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Übergewicht als Behinderung

Veröffentlicht in Ernährung & Fitness 01 Jun, 2015

Experten schätzen, dass etwa jeder Fünfte Deutsche an Fettleibigkeit leidet. Schweres Übergewicht kann den Alltag des Betroffenen so stark einschränken, dass in manchen Fällen Übergewicht als Behinderung eingestuft wird.

Übergewicht als Behinderung - mögliche Folgeerkrankungen


Viele Betroffene unterschätzen, dass Fettleibigkeit nach Rauchen die zweitwichtigste Ursache für vermeidbare Todesfälle ist. Überflüssiges Fett kann den menschlichen Organismus in vielerlei Hinsicht stark beeinträchtigen und die Organe schädigen, so dass es zu einer ganzen Reihe von Folgeerkrankungen kommen kann. Viele Patienten mit Adipositas bemerken beispielsweise, verspüren mit steigendem Gewicht starke Gelenkschmerzen und verlieren an Beweglichkeit. Ein Mangel an Mobilität kann in der Folge auch psychische Folgen mit sich bringen – viele Patienten fühlen sich sozial isoliert, da sie an vielen Alltagsaktivitäten nicht teilhaben können.

Darüber hinaus kann es durch starkes Übergewicht zu Diabetes Typ II, Gefäßerkrankungen, einem Schlaganfall, Arteriosklerose, koronaren Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Gallensteinen, Hauterkrankungen und Schlafstörungen kommen. In vielen Fällen entwickeln sich die Symptome langsam über einen längeren Zeitraum, so dass Erkrankungen oftmals zuerst unentdeckt bleiben. Bei Männern kann es Fettleibigkeit außerdem zu Impotenz und bei Frauen zu Unfruchtbarkeit führen. Wer unter Übergewicht leidet, sollte sich daher in jedem Fall regelmäßig untersuchen lassen.

Kündigungsschütz bei Behinderung


Durch eine krankhafte Fettleibigkeit können auch im Arbeitsalltag Einschränkungen entstehen. Beispielsweise müssen Arbeitsplätze an fettleibige Menschen angepasst werden, so dass sie ergonomisch sitzen können. Weiterhin kann steigt durch das erhöhte Risiko von Folgeerkrankungen auch das Risiko von längeren krankheitsbedingten Arbeitsausfällen. Wird die Fettleibigkeit tatsächlich als Behinderung eingestuft, dann greift nach einem neuen Urteil zukünftig auch der Kündigungsschutz. Erst kürzlich wurde über den Fall eines dänischen Tagesvaters entschieden, der zu Hause kleine Kinder betreute und nach 15 Jahren von der Gemeinde gekündigt wurde. Es sei bei der Kündigung nicht ausgesprochen worden, warum es gerade ihn traf, daher hatte er sich aufgrund seines Körpergewichtes von 160 Kilogramm diskriminiert gefühlt.

Der EuGH-Richter entschied, dass in solchen Fällen unter Umständen der besondere Kündigungsschutz für Menschen mit Behinderung gelten kann, da auch eine krankhafte Fettleibigkeit zu deutlichen Einschränkungen bei der Teilhabe am Arbeitsleben führen kann. Nun muss das dänische Gericht im nächsten Schritt prüfen, ob es sich bei dem Übergewicht des ehemaligen Tagesvaters tatsächlich um eine Behinderung handelt. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes hat auch in Deutschland Bedeutung – bisher galt Adipositas allein nämlich nicht als Schwerbehinderung. Wie sich der Kündigungsschutz in der Praxis nun anders gestaltet, ist allerdings noch abzuwarten.

Wann spricht man überhaupt von Übergewicht und wann von Fettleibigkeit?


In vielen Fällen wird vor allem der BMI herangezogen, um zu bestimmen, ob ein Patient normalgewichtig ist, Übergewicht hat oder sogar fettleibig ist. Der BMI errechnet sich, indem man die Körpergröße in Metern mit sich selbst multipliziert und das Körpergewicht dann durch das Ergebnis teilt. Im Netz gibt es allerdings etliche Rechner, die es einem einfacher machen können.

Ein BMI zwischen 20 und 25 (Männer) beziehungsweise 19 und 24 (Frauen) gilt als Normalgewicht, über diesen Werten spricht man von Übergewicht. Aus medizinischer Sicht handelt es sich bei einem BMI von mehr als 30 um Adipositas und bei einem BMI von mehr als 40 um starke Fettleibigkeit. Mit steigendem BMI steigt auch das Risiko für ernsthafte Folgeerkrankungen, sodass es sinnvoll ist bereits bei leichtem Übergewicht auf den BMI zu achten, um zu vermeiden, dass sich Übergewicht tatsächlich zur Behinderung entwickelt.

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