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Was ist eigentlich eine Mastektomie?

Veröffentlicht in Frauengesundheit 02 Aug, 2013

Spätestens seit Angelina Jolie ihre prophylaktische Mastektomie öffentlich bekannt machte, ist das Thema in aller Munde. Dabei gibt es jedoch noch immer viele Fehlinformationen zum Thema Brustentfernung.

Was versteht man unter einer Mastektomie?

Die meisten Menschen verstehen unter einer Mastektomie eine sogenannte Mammaamputation (oder Mamma-ablation oder Ablatio mammae genannt), bei der die gesamte weibliche Brust entfernt wird. Dabei handelt es sich jedoch nur um eine mögliche Variante der Mastektomie. In vielen Fällen wird jedoch nur der Brustdrüsenkörper im Inneren der Brust entfernt, während die Haut, Brustwarze und Warzenhof erhalten bleiben. Dadurch haben Frauen dann zunächst eine flache "männliche" Brust, die jedoch mit Implantaten wieder aufgefüllt werden kann. Als Mastektomie wird jedoch auch die kosmetische Reduktion sehr großer Brüste bezeichnet.

Die Mammaamputation

Die Mammaamputation, in der Fachsprache einfache Mastektomie genannt, ist der häufigste Eingriff. Dabei wird zwischen einer unilateralen (einseitigen) und bilateralen (beidseitigen) Brustentfernung unterschieden. In schweren Fällen wird eine sogenannte modifizierte radikale Mastektomie durchgeführt, bei der auch Lymphknoten in der Achselhöhle entfernt werden, in leichten Fällen wird dagegen eine partielle Mastektomie durchgeführt, bei der nur ein Teil der Brustdrüse entfernt wird, so dass die Brust im Ganzen erhalten werden kann.

Welche Form der Mammaamputation durchgeführt wird, hängt von der Schwere der Brustkrebserkrankung ab. Aufgrund der schwerwiegenden psychischen Folgen der Mamma-ablation für die betroffene Frau wird heute zunächst alles versucht, um die Brust zu erhalten. Dazu gehört die medikamentöse Behandlung ebenso wie die Chemotherapie. Die Schulmedizin führt mehrere Punkte auf, bei denen die Mammaamputation einer anderen Behandlung vorzuziehen ist:

  • Tumor ist größer als drei Zentimeter oder hat den Brustmuskel infiltriert
  • Mehrere Brustquadranten sind betroffen
  • Mehrere Tumorknoten in einem Brustquadranten
  • Lymphgefäße der Brustdrüste sind betroffen
  • Tumor hat sich in den Milchgängen angesiedelt
  • Nachweisbare Mikroverkalkung der gesamten Brustdrüse
  • Diagnose eines inflammatorischen Karzionoms
  • Vorausgehende OP konnte keinen ausreichenden Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe erreichen
  • Wunsch der Patientin

Viele Frauen entscheiden sich beispielsweise für eine vollständige Mammaamputation, weil sie die kräftezehrende Strahlentherapie vermeiden wollen oder weil sie so mehr Sicherheit haben, dass der gesamte Tumor wirklich entfernt wurde. Bei Schwangeren kann eine Strahlentherapie ohnehin nicht ausgeführt werden, da sonst das ungeborene Kind Schaden erleiden kann, so dass hier nur die vollständige Mastektomie möglich ist.

Die prophylaktische Mastektomie

Eine prophylaktische Mastektomie wird vorbeugend durchgeführt, wenn die Frau aufgrund der Krankheitsgeschichte in ihrer Familie Grund hat, eine Erkrankung an Brustkrebs zu befürchten. Dabei handelt es sich vor allem um Frauen mit einer Mutation der Gene BRCA1 oder BRCA2, die normalerweise dafür sorgen, dass Tumorzellen im Körper unterdrückt werden und keine Tumore bilden können. Diese Mutation wird innerhalb einer Familie häufig weitervererbt. Eine frühzeitige prophylaktische Mastektomie kann daher helfen, einer Brustkrebserkrankung vorzubeugen und senkt das Risiko gegen Null. Während diese vorbeugende Mastektomie beispielsweise in Großbritannien von fünfzig Prozent der betroffenen Frauen gewünscht wird, war dieser Eingriff in Deutschland bislang kaum gefragt. Erst durch Angelina Jolies Gang an die Öffentlichkeit stieg auch hier das Interesse an einer prophylaktischen Mastektomie so stark, dass Mediziner vom "Jolie-Effekt" sprechen.

Die hautsparende Mastektomie (skin sparing Mastekomie, kurz SSM)

Die skin sparing Mastektomie, in Deutschland auch hautsparende Mastektomie genannt, ist eine Variante der subkutanen Mastektomie, bei der lediglich das Brustgewebe im Inneren der Brust entfernt wird. Während bei der subkutanen Mastekomie jedoch die Haut UND die Brustwarze erhalten bleiben, wird bei der skin sparing Mastektomie lediglich die Haut erhalten - die Brustwarze wird entfernt. Trotzdem bietet dies betroffenen Patientinnen noch immer eine gute Möglichkeit, die erhaltene Haut mit einem Brustimplantant wieder aufzufüllen und so die Brust zu rekonstruieren. Die Brustwarze kann später ebenfalls künstlich rekonstruiert werden. Bei diesen Varianten der Mastektomie ist das Risiko jedoch höher, dass Tumorzellen im Körper verbleiben.

Individuelle Beratung ist wichtig

Das Krankheitsbild Brustkrebs ist ausgesprochen vielfältig. Da eine Mastektomie in jedem Fall einen tiefgreifenden Einfluss auf die weibliche Psyche hat, sollten sich Patientinnen ausführlich über die verschiedenen Möglichkeiten beraten lassen.

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