Live Chat 030 5683 73070
Das Patientenservice Team ist jetzt erreichbar: Mo-Fr 09:00-19:00
Der 121doc Gesundheitsblog Alles für Ihre Gesundheit

Was ist eigentlich eine Gynäkomastie?

Veröffentlicht in Männergesundheit 01 Okt, 2013

Der Begriff „Gynäkomastie“ beschreibt die atypische Vergrößerung der Brüste bei Jungen und Männern. Gynäkomastie ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern Symptom verschiedener Hormonstörungen, Medikamentennebenwirkungen oder anderer Grunderkrankungen. Die Therapie sollte daher stets ursachenbezogen erfolgen.

Eine operative Behandlung ist möglich, unter Umständen aber nicht nachhaltig und zudem risikobehaftet.

Abgrenzung Brustkrebs

Die (ansatzweise) Entwicklung weiblicher Brüste bei Jungen und Männern schürt bei medizinischen Laien häufig den Verdacht auf Brustkrebs, der sich jedoch in den wenigsten Fällen bestätigt. Vor allem bei der pubertätsbedingten Gynäkomastie ist eine weiche, runde Masse von 1 – 3 cm Durchmesser mittig unter der Brustwarze fühlbar, die nicht schmerzt, aber schmerzempfindlich sein kann.

Im Unterschied dazu tritt Brustkrebs bei Männern häufig erst nach dem 60. Lebensjahr in Gestalt eines oder mehrerer fester Knoten auf. Sie schmerzen normalerweise nicht, können aber z. B. mit Hautschwellungen oder Ausflüssen aus der Brustwarze einhergehen.

Im Zweifelsfall sollte stets ein Arzt aufgesucht werden.

Abgrenzung Adipositas (Pseudo-Gynäkomastie)

Eine Vergrößerung und Verweiblichung der männlichen Brüste kann auch Folge von Fettleibigkeit sein. Hierbei kommt es zu Fetteinlagerungen im Brustbereich.

Alkoholmissbrauch kann wegen der damit verbundenen erhöhten Kalorienaufnahme Fettleibigkeit und damit eine Verweiblichung der männlichen Brüste begünstigen. Der übermäßige Genuss von Bier (Hopfen) hingegen fördert wegen der darin enthaltenen Phytoöstrogene möglicherweise die Ausbildung einer echten Gynäkomastie.

Gynäkomastie bei Neugeborenen und Kindern

Mitunter treten bereits bei Neugeborenen auffällige Brustvergrößerungen auf, die als Gynäkomastie diagnostiziert werden können. Ursache sind hier meist die während der Schwangerschaft über die Plazenta aufgenommenen weiblichen Hormone. Eine Behandlung ist selten nötig, da die Symptome von selbst verschwinden.

Gynäkomastie bei Jungen in der Pubertät

Die Pubertät beginnt bei Jungen zunächst mit einem schnellen und deutlichen Hodenwachstum. Gleichzeitig wird die Produktion des männlichen Sexualhormons Testosteron massiv gesteigert, welches zugleich eine Vorstufe des weiblichen Sexualhormons Östrogen darstellt.

Zur (meist nur ansatzweisen) Herausbildung weiblicher Brüste kommt es, wenn auf Grund der noch nicht abgeschlossenen Hormonumstellung vorübergehend zu viel Testosteron in Östrogen umgewandelt wird. Dies ist bei etwa 48 % der Jungen zwischen 10 und 15 Jahren der Fall. Die manchmal nur einseitige Schwellung der Brüste bildet sich binnen weniger Monate von selbst zurück.

Gynäkomastie im Pubertätsalter kann unter Umständen eine Folgeerscheinung des Klinefelter-Syndroms sein.

Behandlung

Die mitunter enorme psychische Belastung von Jungen durch eine länger andauernde Pubertätsgynäkomastie (Ausgrenzung, Scham, Rückzugsverhalten) kann eine hormonelle Behandlung mit Testosteron erforderlich machen. Wegen der möglichen Risiken (vorzeitiger Abschluss des Längenwachstums, Auswirkungen auf den Pubertätsverlauf) sollte hier stets ein erfahrener Endokrinologe konsultiert werden.

Auch eine operative Behandlung kann angezeigt sein, bei der das Drüsengewebe der Brüste entfernt und/oder überschüssiges Fett abgesaugt wird.

Gynäkomastie bei (älteren) Männern

Bei erwachsenen Männern geht die Produktion von Testosteron in den Hoden mit zunehmendem Alter zurück. Es kommt zur verstärkten Umwandlung von Muskelmasse in Körperfett. Der männliche Körper verweiblicht.

Zusätzlich können (altersbedingte) Erkrankungen bzw. die dadurch erforderlich werdenden Medikamente zu einer verminderten Testosteronproduktion bei gleichzeitigem Östrogenüberschuss führen. Beispielhaft genannt seien hier Schilddrüsenerkrankungen, Leberzirrhose, Nierenversagen und Alkoholmissbrauch sowie Erkrankungen oder Fehlfunktionen der Hypophyse.

Erhöhte Konzentrationen weiblicher Geschlechtshormone bei Männern können schließlich auch Folge einer Hormontherapie bei Prostatakrebs sein oder auf einen östrogenproduzierenden Hodentumor hinweisen.

Behandlung

Auch beim erwachsenen Mann kommen grundsätzlich die Hormontherapie sowie eine operative Entfernung von Drüsen- und/oder Fettgewebe in Betracht. Zunächst sollten jedoch andere mögliche Ursachen der Gynäkomastie geprüft und ggf. beseitigt werden. Dazu gehören u.a.:

  • gezielte Gewichtsreduktion,
  • Umstellung der Ernährungsgewohnheiten,
  • Verzicht auf Alkohol,
  • Absetzen von Medikamenten oder (in Absprache mit dem Arzt) Ersatz durch andere, weniger nebenwirkungsbehaftete Medikamente.

Fazit: Gynäkomastie Operation oder nicht?

Gynäkomastie ist ein Symptom zahlreicher krankhafter oder entwicklungsbedingter Störungen des Hormonhaushaltes. Die Neugeborenen- sowie die Pubertätsgynäkomastie sind meist nicht therapiebedürftig.

Erfordert die Gynäkomastie (auch aus psychischen Gründen) eine ärztliche Behandlung, kann diese entweder in einer Hormontherapie oder einer operativen Entfernung von Drüsen- und/oder Fettgewebe bestehen.

Kommentar abschicken.
  • Ihr Name:*
  • E-Mail Adresse:
  • Ihr Kommentar:*
Weiterlesen
Entdecken Sie 121doc Blog Kategorien
Entdecken Sie mehr
Zum 15. Mal findet heute - am 15. März - der Tag der Rückengesundheit... Weiterlesen
Osnabrück Arzt
Ein kleiner Schnitt kann bei einer Operation weitreichende Folgen haben. Das... Weiterlesen
Sport gehört zu einer gesunden Ernährungsumstellung einfach dazu – das... Weiterlesen