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Asthma-Prävention bei Kleinkindern: Schlafen mit dem Schaffell

Veröffentlicht in Atemwege & Rauchen 14 Sep, 2014

Seit Jahren steigt die Zahl der Babys und Kleinkinder, die an chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Heuschnupfen leiden, kontinuierlich an. Eine Studie der Universitätsklinik Münster stellte fest, dass die Zahl der Asthmaerkrankungen unter Kindern und Jugendlichen schon zwischen 1995 und 2000 um 33 Prozent gestiegen sei - und seitdem ist keine Besserung in Sicht.

Sagrotan statt Schlammbad

Als einer der Gründe für die starke Zunahme an Allergien wird häufig die moderne keimfreie Umgebung genannt, in der Kleinkinder aufwachsen: Durften Kinder früher noch stundenlang im Freien spielen und sich dabei auch von Kopf bis Fuß schmutzig machen, halten sie sich heute viel mehr in geschlossenen Wohnräumen auf, in denen Keime kaum noch vorkommen. Dies führt dazu, dass das kindliche Immunsystem nicht mehr lernt, sich auf natürliche Weise mit Keimen auseinanderzusetzen.

Eine länderübergreifende europäische Studie mit rund 10.000 Erwachsenen hatte festgestellt, dass Menschen, die ihre Kindheit auf dem Land verbracht hatten, ein um fast 60 Prozent niedrigeres Risiko besaßen, an Allergien und Asthma zu erkranken als diejenigen, die in der Stadt aufgewachsen waren.

Ferien auf dem Bauernhof als Asthma-Prävention?

Immer mehr geschäftstüchtige Bauernhöfe und Dörfer auf dem Lande haben hier eine neue Verdienstquelle erkannt und bieten Familien aus der Großstadt "Urlaub auf dem Land" als Präventionsmaßnahme an. Dies ist jedoch kein wirklich sinnvolles Mittel, denn zwei Wochen auf dem Ponyhof ersetzen für Stadtkinder nicht den jahrelangen Kontakt mit dem Nutzvieh auf dem Bauernhof, dem Landkinder ausgesetzt sind. Experten weisen außerdem darauf hin, dass die modernen Hygiene-Standards so falsch nicht sein können, denn früher starben schließlich weit mehr Kinder an Infektionen als heute.

Schlafen auf dem Schaffell hilft

Eine neue Option eröffnete nun die LISAplus Studie, die vor kurzem beim ERS-Kongress in München präsentiert wurde: Demnach besaßen Kleinkinder, die in den ersten drei Lebensmonaten auf einem Schaffell geschlafen hatten, ein weit niedrigeres Risiko an Asthma zu erkranken als andere Babys, die ohne Tierfelle geschlafen hatten. Vermutlich wurden die Babys Mikroben im Tierfell ausgesetzt, wodurch ihr Immunsystem angeregt wurde. Eindeutige Forschungen zu diesem Thema stehen jedoch noch aus.

Die Forscher des Helmholtz Zentrums in München analysierten für die Studie die Daten von rund 3000 Kindern, die im Jahr 1998 in der Großstadt geboren wurden und deren Eltern anschließend über sechs Jahre hinweg immer wieder zu ihrer Lebensweise befragt wurde. Das beeindruckende Ergebnis: Die Kinder, die als Säuglinge auf Schaffell geschlafen hatten, besaßen mit sechs Jahren ein um 79 Prozent niedrigeres Asthma-Risiko als andere. Im Alter von zehn Jahren betrug der Unterschied noch immer 41 Prozent.

Risikofaktor Übergewicht

Wer sein Kind vor Asthma schützen will, sollte jedoch nicht nur auf Schaffelle fürs Baby setzen, sondern in den folgenden Jahren auch auf das Gewicht der Nachwuchses achten. Schon länger beobachteten Lungenärzte einen direkten Zusammenhang zwischen Asthma und Übergewicht: Als überdurchschnittlich hoch gilt der Body-Mass-Index, wenn er die 25 überschreitet. Dann ist auch der Anteil des Fettgewebes im Körper so hoch, dass die Bronchien darunter leiden.

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