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E-Zigarette - elektronische Zigarette zur Raucherentwöhnung?

Veröffentlicht in Atemwege & Rauchen 21 Nov, 2015

Die E-Zigarette, ist eine elektronische Zigarette, die ohne die Verbrennung von Tabak das Rauchen ermöglichen soll. Erfunden in China, soll sie durch das angewandte Prinzip des Dampfens die Schadstoffaufnahme reduzieren. In Deutschland greifen immer mehr Raucher zur E-Zigarette. Der Handel schätzt, dass bereits über zwei Millionen Raucher weltweit im Besitz der elektronischen Zigarette sind.

Wie funktioniert die E-Zigarette?


Die E-Zigarette setzt sich aus einem Mundstück, einer Kartusche mit Flüssigkeit (Liquid), einem Vernebler und einen Akku zusammen. Durch das Prinzip der elektrothermischen Erhitzung wird das enthaltene Liquid in Dampf gewandelt, der wiederum inhaliert wird. Der Verdampfer wird dabei je nach Modell durch Tastendruck oder per Unterdrucksensor, dem Ziehen an der Zigarette, aktiviert. Im Mundstück wird der Dampf gesammelt und von dort inhaliert, daher spricht man einer E-Zigarette auch nicht vom Rauchen sondern vom Dampfen. Um das Gefühl einer echten Zigarette noch genauer nachzuahmen, enthalten viele Modell eine LED-Diode am Ende, die bei der Inhalation aufleuchtet und die Glut nachahmen soll.



Inhaltsstoffe


Die grundlegenden Inhaltsstoffe einer E-Zigarette sind Wasser, Propylenglykol, Glyzerin, Ethanol, Aromastoffe und gegebenenfalls Nikotin. Die elektronischen Zigaretten sind sowohl mit als auch ohne Nikotin erhältlich, wobei nikotinfreie Modelle nur selten verkauft werden. Propylenglykol ist ein Stoff, der auch häufig in Nebelmaschinen für Diskotheken verwendet wird. Zudem wird die Substanz häufig zur Konservierung verwendet. Glyzerin ist ein Abfallprodukt, das bei der Gewinnung von Bioölen entsteht. Glycerin wird in der Lebensmittelindustrie zur Erhaltung der Feuchtigkeit eingesetzt. Ethanol ist ein einwertiger Alkohol, der bei Gärungsprozessen entsteht und sowohl für die chemische Reinigung als auch in der Getränkeproduktion eingesetzt wird.

Da die Zusammensetzung der E-Zigarette noch nicht durch Richtlinien in Standards festgelegt ist, kann sich diese stark unterscheiden. So wurden in einigen Modellen auch giftige Substanzen wie Diethylenglykol, Nitrosamine und Formaldehyd gefunden. In Einzelfällen konnten sogar gewisse Anteile verschreibungspflichtiger Medikamente nachgewiesen werden.

Wie schädlich ist die E-Zigarette wirklich?


Wie schädlich E-Zigaretten sind, darüber streiten sich Experten, Medien und Raucher. Da zu Beginn noch kaum Forschungsergebnisse vorlagen, wurde zunächst viel gemutmaßt. 2014 erschien eine Meta-Studie, die die wichtigsten Untersuchungsergebnisse zusammenfasste.

Demnach seien E-Zigaretten etwa zehnmal weniger schädlich als gewöhnliche Zigaretten. Dennoch können auch bei der E-Zigarette Schadstoffe entstehen, welche genau ist dabei noch nicht vollständig geklärt. So gilt Propylenglykol als reizend für die Atemwege und ist es unbekannt welche Stoffe beim Verdampfen der Aromen entstehen. Bisher wurden folgende kurzfristige gesundheitliche Schäden identifiziert:

  • Verengung der Atemwege
  • Reizungen der Atemwege
  • Reizung von Mund- und Rachenraum
  • trockener Husten

Wie gewöhnliche Zigaretten enthalten auch viele E-Zigaretten Nikotin, das bekanntlich als starker Suchtstoff gilt und das Herz-Kreislauf-System angreift. Zudem enthalten viele Modell Wechselkartuschen für die Liquids, die von den Rauchern selbst befüllt werden können. Dadurch entsteht die Gefahr, dass einige Konsumenten mit Zusatzstoffen experimentieren. Grundsätzlich sind die Zusammensetzung des Liquids und der Bauteile der E-Zigarette nicht geregelt, wodurch keine Qualität garantiert werden kann. In Einzelfällen können daher giftige Stoffe enthalten sein. Ebenfalls gab es bereits Berichte über vereinzelte explodierte Akkus aufgrund von Produktionsmängeln. In Deutschland fanden bereits Überlegungen statt die E-Zigarette, aufgrund des enthaltenen Nikotins, unter das Arzneimittelgesetz für eine Regulierung fallen zu lassen, diese Bestrebungen scheiterten jedoch.

Eine neue EU-Richlinie legt nun jedoch einige Bestimmungen für die E-Zigarette fest. Demnach dürfen Liquids nur noch 20mg Nikotin pro Milliliter enthalten und der Hersteller muss eine Qualitätssicherung nachweisen. Zudem soll die Verpackung Hinweise über die Inhaltsstoffe enthalten. Die Richtlinie soll von den Mitgliedsländern der EU, und somit auch Deutschland, bis 2016 umgesetzt werden.

Hilft die E-Zigarette beim Rauchstopp?


Bisher liegen noch keine eindeutigen Ergebnisse über die Effektivität der E-Zigarette bei der Raucherentwöhnung vor. Die Cochrane Collaboration nimmt an, dass die elektronischen Zigaretten wohl ebenso effektiv wie Nikotinpflaster sind. Wiederum sei zwischen nikotinhaltigen und nikotinfreien E-Zigaretten zu unterscheiden. Solange Nikotin weiterhin ein Inhaltsstoff ist, besteht die körperliche Abhängigkeit. Diese kann nur mit den nikotinfreien Varianten überwunden werden. Die psychische Anhängigkeit, die durch das Festigen des Rauchens als Ritual oder Gewohnheit entsteht, bleibt bestehen. Gerade weil die E-Zigarette das gewöhnliche Rauchen so genau wie möglich nachahmen soll, kann die Gewohnheit nur schwer überwunden werden. Manche Forscher vermuten sogar, dass dies das Suchtgedächtnis sogar anregt. Die bisherigen Einschätzungen sind jedoch nur Vermutungen, eindeutige Forschungsergebnisse müssen erst noch gewonnen werden.

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