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Was ist eigentlich eine Vasektomie?

Veröffentlicht in Männergesundheit 03 Jul, 2013

Als Vasektomie bezeichnet man die operative Sterilisation des Mannes zum Zwecke der Empfängnisverhütung. Dabei werden beide Samenleiter durchtrennt und an den dadurch entstehenden Enden versiegelt.

Sterilisation beim Mann

Bei der Vasektomie verschafft sich der Arzt durch einen winzigen Einschnitt oder Einstich in den Hodensack Zugang zu den Samenleitern und durchtrennt diese. Die entstehenden Enden werden entweder elektrisch (durch Hitzeeinwirkung), mittels chemischer Substanzen, durch Abbinden oder mittels spezieller Titanclips verschlossen. Anschließend werden sie in verschiedenen Gewebsschichten des Hodensackes platziert, damit sie nicht wieder zusammenwachsen können.

Neuere Methoden arbeiten statt mit Skalpell mit speziellen Instrumenten; der Hodensack wird lediglich eingeritzt, so dass nach der OP meist nur ein Pflaster erforderlich ist, um die Wunde zu verschließen. Die sogenannte "No-scalpel vasectomy" (NSV) hat außerdem den Vorteil, dass der Eingriff besser wieder rückgängig gemacht werden kann.

vasektomie

Die Kosten der Vasektomie

Die Vasektomie wird in Deutschland nur bei medizinischer Notwendigkeit von den Krankenkassen getragen. Wird sie im Rahmen einer Lifestyle-Entscheidung durchgeführt, muss sie selbst bezahlt werden.

Die Kosten einer Vasektomie betragen zwischen 300€ und 600€. Die Kosten werden nach der Gebührenordnung der Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Enthalten sind hierin nicht nur der Eingriff selbst, sondern auch die gesamte Nachbehandlung inklusive der Laboruntersuchung des Ejakulates (Spermiogramm).

Eine Vasektomie rückgängig machen

Etwa 6 % der sterilisierten Männer entscheiden sich später dafür, eine Vasektomie rückgängig machen zu lassen (Refertilisierung). Die Erfolgsaussichten einer solchen Rückoperation sind hoch (etwa 95 %, nach 15 Jahren immer noch ca. 80 %), sofern sowohl die Vasektomie als auch die Refertilisierung von einem qualifizierten, erfahrenen Arzt vorgenommen werden.

Die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit nach Refertilisierung schwankt zwischen 65 % unmittelbar nach der OP und 50 % nach > 15 Jahren, weil hierbei auch die körperliche und psychische Situation der Frau berücksichtigt werden muss.

Schwanger trotz Vasektomie?

Der Pearl-Index der Vasektomie liegt bei 0,025. Die Sterilisation beim Mann bietet demnach fast 100prozentigen Schutz vor ungewollter Schwangerschaft. Zu beachten ist, dass dieser hohe Grad an Sicherheit erst erreicht wird, nachdem alle in den Samenleitern und der Prostata verbliebenen Spermien abgegangen sind. Dazu sind etwa 20 – 30 postoperative Ejakulationen und 2 – 3 Nachkontrollen erforderlich (Laboruntersuchung des durch Masturbation gewonnen Ejakulates). So sollte man in dieser Zeit zusätzlich verhüten.

In Einzelfällen kann es zu einem erneuten Zusammenwachsen der Samenleiter kommen (Rekanalisation). Geschieht dies sofort nach dem Eingriff, so wird es vom Arzt durch das auffällige Spermiogramm bemerkt. Auch Jahre später können die Samenleiter noch zusammenwachsen – werden die Samenleiter nicht nur durchtrennt, sondern auch gekürzt, ist das Risiko hierfür deutlich geringer.

Vasektomie Risiken und Nebenwirkungen

Die Vasektomie ist ausgesprochen komplikationsarm. Selten kommt es zu postoperativen Schmerzen, öfter hingegen zu unangenehmen Druckgefühlen in den Hoden und Nebenhoden. Diese kommen daher, dass sowohl Spermien als auch Hormone (insbesondere Testosteron) werden weiterhin produziert werden. Weil die Spermien die Hoden und Nebenhoden nicht mehr verlassen können, werden sie zunächst dort gespeichert (was in der Anfangsphase nach der Vasektomie zu Druckgefühlen führen kann) und schließlich vom Körper absorbiert.

Farbe, Konsistenz, Menge, Geruch und Geschmack des Ejakulates ändern sich durch eine Vasektomie nicht bzw. nicht wahrnehmbar, da die nunmehr fehlenden Spermien auch sonst nur einen kleinen Teil der Samenflüssigkeit ausmachen. Die OP hat keinen Einfluss auf die Erektionsfähigkeit des Penis, das Orgasmusempfinden oder das sexuelle Verlangen.

Zielgruppe

Eine Vasektomie sollte stets gut überlegt sein. Meist entscheiden sich Männer zu diesem Schritt, deren Familienplanung bereits abgeschlossen ist oder die von vorneherein – etwa wegen genetischer Belastungen – keine eigenen Kinder wünschen.

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