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Erhöht künstlicher Süßstoff das Diabetes-Risiko?

Veröffentlicht in Ernährung & Fitness 30 Sep, 2014

Künstliche Süßstoffe wie Aspartam und Saccharin landen immer wieder aufgrund scheinbarer Nebenwirkungen in den Schlagzeilen. Nun besteht möglicherweise sogar die Gefahr, dass diese Süßstoffe die Entstehung von Diabetes begünstigen könnten - statt diabetische Personen bei der Vermeidung von Zucker zu unterstützen. Ein Erklärungsansatz für die rasante Zunahme von Diabetes in den westlichen Industrieländern wäre es jedenfalls allemal.

Glukoseintoleranz dank Süßstoffen

Ein Forscherteam des Weizman-Institutes im israelischen Rehovot veröffentlichte nun in der Fachzeitschrift "Nature" die Ergebnisse ihrer Studien zu diesem Thema - die allerdings an Mäusen durchgeführt wurden. In einer ersten Versuchsreihe erhielten die Mäuse einen der drei Süßstoffe Saccharin, Aspartam oder Sucralose in einer niedrigen Dosierung ins Trinkwasser gekippt. Nach elf Wochen zeigten die Mäuse in allen drei Gruppen eine ausgeprägte Glukoseintoleranz, die als Vorstufe zu Diabetes mellitus gilt. Bei Mäusen, deren Trinkwasser lediglich mit Glukose (Traubenzucker) gesüßt war, zeigte sich hingegen kein Unterschied zur Vergleichsgruppe, die Trinkwasser ohne Zusätze erhalten hatte.

Weil die Effekte bei Saccharin am stärksten waren, wurden mit diesem Süßstoff weitere Experimente durchgeführt. Dabei erhielten die Mäuse wieder Trinkwasser mit Saccharin oder Glukose, wobei die Dosis genau so eingestellt wurde, dass sie der für Menschen unbedenklichen Obergrenze entspricht. Außerdem bekamen die Mäuse besonders fetthaltiges Essen, die der fettigen Ernährung adipöser Menschen entspricht. Auch hier zeigten sich wieder die gleichen Unterschiede: Die Mäuse, die Glukose erhalten hatten, blieben gesund, während die Mäuse, deren Trinkwasser mit Saccharin versetzt worden war, nach fünf Wochen eine Glukoseintoleranz zeigten.

Veränderte Darmflora begünstigt Glukoseintoleranz

Die Forscher wollten nun wissen, wie die Süßstoffe konkret den Blutzuckerspiegel beeinflussen konnten, da sie eigentlich nicht verstoffwechselt werden und den Magen-Darm-Trakt unverändert passieren. Dabei züchteten sie Mäuse, die ohne eigene Darmflora keimfrei heranwuchsen und anschließend Kot von Mäusen mit Glukoseintoleranz ins Futter gemischt bekamen. Als auch diese Mäuse dann eine Glukoseintoleranz entwickelten, war für die Forscher klar, dass die Süßstoffe die Darmflora verändern und dadurch das Entstehen der Glukoseintoleranz begünstigen. Dies korreliert mit früheren Studien, wonach auch bei adipösen Menschen eine veränderte Darmflora festgestellt wird.

Wie die Mäuse, so die Menschen

Die Mäuse-Studien wurden als nächstes auf sieben freiwillige menschliche Versuchsteilnehmer übertragen. Alle Probanden waren zu Beginn vollkommen gesund und hatten noch nie künstliche Süßstoffe benutzt, erhielten nun aber täglich die für Menschen maximal erlaubte Dosis an Saccharin. Und schon nach sieben Tagen machte sich bei vier der sieben Probanden eine Glukoseintoleranz bemerkbar. Bei den gleichen Teilnehmern wurde auch eine Veränderung der Darmflora festgestellt.

Allerdings lassen sich die Studienergebnisse auch nicht so ohne weiteres auf die Allgemeinheit übertragen: Schließlich zeigte sich bei den drei anderen Versuchsteilnehmern keine Veränderung der Glukosetoleranz oder der Darmflora. Obendrein hatten die Probanden die tägliche Maximaldosis an Saccharin erhalten - und dazu müssten schon täglich 20 Süßstofftabletten oder gut ein Kilo künstlich gesüßter Lebensmittel konsumiert werden.

Süßstoffe nur in Maßen verwenden

Trotzdem lässt sich aus dieser und aus vorausgehenden Studien schließen, dass Süßstoffe nur in Maßen genutzt werden sollten. Erwiesen ist beispielsweise auch, dass sie durch den süßen Geschmack das Hungergefühl ankurbeln: Weil der Körper aufgrund des Geschmacks nun Zucker erwartet, diesen aber nicht bekommt, sackt der Blutzuckerspiegel - und damit steigt der Hunger. Die Folge: Der Mensch greift zu einem Snack und damit zu überflüssigen Kalorien.

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