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Schwangeres Neugeborenes – Was ist Fetus-in-fetu?

Veröffentlicht in Frauengesundheit 17 Feb, 2015

Eine Frau aus Hong Kong gebärt eine schwangere Tochter – diese Schlagzeile geht um die Welt und klingt wie aus einem Film. Tatsächlich können solche skurrilen Fälle in der Natur wirklich vorkommen. Wir erklären, was es mit dem Phänomen auf sich hat.

Der Fall der doppelten Schwangerschaft


Eine Frau aus Hong Kong bringt ein Mädchen zur Welt, welches schwanger ist, das klingt einfach unglaublich. Tatsächlich kam das Neugeborene mit zwei Zwillings-Föten auf die Welt. Nach einer Ultraschalluntersuchung in der 37. Schwangerschaftswoche fiel den Ärzten bereits eine Wucherung am Ungeborenen aus. Die Ärzte gingen von einem Tumor aus und planten weitere Untersuchungen und eine Operation für die Zeit nach der Geburt ein. Da bis dahin keine weiteren Ultraschall-Untersuchungen erfolgten, blieb jedoch unentdeckt, dass es sich nicht um einen Tumor handelte. Erst durch Aufnahmen nach der Geburt, entdeckten die Ärzte, dass das „Tumor“-Gewebe Gliedmaßen, innere Organe und eine Wirbelsäule enthält. Sogar eine Nabelschnur und eine gemeinsame Plazenta waren vorhanden- Das Herz-Kreislauf-System und Hirnstrukturen waren allerdings noch nicht entwickelt, was darauf hindeutet, dass sich die Zwillinge etwa in der zehnten Schwangerschaftswoche befanden. 14 Tage nach der Geburt des Mädchens wurden die Föten dann operativ entfernt.

Das Phänomen Fetus-in-fetu


Die Geschichte der asiatischen Frau ist grundsätzlich kein Einzelfall. Das Phänomen ist der Medizin bereits bekannt und nennt sich Fetus-in-fetu (Fötus im Fötus). Jedoch sind bisher weltweit gerade einmal weniger als 200 Fälle verzeichnet. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine doppelte Schwangerschaft eintritt, liegt bei eins zu 500.000. Häufig bildet sich ein Fetus-in-fetu wenn mehrere Eizellen befruchtet wurden. Die Eizellen entwickeln sich daraufhin parallel, wobei eine dominante Eizelle die andere in sich aufnimmt. Hierbei spricht man von einem parasitären Fötus. Normalerweise stoppt das Wachstum des aufgenommenen Fötus nach dem parasitären Einschluss. Für gewöhnlich absorbiert der dominante Fötus den parasitären Fötus, sodass schließlich ein „normales“ Kind auf die Welt kommt. Höchsten im späteren Leben können sich Hinweise auf die fetale Inklusion zeigen. Erkrankungen können das Wachstum der überlebenden Zwillingsstammzellen anregen, sodass sich an ungewöhnlichen Körperstellen Haare, Zähne oder anderes Gewebe bilden können.

Bei dem Neugeborenen aus Hong Kong wurden die Zwillingsföten nicht im Mutterleib absorbiert. Daher sind sich die Ärzte unsicher ob hierbei wirklich eine klassische Fetus-in-fetu vorliegt. Sie sehen die Föten daher als Stammzellen-Tumor, ein sogenanntes Teratom. Wie sich diese besondere Anomalie entwickeln konnte, ist weiterhin noch nicht genau erklärt. Vermutet wird zunächst, das mehrere Abtreibungen vor der Geburt des Mädchen, eine Rolle spielen könnten.

Mehrfach-Schwangerschaft durch künstliche Befruchtung?


Seitdem immer mehr Frauen die Möglichkeit der künstlichen Befruchtung in Anspruch nehmen steigt auch die Anzahl der Fetus-in-fetu-Fälle. Bei einer künstlichen Befruchtung wird die Anomalie jedoch rechtzeitig per Ultraschall überwacht, sodass es nicht zu einem Fall, wie in Hong Kong kommen kann. Obwohl stetig mehr Fälle der doppelten Schwangerschaft bekannt werden, sehen Ärzte keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Anstieg und der künstlichen Befruchtung.

Sollten es in Zukunft zu vermehrten Fällen kommen, in denen eine natürliche Absorption des Fötus ausbleibt, und ein schwangeres Neugeborenes zur Welt kommt, muss sich die Medizin sicher auch mit dem moralischen und ethischen Konflikt der Anomalie auseinandersetzen. Ist es gerechtfertigt, die absorbierten Föten operativ zu entfernen und damit zu töten? Dabei müssen die ethischen und gesundheitlichen Faktoren genau abgewogen werden und die Ärzte befinden sich in einer heiklen Grauzone.

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