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Die unterschätzte Gefahr: Humane Papillom Viren (HPV)

Die Humane Papillomviren (HPV) sind die am häufigsten sexuell übertragenen Viren. Von den 120 bekannten Virustypen befallen ca. 40 die Geschlechtsorgane. Die meisten HPV-Infektionen heilen unbemerkt ab, jedoch können auch Warzen oder Wucherungen entstehen. Abhängig von dem HPV-Typ, können sich sowohl gutartige als auch krebsauslösende Hautveränderungen bilden.

Welche Arten von HPV gibt es?

Bei den HPV Viren wird zwischen den low-risk (niedrigrisiko) und high risk (hochrisiko) Typen unterschieden. Niedrigrisiko-Typen sind Auslöser von Kondylomen (Feigwarzen), welche nur gering gefährlich sind. Es besteht ein geringes Krebsrisiko. Zu den low risk HPV-Viren gehören HPV CP6108, 81, 72, 70, 61, 54, 44, 43, 42, 40, 11,6. Die meisten harmlosen HPV-Infektionen treten im Alter von 15 bis 24 Jahren auf.

Hochrisiko-Typen gehören zur Verursachern von Krebserkrankungen im Intimbereich. Beispielsweise lösen HPV 16 und HPV 18 Gebärmutterhalsskrebs oder Analkarzinomen. Letzteres tritt vergleichsweise selten auf. Jährlich erkrankt durchschnittlich eine von 100.000 Personen. Im Gegensatz treten Analkarzinome bei Patienten mit HIV circa 80 Mal häufiger auf. In fast allen Fällen sind Karzinom HPV-Viren direkt nachweisbar und bei 70 Prozent aller Infektionen handelt es sich um HPV-Typ 16 oder 18. Weitere Hochrisiko-Viren sind HPV 82, 73, 68, 59, 58, 56, 52, 51, 45, 39, 35, 33, 31.

HPV-Typen Krankheitsfolgen
1, 2, 3 und 4 ("low risk") gewöhnliche Hautwarze (Verruca vulgaris)
1, 2, und 4 ("low risk") Plantarwarze, Fußwarze (Verruca plantaris)
3 und 10 ("low risk") juvenile flache Warzen (Verruca plana juvenilis)
6 und 11 ("low risk") Feigwarzen, Viruswarzen der Schleimhaut (Condylomata acuminata)
13 und 32 ("low risk") Viruswarzen der Mundschleimhaut (Morbus Heck)
6 und 11 ("low risk") sowie 16, 18 und 31 ("high risk") Bowenoide Papulose (Condylomata plana)
5 und 8 ("intermediate risk") Epidermodysplasia verruciformis
16 ("high risk") Bowenoide Papulose, meistens bei Männern als Viruswarzen des Penis (Penile intraepitheliale Neoplasie)
16, 18, 45 und 31 ("high risk") Viruswarzen der Vulva (Vulväre intraepitheliale Neoplasie)
16, 18, 45 und 31 ("high risk") Viruswarzen der Scheidenschleimhaut (Vaginale intraepitheliale Neoplasie)
16, 18, 45 und 31 ("high risk") Viruswarzen des Anus (Anale intraepitheliale Neoplasie)
16, 18, 45 und 31 ("high risk") Cervikale intraepitheliale Neoplasie (kann zu Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) führen)

Es gibt darüber weitere high risk HPV Viren (HPV 5, 8, 26, 53, 66), welche seltener auftreten. Die sogenannten intermediate HPV weisen jedoch ein nicht zu unterschätzendes Krebsrisiko zwischen denen der low risk und high risk HPV-Viren auf. HPV 5 und HPV 8 sind darüber hinaus nur bei Menschen mit Epidermodysplasia oder bei Patienten mit Abwehrschwäche lebensgefährlich.

Anfang 2014 veröffentlichte das Robert-Koch-Institut eine Statistik, welche verdeutlichte, dass 40 Prozent aller in Deutschland lebenden Frauen zwischen 20 und 25 Jahren eine HPV-Infektion haben. Circa 20 Prozent dieser hatte den high risk HPV-Typ 16. In 17 Prozent aller Fälle wurden mehrere HPV-Typen gleichzeitig diagnostiziert. Im Gegensatz dazu liegen für Männer in Europa verschiedene Werte vor. Dänische Wissenschaftler ermittelten eine durchschnittliche Häufigkeit von 12 Prozent.

Wie werden HPV übertragen?

Low risk HPV-Viren werden durch verschiedene Formen des Hautkontakts übertragen, vor allem jedoch bei diversen sexuellen Praktiken. Die Übertragung erfolgt durch ungeschützten Geschlechtsverkehr oder Sexspielzeug. Bei Frauen sind zudem Schmierinfektionen Ursache einer HPV-Infektion.Verletzungen durch Piercings oder eine Intimrasur erhöhen das Risiko für eine Ansteckung mit HPV.

Low risk HPV Infektionen können auch während der natürlichen Geburt übertragen werden, wenn die Schleimhäute des Geburtskanals mit HPV infiziert sind. Nur in seltenen Fällen führen gemeinsame Bäder zur Ansteckung von Familienmitgliedern beziehungsweise Partnern.

Welche Krankheiten können HPV auslösen?

Circa 20 Prozent aller HPV-Infektionen heilen nicht von selbst ab und können Krankheiten auslösen. HPV-Infektionen äußern sich zumeist als Hautveränderungen in Form von Warzen, Ausschlägen oder Schleimhautveränderungen. Folgende Krankheiten werden von verschiedenen Typen des Humanen Papillomvirus ausgelöst:

  • Hautwarzen
    Erkennbar sind diese gewöhnlichen Hautwarzen (Verrucae vulgares) an rauen Hautknötchen und kleinen Einblutungen. Treten diese an den Fußsohlen auf, handelt es sich um Verrucae plantares, welche in Form schmerzhaften Dornwarzen nach innen wachsen. Vorrangig HPV 2 verursacht Mosaikwarzen (kleine Warzenfelder). Verrucae planae juveniles (HPV 3, 10) tritt oft in flacher Form bei Kindern im Gesicht oder am Handrücken auf.
  • Mundschleimhautwarzen
    Die fokale epitheliale Hyperplasie (Heck-Krankheit) verursacht Warzen im Mund. Ausgelöst durch HPV 13 und 32 kommt es zu weißlichen oder hautfarbenen Verdickungen der Wangenschleimhaut, Zunge oder Lippen. Meist erfolgt eine spontane Heilung ohne Beschwerden.
  • Feigwarzen (Condylomata acuminata)
    Ausgelöst durch die Niedrigrisiko-Typen HPV 6 und 11 zählen Genitalwarzen zu gutartigen Hautveränderungen, da nur sehr selten bösartige Krebsformen an der Vulva, dem Gebärmutterhals oder am Penis folgen. Trotzdem sollten Feigwarzen umgehend behandelt werden, da sie hochansteckend sind und unangenehme Symptome wie Juckreiz, Brennen und Ausfluss verursachen können.
  • Bowenoide Papulose (Condylomata plana)
    Meist verursacht HPV 16 dieser Hautveränderung. Eine Infektion erhöht das Risiko eines bösartigen Verlaufs. Aus diesem Grund gehört Bowenoide Papulose zu den Hochrisiko-Infektionen, welche vorrangig bei Männern im 30. Lebensjahr auftritt. Sie äußern sich in Form von multiplen rot-braunen, stecknagelgroße, flache Papeln.
  • Bowen-Krankheit
    Bowen-Hautkrebs wird durch Infektionen mit HPV 16 verursacht und verläuft meist bösartig. Erkennbar ist dies durch rotbraun verfärbte Hautstellen.
  • Erythroplasie Queyrat
    HPV 8 und 16 lösen dieser fast ausschließlich genitale Infektion. Schleimhautveränderungen treten bei Männern an der Penisvorhaut und -eichel auf. Bei Frauen sind vorrangig Schamlippen betroffen. Ein bösartiger Verlauf ist auch hier möglich.
  • Epidermodysplasia verruciformis
    Vorrangig HPV 5 und 8 verursachen diese chronische HPV-Infektion der Haut. Die Viren besitzen einen Gendefekt und breiten sich infolge dessen leicht bei Patienten aus. Es entstehen über den gesamten Körper verteilt unzählig viele Warzen (Verrukose).

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Zur Behandlung von HPV-Infektionen gibt es keine antiviralen Therapiemöglichkeiten. Es können lediglich die Symptome (die Warzen) behandelt werden. Da der HPV-Virus im Körper verbleibt, können Warzen, selbst nach einer erfolgreich abgeschlossenen Therapie, wieder auftreten.

Ungefährliche Warzen oder Hautwucherungen können mithilfe von Zäpfchen, Cremen, Bestrahlung, Lasern oder Vereisung entfernt werden. Zeigen rezeptfreie Präparate nicht die gewünschte Wirkung, stehen verschreibungspflichtige Wirkstoffe zur Verfügung. Welche Behandlungsoption individuell angewendet werden soll, entscheidet der behandelnde Arzt. Besonders große Warzen können außerdem chirurgisch beseitigt werden.

  • Aldara

    Reduziert Genitalwarzen innerhalb von wenigen Wochen.

    Hersteller : MEDA

    aktiver Wirkstoff : Imiquimod

    Wirkstoffgruppe : Virostatika

    Darreichungsform : Creme

    Anwendunghinweis : 3x wöchentlich

  • Condyline

    Erzielt erste Ergebnisse innerhalb von 3 Tagen.

    Hersteller : Ardern Healthcare

    aktiver Wirkstoff : Podophyllotoxin

    Wirkstoffgruppe : Zytostatikum

    Darreichungsform : Lösung

    Anwendunghinweis : 2x täglich

  • Warticon (Wartec)

    Hindert Warzen daran sich zu vermehren.

    Hersteller : Stiefel Laboratories

    aktiver Wirkstoff : Podophyllotoxin

    Wirkstoffgruppe : Zytostatikum

    Darreichungsform : Creme

    Anwendunghinweis : 2x täglich

Bei Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses wird das betroffene Gewebe mit einem Laser behandelt oder durch einen chirurgischen Eingriff entfernt. Ist der Krebs bereits ausgebrochen, muss sich der Betroffene einer komplexen Operation unterziehen. Bei Gebärmutterhalskrebs im fortgeschrittenen Stadium ist unter Umständen eine Strahlen- oder Chemotherapie erforderlich.

Die Vorstufe eines Analkarzinoms kann sich unter der Behandlung mit Cremes oder Zäpfchen wieder zurückbilden. Ein Analkarzinom muss hingegen chirurgisch entfernt werden. Möglicherweise muss zusätzlich eine Strahlen- oder Chemotherapie erfolgen.

Welche vorbeugenden Maßnahmen können getroffen werden?

Da HPV zumeist während dem Geschlechtsverkehr übertragen wird. Sollten Personen, die häufig ihren Sexualpartner wechseln, immer mit einem Kondom verhüten. Dieses bietet zwar keinen 100%igen Schutz, da es nicht den kompletten Genitalbereich bedeckt, jedoch minimiert es das Infektionsrisiko erheblich.

Wurden durch HPV ausgelöste Genitalwarzen diagnostiziert, sollte auch der Partner mitbehandelt werden, um sicher zu stellen, dass es nicht zu einer erneuten Ansteckung nach der Behandlung kommt. Während der Therapie sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden.

Grundsätzlich sollten Maßnahmen zur Stärkung des körpereigenen Abwehrsystems, zu denen gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung zählen, getroffen werden. Gründliche Körperhygiene ist ebenfalls eine wichtige Präventionsmaßnahme.

Die HPV Impfung bei Mädchen vor den ersten sexuellen Kontakten gilt als sicherste Präventionsmaßnahme. Der Vorteil dieser Impfung besteht darin, dass sie umfangreichen Schutz gegen die am meisten auftretenden HPV-Typen bietet. Laut der STIKO (Ständige Impfkommission) empfiehlt sich eine HPV Impfung zwischen 9 und 14 Jahren.


Quellen:

  1. Die Bedeutung der typenspezifischen HPV-Typisierung, Krause & Pachernegg GmbH. URL: kup.at
  2. HPV-Infektion Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. URL: gib-aids-keine-chance.de
  3. Humane Papillomviren: Ein Risiko für die Gesundheit. Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. URL: krebsinformationsdienst.de
  4. Humane Papillom Viren (HPV). Berufsverband der Frauenärzte e.V. URL: frauenaerzte-im-netz.de

Veröffentlicht am: 04.10.2016

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