. Allerdings ergibt sich diese Statistik vor allem daraus, dass auch die Daten von Menschen in Entwicklungsländern mit einbezogen wurden, wo die Schulbildung allgemein weit niedriger ist als in den Industrienationen.

Ein niedriger Bildungsstand hängt jedoch auch oft mit den zweiten wichtigen Risikofaktoren zusammen: Auf dem zweiten Platz folgt das Rauchen mit 14 Prozent und auf dem dritten Platz die körperliche Inaktivität mit 13 Prozent. Menschen mit hohem Bildungsstand neigen eher dazu Nichtraucher zu sein und Sport zu treiben. Weitere Faktoren wie Depressionen (8 Prozent), Bluthochdruck (5 Prozent), Diabetes (3 Prozent) und Adipositas (2 Prozent) fallen dagegen weniger ins Gewicht.

Mit Bewegung und gesunder Ernährung Alzheimer vermeiden

Insgesamt ließe sich nach Ansicht der Forscher jede zweite Alzheimererkrankung also vermeiden, indem die Menschen auf gesunde Ernährung und vor allem auf mehr Bewegung achten. Der heutige Lebensstil hat demnach isoliert betrachtet den stärksten Einfluss auf die Zunahme von Alzheimer. Rein rechnerisch könnten zum Beispiel in Europa pro Jahr 1,5 Millionen Neuerkrankungen verhindert werden, wenn mehr Bewegung in den Alltag eingebaut würde. Es muss dabei nicht unbedingt eine tägliche Joggingrunde oder das Fitness-Studio sein: Vielfach würde es schon helfen, Besorgungen zu Fuß zu erledigen statt mit dem Auto und abends einen längeren Spaziergang zu unternehmen, statt nur auf der Couch zu sitzen.

Genetik spielt ebenfalls eine Rolle

Die Zahlenspiele der Forscher umfassen jedoch nur rund die Hälfte der Alzheimer-Erkrankungen. In vielen Fällen sind die Betroffenen machtlos, denn auch die Gene spielen eine Rolle: Bei bis zu zehn Prozent der Alzheimer-Kranken wurde eine familiäre Häufung festgestellt, die auf eine Vererbung schließen lässt.

Wie entsteht Alzheimer?

Allen Patienten gemeinsam ist, dass Alzheimer durch Proteinplaques ausgelöst werden, die aus Beta-Amyloid-Peptid bestehen. Die Plaques lagern sich im Gehirn ab und sorgen für das Absterben von Neuronen, so dass die Hirnmasse im Laufe der Zeit immer weiter abstirbt. Bislang konnte noch keine effektive Therapie gefunden werden, die diese Entwicklung aufhält.

Alzheimer macht sich zunächst durch leichte Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und erste Sprachstörungen bemerkbar. Dieses sogenannte Prä-Demenz-Stadium kann bis zu acht Jahre andauern, ehe die Krankheit sicher diagnostiziert werden kann. Als Warnzeichen gelten u.a. das Wiederholen der gleichen Frage, die plötzliche Unfähigkeit mit Alltagsgegenständen wie der Mikrowelle oder dem Herd umzugehen und das Suchen nach scheinbar verschwundenen Gegenständen. Später zeigen sich Störungen beim Sprechen und in der Feinmotorik, zum Beispiel beim Schreiben oder beim Anziehen. Die Lebenserwartung nach der Alzheimer-Diagnose beträgt im Schnitt etwa sieben bis acht Jahre, es gibt jedoch auch Menschen, die noch bis zu 20 Jahre lang leben.


Von Nicole Freialdenhoven


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