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Ulipristalacetat: Anwendung, Wirkung, Nebenwirkungen

In der Schweiz wurde der Wirkstoff Ulipristalacetat im Jahr 2014 zugelassen. Hauptsächlich kommt Ulipristalacetat zur oralen Notfallverhütung unter dem Handelsnamen ellaOne zum Einsatz. Im Gegensatz zu anderen Substanzen zeichnet sich dieser Wirkstoff durch seine längere Wirksamkeit aus.

Wird die Pille danach mit diesem Wirkstoff Ulipristalacetat nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen, können ungewollte Schwangerschaften verhindert werden. Zu beachten ist, dass sich der Wirkstoff Ulipristalacetat nicht zur langfristigen beziehungsweise dauerhaften hormonellen Verhütung eignet.

Wann wird Ulipristalacetat angewendet?

Die hormonelle Notfallverhütung einer Schwangerschaft kommt nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr zum Einsatz. Dies kann auch der Fall sein, wenn während des sexuellen Kontaktes das Kondom kaputt geht beziehungsweise die Antibabypille nicht korrekt eingenommen oder vergessen wurde.

Darüber hinaus zeichnet sich Ulipristalacetat durch seine Wirkung bei Uterusmyomen aus. Es handelt sich hierbei um gutartige Wucherungen in der Gebärmutter, die sich vorrangig zwischen dem 35. beziehungsweise 50. Lebensjahr entwickeln. In den meisten Fällen diagnostizieren Frauenärzte diese zufällig. Vereinzelt bemerken Frauen starke Schmerzen beziehungsweise Blutungsstörungen, welche zu typischen Symptomen von Myomen zählen. In diesem Fall ist eine circa 90- bis 102-tägige tägliche Einnahme von 10 bis 20 Milligramm Ulipristalacetat indiziert.

Bei fachgerechter Anwendung konstatieren klinische Studien, dass die Einnahme von Ulipristalacetat innerhalb von 0 bis 72 Stunden nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr eine effektive Wirkungsweise ermöglicht. In zwei unterschiedlichen Studien trat lediglich in 1,5 Prozent aller Fälle nach der Anwendung von Ulipristalacetat eine Schwangerschaft ein. Wissenschaftler unterstreichen die Eignung von Ulipristalacetat als Notfallkontrazeption.

Wie wirkt Ulipristalacetat?

Der Wirkstoff Ulipristalacetat gehört zu den synthetischen selektiven Progesteron-Rezeptor-Modulatoren mit partiell agonistischen als auch antagonistischen Eigenschaften. Damit verhindert Ulipristalacetat ein Andocken des weiblichen Geschlechtshormons Progesteron an den jeweiligen Rezeptor.

Strukturformel von Ulipristalacetat

Auf diese Weise wird der Eisprung (Ovulation) gehemmt beziehungsweise zeitlich verzögert. Diese Eigenschaft ermöglicht den Einsatz der Pille nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Da männliche Samenzellen maximal drei bis fünf Tage im weiblichen Körper überleben, besteht lediglich für die Zeit das Risiko einer Befruchtung. Wird der Eisprung durch Ulipristalacetat zeitlich verzögert, minimiert sich folglich das Risiko einer nicht erwünschten Schwangerschaft.

Neue klinische Studien zeigen zudem eine zusätzliche Wirkung von Ulipristalacetat. So ist eine selektive Hemmung des Eisprungs auch dann noch möglich, wenn das verantwortliche Signalhormon bereits einen hohen Spiegel erreichte. Im Vergleich zu anderen Wirkstoffen zur Notfallverhütung zeichnet sich Ulipristalacetat damit als noch sicherer aus.

Zur medikamentösen Behandlung von Myomen kommt Ulipristalacetat zum Einsatz, da der Wirkstoff die Beschaffenheit des Gewebes der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) vorteilhaft beeinflusst. Infolge dessen heilen gutartige Wucherungen im Uterus ab.

Wie erfolgt die Einnahme und Dosierung von Ulipristalacetat?

Die Einnahme von Ulipristalacetat muss ärztlichen Anweisungen folgen. Pro Pille danach sind 30 Milligramm Ulipristalacetat enthalten. Notfallverhütungsmittel mit diesem Wirkstoff sind so schnell wie möglich, jedoch höchstens nach 120 Stunden (5 Tage) ab dem Zeitpunkt des ungeschützten Geschlechtsverkehrs einzunehmen.

Eine Anwendung von Ulipristalacetat kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt des Menstruationszyklus erfolgen. Dies gilt auch bezüglich der Tageszeit. Die Wirkung von Ulipristalacetat wird durch Mahlzeiten nicht beeinflusst. Folglich kann die Pille danach vor, nach oder während dieser eingenommen werden. Sollte die Frau innerhalb von drei Stunden nach der Einnahme von Ulipristalacetat erbrechen, ist es empfehlenswert, schnellstmöglich eine zweite Pille danach anzuwenden.

Es ist normal, dass sich nach Anwendung von Ulipristalacetat die reguläre Monatsblutung um mehr als eine Woche verzögern kann. Sollte die Menstruationsblutung nach Einnahme der Pille danach sehr stark oder auch extrem schwach sein, ist es empfehlenswert in jedem Fall einen Schwangerschaftstest durchzuführen. Sollte dieser positiv sein, ist ein Gynäkologe zu konsultieren.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Die Anwendung von Ulipristalacetat kann mit Nebenwirkungen wie Erbrechen, Übelkeit, Bauchschmerzen beziehungsweise Brustspannen in Verbindung stehen.

Häufige Nebenwirkungen Gelegentliche Nebenwirkungen Seltene Nebenwirkungen
Bauchschmerzen Hitzewallungen trockener Hals
Beckenschmerzen Krankheitsgefühl Konzentrationsverlust
Kopfschmerzen Blähungen Zittern
Müdigkeit Diarrhoe Verwirrung
Schwindelgefühl Juckreiz starkes Durstgefühl
Stimmungsschwankungen Akne Nesselausschlag

Sind Wechselwirkungen möglich?

Ulipristalacetat beeinflusst die Wirkungsweise von anderen, regulär angewendeten hormonellen Verhütungsmitteln wie beispielsweise die Antibabypille oder das Verhütungspflaster. Entsprechend ist es empfehlenswert, bei paralleler einmaliger Anwendung von Ulipristalacetat während des weiteren Zyklusverlaufs hormonelle Präparate zur Empfängnisverhütung wie gewohnt anzuwenden. Zusätzlich sind mechanische Verhütungsmethoden wie Kondome während des aktuellen Zyklus empfehlenswert.

Aktuell liegen keine wissenschaftlichen Untersuchungen zur Wechselwirkung von Ulipristalacetat vor. Da der Wirkstoff jedoch CYP-3A4 metabolisiert, kann die Wirkung gleichnamiger Induktoren ungünstig beeinflusst werden. Hierzu zählen folgende Präparate:

  • Rifampicin
  • Carbamazepin
  • Phenytoin
  • Ritonavir
  • Johanniskraut

Ähnliches gilt für Präparate, die für eine medikamentöse Erhöhung des pH-Wertes im Magen verantwortlich sind. Hierzu gehören:

  • H2-Blocker
  • Antacida
  • Protonenpumpenhemmer

Gleichzeitig verursachen nachfolgende Medikamente eine erhöhte Plasmakonzentration des Wirkstoffes Ulipristalacetat:

  • Nefazodon
  • Ketoconazol
  • Telithromycin

Welche Gegenanzeigen sind bei Ulipristalacetat zu beachten?

Der Wirkstoff Ulipristalacetat eignet sich nicht für Frauen, die allergisch auf diesen reagieren. Vor der Einnahme ist es empfehlenswert, in jedem Fall einen Facharzt zu konsultieren, denn bei Vorliegen von bestimmten Erkrankungen ist die Anwendung von Präparaten mit Ulipristalacetat nicht beziehungsweise nur beschränkt möglich. Folgende Indikationen zählen zu den Ausschlusskriterien:

  • akutes Asthma
  • schwere Lebererkrankung
  • typische Symptome für eine Schwangerschaft wie beispielsweise morgendliche Übelkeit oder sich schwer anfühlende Brüste
  • verspäteter Eintritt der monatlichen Regelblutung

Zudem liegen wissenschaftliche Untersuchungen vor, die zeigen, dass Ulipristalacetat bei Frauen mit einem sehr hohen BMI nicht wirkt und entsprechend nicht anzuwenden ist. Schwangere Frauen dürfen Ulipristalacetat nicht einnehmen. Wenden stillende Frauen ein Präparat mit Ulipristalacetat an, sollte im Zeitraum von mindestens sieben Tagen ab dem Einnahmezeitpunkt nicht gestillt werden.


Quellen:

  1. Beipackzettel ellaOne 30mg (Ulipristalacetat) , Wort & Bild Verlag. URL: apotheken-umschau.de
  2. Ulipristalacetat bei symptomatischen Uterus myomatosus Krause und Pachernegg GmbH. URL: kup.de
  3. Notfallverhütung: Pille danachÖsterreichische Gesellschaft für Familienplanung. URL: oegf.at
  4. Ulipristalacetat. Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH. URL: pharmazeutische-zeitung.de
  5. Notfallkontrazeption. Daniela Dörfler; Universitätsklinik für Frauenheilkunde Wien; Fortbildungstagung Gynäkologie & Geburtshilfe Obergurgl. URL: gynobergurgl.at

Veröffentlicht am: 31.08.2016

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