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Asthma bei Kindern und Jugendlichen

Mit einer Erkrankungsrate von etwa einem in zehn Kindern ist Asthma die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. Die ersten Symptome treten bei etwa 70 Prozent der Kinder noch vor dem fünften Lebensjahr auf, wobei diese bei der Hälfte der jungen Asthma-Patienten jedoch nur temporär sind und bis zur Einschulung oder während der Pubertät wieder abklingen. Asthma bei Kindern spricht sehr gut auf eine frühzeitige und konsequente Behandlung sowie regelmäßige Betreuung durch einen Facharzt an.

Definition & Häufigkeit von Kindheitsasthma

Die Atemwegserkrankung Asthma tritt in den meisten Fällen als Asthma bronchiale in Erscheinung und äußert sich durch Symptome wie pfeifende Atmung, akute Hustenanfälle und Atemnot. Die Beschwerden treten anfallsartig auf und können sich in schweren Fällen schnell zu lebensgefährlichen Atembeschwerden auswachsen.

Im Kindesalter sind das das extrinsische bzw. allergische Asthma vom intrinsischen bzw. nicht-allergischen Asthma zu unterscheiden. Erkrankungen können auch beide Formen gleichzeitig beinhalten, wobei die intrinsische Komponente im Verlauf der Erkankung schließlich überwiegt und keine allergischen Auslöser mehr für einen Anfall nötig sind.

Der Deutsche Lungeninformationsdienst geht davon aus, dass in Deutschland etwa 10% der Kinder unter 15 Jahren von Asthma betroffen sind, wobei die ersten Symptome in 70% der Fälle schon vor dem fünften Lebensjahr zu erkennen sind.

Die International Study of Asthma and Allergy in Childhood (ISAAC)[1] führte zudem einen Ländervergleich durch und ermittelte einen Weltdurchschnitt von 14% Asthma-Kranken. Deutschland liegt innerhalb der EU im Bereich der asthma-kranken Kinder auf Platz 11.

In medizinischen Studien wurde der Trend beobachtet, dass Asthma-Rate bei Jungen etwa 1,5 bis zweimal höher liegt als bei Mädchen. Mit fortschreitendem Alter gleichen sich die Erkrankungsraten langsam an, bis im Erwachsenenalter eine höhere Erkrankungsquote bei Frauen als bei Männern zu finden sind. Woran diese Entwicklung liegt, ist bisher nicht genau geklärt. Es wird vermutet, dass Jungen in der Frühentwicklung eher als Mädchen zu überempfindlichen Atemwegen neigen.

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Quelle: statista.com

Im Vergleich zu Asthma-Erkrankungen im Erwachsenenalter, klingen Symptome bei Kindern und Jugendlichen oftmals selbstständig wieder ab. Etwa die Hälfte der erkrankten Kinder weisen zur Einschulungszeit oder im Laufe der Pubertät keine Symptome mehr auf. Verliert sich die Krankheit nicht bis zum Ende der Pubertät, besteht sie auch während im Erwachsenenalter durchgehend fort.

Am häufigsten sind Kinder in Neuseeland, Australien und Großbritannien von Asthma betroffen. Dagegen ist die Erkrankung in osteuropäischen Regionen sowie in Entwicklungsländern noch eher selten. Die Häufigkeit von Asthma bei Kindern ist in den 1970er bis 1990er Jahren konstant angestiegen, dieser Aufwärtstrend ist inzwischen jedoch stabil.

Auch Babys können an Asthma erkranken. Bestimmte Risikofaktoren bewirken eine erhöhte Anfälligkeit für Atemwegsinfektionen, welche zu einer chronischen Atemwegserkrankung führen können. Typische Symptome für Asthma bei Kleinkindern sind Röcheln, erschwertes Atmen und Schlafstörungen. Da es in diesem Alter nicht möglich ist, die Wirkstoffe über handelsübliche Inhalatoren aufzunehmen, wird für Kleinkinder in den meisten Fällen Sirup zur Behandlung verschrieben. Dieser hemmt Entzündungen und kann die Lungen beruhigen.

Ursachen & Risikofaktoren von Asthma bei Kindern

Die Ursache für Asthma liegt bei Kindern wie bei Erwachsenen an einer Überempfindlichkeit der Bronchialschleimhaut. Bei einem Asthmaanfall schwillt diese sprunghaft an, während sich die Muskulatur der Bronchien verkrampft. Das hat zur Folge, dass sich die Bronchien noch weiter verengen, deren Öffnungen mit eingedicktem Schleim verstopft sind. In 50 bis 70 Prozent der Fälle wird Asthma im Kindesalter durch eine Allergie ausgelöst, welche im Verlauf zu allergischem Asthma führen. Allergisches Asthma liegt in vielen Fällen bereits in der Familie, was auf eine genetische Prädisposition schließen lässt.

Für Asthma bei Kindern und Jugendlichen bekannte Auslöser sind unter anderem:

  • bakterielle oder virale Infekte
  • Allergene wie Hausstaubmilben, Pollen, Schimmelpilzsporen, Tierepithelien sowie Nahrungsmittel
  • Reizstoffe, z.B. Sprays, Tabakrauch, starke Gerüche oder kalte Luft
  • starke Staubbelastung im täglichen Umfeld
  • Stress
  • Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre (gastroösophagealer Reflux)
  • Arzneimittel, z.B. Acetylsalicylsäure (bei ASS-Intoleranz)

Es kann sich bereits bei der Geburt abzeichnen, ob ein Kind mit hoher Wahrscheinlichkeit an Asthma erkranken wird. Neugeborene, bei denen eine große Menge des Antikörpers Immunglobulin E (IgE) in der Nabelschnur nachweisbar ist, erkranken Studien zufolge bis zu dreimal häufiger an Asthma bronchiale.

Selbst vor der Geburt können bereits so frühzeitig wie in der 12. Schwangerschaftswoche Abwehrreaktionen des Fötus gegen bestimmte Allergene auftreten. Medizinischen Studien zufolge wirkt sich dabei der Übertritt von Immunzellen, Stoffwechselprodukten und Stresshormonen aus dem Blutkreislauf der Mutter direkt auf die Atemwegsgesundheit des ungeborenen Kindes aus.

Risikofaktoren

Auch wenn die speziellen Auslöser von Asthma bei Kindern häufig nicht eindeutig identifiziert werden können, gibt es eine Reihe von bekannten Risikofaktoren, welche die Anfälligkeit für die Atemwegserkrankung stark erhöhen. Dazu gehören die Ernährung des Kindes sowie der Mutter während der Schwangerschaft. Nährstoffmängel oder Kontakt mit Giftstoffen wie Tabak oder Pestiziden können den Organismus und das Immunsystem des Kindes stark belasten und erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Entzündungen.

Bei einer natürlichen Geburt werden von der Mutter wichtige Antikörper an das Baby weitergegeben. Diese Übertragung kann bei einem notwendigen Kaiserschnitt nicht stattfinden. In wissenschaftlichen Studien wurde mehrfach eine Korrelation zwischen Geburten per Kaiserschnitt und einem erhöhten Risiko für Asthma und Allergien festgestellt.

Weitere bekannte Risikofaktoren sind:

  1. Hygiene: Asthma bei Kindern kann zum Beispiel durch zu viel Hygiene gefördert werden
  2. Luftverschmutzung: Jedoch besteht ein ebenso hohes Asthmarisiko durch eine hohe Luftverschmutzung aufgrund der Nähe viel befahrener Straßen. Denn in ländlichen Regionen tritt Asthma im Kindesalter wesentlich seltener auf, als ich städtischen Gebieten
  3. Schwaches Immunsystem / Immunschutz: Kinder aus Bauernfamilien scheinen einen besseren Immunschutz aufbauen zu können, da sie mit verschiedenen Keimen in Kontakt kommen. Daher ist das Risiko für eine allergische Überempfindlichkeit bei diesen Kindern um ein Drittel geringer als für die Kinder, die nicht auf dem Bauernhof, aber im selben Dorf leben
  4. Geburt: Risikofaktoren können schon bei der Geburt auftreten, wie beispielsweise ein zu geringes Geburtsgewicht oder eine zu frühe Geburt

Weitere Einflussfaktoren auf das Asthma-Risiko sind:

  • Passivrauchen der Eltern
  • Bronchitis der Mutter während der Schwangerschaft
  • Rauchen während der Schwangerschaft
  • Respiratorisches Synzytialvirus (RSV)
  • bakterielle Infekte im Babyalter

Symptome und Beschwerden

Als erstes Anzeichen treten bei Säuglingen und Kleinkindern Atembeschwerden aufgrund einer Atemwegsinfektion auf. Dabei muss noch keine Überempfindlichkeit oder chronische Entzündung der Bronchialschleimhaut vorliegen.

Ursprüngliche Einteilung in Asthma-Schweregrade

Gemäß den nationalen Versorgungsleitlinien (NVL) und den GINA-Leitlinien wurde Asthma bis Ende 2008 in vier Schweregrade eingeteilt. Diese werden anhand von spezifischen Symptomen, der Variabilität der Lungenfunktion und dem Ausmaß der Atemwegsobstruktion unterschieden:

Grad I - Intermittierendes Asthma:

  • weitgehend normale Lungenfunktion
  • Symptome seltener als einmal in der Woche
  • leichte Atemnot und gelegentliches Husten
  • kaum Beschwerden in der Nacht

Grad II - Geringgradig persistierendes Asthma:

  • Symptome bis zu einmal täglich
  • teilweise Einschränkung der körperlichen Aktivität
  • nächtliche Beschwerden mehrmals im Monat

Grad III - Mittelgradig persistierendes Asthma:

  • Symptome treten täglich auf
  • eingeschränkte Lungenfunktion
  • nächtliche Beschwerden öfter als einmal in der Woche

Grad IV - Schwergradig persistierendes Asthma:

  • anhaltende Beschwerden
  • häufig nächtliche Symptome
  • starke Einschränkung der Lungenfunktion
  • Einschränkungen körperlicher Aktivitäten

Neue Einteilung nach Beurteilung der Asthmakontrolle

Als neue Abgrenzung der Schwere von Asthma wird seit 2009 die alte Klassifikation (Grad I bis IV) durch eine Einteilung nach Asthma-Kontrolle ersetzt. Diese Einteilung sind für eine langfristige Verlaufskontrolle sowie als Grundlage für eine Therapie besser geeignet.

Die 3 Stufen zur Einteilung von Asthma:

  • kontrolliertes Asthma
  • teilweise kontrolliertes Asthma
  • unkontrolliertes Asthma

Diagnostik

Allgemeine Diagnostik

Die Diagnose von Asthma bei Kindern ergibt sich meistens aus Schilderungen über typische wiederkehrende Beschwerden des Kindes, wie zum Beispiel brummende oder pfeifende Geräusche während der Atmung und ob es in der Familie Allergie- und Asthmaerkrankungen gibt. Außerdem wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Durch die Inspektion des Brustkorbs sowie das Abhören der Lunge können Anzeichen auf Atemnot wie Einziehungen zwischen den Rippen oder pfeifende Atemgeräusche festgestellt werden.

Bei Kindern Asthma zu diagnostizieren ist nicht immer einfach, da es zum Beispiel unterschiedliche Krankheiten mit ähnlichen Symptomen gibt. So hatte etwa jedes zweite Kind bis zu seinem 6. Lebensjahr eine obstruktive Bronchitis – hier kann es sich um einen Vorboten von Asthma handeln, allerdings kann es auch sein, dass die Lungen wieder vollständig ausheilen. Wie bei Erwachsenen auch ist es natürlich besonders wichtig, dass eine Erkrankung möglichst schnell erkannt wird. So können langfristige Schäden an den Lungen vermieden werden, was auch für die allgemeine Entwicklung des Kindes wichtig ist.

Diagnose bei älteren Kindern

Sofern es möglich ist, wird bei älteren Kindern eine Lungenfunktionsmessung mittels Spirometer durchgeführt. Ist dies nicht möglich, erfolgt alternativ eine Ganzkörperplethysmografie. Hierbei muss das Kind weniger selbst mitarbeiten.

Bei Babys und Kleinkindern

Bei Babys und kleinen Kindern stützt sich die Diagnose auf die klinischen Symptome und die Anamnese, da eine Überprüfung der Lungenfunktion nicht möglich ist. Dabei wird der Krankheitsverlauf wird genau beobachtet, um den therapeutischen Effekt der Behandlung festzuhalten und die Diagnose zu unterstützen. Eine sogenannte Ganzkörperplethysmographie, ein Test der Lungenfunktion anhand des Atemwegswiderstands, ist zur Diagnose ebenso möglich.

Therapie & Vorbeugung von Asthma bei Kindern

Therapie

Das wichtigste Ziel der Asthmatherapie ist, dass die betroffenen Kinder beschwerdefrei werden. Weiterhin sollte die Erkrankung ihre geistige, psychische und physische Entwicklung nicht behindern.

Die Behandlung wird im Normalfall mit einer Kombination aus nicht-medikamentösen und medikamentösen Maßnahmen durchgeführt. Zu den nicht-medikamentösen Behandlungen zählen zum Beispiel Atemschulung und Sport.

Je nach Schweregrad des Asthmas werden während der medikamentösen Maßnahmen verschiedene Medikamente (Entzündungshemmer und Medikamente zur Erweiterung der Bronchien) eingesetzt. Ein bekanntes Bronchien erweiterndes Mittel mit Langzeitwirkung ist zum Beispiel Theophyllin. Entzündungsreaktionen werden hingegen von kortisonhaltigen Sprays gebremst. Als Langzeitbehandlung hat sich bei Kindern mit Asthma auch Salbutamol bewährt und wird in vielen klinischen Studien angewandt. Zudem sind alternative Heilmethoden wie zum Beispiel Akupunktur komplementär anwendbar.

Vorbeugung

Eine sichere und ausgereifte Vorbeugungsmethode für Asthma bronchiale im Kindesalter gibt es nicht. Jedoch wirken folgende Verhaltensweisen bei der Verminderung des Erkrankungsrisikos unterstützend:

  • Kind sofort bei Verdacht auf Allergie untersuchen lassen
  • Vermeidung von Staub, schadstoffhaltiger Luft und kalter Luft
  • Kinder keinem Zigarettenrauch aussetzen
  • Atemwegsinfekte vorbeugen
  • bei bestehender Hausstaubmilbenallergie spezielle Bettüberzüge nutzen
  • bei starkem Pollenflug im Haus bleiben
  • bei bestehendem Asthma jährliche Grippeimpfung vornehmen

Weiterhin ist heute bekannt, dass sich Stillen positiv auf die Gesundheit des Babys auswirkt[2] und sogar das Risiko einer Asthmaerkrankung mindern kann. Forscher an der Universität Bern haben Daten zur Lungengröße von 1.400 englischen Schulkindern ausgewertet und stellten fest, dass das Lungenvolumen der Kinder, die gestillt wurden, im Schnitt etwa 180 ml größer ist. Dementsprechend ist auch die Selbstheilungsfähigkeit der Lungen stärker ausgeprägt, was die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung mindert.

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2013 ergab darüber hinaus, dass Probiotika das Allergierisiko senken können. Es wurden hierbei 25 Studien mit insgesamt 4031 Probanden einbezogen. Es werden jedoch noch weitere Analysen unternommen und eindeutigere Resultate zu erlangen.

Gerade Eltern, die selbst an Asthma leiden und damit ein erhöhtes Erkrankungsrisiko vererben können, sollten besonders auf bestimmte Faktoren achten, um einer Atemwegserkrankung des Nachwuchses vorzubeugen. Beispielsweise sollten Rauch, kalte Luft, Hausstaub, Milben und Pollen so gut es geht gemieden werden.

Gerade Nikotinkonsum während der Schwangerschaft, kann die Lungenentwicklung des Kindes beeinträchtigen. Passivrauchen in Gegenwart von Kindern kann das Krankheitsrisiko von Asthma deutlich fördern, sodass man hierauf am besten ganz verzichten sollte. Weiterhin ist es sinnvoll die Umgebung des Kindes und das Kinderzimmer auf eventuelle Allergene zu untersuchen und diese gegebenenfalls durch antiallergenes Spielzeug, Kleidung und Gegenstände zu ersetzen.

Auch kleinere Infektionen sollten gerade bei Babys in jedem Fall ärztlich behandelt werden, da es sonst eher zu chronischen Erkrankungen kommen kann. Lassen Sie sich zu den empfohlenen Impfungen beraten und halten Sie den Impfpass Ihres Kindes auf dem neuesten Stand.

Quellen:

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