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Wirkstoffcheck Desogestrel

Desogestrel besitzt eine hormonartige Wirkung und wird synthetisch hergestellt. Er eignet sich zur hormonellen Empfängnisverhütung für Frauen. Das Gestagen besitzt eine ähnliche Wirkungsweise wie das körpereigene Gelbkörperhormon Progesteron.

In Form eines Monopräparats ist Desogestrel während des gesamten Menstruationszyklus ohne Einnahmepause anzuwenden. Aufgrund der antiandrogenen Wirkung verordnen Ärzte Minipillen mit Desogestrel auch zur Behandlung von Akne, Zyklusbeschwerden oder verstärkter Körperbehaarung.

Wann wird Desogestrel angewendet?

Desogestrel dient der hormonellen Empfängnisverhütung. Der Wirkstoff eignet sich vor allem für Frauen, welche aufgrund einer Krankheit keine Östrogene anwenden dürfen, beziehungsweise keine Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Schwangerschaftsverhütung einnehmen wollen.

Desogestrel

Desogestrel beeinflusst die Milchbildung nicht und eignet sich folglich zur Einnahme während der Stillzeit. Gestagenhaltige Kontrazeptiva können ab der siebten Woche nach der Geburt eingenommen werden.

US-amerikanische klinische Studien konstatieren die Sicherheit Desogestrels für stillende Mütter und Säuglinge. Über die Muttermilch werden maximal 1,2 bis 1,7 Prozent der Wirkstoffdosis übertragen. Gleichzeitig belegten die Ergebnisse einer weiteren Untersuchung, dass Desogestrel jedoch keinen Einfluss auf den Protein-, Triglycerid- oder Laktosegehalt der Muttermilch hat.

Im Rahmen einer nicht randomisierten Studie erhielt eine Gruppe von stillenden Müttern (n = 42) Desogestrel als Kontrazeptivum. Bei zwei Säuglingen trat eine temporäre Brustvergrößerung auf und in einem Fall wurde vermehrtes Schwitzen beobachtet. Wiederholte Messungen im Alter von 1,5 und 2,5 Jahren bestätigten, dass das Wachstum der Kinder im Vergleich zur Kontrollgruppe keine klinisch relevanten Unterschiede aufwies.

Minipillen mit Desogestrel enthalten kein Östrogen und eignen sich deshalb für Raucherinnen, Diabetikerinnen als auch für Frauen mit Übergewicht beziehungsweise Bluthochdruck.

Wie wirkt Desogestrel?

Desogestrel unterdrückt den monatlichen Eisprung. Sollte dennoch eine Eizelle reifen, erschwert der Wirkstoff den Transport der Eizelle in den Eierstöcken.

Zudem verdickt Desogestrel den Zervixschleim im Bereich des Gebärmuttereingangs (Schleimpfropf). Auf diese Weise wird das Eindringen der Spermien deutlich erschwert beziehungsweise verhindert und die Befruchtung einer eventuell gereiften Eizelle unterbleibt.

Minipillen mit Desogestrel wirken auch dann noch effektiv, wenn eine eventuell vergessene Einnahme innerhalb der nachfolgenden 12 Stunden erfolgt. Im anderen Fall ist während der darauffolgenden sieben Tage ein weitere nicht-hormonelles Mittel zur Empfängnisverhütung (beispielsweise Kondom oder Diaphragma) anzuwenden.

Damit ist die Sicherheit des östrogenfreien Kontrazeptivums mit kombinierten Präparaten vergleichbar. Gleichzeitig senkt die Anwendung von Minipillen mit Desogestrel das Risiko für Thrombose im Vergleich zu Kombinationspräparaten signifikant.

Des Weiteren kann die Wirkung von Desogestrel durch starken Durchfall, Erbrechen und Übelkeit ungünstig beeinträchtigt werden. Ein zuverlässiger Schutz ist in diesem Fall nicht mehr gegeben.

Welche Nebenwirkungen können durch Desogestrel ausgelöst werden?

Sehr häufig treten folgende Nebenwirkungen bei der Einnahme von Desogestrel auf: Zyklusunregelmäßigkeiten, Zwischen- und Schmierblutungen. Zu häufigen Nebenwirkungen zählen: Akne, Ausbleiben der Menstruation, Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Nervosität, gesteigerte Reizbarkeit, Wassereinlagerungen im Gewebe oder Schmerz- und Spannungsgefühl in der Brust.

Gelegentlich kommt es zu Nebenwirkungen wie Überempfindlichkeitsreaktionen (Juckreiz, Nesselsucht, Hautausschlag), Müdigkeit, Haarausfall, vaginale Infektionen, Schmerzen vor oder während der Monatsblutung, Unverträglichkeit von Kontaktlinsen, Erbrechen und Übelkeit.

In seltenen Fällen löst Desogestrel Veränderungen des Geruchs- und Geschmackssinns, Chloasma (Fleckenbildung im Gesicht), Eierstockzysten, Erythema nodosum, Gelbsucht, Leberentzündung oder eine Zunahme der Körperbehaarung aus.

Häufige Nebenwirkungen Gelegentliche Nebenwirkungen Seltene Nebenwirkungen
veränderte Stimmungslage vaginale Infektion Hautveränderungen
Kopfschmerzen Haarausfall Fleckenbildung im Gesicht
Übelkeit Müdigkeit Eierstockzysten
Akne Erbrechen Zunahme der Körperbehaarung
unregelmäßige oder keine Blutungen Schwierigkeiten beim Tragen von Kontaktlinsen Veränderungen des Geschmackssinn

Bei plötzlich auftretenden beziehungsweise ungewöhnlich starken Kopfschmerzen, Sehstörungen, akuten Depressionen oder deutlichen Leberfunktionsstörungen ist es empfehlenswert, umgehend einen Arzt zu konsultieren und die Einnahme von Desogestrel abzubrechen. Es kann sich hierbei um erste Warnsignale von Venenerkrankungen aufgrund einer Thrombose (Blutgerinnselbildung) handeln.

Treten Wechselwirkungen bei der Anwendung von Desogestrel auf?

Folgende Medikamente beschleunigen den Abbau von Desogestrel und schwächen folglich seine empfängnisverhütende Wirkung:

  • Acitretin (Präparat gegen Schuppenflechten)
  • Antibiotika (Ampicillin, Rifampicin, Rifabutin, Tetracycline)
  • Antiepileptika (Barbexaclon, Carbamazepin, Lamotrigin, Phenytoin, Primidon)
  • Griseofulvin (ein Wirkstoff zur Therapie von Pilzinfektionen)
  • Johanniskraut als auch virenhemmende Präparate wie Nevirapin und Ritonavir

Bei gleichzeitiger Anwendung von Desogestrel und medizinischer Kohle erfolgt ebenso eine verminderte Aufnahme des Gestagens in den Körper. Frauen mit Diabetes mellitus sollten im Vorfeld der Anwendung Desogestrels ihren Arzt konsultieren, denn der Wirkstoff beeinträchtigt die Wirksamkeit von Insulin und oralen Antidiabetika. Eine Dosisanpassung ist hier empfehlenswert.

Wann ist Desogestrel nicht einzunehmen?

Desogestrel ist nicht anzuwenden, wenn eine Überempfindlichkeit gegen diesen Wirkstoff bekannt ist oder eine Schwangerschaft vorliegt. Desogestrel gelangt über die Plazenta in den kindlichen Organismus und kann Entwicklungsstörungen auslösen. Während der Stillzeit darf Desogestrel nicht mehr angewendet werden, wenn das Wachstum und die Entwicklung des Säuglings nicht altersgerecht verlaufen.

Für Frauen, auf die mindestens eine der nachfolgenden Ausschlusskriterien zutrifft, ist Desogestrel nicht geeignet:

  • cholestatischer Ikterus (Gelbsucht)
  • Leberentzündung, schwere Leberfunktionsstörungen, bestehende oder vorherige Krebserkrankung der Leber
  • vaginale Blutungen ohne geklärte Ursache
  • aktuelle Venenerkrankungen
  • erhöhtes Risiko für die Entstehung von Thrombose (Bildung von Blutgerinnseln) oder Blasenmole (Fehlbildungen des Mutterkuchens während früherer Schwangerschaften)

Desogestrel eignet sich nicht für Frauen, die einen verhaltenen Abort hatten. Bei diesem verstirbt das Ungeborene, ohne dass Blutungen und/oder Wehen auftreten.

Traten während früherer Schwangerschaften Herpes-ähnlicher Hautausschlag oder starker Juckreiz auf, zählt Desogestrel nicht zum Wirkstoff erster Wahl. Dies gilt auch dann, wenn Patientinnen nur einen funktionsfähigen Eileiter haben beziehungsweise ein erhöhtes Risiko für eine Eileiterschwangerschaft vorliegt.


Quellen:

  1. Verhütung: Die Pille, Wort & Bild Verlag. URL: apotheken-umschau.de
  2. Pillenreport Techniker Krankenkasse. URL: tk.de

Veröffentlicht am: 21.07.2016

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