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Die Behandlung von Diabetes mellitus nach Typ

Diabetes mellitus gehört zur Gruppe der Stoffwechselerkrankungen, welche durch einen verminderte beziehungsweise fehlende Aktivität des körpereigenen Insulins verursacht wird. Normalerweise erfolgt die Bildung dieses Hormons im Pankreas (Bauchspeicheldrüse). Je nach Art des Diabetes gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Darüber hinaus ist wichtig, einzelne Therapieformen von Diabetes mellitus durch zusätzliche beziehungsweise alternative Behandlungen zu ergänzen.

Die Behandlung von Typ-1 Diabetes

Diabetes Typ-1 trifft häufig während der Kindheit und Jugend auf. Die Bauchspeicheldrüse von Diabetikern Typ-1 produziert kein Insulin mehr. Aufgrund dessen weisen diese Patienten hohe Blutzuckerwerte auf, denn Zucker wird ausschließlich mithilfe von Insulin in verschiedene Zellen eingebaut. Betroffene müssen zusätzlich Insulin zuführen. Diabetes Typ-1 ist mit Basis-Insulinen als auch Bolus-Insulinen zu behandeln. Letztere nehmen Diabetiker mit den Mahlzeiten ein. Basis-Insuline hingegen dienen der Deckung des Grundbedarfs und werden in größeren Abständen gespritzt.

Humaninsulin

Bei der subkutanen Anwendung wird das Insulin direkt mittels einer Spritze oder Insulinpens in das Unterhautfettgewebe gespritzt. Alternativ stehen den Patienten auch Insulin-Pumpen zur Verfügung. Diese werden dauerhaft am Körper getragen und leiten Insulin über einen Katheter und Injektionsnadel in den Körper.

Bei der Behandlung von Diabetes mellitus Typ 1 können verschiedene Arten von Insulin eingesetzt werden:

  • Insulin-Analoga: wirken flach und bis zu 24 Stunden
  • NPH-Mischinsuline
  • Verzögerungsinsuline (NPH-Insuline)
  • Normal-(Alt)-Insuline
  • Insulin Analoga: sehr kurz wirkend

Welche Insulinart für den Patienten ab besten geeignet ist, entscheidet der behandelnde Arzt nach der Diagnose. Des Weiteren wird die individuell passende Therapieform festgelegt. Unterschieden wird hierbei zwischen einer:

  • konventionelle Insulintherapie: zeitlich fixierte Essens- und Spritzzeiten
  • intensivierte Insulintherapie: notwendige Insulinmenge abhängig von aktuellem Blutzuckerspiegel, Mahlzeiten als auch körperlicher Bewegung
  • Insulinpumpe: vorteilhaft für Kinder und Jugendliche

Unabhängig von der gewählten Therapieform erhalten Diabetiker mit Typ-1 im Vorfeld der Behandlung eine umfassende Schulung. Zudem folgen kontinuierliche Arztkonsultationen.

Medikamente zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 1

Bei Diabetes Typ-1 kann eine Behandlung durch die Einnahme von verschreibungspflichtigen Medikamenten erfolgen. Verschiedene Arzneimittel bei Typ-1 Diabetikern dienen der Regulierung des Blutzuckers, der Cholesterinwerte oder beugen Folgeerkrankungen aufgrund des Diabetes vor.

Folgende Wirkstoffe können bei Diabetes Typ-1 angezeigt sein:

  • Humaninsulin
  • Insulinglargin
  • Insulinlipro
  • Insulinglulisin
  • Insulindetemir

Unterstützende Maßnahmen zur ganzheitlichen Behandlung von Typ-1 Diabetes

Eine Ernährungsumstellung bei Typ-1 Diabetikern ist nicht notwendig. Sie folgen den Empfehlungen für eine ausgewogene Ernährung, welche für gesunde Menschen gelten. Dennoch gehört es zu einem der Therapieziele, dass Patienten lernen, ihre täglichen Mahlzeiten richtig abzuschätzen. Da sich der Blutzuckerspiegel mit der Ernährung verändert, ist der jeweilige Kohlenhydratwert der Mahlzeit stets einzuschätzen. Aufgrund dessen folgt die Kalkulation der benötigten Insulinmenge.

Zudem gilt, dass sportlichen Aktivitäten kein therapeutischer Nutzen zukommt. Bewegung dient der allgemeinen körperlichen Gesundheit. Vielmehr sollten Typ-1 Diabetiker beobachten, in welcher Form Sport ihre täglich benötigte Insulinmenge beeinflusst. Es ist hilfreich, diesbezüglich mit dem behandelnden Arzt zu sprechen. Je nach Sportart und eigenen körperlichen Voraussetzungen kann der Insulinbedarf variieren.

Die Behandlung von Typ-2 Diabetes

Bei Typ-2 Diabetikern verläuft die Insulinproduktion normal. Die krankheitsbedingten Faktoren, die nicht funktionale Rezeptoren der Zellen, verhindern jedoch eine Wirkung von Insulin in lebenswichtigen Organen. Im Gegensatz zu Typ-1 Diabetes entwickelt sich Typ-2 meist über viele Jahre hinweg. Die Insulinproduktion nimmt bei Betroffenen von Typ-2 schrittweise ab. Zudem entsteht eine sogenannte Insulinresistenz.

Diese altersbedingte Form von Diabetes kann aufgrund einer ungesunden Lebensweise bereits in frühen Jahren auftreten. Als primäre Therapieform bei Typ-2 gilt gemäß verbindlicher Leitlinie der Deutschen Diabetes-Gesellschaft eine Ernährungsumstellung, welche mit Bewegung zu kombinieren ist. Sollten die Blutzuckerwerte keine Verbesserung aufweisen, eignen sich orale Antidiabetika als ergänzende Therapieform.

Medikamente zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ-2

Typ-2 Diabetes kann vor allem im Frühstadium mit oralen Antidiabetika behandelt werden. Ziel der medikamentösen Therapie ist es, das noch vorhandene körpereigene Insulin zu nutzen. Je nach Wirkstoffgruppe wirken diese Präparate im Darm, an den Zellwänden, in der Leber oder den Nieren beziehungsweise direkt in den Beta- oder Alphazellen des Pankreas.

Orale Antidiabetika zur Behandlung von Typ-2 Diabetes (Wirkstoffgruppen):

  • Alpha-Gukosidase-Hemmer
  • Biguanide
  • DPP-4-Hemmer
  • Glinide und Sulfonylharnstoffe
  • Glitazone

Um den Blutzuckerspiegel effektiv zu senken, wirken die Medikamente an verschiedenen Angriffspunkten. Alpha-Glukosidase-Hemmer wirken in Darm und reduzieren die Spaltung von Glukoseketten in einzelne Glukosemolekühle, wodurch nur kleine Glukosemoleküle aus dem Darm in das Blut gelangen. Glitazone reduzieren die Insulinresistens, dürfen allerding seit 2010 in Deutschland nur noch in Ausnahmefällen verordnet werden.

Pankreas: Betazellen (Insulin-produktion) Panlreas: Alphazellen (Glukagon-produktion) Darm Zellwände (Insulin- resistenz) Leber (Glukose-produktion)
Alpha-Glukosidase-Hemmer x
Biguanide x x x
DPP-4-Hemmer x x x
Glinide und Sulfonylharnstoffe x        
Glitazone       x  

Glindine und Sulfonylharnstoffe erhöhen die körpereigene Insulinsekretion aus den Betazellen der Bauchspeicheldrüse. Da diese Wirkstoffgruppe zu einer Unterzuckerung führen kann, ist eine regelmäßige Aufnahme von Kohlenhydraten wichtig. DPP-4-Hemmer hindern das Dipeptidyl-Peptidase-4 Enzym am Abbau des Darmhormons GLP-1. Durch diese Wirkungsweise steigt die Insulinsekretion, die Ausschüttung des blutzuckererhöhenden Glukagon-Hormon wird gesenkt und die Magenentleerung verlangsamt.

Wirkstoffe aus der Gruppe der Biguanide bremsen die Glukoseaufnahme aus dem Darm, reduzieren die Zuckerproduktion in der Leber und senken die Insulinresistenz. Da Biguanide nicht zu Unterzuckerung oder Gewichtszunahme führen und außerdem als gut verträglich gelten, werden sie als Primärtherapie direkt nach der Diagnose empfohlen. Das Präparat Metformin zählt zu dieser Wirkstoffreihe.

Metformin überzeugt dank multifunktionaler Wirkungsweise

Als Metformin erstmals in der Therapie von Diabetes Typ-2 angewandt wurde, sprechen Fachärzte von einer Renaissance der Diabetestherapie. Metformin gehört zur Wirkstoffgruppe der Biguanide und wurde im Rahmen der britischen Langzeitstudie UKPDS getestet. Im Ergebnis wirkte Metformin vor allem bei übergewichtigen Typ-2 Diabetikern effektiv. Einerseits senken orale Antidiabetika das Herzinfarktrisiko. Gleichzeitig dienen sie der effektiven Prävention von möglichen Folgeerkrankungen des Diabetes.

Metformin wirkt dreifach:

  • senkt den Blutzuckerspiegel durch gezielte Hemmung der Glukosebildung in der Leber
  • Hemmung des direkten Übergangs Glukose aus Nahrung in die Blutbahn
  • aktiviert Muskelzellen, welche infolge dessen mehr Glukose aus dem Blut aufnehmen

Unterstützende Maßnahmen zur Behandlung von Typ-2 Diabetes

Die Diagnose von Diabetes Typ-2 kennzeichnet den notwendigen Beginn eines Lebenswandels. Eine medikamentöse Therapie kann Folgeerkrankungen nur vermeiden, wenn eine Kombination mit mehr Bewegung als auch einer ausgewogenen Ernährung erfolgt. In einigen Fällen raten Ärzte zu einer Gewichtsreduktion, welche als positive Nebeneffekte Bluthochdruck senken und ungünstige Cholesterinwerte verbessern kann.

Die Behandlung von Schwangerschaftsdiabetes

Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes) tritt erstmals während einer Schwangerschaft auf und gehört ebenso zu den Kohlenhydratstoffwechselstörungen. Die Erkrankung entsteht durch verschiedene Schwangerschaftshormone, aber auch durch eine ungünstige Ernährung. Während der ersten Schwangerschaftswochen ist die Insulinausschüttung vermindert, steigt jedoch danach an.

Ähnlich wie bei Typ-2 Diabetes folgt auch hier eine Veränderung der Organzellen. Schwangere haben vor und nach den Mahlzeiten erhöhte Blutzuckerwerte. Bei etwa 85% der Betroffenen reicht eine Umstellung auf eine gesunde, vollwertige Ernährung aus bzw. eine strenge Diät, um das Gestationsdiabetes in den Griff zu bekommen. Bei ca. 15% der Frauen muss zusätzlich Insulin gegeben werden.

Eine Behandlung inklusive regelmäßiger fachärztlicher Konsultationen ist bei Schwangerschaftsdiabetes immer notwendig. Die Gefahr der erhöhten Blutzuckerwerte besteht im Gegensatz zu anderen Diabetesformen hauptsächlich darin, dass die Auswirkungen kurzfristig bemerkbar werden und sich folgendermaßen auf das Kind auswirken:

  • extremes Wachstum des Kindes
  • schwere Geburtsverläufe (Saugglocke, Kaiserschnitt, Dammschnitt)
  • Neugeborene haben vermehrt Gelbsucht

Gestationsdiabetes ist bei frühzeitiger Diagnose gut behandelbar. Mit einer gezielten Ernährungsumstellung, die mehrere, kleine Mahlzeiten sowie eine ballaststoffreiche und fettarme Diät vorsieht können gute Ergebnisse erzielt werden. Regelmäßige Blutzuckerkontrollen sowie Konsultationen mit den behandelnden Ärzten sind empfehlenswert.

Sollte sich der Blutzuckerspiegel nicht durch die Ernährungsumstellung regulieren, ist eine Insulintherapie induziert. Bei Schwangerschaftsdiabetes kommen orale Antidiabetika nicht infrage.

Unterstützende Maßnahmen bei Schwangerschaftsdiabetes

Eine Behandlung von Schwangerschaftsdiabetes sollte zudem mit ausreichend Bewegung einhergehen. In Abhängigkeit zum allgemeinen Wohlbefinden können Schwangere hierbei aus verschiedenen leichten Sportarten wählen. Beispielsweise eignet sich Schwimmen, Rad fahren, Nordic Walking oder regelmäßige Spaziergänge.


Quellen:

  1. Metformin, Wort & Bild Verlag. URL: diabetes-ratgeber.net
  2. Ratgeber: Schwangerschaftsdiabetes Wort & Bild Verlag. URL: baby-und-familie.de
  3. Neue Möglichkeiten zur Behandlung des Typ 2 Diabetes mit Tabletten. Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ). URL: diabetes-heute.uni-duesseldorf.de
  4. Therapie des Typ-2-Diabetes. Deutsches Zentrum für Diabetesforschung e.V. URL: dzd-ev.de

Veröffentlicht am: 04.10.2016

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