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Osnabrücker Arzt vor Gericht: Sterilisation ohne Einwilligung

Veröffentlicht in Männergesundheit 10 Mär, 2016

Ein kleiner Schnitt kann bei einer Operation weitreichende Folgen haben. Das zeigte sich auch in einem aktuellen Fall, der kürzlich in Osnabrück für einiges Aufsehen sorgte: Ein Arzt musste sich vor dem Schöffengericht verantworten, weil er einen Patienten gegen dessen Willen sterilisiert hatte.

Dieser hatte sich wegen eines Hodenleidens in die Klinik begeben, wo der Arzt im Rahmen der Behandlung auch eine Vasektomie - eine Durchtrennung der Samenstränge - durchgeführt hatte. Im Laufe des Verfahrens stellte sich jedoch heraus, dass es sich um ein Versehen gehandelt hatte und der Arzt unglücklicherweise aufgrund der vor der Operation mit seinem Patienten geführten Gespräche davon ausgegangen war, dass dieser eine Sterilisation (Vasektomie) wünsche.

Da dem Arzt jedoch kein schuldhaftes Handeln nachzuweisen war, wurde das Verfahren vom Schöffengericht bereits wenige Tage später eingestellt. Auch wenn der Eingriff in diesem Fall irrtümlich durchgeführt worden ist, wird der alljährlich bei vielen Männern in Deutschland auf deren Wunsch vorgenommen, weil er eine dauerhafte und sichere Verhütungsmethode darstellt.

Was bedeutet Sterilisation beim Mann?

Wünscht ein Mann eine dauerhafte Verhütung, so bietet sich dafür als Lösung eine Sterilisation an. Durch eine solche Maßnahme wird der Betreffende unfruchtbar gemacht. Dass bedeutet, dass er weiterhin normalen Geschlechtsverkehr haben kann, ohne dass durch zu einer Schwangerschaft der Partnerin kommen kann.

Der medizinische Fachbegriff Vasektomie meint im eigentlichen Sinne zwar lediglich die Entfernung von Gefäßen oder Teilen davon aus dem menschlichen Körper, wird aber meist als Bezeichnung für den chirurgischen Eingriff zur Sterilisation von Männern verwendet. Konkret handelt es sich dabei um eine Durchtrennung der Samenleiter, die sich im sogenannten Samenstrang befinden.

sterilisation mann vasektomie

Die Durchtrennung wird im Bereich des Hodensacks vorgenommen, und zwar oberhalb der Nebenhoden. Im Regelfall erfolgt dieser Eingriff unter örtlicher Betäubung ambulant. Dabei werden die Samenleiter durch entsprechende Schnitte freigelegt und jeweils ein etwa ein bis drei Zentimeter langes Stück davon entfernt.

Die nun nicht mehr miteinander verbundenen Enden werden an den Schnittstellen verödet. In der Folge können keine Spermien mehr in das Ejakulat des Mannes gelangen.

Wie sicher ist eine Vasektomie als Verhütungsmethode - und welche Folgen hat sie für die Sexualität?

Statistisch betrachtet, erweist sich die Vasektomie im Vergleich zu Kondomen und anderen, beispielsweise hormonellen Möglichkeiten wie Antibabypille, Verhütungspflaster oder Vaginalring, als wesentlich sicherere und dauerhafte Verhütungsmethode. Nur sehr selten kommt es zu einer sogenannten Rekanalisation, bei der die Samenleiter erneut durchgängig werden.

Um dies auszuschließen, werden erstmals acht bis zwölf Wochen nach einer Vasektomie sowie ein weiteres Mal nach einem Jahr Ejakulatproben auf das Vorhandensein von Spermien untersucht. Da der Eingriff weder die Hormonproduktion in den Hoden noch die Erektionsfähigkeit des Penis beeinträchtigt, wird die Fähigkeit zum Geschlechtsverkehr dadurch in keiner Weise beeinflusst.

Da die weiterhin produzierten Spermien vom Körper resorbiert werden und nicht mehr im Ejakulat enthalten sind, verändert dieses seine Konsistenz insofern, dass es weniger geleeartig und mehr wässrig wird.

Das Gefühl während der Ejakulation kann sich für den Mann dadurch etwas verändern, doch darüber hinaus sind keine Veränderungen des Aussehens, der Menge, des Geruchs oder des Geschmacks feststellbar. Viele Paare berichten nach einer Vasektomie über eine bessere und intensivere Sexualität, die nicht mehr durch Gedanken an eine mögliche ungewollte Schwangerschaft gestört wird.

Welche Vorteile hat eine Vasektomie - und welche Nachteile oder Komplikationen können auftreten?

Die hohe Sicherheit der Verhütungswirkung und das Fehlen von Beeinträchtigungen der Sexualität stellen die entscheidenden Vorteile einer Vasektomie dar. Bemerkenswert ist zudem, dass die Methode im Vergleich zur relativ verbreiteten Tubensterilisation der Frau ein gleich hohes Maß an Sicherheit bietet, dabei aber deutlich kostengünstiger und mit wesentlich geringeren Komplikationsrisiken behaftet ist.

Dies gilt umso mehr, als die Vasektomie heute oftmals als minimal-invasiver Eingriff ohne Skalpell durchgeführt wird. Als mögliche Komplikationen werden vor allem Hämatome und Infektionen genannt, wobei das Komplikationsrisiko in Abhängigkeit von der Operationsmethode sowie von individuellen Faktoren, beispielsweise eventuellen Vorerkrankungen, variiert.

In seltenen Fällen kommt es zu einem sogenannten Post-Vasektomie-Schmerz-Syndrom, das sich durch Schmerzen im Bereich des Nebenhodens äußert. Diese können auf einen erhöhten Druck oder eine Nervenreizung zurückzuführen sein.

Sollte ein Mann den Eingriff nach einiger Zeit rückgängig machen wollen, etwa im Zusammenhang mit einer neuen Partnerschaft, so kann dies durch eine entsprechende Operation in den meisten Fällen erreicht werden, vor allem, wenn die Vasektomie erst wenige Jahre zurückliegt.

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