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Folgeerkrankungen von Diabetes mellitus

Bei 7,2 % der Deutschen (7,4 % der Frauen und 7,0 % der Männer) zwischen 18 und 79 Jahren wurde im Laufe ihres Lebens ein Diabetes diagnostiziert. Von den vier Typen des Diabetes mellitus ist der Typ-2-Diabetes am häufigsten und wird als Wohlstands-Erkrankung betrachtet. In den Industrienationen steigt die Zahl der Typ-Diabetiker an.

Gefährlich ist, dass Diabetiker oft nicht an die Folgeerkrankungen denken, die auf sie warten, wenn sie ihren Blutzucker nicht vernünftig kontrollieren und einstellen. Dabei bestimmen der Verlauf und die Einstellungsgüte in den ersten zehn Jahren maßgeblich das Risiko für Folge-Erkrankungen.

Folgeerkrankungen von Diabetes

Herz und Gefäße

Das Herz und die Gefäße von Diabetikern werden von der reaktiven Aldehyd-Gruppe der Zucker-Moleküle im Blut angegriffen und geschädigt. Das Risiko für Gefäßerkrankungen ist gegenüber dem eines Nicht-Diabetikers um das Vier- bis Fünffache erhöht.

Diabetes begünstigt die Entstehung von Gefäßerkrankungen wie der arteriellen Verschlusskrankheit (sowohl in den Arterien von Armen und Beinen als auch im Gehirn) und der Koronaren Herzkrankheit (KHK), die ursächlich für Angina pectoris (Brustenge) und Herzinfarkt sein kann.

Als Sonderfall der Gefäßerkrankungen wird bei Diabetikern gehäuft eine so genannte Mönckeberg-Mediasklerose beobachtet. Anders als bei der Arteriosklerose findet hier die Verkalkung der Gefäßwand nicht in der inneren, sondern in der mittleren Gefäßschicht statt.

Nicht nur die Gefäße des Herzens, sondern auch der Herzmuskel wird durch hohe Blutzuckerspiegel in Mitleidenschaft gezogen. Die diabetische Kardiomyopathie betrifft zunächst mehr die linke Herzhälfte, die das Blut nicht mehr bedarfsgerecht in den Körperkreislauf pumpen kann. Man spricht von einer Herzinsuffizienz.

Im weiteren Verlauf wird auch die rechte Herzhälfte geschädigt, weil sich das Blut aufgrund der eingeschränkten Pumpfunktion des linken Herzens in den Lungenkreislauf zurückstaut. Das rechte Herz muss darum gegen höhere Widerstände anpumpen, was auf Dauer zur Insuffizienz auch dieser Hälfte führt.

Auge: Diabetische Retinopathie

Bei der diabetischen Retinopathie, die 90 % der Typ-1-Diabetiker und etwa 25 % der Typ-2-Diabetiker nach 15 Jahren betrifft, handelt es sich um die häufigste Ursache von Erblindung im erwerbsfähigen Alter. Problematisch ist, dass der Diabetiker zunächst keine Veränderungen wahrnimmt. Wenn das Sehvermögen schließlich eingeschränkt ist, müssen schon deutliche Schäden an Netzhaut, Gefäßen oder Glaskörper entstanden sein.

Zu diesen Schäden gehören kleinste Gefäß-Aussackungen (Mikroaneurysma), Blutungen, Fettablagerungen, Wassereinlagerungen und die Ausbildung neuer Gefäße, die sehr schnell bluten. Komplikationen sind die Netzhaut-Ablösung, ein Sekundär-Glaukom (Grüner Star) und die Erblindung.

Niere: Diabetische Nephropathie

Durch die hohen Blutzuckerspiegel, noch verstärkt durch hohe Blutfette und eine höhere Konzentration von Wachstumsfaktoren entsteht eine noduläre Glomerulosklerose (Morbus Kimmelstiel-Wilson), so bezeichnet man eine knotige Verkalkung der Nierengefäße.

Es folgt eine Verschlechterung der Nierenfunktion, die sich zuerst in der vermehrten Ausscheidung von Eiweiß mit dem Urin nachweisen lässt. Bei geringen Mengen spricht man von einer Mikroalbuminurie, bei größeren von einer Makroalbuminurie.

Albumin ist das Eiweiß im Blut mit dem größten Mengenanteil. Die Menge des ausgeschiedenen Albumins steht im direkten Verhältnis zum Risiko für einen Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Nerven: Diabetische Neuropathie

Bei etwa 80 % der Diabetiker kommt es zu einer peripheren sensomotorischen Polyneuropathie. Das bedeutet, dass die Nerven der Beine und Arme, die Empfindungen zum Gehirn und Befehle an die Muskeln leiten, geschädigt werden. Meistens sind die Beine betroffen, das Befalls-Muster dabei symmetrisch und von den Füßen aufsteigend.

Betroffene leiden an Kribbelgefühlen und Missempfindungen. Dazu zählt auch das Symptom der "burning feet" (aus dem Englischen: "brennende Füße"). Die diabetische Neuropathie erzeugt nicht nur falsche Wahrnehmungen, sondern auch eine verminderte Wahrnehmung von Schmerzen. (siehe: Fuß: Diabetisches Fußsyndrom) Die autonome diabetische Neuropathie, die eine Schädigung des vegetativen Nervensystems beschreibt, ist seltener als die periphere Neuropathie.

Das vegetative Nervensystem kann in drei untergeordnete Systeme unterteilt werden: Sympathikus, Parasympathikus und enterisches Nervensystem (Nervensystem des Magen-Darm-Traktes). Im Rahmen der autonomen Neuropathie können alle Systeme geschädigt werden, was vielfältige Symptome verursachen kann.

Herzinfarkte können klinisch "stumm", also ohne Schmerz oder Beschwerden, ablaufen. Ungünstig ist, dass Diabetiker ohnehin bereits eine schlechtere Prognose nach Herzinfarkt haben. Wenn sie diesen nicht einmal bemerken, kann es zu spät sein, bis ein Arzt vor Ort ist. Am Herzen kann es zudem zu Herzrhythmusstörungen kommen.

Störungen des Magen-Darm-Traktes sind vor allem eine verzögerte Magenentleerung (Gastroparese = "Magen-Lähmung"), Durchfälle, Verstopfung und Inkontinenz. Ebenso treten Blasenentleerungs-Störungen auf. Bei Männern kommt es gehäuft zur erektilen Dysfunktion (Erektionsschwäche).

Fuß: Diabetisches Fußsyndrom

Das diabetische Fußsyndrom basiert auf den Nerven- und Gefäßschädigungen durch dauerhaft zu hohe Blutzuckerspiegel. Je nach Schwere der Schädigung ist die Wahrnehmung am Fuß für Berührung, Vibration, Schmerz und Temperatur unterschiedlich stark eingeschränkt.

Eine Komplikation kann das Malum perforans sein, eine chronische Wunde, die meist am Fußballen oder der Ferse auftritt und durch das aufgehobene Schmerz-Empfinden nicht bemerkt wird. Diese Wunde kann Eintrittspforte für Krankheitserreger und mitunter Ausgang schwerer Entzündungen sein.

Weiterhin werden auch die Fuß-Knochen geschädigt; man spricht vom Charcot-Fuß. Hierbei kommt es zu Verformungen und Fehlstellungen der Knochen sowie einer deutlich erhöhten Anfälligkeit für Knochenbrüche.

Weitere Folgeerkrankungen

Zu den Folgen eines schlecht eingestellten Diabetes gehören weiterhin die diabetische Fettleber, eine höhere Anfälligkeit für Infektionskrankheiten, Schwellung der Speicheldrüsen (hauptsächlich der Ohrspeicheldrüse), Necrobiosis lipoidica (entzündliche Hauterkrankung besonders auf den Streckseiten der Beine) und Limited Joint Mobility (eingeschränkte Bewegbarkeit der Fingergelenke).

Prophylaxe

Die beste Möglichkeit, die Folge-Erkrankungen zu verhindern, ist eine optimale Blutzucker-Kontrolle sowie das Führen eines gesunden Lebensstils. Über den Hausarzt können Diabetiker sich in Disease Management Programme einbinden lassen. Jeder Diabetiker sollte zumindest einmal an einer ausführlichen Schulung teilgenommen haben. Außerdem sollten einmal jährlich eine Spiegelung des Augenhintergrundes beim Augenarzt sowie eine Kontrolle der Nieren beim Nierenspezialisten erfolgen.


Quellen:

  1. Prävalenz von Diabetes mellitus, Robert Koch Institut. URL: rki.de
  2. Diabetes: Folgeerkrankungen. Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH). URL: diabetesinformationsdienst-muenchen.de
  3. Typ-2 Diabetes: Folgekrankheiten Wort & Bild Verlag. URL: diabetes-ratgeber.net

Veröffentlicht am: 27.06.2016

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