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Berufsbedingte Hauterkrankungen (Berufsdermatosen)

Bestimmte Berufsgruppen bedingen den Kontakt mit reizenden Stoffen, Allergenen und Chemikalien. Solche Reize können sensibilisierten und allergischen Hautreaktionen führen, die in sich in Folge zu ernsthaften, wie auch chronischen, Hauterkrankungen entwickeln können. Tatsächlich zählen bestimmte Hautreizungs-Symptomatiken zu den anerkannten Berufskrankheiten und werden als häufigste Berufskrankheit in der Versicherung geltend gemacht.

Bekannte Auslöser und Reizstoffe

Verschiedene Allergene sowie chemische Substanzen können die Haut reizen und so für Kontaktbeschwerden sorgen. Dies können sowohl feste Stoffe, Stäube als auch Flüssigkeiten sein. Feste Stoffe können bestimmte Metalle aber auch spezielle Ausrüstungsgegenstände sein.

Das häufige Tragen von Gummihandschuhen, setzen der Haut einer luftarmen und feuchten Umgebung aus, die diese angreift, angreifbarer gegenüber äußeren Reizen macht und ein Herd für Bakterien sein kann. Zudem können bestimmte Lebensmittel und Gewürze unter Umständen zu allergischen Hautreaktionen führen.

Stäube und Dämpfe lösen Reizstoffe in ultrafeine Partikel auf, die aufgrund ihrer Struktur einfach in Atemwege aber auch offene Hautstellen gelangen und Überempfindlichkeitsreaktionen verursachen. Hierzu zählen:

  • Mehl und Getreidestäube
  • Metallstäube
  • Beton- und Zementstäube
  • Pflanzenpollen
  • Chemische Dämpfe
  • Holzstaub

Als besonders schädlich gelten Flüssigkeiten, die mit chemikalischen oder ätzenden Substanzen durchsetzt sind. Diese Stoffe greifen die Hornschicht der Haut an, sodass diese durchdringlich wird und darunter liegende Hautschichten durch chemische wie auch andere Substanzen und Reize angegriffen werden. Auf folgende Stoffe kann die Haut mit Sensibilierungsreaktionen reagieren:

  • Farbe und Lacke
  • Lösungsmittel und Verdünner
  • Klebstoffe
  • Gerbstoffe und Beizen
  • Desinfektionsmittel
  • Reinigungsmittel
  • Friseurchemikalien und Färbemittel
  • Pflanzen- und Holzschutzmittel
  • Fotochemikalien und Entwicklerlösungen

Sogenannte Feuchtarbeiten, also der wiederholte Kontakt mit Flüssigkeiten, gilt als größtes Reizpotential und somit als häufigste Ursache für berufsbedingte Hautbeschwerden. Aber auch UV-Strahlung kann die Hornschicht angreifen und in tieferen Hautschichten Schaden anrichten. Die DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) beschäftigt sich speziell mit den Auswirkungen von ultravioletter, Infrarot- und optischer Strahlung. Während der Direktkontakt zu reizenden Flüssigkeiten und ähnlichem, vorwiegend zu Hautreizungen führt, können sich bei einer übermäßigen Exposition von UV-Strahlung Karzinome und Melanome verschiedener Hautkrebsformen bilden.

Typische berufsbedingte Hauterkrankungen

Zu den typischen hervorgerufenen Beschwerden gehören vor allem allergische Reaktionen, insbesondere Ekzeme, aber auch Hautkrebs und Akne. Ausprägung und Stärke der Symptomatik hängt dabei von der verursachenden Substanz und der Häufigkeit des Direktkontakts ab. Als Hautkrankheit werden dabei solche Beschwerden eingestuft, die die Haut direkt oder die Hautanhangsgebilde, das heißt Haare, Nägel sowie Talg- und Schweißdrüsen, betreffen.

hauterkrankungen symptome

Ob bzw. inwieweit das Krankheitsbild als Berufskrankheit anerkannt wird, wird anhand der Berufskrankheiten-Verordnung BK 5101 bestimmt:


"Schwere oder wiederholt rückfällige Hauterkrankungen, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können."

Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Allergische Hautreaktionen

Allergische Hautreaktionen zeichnen sich vor allem durch Kontaktekzeme aus. Ekzeme bilden Schuppungen, Bläschen, Rötungen, Pusteln oder Nässen auf der Oberhaut. Je nach Ursache werden verschiedene Ekzem-Formen unterschieden.

Psoriasis Auslöser

Ein allergisches Kontaktekzem tritt akut bei Direktkontakt mit einem Reiz bzw. Allergen auf. Die Haut bzw. der Körper reagiert dabei auf den äußeren Reiz mit immunoligischen Vorgängen, die durch den wiederholten Reizkontakt als Bestandteil einer Sensibilisierung ausgelöst werden. Es kann dabei zwischen Allergien vom Soforttyp oder verzögertem Typ unterschieden werden.

Eine Soforttyp-Reaktion tritt eher selten auf, da sich hier Beschwerden, wie Schwellungen, Rötungen oder Juckreiz bereits beim Erstkontakt zeigen. Bestimmte Proteine oder Latex können zu solchen Reaktionen führen. Zunächst entwickelt sich die Hypersensibilisierung lediglich gegenüber einem Reizstoff (sogenannte Monovalenz), kann sich jedoch im Verlauf auf weitere ausweiten (sogenannte Polyvalenz).

In der Regel treten allergische Reaktionen als verzögerte Allergie auf. Erst nach wiederholtem Allergenkontakt ist der Körper sensibilisiert. Ein solcher Vorgang wird vor allem durch niedermolekulare Substanzen, hierzu zählen z.B. Amine oder Metallionen, oder Photoallergene, lichtsensitive Stoffe, ausgelöst.

Überempfindlichkeitsreaktionen zeigen sich aufgrund der verspäteten Reaktionsauslösung erst Stunden bis Tage nach dem eigentlichen Hautkontakt. Charakteristisch ist vor allem die Streuung der Beschwerden auf weitere Körperteile außerhalb der Kontaktfläche.

Bei der Entstehung von Kontaktekzemen kann eine atopische Hautdiathese eine Rolle spielen. Dabei handelt es sich um eine genetische Veranlagung, die zu einer besonderen Anfälligkeit der Entwicklung von Kontaktekzemen führt. Gerade bei Feuchtarbeiten zeigen sich aufgrund der Diathese schneller und häufiger Hautreaktionen.

Subtoxisch-kumulative Ekzeme

Obwohl Ekzeme häufig durch allergische Reaktionen ausgelöst werden, gibt es spezielle Formen, die mit anderen Auslösern in Verbindung stehen. Das subtoxisch-kumulative Ekzem wird durch hautschädigende Stoffe hervorgerufen. Solche Substanzen greifen die obere Hornschicht der Haut an, die als Schutzschicht fungiert und reizende Stoffe wie Bakterien vor deren Eindringen in tiefere Schichten abwehren soll. Ist die Schutzschicht angegriffen, entstehen beim erneuten Hautkontakt Entzündungen und Ekzeme an ebendiesen Stellen. In der Regel ist ein Direktkontakt mit der Substanz der Auslöser, sodass vor allem die Hände betroffen sind.

Akne

Berufsbedingte Akne tritt eher selten auf. Sie kann durch den vermehrten Kontakt mit Fetten, Ölen oder Teer entstehen. Bei Öl- und Fettkontakt wird von der Ölakne gesprochen. Diese zeichnet sich durch ihre typische Lokalisation auf dem Körper aus, da sie sich auf solche Körperstellen konzentriert, die dauerhaft von öl- bzw. fettdurchtränkter Kleidung bedeckt sind. Bei genetischer Veranlagung können berufliche Faktoren zwar nicht als Auslöser angesehen werden, jedoch für eine Verschlimmerung der Symptomatik sorgen.

Akne Symptome

Hautkrebs

Bestimmt Berufsgruppen sind dauerhaft ultravioletter oder optischer Strahlung ausgesetzt, wodurch ein erhöhtes Risiko besteht an Hautkrebs zu erkranken. Als offizielle Berufskrankheit werden jedoch nur solche Formen klassifiziert, deren Entstehung direkt auf die berufliche Tätigkeit zurückgeführt werden kann. Entsprechend gelten Platteneptihelkarzinome sowie multipel ausgeprägte Keratosen als Berufskrankheit.

Plattenepithelkarzinome sind Tumore, die sich an den Hautepithelien entwickeln und entstehen auf Ketanosen, die sich wiederum durch Lichtschädigung entwickeln. Im Einzelfall kann sich ein Karzinom auch auf Wunden oder Vernarbungen bilden.

Hingegen werden Basalzellkarzinome, die Krebserkrankung der epidermischen Basalschicht oder der Haarfollikel, und Melanome, Krebserkrankung der Pigmentzellen, nicht als solche anerkannt. Anhand von Untersuchungen und klinischen Studien bestimmt die DGUV, welche Hautkrebsformen, in direktem Zusammenhand mit berufsbedingter UV-, Infrarot und künstlicher Strahlungs-Exposition in Zusammenhang steht.

Berufsgruppen mit erhöhtem Risiko

Die meisten Hautreaktionen werden von Friseuren gemeldet, da diese häufig mit Chemikalien, wie Haarfärbemitteln, in Kontakt kommen sowie Gummihandschuhe verwenden. Ebenfalls dem Kontakt mit Chemikalien und Lösungen ausgesetzt sind Maler und Lackierer, die sich im unteren Drittel der Risikogruppen befinden. Reinigungspersonal, Personal der Textilindustrie und Fotolaborten kommen ebenfalls häufig mit reizenden Flüssigstoffen in Berührung, wobei Reinigungskräfte durch eine vermehrte Feuchtarbeit besonders gefährdet sind. Auch medizinisches Personal, gehört aufgrund der starken Hygiene bzw. Benutzung von Desinfektionsmitteln zu den Risikogruppen.

Natürliche Reizstoffe spielen vor allem bei Köchen, Bäckern, Gärtnern und Landwirten eine Rolle. Neben festen Stoffen, spielen hier auch Stäube eine Rolle. Gerade Bäcker sind häufig Mehl- und Getreidestäuben ausgesetzt und leiden zusätzlich unter Atemwegsbeschwerden. Ähnlich verhält es sich bei Bau- und Metallarbeitern, in deren Arbeitsumfeld häufig Beton- oder Metallstaub vorkommt.

Allergene und Reizstoffe Berufsgruppen
Gummihandschuhe, Spezialausrüstung Friseure, Textilindustrie, Galvaniseure
Klebstoffe, Lösungsmittel Holzindustire/Tischler, Fußbodenverleger, Lederverarbeitung
Farben, Farbentwickler, Färbemittel Maler, Lackierer, Textilindustrie, Fotolaboranten, Friseure
Desinfektionsmittel Heil- und Pflegeberufe, Medizin
Reinigungsmittel Reinigungsdienste
Pflanzenbestandteile, Pflanzenschutzmittel Floristen, Gärtner, Landwirtschaft
Tierhaare, Futtermittel, Dünger Landwirtschaft
Gewürze, Mehl, Getreidestäube, Lebensmittel Köche, Bäcker, Konditoren
Metallstaub, Zementstaub, Betonstaub Bauarbeiter, Metallarbeiter

Behandlung und Prävention von Hautreizungen

Gerade bei allergischen Hautreaktionen und der Ekzembildung ist die Ursachenfindung entscheidend. Kann der auslösende Reiz identifiziert werden, reicht oftmals bereits eine Vermeidung des Reizkontakts aus, um einen erneuten Ausbruch zu verhindern. Zur akuten Behandlung kommen in Rücksprache mit einem Hautarzt entzündungshemmende Cremes oder Salben zum Einsatz. Bei atopischen Ekzemen kann z.B. auf den Wirkstoff Tacrolimus zurückgegriffen werden, der die Immunantwort des Körpers hemmt.

Bei einer rein berufsbedingten Akne gilt ebenfalls die Vermeidung von Hautkontakt. Liegt eine erbliche Veranlagung oder Hormonstörung zugrunde, kann auf verschiedene Präparat zur inneren Anwendung unterstützend zurückgegriffen werden.

Bei einer Bildung von Melanomen oder Karzinomen ist in jedem Fall ein Arzt aufzusuchen, der über die geeignete Therapie entscheidet. In bestimmten Fällen eines Basalioms kann die äußere Anwendung des Wirkstoffs Imiquimod (Handelsbezeichnung: Aldara) in Frage kommen.

Behandlung mit Aldara

Für die Beseitigung bzw. Vermeidungsstrategien zum Reizkontakt ist der Arbeitgeber zuständig. Die DGUV stellt Richtlinien auf, welche Präventions- und Vermeidungsmaßnahmen zu treffen sind, um einen risikofreien Arbeitsplatz zu schaffen. Hierzu können spezielle Schutzkleidung, Filteranlagen oder Strahlenschutzlösungen zählen.


Quellen:

  1. Arbeitsbedingte Hauterkrankungen. Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung DGUV: Bamberger Merkblatt, URL: dguv.de
  2. Merkblätter und wissenschaftliche Begründungen zu den Berufskrankheiten der Anlage 1 zur Berufskrankheiten-Verordnung (BKV), zuletzt aktualisiert durch die Dritte Verordnung zur Änderung der Berufskrankheiten-Verordnung vom 22. Dezember 2014. URL: baua.de
  3. Berufsbedingte Hauterkrankungen und Berufskrankheiten der Haut. Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie Ruhr-Universität Bochum – St. Josef-Hospital. URL: derma.de
  4. Berufsbedingte Hauterkrankungen: Diagnose und Therapie mit allen geeigneten Mitteln von Priv.-Doz. Dr. med. C. Skudlik. URL: gesundheitsdienstportal.de

Stand der Aktualisierung: 25.11.2015

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