Live Chat +44 20 3322 1430
Das Patientenservice Team ist jetzt erreichbar: Mo-Fr 09:00-19:00
  • 100% DiskretionVertrauliche Beratung & neutrale Verpackung
  • Original Markenmedikamentevon unserer in der EU registrierten Apotheke
  • Keine versteckten GebührenAlle Preise enthalten Lieferung
  • Expressversand24 Stunden Versand

Wirkstoffcheck Levonorgestrel

Das Hormon Levonorgestrel ähnelt den weiblichen Sexualhormonen und gehört zur Gruppe der Gestagene. Je nach Anwendungsgebiet gibt es verschiedene Indikationen. Als Minipille eignet sich Levonorgestrel zur täglichen Einnahme zum Zweck einer nachhaltigen und sicheren hormonellen Empfängnisverhütung.

Alternativ können höhere Dosierungen des Wirkstoffes eine ungewollte Schwangerschaft nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr verhindern. Die Pille danach dient jedoch nicht der Abtreibung. Frauen bevorzugen Levonorgestrel vorrangig nach der Geburt, da es auch während der Stillzeit eingenommen werden kann.

Anwendungsgebiete

Das weibliche Hormon Levonorgestrel kommt in verschiedenen Formen zur Anwendung. In niedrigen Dosierungen ist es in der Minipille enthalten. Dieses orale Arzneimittel zur Empfängnisverhütung kann ebenso während der Stillzeit regelmäßig eingenommen werden.

Im Gegensatz dazu eignet sich Levonorgestrel in höheren Dosierungen zum Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft. Hierzu wird es in Form der Pille danach nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr (maximal 72 Stunden) einmalig eingenommen.

Alternativ kommt Levonorgestrel als lokales Verhütungsmittel in der Spirale (Intrauterinpessar) zum Einsatz. Ein Gynäkologe setzt auf Wunsch der Frau und nach klinischer Eignung die Kunststoffspirale direkt in die Gebärmutter ein.

Hauptsächlich wird Levonorgestrel von Frauen präferiert, die Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur hormonellen Verhütung nicht vertragen. Darüber hinaus eignet sich die Kombination des Gestagens mit Östrogenene, wie beispielsweise Ethinylestradiol, zur Schwangerschaftsverhütung beziehungsweise zur Linderung von Zyklusbeschwerden oder -störungen.

Wirkungsweise

Der synthetisch hergestellte Wirkstoff Levonorgestel verdickt die den Schleim im Gebärmutterhals, wenn er als Minipille oder Spirale Anwendung findet. Aufgrund dessen ist es männlichen Spermien nicht möglich, in die Gebärmutter zu gelangen. Zudem verändert das Gestagen den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Sollte eine Eizelle doch befruchtet werden, kann diese sich nicht einnisten. Eine Schwangerschaft wird durch Levonorgestrel quasi doppelt verhindert.

levogynon-chemischer

Abb.: 1 Strukturformel Levonorgestrel

Eine ähnliche Wirkung erzeugt die hohe Dosis Levonorgestrels. Die Pille danach verhindert einen bevorstehenden Eisprung als auch eine mögliche Einlagerung einer eventuell bereits befruchteten Eizelle. Sollte eine Einnistung bereits stattgefunden haben, kann Levonorgestrel eine Schwangerschaft nicht verhindern, da der Wirkstoff keine abtreibende Wirkungsweise besitzt.

Nebenwirkungen

Die Einnahme von Levonorgestrel kann mit unerwünschten Nebenwirkungen verbunden sein. Entsprechend der jeweiligen Dosierung wurden unterschiedliche Begleiterscheinungen beobachtet.

Einnahme von Levonorgestrel in niedrigen Dosierungen (Minipille)

Sehr häufig treten Zwischen- oder Schmierblutungen beziehungsweise Zyklusunregelmäßigkeiten auf.

Häufig kommt es zu depressiven Verstimmungen, einem verringerten Geschlechtstrieb, Nervosität, Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen oder Übelkeit. Auch Brustspannen und -schmerzen beziehungsweise Akne wurden beobachtet. In Einzelfällen traten oft Zwischenblutungen oder Schmerzen während und/oder vor der Regelblutung auf. Eine Blutungsverlängerung ist ebenso möglich.

Gelegentlich löst Levonorgestrel Wassereinlagerungen im Gewebe oder Chloasma (Fleckenbildung im Gesicht) aus.

Sehr häufige Nebenwirkungen Häufige Nebenwirkungen Gelegentliche Nebenwirkungen
Zwischenblutungen Kopfschmerzen Wassereinlagerungen
Schmierblutungen Schwindel Chloasma
Zyklusunregelmäßigkeiten Erbrechen

Selten tritt eine Unverträglichkeit von Kontaktlinsen auf, die Körperbehaarung nimmt zu oder Hauterkrankungen entstehen. Einige Frauen bemerken eine Gewichtsveränderung oder Scheidenausfluss.

Anwendung des Wirkstoffes als Pille danach

Sehr häufig ist die Einnahme der Pille danach mit Übelkeit, Müdigkeit, Unterbauch- oder Kopfschmerzen verbunden. Diese stehen nicht immer in unmittelbarer Verbindung mit der monatlichen Regelblutung.

Häufige Nebenwirkungen sind Durchfall, Erbrechen, Spannungsgefühl der Brust, Schwindel, mehr als sieben Tagen verspätete Regelblutung, Zwischen- oder Schmierblutungen.

Sehr selten löst Levonorgestrel Ausschlag, allgemeine Bauchschmerzen, Beckenschmerzen, Gesichtsschwellung, Nesselsucht, Juckreiz oder Regelschmerzen aus.

Sehr häufige Nebenwirkungen Häufige Nebenwirkungen Sehr seltene Nebenwirkungen
Müdigkeit Schwindel Ausschlag
Zwischenblutungen Durchfall Juckreiz
Unterbauchschmerzen Erbrechen Bauchschmerzen
Schmierblutung Regelschmerzen

In Einzelfällen treten zeitlich verzögerte Regelblutungen auf. Ist diese mehr als fünf Tage überfällig, ist es notwendig, eine Schwangerschaft auszuschließen.

Einige Frauen bemerken Durchfall nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr, der parallel zur Einnahme von Levonorgestrel stattfand.

Levonorgestrel in Intrauterinpessaren (Spirale)

Sehr häufig treten folgende Nebenwirkungen auf: Ausfluss, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Schmerzen im Bereich des Beckens, eine veränderte Monatsblutung. Letztere zeigt sich durch Schmierblutungen beziehungsweise fehlende und/oder gelegentliche Blutungen. Im Einzelfall treten Ausfluss und Scheidenentzündungen auf.

Häufig kommt es zu depressiven Verstimmungen bis hin zu Depressionen, Akne, Migräne, Überbehaarung oder Übelkeit. Schmerzen in der Brust, Rückenschmerzen, Infektionen der Eierstöcke oder Gebärmutter, Eierstockzysten beziehungsnweise Schmerzen während der monatlichen Blutung. Eine Ausstoßung des Intrauterinpessars (teilweise oder vollständig) ist ebenso möglich.

Gelegentlich färbt sich die Haut dunkel oder es treten braune Hautflecken im Gesicht auf. Haarausfall wurde ebenso beobachtet.

Sehr häufige Nebenwirkungen Häufige Nebenwirkungen Gelegentliche Nebenwirkungen
Ausfluss Akne Haarausfall
Bauchschmerzen Depression Juckreiz
Kopfschmerzen Übelkeit Hautverfärbungen
Schmierblutungen Rückenschmerzen

In bis dato nicht bekannter Häufigkeit können im Zusammenhang mit Levonorgestrel Überempflindlichkeitsreaktionen auftreten. Hierzu gehören Gesichtsschwellung, Nesselsucht und/oder Hautausschlag.

Direkt nach dem Einsetzen vom Intrauterinpessar treten häufig krampfartige Unterleibsschmerzen auf. Eine Ausstoßung des hormonellen Verhütungsmittels ist ebenso möglich. Während der Anwendung erhöht sich zudem das Risiko leicht, eine Eileiterschwangerschaft zu erleiden. Entsprechend sollte bei jeder Art von starken Schmerzen ein Arzt konsultiert werden.

Wechselwirkungen

Levonorgestrel kann die Wirkung von Insulin und oraler Antidiabetika beeinflussen. In Rücksprache mit dem Arzt ist eventuell eine Dosisanpassung notwendig.

Eine gleichzeitige Einnahme von medizinischer Kohle kann die Aufnahme des Wirkstoffes Levonoergestrel im Körper maßgeblich beeinträchtigen.

Die Wirkung von Levonorgestrel wird abgeschwächt beziehungsweise ungünstig beeinflusst durch: Acitretin (Präparat gegen Schuppenflechte), Antibiotika (zum Beispiel Ampicillin, Rifabutin, Rifampicin, Tetracycline), Antiepileptika (beispielsweise Barbexaclon, Carbamazepin, Lamotrigin, Phenytoin oder Primidon), Barbiturate, Griseofulvin (ein Wirkstoff zur Behandlung verschiedener Pilzinfektionen), Johanniskraut als auch virenhemmende Arzneimittel wie Ritonavir oder Nevirapin.

Je nach Anwendungsform sind weitere Wechselwirkungen möglich.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Unter bestimmten Rahmenbedingungen sollte Levonorgestrel weder angewendet noch eingenommen werden. Einerseits trifft dies zu, wenn eine Überempfindlichkeit gegen den aktiven Wirkstoff bekannt ist. Auch ist dies der Fall wenn eine Lungenembolie oder Venenthrombose vorliegt.

Wurden bei Frauen eine oder mehrere der folgenden Diagnosen gemacht, ist auf Levonorgestrel zu verzichten:

  • Erkrankung der Herzkranzgefäße (Herzinfarkt, Schlaganfall) oder aktuelle beziehungsweise vergangene Arterienerkrankung beziehungsweise entsprechende Vorboten wie zeitweilige cerebrale Durchblutungsstörungen und Angina pectoris.
  • Gefäßveränderungen
  • aktuelle oder vorausgegangene schwere Lebererkrankungen, vor allem wenn bis dato keine normalisierten Leberfunktionswerte vorliegen
  • aktuelle oder vorherige Leberkrebserkrankung (gut- oder bösartiger Natur
  • vermutete und/oder bekannte Krebserkrankungen der weiblichen Brust beziehungsweise Geschlechtsorganen, die durch Sexualhormone beeinflusst werden können
  • ärztlich noch nicht abgeklärte vaginale Blutungen

Die Einnahme beziehungsweise Anwendung von Levonorgestrel darf nur unter intensiver Nutzen-Risiko-Abwägung seitens eines Arztes erfolgen, wenn eine oder mehrere der folgenden Beschwerden bekannt sind:

  • Bluthochdruck
  • Gefäßerkrankungen
  • Frauen mit Diabetes
  • Frauen mit vergangener Schwangerschaftsdiabetes
  • Chloasma gravidarum (dunkle Gesichtsflecken durch vorangegangene Schwangerschaft
  • nur ein funktionsfähiger Eileiter
  • bei einem erhöhten Risiko für eine Eileiterschwangerschaft

Levonorgestrel im Intrauterinpessar darf nur eingesetzt werden, wenn folgende Beschwerden nicht ärztlich diagnostiziert wurden sind:

  • entzündete Gebärmutterschleimhaut nach Geburt
  • Infektionen der Geschlechtsteile
  • septischer Abort in den vergangenen drei Monaten (Fehlgeburt durch Blutvergiftung)
  • Entzündungen im kleinen Becken oder im Gebärmutterhals
  • Fehlbildungen der Gebärmutter oder des Gebärmutterhalses
  • Verdacht beziehungsweise Nachweis von Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses oder der Gebärmutter
  • unbekannte Ursachen vaginaler Blutungen

Grundsätzlich darf der aktive Wirkstoff Levonorgestrel während der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Eine Anwendung während der Stillzeit ist möglich, denn die Milchbildung wird nicht beeinflusst. Dennoch sind gestillte Kinder in puncto Wachstum und Entwicklung seitens des Arztes zu überwachen.

Wird Levonorgestrel zum Zweck der Schwangerschaftsverhütung nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen, sollte die Frau erst nach Ablauf von 12 Stunden wieder stillen.


Quellen:

  1. Levonorgestrel: Forderung nach Rezeptfreiheit umstritten. Deutscher Ärzteverlag GmbH. URL: aerzteblatt.de
  2. Pille danach: Bei Levonorgestrel Lage weiter unklar Govi Verlag. URL: pharmazeutische-zeitung.de
  3. Levonorgestrel Gesundheitsportal onmeda gofeminin.de GmbH. URL: onmeda.de

Veröffentlicht am: 18.05.2016

Arzneimittel auswählen
Medizinischen Fragebogen ausfüllen
Der Arzt stellt Ihr Rezept aus
Apotheke versendet Ihr Medikament