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E-Shisha - elektronische Shisha zur Raucherentwöhnung?

Veröffentlicht in Atemwege & Rauchen 23 Nov, 2015

Die E-Shisha, auch Shisha-to-go genannt, ist eine elektronische Mini-Shisha für die Anwendung unterwegs. Die E-Shisha ist seit acht Jahren auf dem deutschen Markt erhältlich. Das Gerät erzeugt über das Prinzip des Verdampfens Rauch zum Inhalieren.

Wie funktioniert die E-Shisha?


Die Funktionsweise der E-Shisha gleicht der E-Zigarette. Sie besteht aus einem Mundstück, einer angrenzenden Kartusche, einem Verdampfer bzw. Vernebler und einem Mini-Akku. Die Kartusche enthält das sogenannte Liquid, aus dem der Rauch erzeugt wird. Durch eine elektrothermische Erhitzung wird aus dem Liquid Dampf erzeugt, der über das Mundstück inhaliert wird. Die Aktivierung des Verdampfers erfolgt über Tastendruck oder einen Unterdrucksensor am Mundstück, der beim Inhalieren reagiert. Da bei der E-Shisha Dampf inhaliert wird, spricht man hier vom Dampfen anstatt Rauchen.

Inhaltsstoffe


Die zu verdampfenden Inhaltsstoffe einer E-Shisha befinden sich im Liquid. Die Hauptbestandteile des Liquids sind Wasser, Propylenglykol, Ethanol, Glyzerin und Aromastoffe. In der Regel enthalten E-Sishas kein Nikotin, es gibt allerdings einige Ausführungen mit einem gewissen Nikotingehalt.

Propylenglykol ist ein Stoff, der auch in Nebelmaschinen für Diskotheken oder zur Konservierung zum Einsatz kommt. Die industrielle Version, die für Bremsflüssigkeiten oder Frostschutzmittel verwendet wird, wird für Liquids nicht verwendet. Glyzerin ist ein Abfallprodukt der Verbrennung von Bioölen und wird in der Lebensmittelindustrie eingesetzt. Ethanol ist ein einwertiger Alkohol, der auch in der Getränkeproduktion eingesetzt wird. Die in den Liquids enthaltenen Aromastoffe, verfügen über Geschmacksrichtungen von Erdbeere bis Schokolade.

Für die Zusammensetzung der Liquids gibt es noch keine einheitlichen Standards. So wurden in manchen Geräten auch krebserregende Stoffe, wie Formaldehyd, Nickel oder Chrom gefunden. Ob Nikotin enthalten ist hängt vom jeweiligen Produkt ab. Gerade Nachfüllkartuschen bergen zudem das Risiko von gefährlichen Eigenmischungen.

Wie schädlich ist die E-Shisha wirklich?


Da die E-Shisha die gleiche Funktionsweise und Inhaltsstoffe aufweist, wie die E-Zigarette, können auch ihre gesundheitlichen Risiken miteinander verglichen werden. Bislang besteht noch ein Mangel an wissenschaftlichen Untersuchungen um die Folgen des Dampfens genau beurteilen zu können. Eine Meta-Studie aus dem Jahr 2014, fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen.

Demnach gehen Experten davon aus, dass das Dampfen etwa zehnmal weniger schädlich ist als das gewöhnliche Rauchen einer Zigarette. Ganz ungefährlich ist die E-Shisha deshalb aber nicht. So kann das enthaltene Propylenglykol bereits kurzfristig für eine Reizung der Atemwege sorgen, dessen langfristige Folgen noch unbekannt sind. Zudem ist noch nicht vollständig geklärt, welche Schadstoffe beim Verdampfen wirklich entstehen können. Lediglich die folgenden Beschwerden konnten bereits identifiziert werden:

  • Reizung der Atemwege
  • Verengung der Atemwege
  • trockener Husten
  • Reizung von Rachen- und Mundraum

Modelle, die Nikotin enthalten, bringen ein zusätzliches Gesundheitsrisiko mit sich. Auch die Shishas-to-go sind als Mehrzweck-Geräte erhältlich. Dabei enthalten sie wiederbefüllbare Kartuschen, die mit selbst gemischten Liquids befüllt werden können. Dies birgt die Gefahr des Missbrauchs. Beim Kauf von Liquids, ist aufgrund des fehlenden Zwangs der Kennzeichnung der Inhaltsstoffe, unbedingt auf eine vertrauenswürdigen Händler zu achten.

Eine neue EU-Richtlinie soll Standards der Zusammensetzung einführen, die dann auch auf der Verpackung vermerkt werden müssen. Die Richtlinie soll bis 2016 in den Mitgliedstaaten umgesetzt werden.

Hilft die E-Shisha beim Rauchstopp?


Im Gegensatz zur E-Zigarette wurde die E-Shisha grundsätzlich nicht direkt zur Raucherentwöhnung entwickelt. Inwieweit sie beim Rauchstopp helfen kann ist daher unklar. Generell kann jedoch gesagt werden, dass das Dampfen ohne Nikotin etwa so hilfreich wie ein Nikotinpflaster sein kann. Durch das Nachahmen von klassischen Zigaretten und dem Beibehalten des Inhalations-Rituals wird das Suchtgedächtnis jedoch aufrecht erhalten.

Aufgrund des ansprechenden Aussehens – E-Shishas erinnern an bunte Filzstifte, sind diese besonders bei Jugendlichen beliebt. Geräte, die kein Nikotin enthalten, fallen zudem nicht unter das Jugendschutzgesetz und können von Kindern legal erworben werden. Experten sehen darin eine Gefahr. Nach ihnen werden die Jugendlichen so an das Rauchen herangeführt. Gerade die attraktive Aufmachung wie auch die Geschmacksrichtung, und der erschwingliche Preis um etwa €10 macht die E-Shisha bei Jugendlichen beliebt. Da mit dem Inhalieren eine Art Verhaltensritual trainiert wird, wird in gewissem Maße auch ohne Nikotin das Suchtgedächtnis aktiviert. Man geht daher davon aus, dass dies das Risiko erhöht mit dem Rauchen von Zigaretten zu beginnen.

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