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Chronische Blasenentzündung: Ursachen, Diagnose & Behandlung

Als chronische Blasenentzündung bezeichnet der Volksmund immer wiederkehrende Entzündungen der Blase. Der Fachbegriff dafür lautet "rezidivierender Harnwegsinfekt". Rezidivierende Harnwegsinfekte sind bakteriell ausgelöst und werden mit Antibiotika behandelt. Zwischen den Infekten liegen symptomfreie Zeitintervalle. Im Gegensatz dazu ist die interstitielle Zystitis (Blasenentzündung) mit über Monate oder Jahre anhaltenden Beschwerden verbunden und wird nicht durch Bakterien ausgelöst.

Wie äußert sich eine chronische Blasenentzündung?

Bei einer Blasenentzündung besteht häufiger Harndrang (Pollakisurie), wobei immer nur geringe Harnmengen abgegeben werden. Die Blasenentleerung kann mit einer kurzzeitigen Besserung der Schmerzen einhergehen, die üblicherweise über dem Schambein lokalisiert sind. Zudem bestehen Schmerzen beim Wasserlassen (Algurie). Wenn die Blasenwand stark entzündet und gereizt ist, können rote Blutkörperchen in den Urin übertreten. Kleine Mengen Blut, die nur mikroskopisch sichtbar sind, werden als Mikrohämaturie bezeichnet.

Größere Blutmengen, die mit dem bloßen Auge erkennbar sind, werden Makrohämaturie genannt. Bei einer nicht-bakteriellen, interstitiellen Zystitis können die Symptome durch bestimmte Faktoren verstärkt werden. Dazu zählen zum Beispiel Kaffee, Zitrusfrüchte, körperlicher und psychischer Stress sowie die Regelblutung. Die interstitielle Zystitis ist mit anderen Erkrankungen wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Lupus, rheumatoide Arthritis und Hashimoto-Thyreoiditis assoziiert. Auch das Auftreten einer Depression ist nicht selten.

Ab wann wird eine Blasenentzündung als chronisch bezeichnet?

Chronisch, im Sinne von wiederkehrend (rezidivierend), ist eine Blasenentzündung dann, wenn sie mehr als zweimal innerhalb eines Jahres auftritt. Bei der interstitiellen Zystitis sind die Schmerzen über Monate schwankend, es handelt sich allerdings um eine seltene Erkrankung (etwa 16 von 100.000 Frauen sind betroffen), die oftmals nicht erkannt wird, weshalb eine hohe Dunkelziffer anzunehmen ist.

Welche Ursache kann eine chronische Blasenentzündung haben?

Eine Blasenentzündung betrifft vorwiegend Frauen, da die weibliche Harnröhre viel kürzer ist als die männliche. Bakterien müssen folglich einen wesentlich kürzeren Weg bis in die Blase zurücklegen. Risikofaktoren für wiederkehrende Blasenentzündungen sind das weibliche Geschlecht, ein fortgeschrittenes Alter, die Wechseljahre, häufiger Geschlechtsverkehr, die Verwendung Spermien-abtötender Vaginalcremes (Spermizide), länger liegende Harnkatheter, Fehlbildungen und Vernarbungen, Tumore sowie die gutartige Prostatavergrößerung (Benigne Prostatahyperplasie, BPH). Die Ursache der interstitiellen Zystitis ist bislang unklar. Vermutet werden Durchblutungsstörungen, autoimmune Prozesse und Defekte der Glykosaminoglykan-(GAG)-Schicht der Blaseninnenwand.

Krankheitsverlauf Zystitis

Wie wird eine chronische Blasenentzündung diagnostiziert?

Der einfachste Weg zum Nachweis einer Blasenentzündung ist die Untersuchung von Mittelstrahlurin. Erhöhte Werte für Nitrat und Leukozyten sowie ein veränderter pH-Wert sind typische Befunde für eine Zystitis. Leukozyten sind weiße Blutkörperchen, die die Bakterien bekämpfen. Da nicht alle Bakterien, Nitrat-Bildner sind, muss Nitrat nicht positiv ausfallen. Unter dem Mikroskop kann der Urin bei Bedarf weiter untersucht werden.

Anstelle des Mittelstrahlurins kann auch Urin mittels Einmalkatheter gewonnen werden, der wesentlich weniger Haut- und Schleimhautbakterien enthält als Mittelstrahlurin. Eine weitere schnelle und überall verfügbare diagnostische Methode ist der Ultraschall. Damit kann untersucht werden, ob Restharn in der Blase verbleibt oder ob die Nieren Veränderungen aufzeigen. In seltenen Fällen kommen Harnflussmessung, Blasendruckmessung und Kontrastmittel-Untersuchungen (Urographie, Miktionszystourographie) zum Einsatz.

Die interstitielle Zystitis wird meist erst nach mehreren Jahren erkannt. Typisch ist das Auftreten von Mastzellen in der Blasenwand, das in einer Gewebeprobe nachgewiesen werden kann. Außerdem können im Rahmen einer Blasenspiegelung (Zystoskopie) Schleimhautblutungen nachgewiesen werden.

Wie kann eine chronische Blasenentzündung behandelt werden?

Die Therapie der Wahl sind Antibiotika. Die Auswahl des Antibiotikums richtet sich unter anderem danach, wie lange die letzte Blasenentzündung her ist. Bei einem Abstand von 14 Tagen oder weniger ist die Frage zu klären, ob die letzte Antibiotika-Therapie bis zum Schluss wie vom Arzt vorgeschrieben eingenommen wurde. Falls das der Fall ist, muss die antibiotische Therapie erweitert oder umgestellt werden. Gegebenenfalls kann ein Antibiogramm erstellt werden. Dazu werden die Bakterien aus dem Urin kultiviert und die Kulturplatte mit Antibiotika beimpft. Ein Absterben der Bakterien an einer beimpften Stelle zeigt eine Empfindlichkeit der Bakterien für dieses Antibiotikum an.

Eventuell macht eine längerfristige Antibiotika-Therapie Sinn. Für diese Antibiotikaprophylaxe eignen sich zum Beispiel Nitrofurantoin, Trimethoprim , Mecillinam oder Norfloxacin. Die Antibiotika werden in einer niedrigen Dosis verwendet und einmal täglich oder in fest abgesprochenen Abständen eingenommen. Steht die Blasenentzündung in Zusammenhang mit Geschlechtsverkehr, sollte das Antibiotikum innerhalb von zwei Stunden nach dem Geschlechtsakt eingenommen werden. Üblich ist eine Behandlung für sechs Wochen, die Dauer kann aber von Fall zu Fall variieren.

Am besten ist es, das Antibiotikum abends nach dem letzten Toilettengang einzunehmen, da der Wirkstoff so besonders lange in der Blase verbleibt. Als Nebenwirkung einer Langzeit-Behandlung mit Antibiotika treten unter anderem Hautausschlag, Magenprobleme und Pilzinfektionen der Scheide auf. Etwa vier von zehn Frauen berichten von Nebenwirkungen.

Die Behandlung einer interstitiellen Zystitis ist deutlich schwieriger, eine kausale Therapie ist nicht bekannt. Versucht werden Antidepressiva, D-Mannose, Xyloglucan-Gelatine und intravesikale Injektionen (Spritzen direkt in die Blase). Als Substanzen, die in die Blase eingebracht werden, kommen Chondroitinsulfat, Hyaluronsäure, Pentosanopolysulfat, Heparin, Kortikosteroide und die Kombination aus Lidocain und Dexamethason in Frage.

Außerdem sollten auslösende Faktoren gemieden werden. Für manche Betroffene sind zudem Beckenbodentraining, Antihistaminika, NSAR wie Ibuprofen und Diclofenac, Opioide, Akupunkter, Massage, Wärme-Anwendung und körperliches Training hilfreich.

Was schützt vor einer chronischen Blasenentzündung?

Ein wichtiger Punkt ist das richtige Maß an Hygiene. Sowohl zu häufiges Reinigen oder Verwenden von aggressiven Seifen als auch zu wenig Hygienemaßnahmen machen anfälliger für bakterielle Infektionen. Die Reinigung sollte von vorne nach hinten, nicht umgekehrt erfolgen, um Darmbakterien nicht in die Nähe der Harnröhre zu bringen.

Zudem sollten die Harnwege immer gut gespült werden, wozu täglich mindestens 1,5 Liter getrunken werden sollten, wenn keine anderen Erkrankungen wie beispielsweise eine Herzschwäche dagegen sprechen. Blasen- und Nierentees oder Cranberry-Saft haben sich nicht als wirksamer als andere Getränke erwiesen, dennoch schwören manche Frauen auf ihre Wirkung. Darüber hinaus sind regelmäßige Toilettengänge und vollständige Blasenentleerung ebenfalls empfehlenswert. Zur Stärkung des Immunsystems werden die pflanzlichen Wirkstoffe aus Sonnenhut, Indigowurzel und Lebensbaum empfohlen.

Quellen:

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