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Was ist eigentlich Virilisierung?

Veröffentlicht in Frauengesundheit 07 Nov, 2013

Wachsen auf einmal mehr Haare am weiblichen Körper, werden die Muskeln ausgeprägter und die Stimme klingt einmal tiefer, ist von Virilisierung - zu Deutsch Vermännlichung die Rede. Viele Frauen trifft diese Veränderung wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Die Virilisierung kann unterschiedliche Ursachen haben - und meistens wieder rückgängig gemacht werden, sofern die Behandlung früh genug beginnt.

Wie kommt es zur Virilisierung?

Hintergrund der Vermännlichung ist eine Zunahme des männlichen Geschlechtshormons Testosteron im weiblichen Körper. Normalerweise ist dieses nur in sehr geringe Mengen bei Frauen vorhanden. Zu einem Anstieg der Testosteron-Produktion kommt es unter anderem durch Medikamente oder leistungsfördernde Mittel bei Sportlerinnen. So setzen manche Frauen ganz bewusst auf Doping mit Testosteron um kräftigere "männliche" Muskeln zu entwickeln.

Häufig sind aber auch Tumore an der Virilisierung Schuld, da diese verstärkt Testosteron produzieren. Besonders häufig ist dieses Phänomen bei Tumoren der Nebenniere und des Eierstocks zu beobachten. Eine Sonderform ist das polyzystische Ovarialsyndrom, kurz PCO.

PCO: Wenn der Stoffwechsel durcheinander gerät

Das Polyzystische Ovarialsyndrom, kurz PCO oder PCOS, betrifft bis zu 12% der Frauen im gebärfähigen Alter in Europa und ist zugleich die häufigste Ursache für Unfruchtbarkeit. Das Wort "polyzystisch" bedeutet, dass an den Eierstöcken viele kleine Zysten entstanden sind, bei denen es sich strenggenommen nicht um echte Zysten handelt, sondern um kleine Eibläschen, die verkümmern, ehe sie vollständig heranreifen können. Schuld daran ist eine Überproduktion der männlichen Hormone, deren Ursache von Wissenschaftlern bislang noch nicht 100%-ig geklärt werden konnte.

Vermutet wird eine Störung des Insulinhaushaltes, weswegen PCO auch als Hinweis auf eine mögliche Diabetes oder das metabolische Syndrom gilt. Schwer übergewichtige Frauen sind weitaus häufiger von PCO betroffen als Normalgewichtige. Bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch, bei denen PCO diagnostiziert wird, hilft häufig schon eine Gewichtsreduktion, damit sich das Syndrom zurückbildet und die Eizellen wieder normal reifen können.

So wirkt sich Testosteron bei Frauen aus

Frauen, die eine scheinbare Vermännlichung an sich bemerken, sollten unbedingt den Arzt aufsuchen um die möglichen Ursachen zu klären, um eine Tumorerkrankung auszuschließen oder den Tumor zu entdecken und behandeln zu lassen. Ein klassisches Symptom der Virilisierung ist zum Beispiel der Hirsutismus, eine plötzliche Zunahme der Körperbehaarung: So sprießen den betroffenen Frauen auf einmal Bart- oder Brusthaare, während die normale Behaarung an Armen und Beinen auf einmal stärker wird.

Testosteron bei Frauen wirkt sich auch auf die Psyche aus: So treten viele Betroffene aggressiver und männlicher auf als zuvor. Auch das Liebesleben kann leiden: So schrumpft der Busen, während die Klitoris wächst. Bei manchen Frauen nimmt die Libido ab, bei anderen nimmt sie dagegen zu.

Wird die Vermännlichung nicht frühzeitig behandelt, kann es zu schweren Folgen kommen: So bleibt die Menstruation irgendwann aus und die Frau kann unfruchtbar werden - siehe PCO. Auch auf dem Kopf macht sich die Virilisierung bemerkbar: So fallen betroffenen Frauen früher die Haare aus, so dass sie eine typische Männerglatze bekommen.

Wie lässt sich die Vermännlichung rückgängig machen?

Wird die hormonelle Vermännlichung eindeutig diagnostiziert, kann der Arzt verschiedene Maßnahmen ergreifen. Haben zum Beispiel Medikamente den Testosteronschub ausgelöst, können diese ganz einfach durch ein alternatives Medikament ersetzt werden. In andren Fällen kann eine Hormontherapie verschrieben werden: Dabei wird entweder die Wirkung des Testosterons gehemmt oder mit zusätzlichen weiblichen Hormonen (z.B. in der Anti-Baby-Pille) eine neue Balance hergestellt. Wurde ein Tumor festgestellt, wird dieser in der Regel operativ entfernt.

Je früher die Virilisierung erkannt und behandelt wird, umso eher können sämtliche Symptome der Vermännlichung rückgängig gemacht werden. Manchmal bleiben jedoch Folgen wie eine gestörte Menstruation, Unfruchtbarkeit oder eine tiefere männliche Stimme auch erhalten. Dies hängt nicht nur vom Behandlungsbeginn ab, sondern ist von Frau zu Frau unterschiedlich.

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