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Was ist eigentlich Endometriose?

Veröffentlicht in Frauengesundheit 24 Feb, 2015

Krämpfe, Unterleibsschmerzen, starke Regelschmerzen – das ist eben das Leid von Frauen. Falsch – solche Beschwerden sind nicht normal und können auf Endometriose deuten. Wir erklären was es damit auf sich hat.

Was ist Endometriose?


Leiden Frauen unter Endometriose, dann befindet sich Gewebe, dass der Gebärmutterschleimhaut sehr ähnlich ist, außerhalb der Gebärmutterhöhle. Es kommt also zu einer Wanderung und fälschlichen Ansiedlung des Gewebes, auch Endometrium genannt, im Körper. Endometriose gilt als gutartige, chronische Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut, die in den geschlechtsreifen Lebensjahren der Frau auftreten kann.

Das Endometrium kann sich grundsätzlich überall im Körper bilden, siedelt sich jedoch am häufigsten an der Gebärmutter, den Eierstöcken, Eileitern, der Blase und dem Darm an. Je nachdem wo die Gewebsherde vorkommen, unterscheidet man zwei Formen der Erkrankung. Bei der Endomeriosis genitalis externa befindet sich das Gewebe an der Gebärmutter, dem Bauchfell sowie Eileitern und Eierstöcken. Diese Form kommt am häufigsten vor. Die Endometriosis extragenitalis bezeichnet das Vorkommen des Gewebes an den Nachbarorganen der Gebärmutter, hierzu zählen z.B. Blase und Darm. In seltenen Fällen kann sich die Herde auch am Zwerchfell oder der Lunge ablagern.

Wie entsteht Endometriose?


Endometriose gilt zwar allgemein als eine Erkrankung der Gebärmutter, doch bisher ist noch nicht genau geklärt, wie diese entsteht. Man geht davon aus, dass das autonome Muskelwachstum der Gebärmutterschleimhaut bei manchen Frauen besonders stark ausgeprägt ist. Die starken Muskelbewegungen können wiederum zu Beschädigungen der Schleimhaut führen, die zu Ablösungen führen. Diese Ablösungen können über die Eileiter in andere Körperbereiche gelangen, sich dort ansiedeln und neu wachsen. Gleichzeitig regen die Ablösungen das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut erneut an. Hierdurch entsteht ein Kreislauf, der Endometriose zu einer chronischen Erkrankung macht.

Neben dieser Theorie vermuten Ärzte auch eine immunologische Ursache. Demnach führen bestimmte Veränderungen dazu, dass sich spezielle neuartige Immunzellen bilden, die die Erkrankung hervorrufen könnten. Aber auch genetische Faktoren werden nicht ausgeschlossen, da häufig die Folgegenerationen von erkrankten Frauen ebenfalls unter Endometriose leiden.

Fest steht zum heutigen Zeitpunkt nur, dass die Anzahl der Menstruationstagen innerhalb des geschlechtsreifen Phase einer Frau, das Risiko einer Erkrankung erhöht. Je eher also die Periode im Leben einer Frau einsetzt und je länger der Zyklus ausfällt, umso wahrscheinlicher ist es, dass die Frau an Endometriose erkranken wird. Das immer frühere Einsetzen der Periode und die sinkende Anzahl an Geburten, sorgen in westlichen Ländern dafür, dass immer mehr Frauen erkranken.

Welche Beschwerden verspüren Frauen?


Man geht davon aus, dass etwa 60 bis 70 % der erkrankten Frauen unter Beschwerden leiden. Diese können je nachdem wo und wie viel Gewebe sich gebildet hat, unterschiedlich ausfallen. Typisch sind vor allem häufige Unterleibsschmerzen und starke Regelschmerzen. Auch unregelmäßige oder Störungen der Blutungen sind möglich. Manche Frauen klagen ebenfalls über Schmerzen beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr. Setzt sich Gewebe am Eileiter oder den Eierstöcken ab, kann es diese befallen. Dies kann zu Unfruchtbarkeit führen. Daher sollten Frauen starke Unterleibsschmerzen nicht unterschätzen und sich vom Arzt untersuchen lassen.

Das Endometrium-Gewebe verhält sich zudem wie die Gebärmutterschleimhaut und reagiert auf den weiblichen Zyklus. Der Hormonspiegel spielt hierbei eine besondere Rolle. Bis zum Einsetzen des Eisprungs steigt der Östrogenspiegel und regt das Wachstum der Gebärmutter und damit auch der Endometriose-Herde an. Auf diese Weise werden die Beschwerden verstärkt. Dadurch sind die Schmerzen kurz vor Einsetzen der Periode am stärksten und klingen erst langsam mit der Periode ab. Daher erleben viele Frauen besonders starke Regelschmerzen.

Kann man Endometriose behandeln?


Da Endometriose vom weiblichen Zyklus und der Geschlechtsreife abhängig ist, vergehen die Beschwerden meist mit Beginn der Menopause. Bis dahin gibt es jedoch keine vollständige Heilung, es können lediglich die Symptome gelindert werden. Dabei kann auf eine Operation oder eine Hormontherapie zurückgegriffen werden. Eine Operation ist nur dann nötig, wenn das Risiko einer Unfruchtbarkeit bestehen. Dabei werden die Gewebsherde entfernt um die Fruchtbarkeit der inneren Geschlechtsorgane zu erhalten.

In den meisten Fällen veranlassen Ärzte eine Hormontherapie zur Behandlung der Schmerzen. Hierbei können Gestagene, Hormonersatzpräparate oder die Antibabypille (monophasische Kombinationspille) zum Einsatz kommen. Durch die Hormontherapie wird der Östrogenspiegel auf einem konstant niedrigen Niveau gehalten, damit das Wachstum des Gewebes behindert wird. Da viele Frauen zur Verhütung bereits auf die Antibabypille zurückgreifen, bemerken sie häufig nichts von der Erkrankung bis die Pille abgesetzt wird. Besonders bei jungen Frauen, die mit der Antibabypille verhüten, greifen Ärzte auf die monophasischen Kombinationspillen zur Behandlung zurück. Auf diese Weise entsteht für die Patientin keine große Umstellung. Welches Hormonpräparat letztendlich eingesetzt wird, hängt vom spezifischen Krankheitsbild der Patientin ab.

Wie viele Frauen sind betroffen?


Die Forschung schenkt der Endometriose noch nicht genug Aufmerksamkeit, daher liegen noch keine genauen Fallzahlen der Erkrankung vor. Experten schätzen lediglich, dass etwa sieben bis 15 % aller geschlechtsreifen Frauen davon betroffen sind. Die Dunkelziffer liegt vermutlich jedoch weit höher, besonders da aufgrund der Antibabypille viele Frauen gar nicht merken, dass sie an der Krankheit leiden. In Deutschland geht man davon aus, dass etwa zwei Millionen Frauen von Endometriose betroffen sind, wovon ungefähr die Hälfte über starke Symptome klagen, die behandelt werden müssen.

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