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Familienplanung bei Übergewicht - Problemstellungen & Risikofaktoren

Übergewicht beeinflusst nicht nur die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen, sondern hat auch schwerwiegende Folgen für das ungeborene Kind. Informieren Sie sich über die wichtigsten Punkte zum Thema Kinderwunsch mit Übergewicht.

Die Zahl der Personen, die ein erhebliches Übergewicht aufweisen, ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich angestiegen, insbesondere in den Industrienationen. Übergewicht kann einen erheblichen Hinderungsgrund bei der Erfüllung eines Kinderwunsches darstellen, denn es ist keinesfalls nur ein ästhetisches, sondern ein gesundheitliches Problem. Aus diesem Grunde wird der behandelnde Arzt den Hinweis geben, dass ein vorhandenes Übergewicht zuerst reduziert werden sollte, bevor an die Erfüllung eines Kinderwunsches zu denken ist.

Warum hat Übergewicht Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit?

Unser Ernährungsstatus steht in engem Zusammenhang mit unserer Fruchtbarkeit. Alle überflüssigen Kalorien die der Mensch zu sich nimmt, werden in Fettgewebe gespeichert. Fettgewebe speichert allerdings nicht nur Kalorien, sondern beeinflusst unseren Körper auch auf hormoneller Ebene. Dies trifft in einem verstärkten Maße auf Bauchfett zu, welches in diesem Zusammenhang als besonders gefährlich gilt.

Bauchfett neigt dazu durch die Ausschüttung von Hormonen und Botenstoffen die Funktionsweise von Organen negativ zu beeinflussen. Betroffen sind dabei vorwiegend die Funktion der Eierstöcke sowie der Hoden, was eine große Auswirkung auf die Fruchtbarkeit von Mann und Frau haben kann.

Übergewicht und die Fruchtbarkeit der Frau

Zu den wichtigsten Auswirkungen von Übergewicht auf die Fruchtbarkeit der Frau zählen folgende Punkte:

  • Ausbleibender Eisprung
  • Erhöhte Dauer bis zum Eintritt der Schwangerschaft im Vergleich zu normalgewichtigen Frauen
  • Im allgemeinen niedrigere Schwangerschaftsraten
  • Veränderte Reaktion bei Eisprung-auslösenden Präparaten
  • Schlechtere Eizellqualität

Zu viel Fettgewebe bringt den Hormonhaushalt der Frau durcheinander. Neben den Östrogenen besitzt jede Frau eine gewisse Menge männlicher Hormone. Sie werden Testosteron genannt und Schritt für Schritt in weibliche Hormone umgewandelt. Im Idealfall produziert der Körper nur so viele Hormone, wie er tatsächlich benötigt.

Bei einem starken Übergewicht kann dieses Gleichgewicht jedoch nicht mehr gewährleistet werden. Oftmals entstehen sogar Zysten an den Eierstöcken, die das Entstehen einer Schwangerschaft deutlich erschweren, oder gänzlich unmöglich machen können. In jedem Falle ist das Risiko, dass es durch das Übergewicht zu Zyklusstörungen oder zum Ausbleiben eines Eisprunges kommt, deutlich erhöht. Dies gilt vor allem für Frauen die nicht nur leicht, sondern sehr stark übergewichtig oder fettleibig sind.

Übergewicht und Fruchtbarkeit beim Mann

Übergewicht hat nicht nur bei der Frau, sondern auch beim Mann erhebliche Folgen. Zu den wichtigsten Problemen übergewichtiger Männer bezüglich ihrer Fruchtbarkeit kann man folgende Punkte zählen:

  • Geringere Anzahl an Spermien
  • Eingeschränkte Beweglichkeit der Spermien
  • Fehlgebildete Spermien im Ejakulat
  • Niedriger Testosteronspiegel
  • Deutliche Verminderung der Schwangerschaftswahrscheinlichkeit
  • Störung der sexuellen Funktion des Penis (Impotenz)

Bei übergewichtigen Männern werden grundsätzlich weniger, oder in ihren Eigenschaften veränderte Spermien produziert. Hierfür sind die männlichen Hormone (Testosteron) verantwortlich, die bei fettleibigen Männern nur ungenügend zum Zuge kommen können. Die Fettzellen enthalten ein Enzym, dass das vorhandene Testosteron in Östrogen umwandelt. Dieser Prozess ist umso stärker, je mehr Fettzellen vorhanden sind.

Außerdem hüllen die Fettpolster die Hoden stärker ein und sind damit für eine Überhitzung verantwortlich. Die Produktion der männlichen Hormone sowie Spermien wird hierdurch zusätzlich beeinträchtigt. Darüber hinaus wird die Ausreifung der Spermien in den Nebenhoden gehemmt. Die Nebenhoden sind der Ort, an dem die Spermien Kraft und Proteine tanken, um für den Transport zur weiblichen Eizelle gerüstet zu sein.

Übergewicht während der Schwangerschaft: Welche Auswirkungen gibt es?

Übergewicht kann für schwangere Frauen einige schwerwiegende Implikationen haben. Dazu gehören unter anderem:

  • Ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten
  • Erhöhtes Risiko für Schwangerschaftszucker (Gestitationsdiabetes)
  • Übergewicht beim wachsenden Kind (Makrosomie)
  • Häufung von Geburtsstillständen und erhöhte Kaiserschnittrate
  • Erschwerte Ultraschalldiagnostik
  • Erhöhte Neigung zu Bluthochdruck
  • Gesteigertes Risiko für Sauerstoffunterversorgung des Kindes

Übergewicht erhöht die Gefahr, dass sich in den Immunzellen verstärkte Entzündungsfaktoren bilden die dazu geeignet sind, die Stoffwechselvorgänge bei der Schwangeren und beim ungeborenen Kind negativ zu beeinflussen.

Ein wichtiges Beispiel ist die Insulinresistenz. Der Blutzucker kann nicht mehr unter Kontrolle gehalten werden und eine Schwangerschaftsdiabetes kann die Folge sein.

Außerdem besteht das Risiko, eine Schwangerschaftsvergiftung zu erleiden. Bereits unter normalen Umständen stellt eine Schwangerschaft eine erhebliche Belastung für den weiblichen Körper dar. Diese Belastung wird durch das Übergewicht weiter verstärkt.

Übergewicht und Folgen für das heranwachsende Kind

Hat die Mutter Übergewicht, bleibt dies nicht ohne Folgen für das Kind. In diesem Zusammenhang besteht die Frage, ob die Kinder verstärkt dazu neigen, selbst übergewichtig zu werden. Diese Frage kann mit einem eindeutigen Ja beantwortet werden. In der Regel besitzen die Kinder übergewichtiger Eltern deutlich mehr Fettgewebe und müssen nicht selten vorzeitig oder per Kaiserschnitt auf die Welt geholt werden. Außerdem ist das Sterberisiko der Kinder deutlich erhöht. Bei normalgewichtigen Frauen liegt es bei 0,24%, bei leicht übergewichtigen Frauen bei 0,30% und bei stark übergewichtigen Frauen (BMI über 40) bei 0,58%. Diese Zahlen beziehen sich auf das erste Lebensjahr des Kindes.

Weitere häufig genannte Folgen für Kinder übergewichtiger Eltern:

  • Erhöhte Fehlbildungsraten z.B. angeborener Herzfehler
  • Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem
  • Höhere Wahrscheinlichkeit für eine Adipositas
  • Mögliche Stoffwechselstörungen

Aus all den genannten Gründen ist es ratsam, Übergewicht vorzubeugen und vorhandene Gewichtsprobleme möglichst frühzeitig zu reduzieren und zu adressieren. Dies gilt umso stärker, je intensiver der Kinderwunsch ist. Hier gilt es, an den Ursachen anzusetzen, die Ernährung umzustellen und mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren. Besteht das Übergewicht schon länger oder ist es gravierend (wie beispielsweise bei einer Adipositas), ist es mit einer Ernährungsumstellung und mehr Bewegung oftmals nicht mehr getan. Hier sollten alle erforderlichen Maßnahmen mit dem Arzt abgesprochen und konsequent umgesetzt werden. Dann steht der Erfüllung des Kinderwunsches in der Regel nichts mehr im Wege.


Quellen:

  1. Tanvig M. (2014): Offspring body size and metabolic profile - effects of lifestyle intervention in obese pregnant women, in: Danish Medical Journal 2014 Jul;61(7):B4893, http://www.ncbi.nlm.nih.gov
  2. Sean Meehan et al. (2014): Maternal Obesity and Infant Mortality: A Meta-Analysis, in: Pediatrics May 2014, VOLUME 133 / ISSUE 5, http://pediatrics.aappublications.org
  3. Dr. med. Sören von Otte: Kinderwunsch Leitfaden. Übergewicht und Fruchtbarkeit –ein (ge)wichtiges Problem bei Kinderwunsch, http://www.kinderwunsch.de/fileadmin/Kinderwunsch/leitfaeden/WOMN-1035089-0000.pdf
  4. Spiegel Online (2014): Schwangerschaftsstudie: Ist mütterliches Übergewicht gefährlich fürs Baby?, URL: spiegel.de
  5. Stefan Johansson et al. (2014): Maternal overweight and obesity in early pregnancy and risk of infant mortality: a population based cohort study in Sweden,in: British Medical Journal 2014;349:g6572, http://www.bmj.com

Letzte Aktualisierung: 19.11.2015

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