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Tadalafil - Der Cialis Wirkstoff gegen erektile Dysfunktion

Tadalafil (Handelsname: Cialis) gehört zu einer neuen Generation von Wirkstoffen mit potenzsteigernder Wirkung. Er wurde von dem US-amerikanischen Pharmaunternehmen Lilly entwickelt und mit dem Medikament Cialis im Jahre 2002 in Deutschland eingeführt.

Tadalafil: Definition und Wirkung

Definiton, chemische Eigenschaften & Eckdaten

Der Wirkstoff Tadalafil gehört zur Gruppe der PDE-5-Hemmer, der ähnlich wie das in Viagra enthaltene Sildenafil wirkt. Tadalafil wird zur Behandlung von Impotenz eingesetzt. Tadalafil ist in Tablettenform erhältlich, wird oral eingenommen und gehört zu den beliebtesten Potenzmitteln auf dem Markt.

Tadalafil ist ein selektiver Hemmer von Phosphodiesterase-Typen, von denen in der Chemie insgesamt elf bekannt sind. Liegt eine sexuelle Stimulation vor dann sorgt Tadalafil dafür, dass bestimmte Enzyme, die für den Abbau einer Erektion verantwortlich sind, geblockt werden. So können Männer härtere Erektionen erhalten und diese länger halten.

Nach der Einnahme dauert es 0,5 bis sechs Stunden (im Durchschnitt 2 Stunden) bis die maximale Plasmakonzentration erreicht ist, die Wirkung kann allerdings schon eher beobachtet werden. Ein entscheidender Unterschied zu anderen PDE-5-Hemmer-Potenzmitteln ist die relativ lange Halbwertszeit von 17,5 Stunden. Hierdurch muss der sexuelle Akt nicht wirklich geplant werden und es sind laut klinischen Studien sogar noch nach 36 Stunden Erektionen möglich.

Folgende Tabelle fasst wichtige Fakten zum Wirkstoff Tadalafil zusammen:


Wirkstoffname: Tadalafil
Wirkstoffklasse: PDE-5-Hemmer
Wirkmechanismus: Enzymhemmung von PDE-5
Summenformel: C22H19N3O4
Hersteller: Lilly Pharma
Handelsname: Cialis
Halbwertszeit: 17,5 Stunden

Wie wirkt Tadalafil und wie zuverlässig ist es?

Die Wirkung von Tadalafil beruht darauf, dass das erektionsabbauende Enzym Phosphodiesterase-5 (PDE-5) gehemmt wird. Hierdurch wird der Abbau des second messenger cGMP (zyklisches Guanosinmonophosphat) verhindert, wodurch sich die Gefäßmuskeln im Schwellkörper entspannen und einen optimalen Bluteinstrom ermöglichen, sodass eine Erektion entstehen kann. Die Funktion von Tadalafil als PDE-5-Hemmer wurde in zahlreichen Studien bestätigt. So auch in einer Untersuchung durch ein Team internationaler Wissenschaftler unter Leitung des Hamburger Urulogen Prof. Dr. Hartmut Porst.

An ihr nahmen in den USA sowie in Europa insgesamt 348 Männer im Durchschnittsalter von 57 Jahren teil, die an Erektionsproblemen leiden. In zwei vierwöchigen Einnahmephasen bekamen sie entweder 20 Milligramm Tadalafi oder ein Placebo. Das Resultat war, dass auch noch 24 beziehungsweise 36 Stunden nach der Einnahme deutlich über die Hälfte der Testpersonen in der Tadalafi-Gruppe den Geschlechtsverkehr erfolgreich durchführen konnten. Bei Einnahme des Placebos gelang dies nur unter 30 Prozent der Männer.

Besonders an Tadalafil ist zudem, dass der Wirkstoff sowohl für die Bedarfsmedikation als auch für die Dauermedikation geeignet ist. Hier unterscheidet sich der Inhaltsstoff zu anderen Wirkstoffen wie beispielsweise Sildenafil in Viagra.

strukturformel tadalafil

Tadalafil: Anwendungsgebiete & Dosierung

Für welche Anwendungsgebiete ist Tadalafil zugelassen?

Verabreicht wird das Tadalafi-Medikament Cialis Männern, die innerhalb eines gewissen Zeitraums mehrfach keine Erektion aufbauen konnten, beziehungsweise nicht in der Lage waren, sie bis zur Ejakulation zu halten. In diesen Fällen liegt eine Erektionsstörung oder erektile Dysfunktion vor.

Nicht als Cialis aber unter dem Produktnamen Adcirca wird Tadalafi auch bei speziellen Formen des Bluthochdrucks (pulmonale Hypertonie), sowie bei bestimmten Arten der Prostatavergrößerung oder benigner Prostatahyperplasie eingesetzt.

In welcher Dosierung kann Tadalafil eingenommen werden?

Cialis wird in einer Dosierung mit fünf, zehn sowie 20 Milligramm Tadalafi angeboten und ist verschreibungspflichtig. Mit Einverständnis des behandelnden Arztes kann eine tägliche Einnahme von 2,5 Milligramm oder 5 Milligramm erfolgen. In einer Dosierung von zunächst 10 oder bei Bedarf 20 Milligramm wird das Tadalafi-Präparat gezielt idealerweise 30 bis 60 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen. In jedem Fall sind ärztliche Anweisungen und die Hinweise auf der Packungsbeilage zu beachten.

Tadalafil Nebenwirkungen, Kontraindikationen & Wechselwirkungen

Nebenwirkungen

Grundsätzlich ist Tadalafil gut verträglich, dennoch kann es wie bei jedem anderen verschreibungspflichtigen Medikament auch manchmal zu Nebenwirkungen kommen. Wir haben die häufigsten für Sie zusammen getragen:

Häufige Nebenwirkungen Seltene Nebenwirkungen Sehr seltene Nebenwirkungen
Kopfschmerzen (ca. 14%) Muskel- und Rückenschmerzen (5%) Augenschmerzen
Sodbrennen (ca. 10%) Übelkeit Störungen des Farbsehens (ca 0,1%)
Hitzegefühl/Errötung Schwindel Beeinflussung des Blutdrucks

Das sogenannte "Blausehen" (bekannte Nebenwirkung von Viagra) kommt bei Tadalafil im Grunde genommen gar nicht vor, da der Wirkstoff eine geringe Affinität zu dem Isoenzym Phosphodiesterase 6 (ist in der Netzhaut vorhanden) aufweist.


Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

Wann darf Tadalafil gar nicht eingenommen werden?

Nicht verwendet werden darf Tadalafil, wenn eine Überempfindlichkeit gegen diesen Wirkstoff besteht. Eine Anwendung kommt ebenfalls nicht in Frage, wenn gleichzeitig Alpha-Adrenozeptor-Antagonisten eingenommen werden. Das sind Medikamente, die zur Hemmung verschiedener Botenstoffe insbesondere von Stresshormonen eingesetzt werden. Gleiches gilt bei gefäßerweiternden Medikamenten auf Nitro-Basis.

Zudem kann Tadalafil nicht bei gravierenden Erkrankungen der Leber und Nieren, sowie bei vielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bei Hypotonie (einem niedrigen Blutdruck) eingenommen werden.

Wechselwirkungen

Welche Wechselwirkungen mit anderen Mitteln können bei der Einnahme von Tadalafil auftreten?

Werden dennoch Alpha-Adrenozeptor-Antagonisten oder gefäßerweiternde Medikamente auf Nitro-Basis gemeinsam mit Tadalafi eingenommen, kann es zu einem kritischen Abfall des Blutdrucks, Blutgerinnungsstörungen sowie einem bedenklichen Anstieg der Herzfrequenz kommen.

Eine weitere Wechselwirkung ist bei der gemeinsamen Einnahme mit Grapefruitsaft bekannt. Dabei kommt es zu einer Abbauverzögerung von Tadalafil im Organismus, was das Auftreten von Nebenwirkungen begünstigen kann.

Ergebnisse klinischer Studien

Tadalafil wirksamer als Vardenafil, Avanafil & Udenafil

Eine Studie, die ebenfalls die Wirksamkeit von Tadalafil bestätigt, wurde im Jahre 2013 von Wissenschaftlern der Chinesischen Universität in Hong Kong veröffentlicht.

Um zu ihren Resultaten zu gelangen, führten die Forscher eine Meta-Analyse durch. Das heißt, sie analysierten 118 vorhandene Studien, an denen insgesamt 31.195 Testpersonen teilnahmen.

In allen Studien wurden die PDE-5-Hemmer Tadalafil, Vardenafil, Avanafil und Udenafil mit einem Placebo verglichen. Dabei wurde stets eine nachweisbare Wirksamkeit der PDE-5-Hemmer gegenüber dem Placebo herausgestellt. Außerdem zeigten sich alle wirksamen Medikamente in etwa gleicher Weise gut verträglich sowie sicher in der Anwendung. Zudem fanden die Wissenschaftler aus Hong Kong über ihre Meta-Analyse heraus, dass im Vergleich miteinander Tadalafil die beste Wirksamkeit gefolgt von Vardenafil und mit etwas Abstand Udenafil zeigt.

Weitere Studie, die die Wirksamkeit von Tadalafil gegen Erektionsstörungen bestätigt

Aus Kanada kann in diesem Zusammenhang eine weitere Studie aufgeführt werden. Hier wurden von Urologen der Universität von Western Ontario 1.112 Männer mit leichten bis schweren Erektionsstörungen mit unterschiedlichen Ursachen ausgewählt. Die Testpersonen waren zwischen 22 und 82 Jahren alt und wurden nach einem randomisierten Verfahren also nach einer Zufallsauswahl in fünf Gruppen aufgeteilt.

In vier Gruppen wurde Tadalafil über einen Zeitraum von 12 Wochen in einer Tagesdosierung von 2,5, fünf, zehn oder 20 Milligramm vergeben. In einer weiteren Gruppe bekamen die Teilnehmer lediglich ein Placebo. Den Einnahmezeitpunkt konnten die Testpersonen selber nach Bedarf festlegen. Allerdings sollten sie dabei weder Nahrung noch Alkohol zuführen.

Am Anfang der Einnahmephase sowie an deren Ende wurde ihnen der Standard-Fragebogen "International Index of Erectile Function" vorgelegt. Dabei handelt es sich um einen Selbsttest mit fünf Fragen zur erektilen Funktion. Die Auswertung kann einem Wert zwischen 1 und 25 Punkten ergeben.

Verglichen mit den Angaben, die am Anfang gemacht wurden, lag das Ergebnis bei den Teilnehmern aus der 20-Milligramm-Gruppe 12 Wochen später um 7,9 Punkte höher. Zudem wurde von diesen Testpersonen angegeben, den Geschlechtsverkehr während der Einnahmeperiode in 75 Prozent der Fälle erfolgreich durchgeführt zu haben. 81 Prozent dieser Teilnehmer berichteten auch von einer verbesserten Erektion, während dies in der Placebo-Gruppe nur bei 35 Prozent der Fall war. Dabei wurde Tadalafil gut vertragen, wobei Kopfschmerzen und Verdauungsstörungen am häufigsten als Nebenwirkungen erwähnt wurden.

Griechische Studie zu Tadalafil bei benigner Prostatahyperplasie (gutartige Prostatavergrößerung)

Im Rahmen einer griechischen Arbeit, die an der Aristoteles Universität in Thessaloniki stattfand, wurden in der medizinischen Datenbank Medline 125 Referenz-Artikel zu den Suchbegriffen "Prostatavergrößerung" und "Phosphodiesterase-Hemmer" also PDE-5-Hemmer wie Tadalafil ausgewertet. Das Ergebnis hier war, dass in zahlreichen, nach hohen wissenschaftlichen Standards aufgebauten Studien eine Tagesdosis von 5 Milligramm Tadalafil mit einer deutlichen Verbesserung bei benigner Prostatahyperplasie oder gutartiger Prostatavergrößerung verbunden wurde.

Allerdings weisen die meisten Studien auch darauf hin, dass mit Tadalafil weder die maximale Harnflussmenge beeinflusst wird noch die in der Harnblase verbleibende Restharnmenge nach dem Entleeren.

Italienische Studie: Tadalafil erst ab einer höheren Dosierung bei pulmonaler Hypertonie wirksam

Pulmonale Hypertonie betrifft Krankheiten, die durch einen Anstieg des Blutdrucks im Lungenkreislauf entstehen.

Forscher der Universität von Bologna (Italien) untersuchten in einer Studie bei der 405 Patienten die Wirkung des PDE-5-Hemmers auf die Bluthochdruck-Erkrankung pulmonale Hypertonie. Sie kamen zu dem Resultat, dass eine signifikante Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Lebensqualität sowie ein Aufhalten der Verschlechterung von Symptomen bei einer Dosierung von 40 Milligramm feststellbar waren. Allerdings wurde auch diese Menge gut vertragen.

Einsatzmöglichkeiten von Tadalafil bei Erektionsstörungen und gleichzeitigem Diabetes

Ein mit der Hersteller-Firma Lilly verbundenes Forscherteam fand in einer Studie mit 216 Patienten heraus, dass Tadalafil ebenfalls gegen Erektionsstörungen bei Männern, die zusätzlich an einem Typ-1- oder Typ-2-Diabetes leiden, wirksam ist. Die Untersuchung zeigte darüber hinaus, dass Tadalafil auch in dieser Gruppe gut vertragen wird.


Quellen:

  1. Porst, Hartmut et al. (2003): Efficacy of tadalafil for the treatment of erectile dysfunction at 24 and 36 hours after dosing: a randomized controlled trial, in: Urology, Volume 62, Issue 1, July 2003, Pages 121–125, http://www.sciencedirect.com
  2. Yuan J. et al. (2015): Comparative effectiveness and safety of oral phosphodiesterase type 5 inhibitors for erectile dysfunction: a systematic review and network meta-analysis., in: Eur Urol. 2013 May;63(5):902-12, ncbi.nlm.nih.gov
  3. Pharmazeutische Zeitung Online (2003): Tadalafil wirkt länger, URL: pharmazeutische-zeitung.de
  4. Hatzimouratidis, K. (2014): A review of the use of tadalafil in the treatment of benign prostatic hyperplasia in men with and without erectile dysfunction., in: Therapeutic Advances in Urology 2014 Aug;6(4):135-47, http://www.ncbi.nlm.nih.gov
  5. Gerald B. Brock et al. (2002): Efficacy and Safety of Tadalafil for the Treatment of Erectile Dysfunction: Results of Integrated Analyses , in: The Journal of Urology, Volume 168, Issue 4, Part 1, October 2002, Pages 1332–1336, sciencedirect.com
  6. Nazzareno Galiè et al. (2009): Tadalafil Therapy for Pulmonary Arterial Hypertension, in: Circulation 2009; 119: S. 2894-2903, ahajournals.org
  7. Iñigo Sáenz de Tejada et al. (2002): Effects of Tadalafil on Erectile Dysfunction in Men With Diabetes, in: Diabetes Care December 2002 Vol. 25, No. 12, S. 2159-2164, diabetesjournals.org

Letzte Aktualisierung: 07.12.2015

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